Beiträge von Sundri

    Moin,

    also welchem Verein Züchter angeschlossen sind - das ist mir echt schnuppe - hauptsache sie machen sich ernsthafte Gedanken darüber, was sie tun und warum. Ob VGH oder sonstwas.....ich hab auch wenig über für "wenn der Hund nicht aus dem VGH ist - darf er nicht auf den Platz" - das ist Mist und hat nichts mit der Zuneigung zu einer Rasse zu tun.

    Und wie man seinen Hund füttert oder behandelt, man muss sich nicht jeden Schuh anziehen sondern darf allein für sich entscheiden, dem mag ich folgen und das ist bullshit..... man kann sich darüber aufregen, muss es aber nicht tun. :hust:

    Extremisten gibt es überall - heißt ja nicht, das sie Recht haben.

    Sundri

    Zitat

    Warum sollte man gezielte Mischlinge nicht genauso züchten wie Rassehunde, ohne dieses dumme Stigma das ein Mischling zufällig entstanden sein muss? Eltern auf rassetypische Erbkrankheiten soweit als möglich prüfen, Charakter sorgfältig unter die Lupe nehmen sowohl individuell als auch im Hinblick auf die erhoffte Kombination, und dann Aufzuchtbedingungen, die im vernünftigen Verein gezüchteten Welpen ebenbürtig sind - sowas kann man vergleichen, aber nicht irgendeinen zufällig entstandenen, irgendwo übrig gebliebenen und irgendwie groß gewordenen Mix mit nem gut geplanten und gut aufgezogenen Rassehund.

    Weil es bei einer Zucht nicht nur um Vermehrung von Individuen geht, sondern auch um die Erhaltung einer Rasse, die auf langen Wegen der Auslese und Selektion für bestimmte Bereiche entstanden ist. Weil ich weiß, was ich, wenn ich etwa 14 Ahnen meiner Zucht in der Reihe kenne und sehe, wie sie sich entwicklen, was für eine Art Hund ich erwarten kann.

    Ein Mischling ist ein Mischling und niemand kann vorher sagen, welche Eigenschaften durchschlagen, welche Wesenszüge sich vererben und was ich erwarten kann, klar, ich kann jetzt auch dutzende Ahnenreihen bei jedem Elterntier kennen (wenn ich derartige Zuchthunde wähle) - aber was dabei heraus kommt, weiß ich immer noch nicht zuverlässig, wie innerhalb einer Rasse. Und, wenn ich alle Ahnen kenne und Vorhersagen treffen kann, sehe ich immer noch keinen Grund für Mischlinge.

    Ich wäre auch nicht so vermessen zu sagen "ich wüsste so einige Rassen, die ich nicht brauchen würde!" Kann man denken, aber Sinn macht das wenig, besser Rassen, die ich beurteilen kann (und diese lieber gesünder züchten und manchen Makel heraus ziehen) als etwas zu produzieren, nur weil ich es kann.

    Meine Hunde etwa, ich liebe ihr Wesen, ihr Aussehen, ihre Art - aber das ist für mich kein Grund nun Garafianos mit Bretonen zu kreuzen, in der Hoffnung solche Hunde herstellen zu können. Eher betrachte ich jeden, den ich finde, als Geschenk. Aber das ist eine Lebenseinstellung. Und ich werde bei den Garafinaomischlingen bleiben, ja, mich reizt es einen Rassewelpen zu nehmen, weil ich gern sehen möchte, wie diese Hunde allein wirklich sind, aber ich muss das nicht tun, ein Mischling erfreut mich trotzdem und hat dabei noch ein gewisses Etwas, eine Überraschung sozusagen....

    Zitat

    Und was ist schlimm dran, wenn das Endprodukte sind? Immer ausgehend von sonst der normalen, "seriösen" Hundezucht entsprechenden Bedingungen.
    Es ist ja nicht wirklich so, dass dadurch der Reinzucht großartig Tiere verlorengehen würden. Rüden können eh ohne weitere für beides eingesetzt werden, da ist das so gar kein Argument.
    Hündinnen theoretisch auch, durch die begrenzte Anzahl an Würfen ist es natürlich eingeschränkt. Aber es ist ja eh so, das selten alle Hunde mit Zuchtqualitäten in die Zucht gehen. Ich kenn so viele gekörte Hunde beiderlei Geschlechts, die dennoch nie in die Zucht gehen werden - bei Rüden z.B. weil einfach nach ihrer Linie, ihrem Typ, ihrer Farbe, ihrem whatever keine Nachfrage besteht, bei Hündinnen oft, weil die Besitzer vielleicht gern würden, aber es von den Lebensumständen her einfach nicht geht, oder weil es ihnen schlicht zu viel Aufwand ist.

