Moin,
ich weiß nicht wo Du Widersprüche siehst? Es ist ja ein Fakt, das in der deutschen Tiermast viele Medis vorbeugend eingesetzt werden - das ist ja kein "durch den Kakao" ziehen, sondern schlicht so. Massen, egal ob Tierhaltung oder Monokulturen, bergen immer andere Gefahren für die Individuen, vorbeugend geben Mütter ihren Kindern selbst heute noch Vitamin D- Tabletten, obgleich es die in den seltensten Fällen bräuchte.
Mir muss das aber nicht gefallen. Ich esse sehr bewusst Fleisch, und ja, in Schweden lieber als hier zu Hause. Ich sehe hier die Kälbchen mit den Müttern auf den Wiesen, ich seh sie spielen, miteinander. Ich hab eine Kälberweide in der Nähe meines Hauses (in Schweden), dort verbringen die jungen Rinder ihren ersten langen Sommer, draußen.... den nächsten kommen sie auf eine andere Weide und dann beginnt ihr Leben als Milchkuh. Ich bin nicht glücklich mit der Situation, denn ich weiß, das Milchkühe heute im Durchschnitt 3 Jahre leben und früher um die 9 Jahre Milch gegeben haben, weil wir sie, durch Leistung ausbrennen..... das betrifft dann alle Milchwaren- und -produkte. Ich sehe mich aber auch Außerstande, das zu ändern.
Es gab eine Zeit, da konnte ich es mir, mit drei Kindern, alleinnerziehend auch nicht leisten, wirklich nicht erlauben, da war ich froh, wenn ich den Kindern alles ermöglichen konnte, was sie brauchten, ohne das ihre Not so groß war - das war auch die Zeit in der Malik Billigfutter nehmen musste, ansonsten hätte ich ihn nicht behalten können.
Die liebste Tierhaltungsform ist mir die Jagd, denn dort leben Tiere wirklich frei und gestalten ihren Tagesablauf selbst. Schlafen, wann und wo sie wollen, fressen wann und was sie mögen - und wenn ich gut abkomme (also gut treffe und umsichtig mit meiner Waffe bin) merken sie im besten Fall kaum etwas von ihrem Tod. Kein Transport voller Ängste, kein Schlachthaus, kein Wegnehmen von ihrer Mutter.
Massentierhaltung (egal ob Klassisch oder Bio) kann das nicht leisten. Es ist ein Wirtschaftszweig. Es wäre nicht möglich alle Menschen durch Jagd zu ernähren - so muss man Abstriche hinnehmen oder aber Fleisch und dann nur Fleisch aus Artgerechter Haltung zu sich nehmen. Und DAS muss man sich leisten können oder aber auch daran kommen. Nicht überall ist das erhältlich, zuviel wird geschummelt, weil es natürlich bessere Preise bringt, viele "erkennen" auch den Unterschied nicht wirklich, das leistet Schummelei Vortrieb.
Unser Bauernhof hier im Ort hat früher seine Rinder selbst vermarktet, heute nicht mehr - auf meine Frage warum, erklärte man mir, das die Menschen zu weit weg vom Ursprung seien, früher hätte man halt einfach 1/8 Rind gekauft, mit allem, das dazu gehört. Braten, Suppenfleisch, Filet, Bauch - halt 1/8 von allem. Heute kämen die Menschen und wollten 1/8 Rind haben, aber bitte nur Filet.......
Auf die Idee bin ich im Traum nicht gekommen. Als ich klein war, wurden die Tiere unseres Ortes beim ansässigen Metzger geschlachtet - da wusste jeder, das Bauer Sowieso gestern seine Rinder zum Schlachter gebracht hatte - heute gibt es so gut wie keine Metzger mehr, die eigenständig schlachten - es müssen Transporte auf den Schlachthof sein und Metzger kaufen ihr Fleisch dort direkt? Warum?
Wir essen viel Vegetarisch oder Vollwertig, aber auch Fleisch und Wurst. Bewusst - nicht in Mengen oder als Hauptgericht (beim Grillen schon mal, aber eher selten, ich grille nicht jeden Tag oder jedes Wochenende) eher als Beilage und das dann gern. Ich glaube, man kann nicht perfekt leben, aber viele kleine Dinge tun, die die Welt verändern.
Nur als Beispiel, Gesamtököbilanztechnisch gesehen sträube ich mich gegen Erdbeeren aus Südamerika (dort werden schon zu wenig Lebensmittel für die eigene bevölkerung angebaut, um die Ackerflächen für den Schmarrn frei zu halten), Kartoffeln aus Ägypten (sie verbauchen 20 mal soviel Wasser wie bei uns, das aus der Wüste gepumpt wird, vom Transport mal abgesehen), oder auch Kaffee aus Alukapseln (was für eine Energieverschleuderung), ich sträube mich gegen "neues" Handy jedes Jahr (meines ist grad 4 Jahre alt), weil ich den Raubbau der seltenen Metalle in den Herkunfstländern so wenig wie möglich unterstützen mag, aber ich bin bestimmt alles andere als perfekt. Manche halten mich für Seltsam....
Ich glaube, ich gebe mir einfach nur Mühe, in vielen Dingen das Richtige zu tun.
Sundri