Moin,
mein Malik war auf seine letzte Zeit dement, ich hab das zu Beginn als sehr schlimm empfunden, weil er sich so in seinem Wesen verändert hat, plötzlich hörte er nicht mehr - zeitweilig war er sehr schwerhörig, zeitweilig ging es, plötzlich machte er Sachen, die er sein Leben lang nie gemacht hat. verlief sich im Wohnzimmer, mitten drin, stand dann dort und weinte; erschrak, wenn ich ihm begegnete, wirklich, er zuckte richtig schreckhaft zusammen.
Neue Orte, also mal ne Ferienwohnung - ging gar nicht mehr, außer einer von uns war zu 100 % dabei. Schweden, unser Haus, ging noch, das war ihm wohl bekannter.
Ich fühlte mich sehr hilflos, weil er auch nie einfach im Wesen war, immer bereit alles zu bekommen,was irgend möglich wahr, konnte ich lange nicht einschätzen, ist er aufsässig oder hat er echte Probleme? Sein Hörverlust führte zu großer Unsicherheit und er folgte mir auf Schritt und Tritt, konnte nicht mehr alleine bleiben, weinte herum - für mich war das wirklich schwer auszuhalten.
Schlimm war für mich auch, das er körperlich so fit war..... man sah ihm seine 14 Jahre überhaupt nicht an und als ich ihn, weil es ihm wirklich schlecht ging, vor einigen Tagen über die Regenbrücke gehen ließ, bekam ich hier beim Spazieren gehen schon den einen oder anderen Spruch zu hören - eben weil er täglich noch große Strecken laufen konnte und daraus schließen hier einige, das es ihm SO schlecht, wie ich sage, gar nicht gehen konnte.
Das ist noch richtig schlimm für mich.
Karsivan hat uns gut geholfen, und eine Schmerztherapie hat uns einige letzte schöne Wochen geschenkt. Schmerzen würde ich bei großer Unruhe nicht ausschließen mögen? Durch die Schmerztherapie konnte er auch noch mal richtig gut schlafen und das hat ihm wirklich gut getan. Vielleicht schaust Du noch mal, ob Dein Hund eventuell auch Schmerzen haben könnte? Gelenke oder so? Du schreibst ja, da liegt einiges im Argen?
Ich hab ihm auf seine letzeten Wochen und Monate einfach ein Futter gesucht, das er wirklich gern mochte, Nassfutter von Rinti sensible, er hat es geliebt und wartete immer vor dem Napf. Er hätte auch drei gefressen.....
- aber das gab`s natürlich nicht.
Man muss abwägen, ob und wie schlecht es dem Hund wirklich geht, wie sehr seine Lebensqualität eingeschränkt ist - nicht unsere - wobei bei Inkontinenz wäre für mich Schluß - das hätte ich bei meinem Alterchen für Würdelos gehalten. Man muss erkennen, wofür man Leiden eventuell verlängert, für sich, weil man nicht los lassen kann oder für den Hund, weil es ihm teilweise noch gut geht? Malik war über ein Jahr dement... am Ende nahmen seine Schmerzen aber so zu, das es einfach nicht mehr aushaltbar war - für ihn.... also hab ich ihn gehen lassen. Mit der Demenz hab ich leben gelernt, auch wenn es an schlechten Tagen bedeutete, das ich hier nicht weg konnte, Freunden absagen musste oder Besuch zu uns bat, anstatt weg zu fahren.
Ich wünsche Euch noch eine lange gute liebevolle Zeit miteinander
Sundri
P.S. uns hat der Zweithund gut getan, ganz besonders weil mein Malik sich sehr an diesem orientiert hat, als unser Zeiter zwischendurch starb, hatten wir eine ganz besonders schlimme Zeit, die schlagartig mit Lucas Einzug im Oktober letzten Jahres, wieder besser wurde.
https://www.dogforum.de/was-tun-t163037.html falls Du magst.