    Schlimm ist, das mehr Hunde produziert werden, als wir brauchen, die Tierheime sind voll, hier sowohl als auch im Ausland - warum also noch mehr? Wie das Ganze klug organisieren, könnt dann ja jeder irgendeine wilde Mischung wollen und dafür sorgen, das es sie auch gibt? Ich glaube daran, das eine sinnvolle Kontrolle dabei nötig ist, die vielen Mischungen, die eben nicht alltagstauglich sind, sprechen eine deutliche Sprache,sie füllen nämlich unsere Tierheime, weil irgendein Depp meinte WolfshundxSonstwas wäre geil.... Ich persönlich mag bei Mischlingsherstellung nicht von Zucht reden, denn Zucht empfinde ich als so kompliziert, das ich mich da nicht ran trauen würde. Aber als ups und deren Hauptziel, gutes Aussehen - in den allermeisten Fällen geht es nur ums Aussehen, weniger um den Rest - nö - muss ich nicht haben.

    Aber auch das ist Mainstream,dem kann man sich unterwerfen, muss es aber nicht.

    Sundri

    Moin,

    ein Hund der gut hört und meine Kommandos sicher ausführt, hat einfach mehr Freiheiten - das hat gar nichts mir mehr oder weniger Hund zu tun.

    Ich sehe allerdings für mich deutliche Unterschiede zwischen meinem Alterchen, der mal ein Vollgebrauchsjagdhund war und auch jagdlich geführt worden ist und meinen jetzigen Hunden. Malik hatte einfach sofort und ohne nachzudenken zu tun, was ich wollte - und doch, ich nenn das Jagdhundetypisch ;) , bevor er bei Pfiff kam, schaute er sich erst mal um - ich weiß nicht wie oft ich dann gesagt hab "weil ich es WILL!" Er kam immer.... aber das Umsehen hab ich ihm nicht abgewöhnen können. Bei Pfiff lag er allerdings mitten im Lauf wie im Fluge, das war was anderes.

    Dafür konnte er solche Spielerein wie "zurück zum Weg" oder "Kurz" und weil er so gut gehorchte, durfte er auch in der Brut- und Setzzeit frei laufen, und sich in dem, von mir gesteckten Rahmen, frei bewegen.... aber eben auch nur, weil er so zuverlässig gehorcht hat und die Pächter der angrenzenden Reviere das wussten und mir vertrauten.

    Ich find, es kommt auf den Hund an, mit dem man umgeht.... meine beiden Spanier haben mich da viel Geduld gelehrt, manches war bei ihnen einfach schlicht unmöglich. Ist unmöglich. Lucas etwa, ich komm ja so langsam dahinter, das er ein Pastor Garafiano Mix ist und setze mich grad mit der Rasse ansich auseinander. Seitdem ich das tue, wird mir vieles einfach klarer.... die haben keinen blinden Gehorsam bzw. sie entscheiden ganz selbstständig, ob sie tun, was man von ihnen verlangt oder wann sie tun, was man verlangt. Eine Herausforderung für mich und je mehr ich es schaffe, das mein Hund tut, was ich möchte, desto enger wird unsere Beziehung.

    Beispiel Lucas in einer fremden Umgebung, wenn ich ihm ein "Platz" geb - dann passiert gar nichts..... der steht und schaut sich um und betrachtet die Gegend und die Menschen und wenn es ihm genehm ist - legt er sich hin. Er steht aber auch nur und beobachtet. MANN, was hat mich das aufgeregt - seitdem ich aber weiß, das könnte bei ihm einfach sein Wesen sein (und bei seiner ursprüngliche Arbeit macht es Sinn) kann ich anders damit umgehen. Er legt sich hin, wenn er ausreichend gesichert hat und dann entspannt er auch total, bis wir wieder aufbrechen. Ich könnt jetzt einen Machtkampf (Du hörst wenn ich was sage) mit ihm machen, aber das würde nur unser Vertrauen stören..... auch auf dem HuPla, drei mal hintereinander das Gleiche - geht mit ihm nicht..... hab ich grad beim Mantrailing erlebt. Einmal sitzen super, zweimal sitzen, gut, dreimal sitzen *öh, Chefin, okay....* viermal sitzen *ups* - mein Hund ist taub..... und dann weiß ich, ich hab`s übertrieben...... Jetzt wo ich weiß, das es in seiner Rasse liegen könnte, erklärt es ihn und sein Verhalten besser für mich. Ich überlege viel mehr, was ich von ihm will und warum.

