Moin,
über den Begriff Familienhund lässt sich bestimmt ein ganz eigener Thread füllen, denn jeder versteht darunter mittlerweile etwas anderes -nämlich einen speziellen, spezifischen Hund, der exakt in die eigene Familie passt und (damit greife ich nicht Dich an, versteh mich nicht falsch, bitte) und, da sich der Trend, das einzige Wahre und Richtige zu tun und zu haben mehr und mehr durchsetzt - sind alle anderen Hunde natürlich irgendwie uncool.
Ich kann mich davon auch nicht frei machen, wenn sich sag: Weimaraner? Never..... nicht geschenkt möchte ich den haben, nicht mal mit Eigenjagd dran. Mein Hund muss natürlich zu mir passen, denn er soll mit mir leben und was passt oder nicht, entcheide ich auch. Klar, ich hab mir einen Hund, nur nach Foto und Beschreibung, aus Spanien kommen lassen. Ich hab vertraut, das man dort weiß, was man über ihn schreibt (und, großen Dank ans Tierheim Kimba - ich hab den beschriebenen Hund bekommen und in den Worten auch wieder gefunden) - er hatte natürlich trotzdem Überraschungen dabei, seine große Autonomität war unerwähnt geblieben..... ich kann ziemlich gut damit umgehen, ich hab Jagdhunde geführt, die kleben einem auch nicht am Bein und treffen eigene Entscheidungen.
Jeder würde den Begriff Familienhund auf seine eigene Art und Weise definieren und jeder würde "problemlos" auf seine eigene Art definieren, während ich also sag, Lucas ist ein toller Hund, der passt so super zu uns, sagen andere über ihn durchaus "meine Güte - also der - der wäre mir zu kompliziert......" Tja..... kann man so sehen, muss man aber nicht. 
Aber da sind wir wieder bei der eigenen Sichtweise. Und ja, ich glaub, wir meinen durchaus das Gleiche. Leider kenne ich in meinem Umfeld wenige Menschen, die sich intensiv mit ihrem Hund und seiner Rasse auseinander setzen, dafür umso mehr, die meinen, sie wüssten Bescheid - Hunde hat man doch schon immer gehabt und einer ist wie der andere - und da entstehen die Probleme.
Eine Frau bei uns aus dem Ort - ein Beagle musste es sein, die sind so niedlich (tolles Kriterium), nun ist sie kreuzunglücklich, wei sie einen jagenden Hund hat. Überraschung, wie sie darauf nur kommt.....
Mich sehen die Leuts komisch an, weil ich, auch meinen Kindern, immer erst ein Fachbuch über das Tier das zu uns kommen soll, kaufe und lese (auch über Hunde aus dem Süden) und dann zieht das Tier ein - wie viele Menschen kennen wir, die das tun? Ich finde, viel zu wenige - die Leittragenden sind unsere Hunde.
Sundri