    Ich muss erkennen, das er begriffen hat, was ich von ihm will und darf es einfach nicht übertreiben..... also, warum sollte er sich mitten in eine nasse Wiese werfen? Malik musste das tun, gejagt wird auch bei Regen, warum muss Lucas? Einen logischen Grund find ich nicht.

    Nicht das man denken könnte, Lucas darf tun, was er will, aber bevor ich ihn ins Platz schicke, lass ich ihn einen Moment stehen und dann gibt`s ein Sitz und siehe - SO klappt es und aus dem Sitz, lege ich ihn ab... zu Hause klappen diese Dinge übrigens immer.

    Rückruf bei uns daheim in der gewohnten Umgebung? Vergiss es.... also geht Lucas an der Leine, in unbekanntem Gebiet..... erstklassig, er lässt mich nicht aus den Augen und wenn ich pfeife kommt er auf der Stelle, zuverlässig. Hmh, ich überlege noch, wie ich ihn dazu bewege, auch daheim so zuverlässig zu kommen.

    Eine ganz andere Nummer als Malik je war, unvergleichlich..... sehr anspruchsvoll und mir gefällt das gut.... Lucas fällt überall positiv auf, benimmt sich erstklassig - findet Fremde total überflüssig und würdigt sie keines Blickes - sehr nett bei vielen Dingen, weniger nett für meine Familie, die muss sich Mühe geben. Aber Gehorsam, so wie Malik es war, ist er ganz sicher nicht.

    Sundri

    Moin,

    ich halte davon gar nichts, wenn ich wach werde, weil mein Hund wandert, dann überlege ich, warum er das macht? Malik war gegen sein Ende so krank und hatte so oft Schmerzen, er ist viel gewandert, ich hab ihm einfach mehr Schlafplätze eingerichtet, wir haben einen Teppich (damit ich nicht jedes Mal wach werde) über den Fußboden gelegt und ich wusste immer, das es ihm nicht gut geht. Er bekam auch Medikamente und wenn er gut schlief, wusste ich, das sie anschlagen.....

    All meine Hunde legen sich Nachts um, wechseln die Plätze, liegen mal flach auf dem Teppich, mal im Korb, mal vor der Tür auf dem letzten Parketteckchen..... warum sollte ich ihnen das nehmen?

    Sie einsperren hätte ich einfach entsetzlich gefunden..... der Welpe meiner Tochter geht Nachts ab und an etwas trinken..... ich strecke und drehe mich auch in meinem Bett - warum sollte man so etwas tun?

    Klar, bei Box (außer aus besonderen Gründen) muss ich meinen Hund nicht wirklich erziehen, oder? Ich tu ihn weg und alles ist gut. Oder ich hab kein Vertrauen in meine Erziehung?

    Sundri :???:

    Abgesehen davon, es gibt ja mehrere Ansätze, einen Welternährungstechnischen Ansatz und einen Arterhaltungsansatz, ich kann mit den alten Haustierrassen wohl schlecht die Massen ernähren und erhalten, aber ich brauche diese alten Rassen für das genetische Material, egal ob ich nun mal Hühner züchte oder bunte Möhren. Vielfalt ist das was am Ende zählt und Überleben sichert.

    Die 1a Schweine meines Onkels, auf die er stolz ist, könnten ohne die modernen Methoden der Viehzucht nicht überleben, aber würden wir bewusster mit der Natur und uns umgehen - müssten sie das vielleicht gar nicht? Vielleicht, wenn die Felder nicht gar so groß oder die Monokulturen nicht so weitläufig wären, bräuchte es auch keine Hybriden in der Pflanzenzucht. Nicht alles ist toll nur weil man es kann?!

    Da gab`s doch mal den Ansatz, Schafe zu züchten, die man nicht scheren muss, weil das Fell eine Sollbruchstelle haben sollte und man es ihnen quasi abziehen konnte - nur die damit einhergehende Lämmersterblichkeit hat das dann im Großen verhindert - aber irgendeiner wird auch das Problem lösen. Aber ist das gut? Ist ein bisschen so wie bei den Webern, ein gut gemeintes Hilfsmittel sorgt dann für das Elend anderer. Okay, keine Hybriden, aber ein Beispiel moderner Gedanken in der Zucht von Nutztieren..... seltsam was manche Leuts sich ausdenken. Und fragwürdig.

    Aber ich glaube auch, das wir hier zu weit abschweifen..... ich seh das mal aus meiner beruflichen Sicht, nur weil wir alles haben wollen ist es noch lange nicht gut, auch alles zu bekommen. Und vieles scheint für mich einfach nur einen Grund zu haben "weil wir es können!" den find ich aber wenig überzeugend.

    Da landen wir dann bei der Gesamtökobilanz und können über Sinn und Unsinn diskutieren.

    Sundri

    @ Ingo,

    nein, vielleicht hab ich mich falsch ausgedrückt, der Begriff Hybrid ist mir wohl bekannt und ich bin einfach davon ausgegangen, das dort jemand, mit Verstand und Überlegung etwas "gekreuzt" hat um etwas zu bekommen, das widerstandsfähiger, besser oder leistungsstärker ist, als das Ausgangsprodukt. Ich wäre nicht auf die Idee gekommen, das bei Hybridzucht jemand wild umherkreuzt, (nach dem Motto, ich schau mal, was ich dabei heraus bekomme) ich hab auch geschrieben, das es bei dieser Art der Zucht eben - für meine Begriffe - eher auf Leistung und wirtschaftliche Faktoren ankommt, als auf Schönheit und besseres Aussehen.

    Yap, das es verboten ist, andere Rassen einzukreuzen - die im Ursprung ja auch mal vorhanden waren, zumindest bei einigen Rassen, zur Blutauffrischung sozusagen, das ist überdenkenswert, sollte aber sehr fachkundig geschehen und nicht in jedermanns Hand liegen. Viele "Züchter" haben, meiner Auffassung nach, nicht genügend Verständnis um zu überblicken was sie da tun. Und solche Krankheiten wie Cockerwut oder Goldenwut sind ja das Prodoukt einer genetischen Verarmung entstanden durch besonders schöne Hunde, aber eben nur schön.

    Ich glaub eher nicht, das wir das sinnvoll aufdröseln oder in Positionen bringen. Ich sehe noch immer keinen Grund Hybriden bei Hunden zu erzeugen, da es genügend Rassen gibt, die jedem Ansspruch gerecht werden. Würden sich die Käufer mal besser informieren und keine Wühltischwelpen oder sonstig fragwürdigen Hunde kaufen, hätten wir manches Problem nicht und es käme keiner auf die Idee, was Besseres durch Mischlingserzeugung zu schaffen. Ich kann mich täuschen..... ich würde mehr Gewichtung auf die Gesunderhaltung der Rassen legen und dabei geht es wohl um bekannte Herkunft um bestimmte Eiegenschaften zu bekommen und zu erhalten, als etwas zu kreieren, das - zumindest meiner Meinung nach - keiner braucht.

    Tolle Mischlinge gibt es allemal im Tierschutz, ohne große Namen und ohen Gedoodle.

    Sundri

    @ Danke Yane,soviel war mir nicht in Erinnerung geblieben ;) aber schon spannend, was aus einem solchen Experiment werden kann - und traurig

    @ Ingo, mein Onkel sagt zu seinen Schweinen schon "ich hab Hybridsauen...." klar, vom rein technischen Vorgang her und vom Zuchtgedanken kann ich dem folgen, ich mein die meisten Hunderassen sind ja über die Jahrhunderte so entstanden... man hatte zwei Hunde mit jagdlich guten Eigenschaften und hat diese zusammen geführt um zu sehen, was dabei heraus kommt. Irgendwann sahen sie sich ähnlich und irgendwann wurden sie zu einer Rasse, aber der Gebrauchswert schränkte sich auch ein.

    Sieht man durchaus bei den Altdeutschen Schäfern, da gibt es noch unterschiedliche Schläge, weil der Gebrauchswert im Vordergrund steht oder bei den Garafianos, es gibt keinen einheitlichen Standart - der aber wird kommen, falls es eine FCi Anerkennung gibt - nichts, was die Rasse braucht.

    Nur die heutigen Züchter mit ihren Plänen und Träumen vergessen das oft und züchten wild auf irgendwelche Eigenschaften, die keiner mehr will, hautsache, der Hund sieht aus wie Standart. Ist nicht so weit weg vom Mix und ansonsten machen wir es wie die Briten, die nennen so was Lurcher - wenn ich mich nicht wieder täusche.

    Ansonsten ist das mit dem Gedoodle halt so eine Sache, die Haltung die dahinter steht ist eben eine andere, als in der landwirtschaftlichen Tier- und Pflanzenzucht und an Haltungen kann man wohl wenig tun. Vielleicht fühlt man sich genau aus diesen Grund so angegriffen (allgemein gemeint)? Wobei, dem VDH stehe ich auch sehr kritisch gegenüber, mir ist der Verband im Grunde egal, ich hinterfrage eher die Linie und die Zuchtziele, falls ich mich für einen Rassewelpen entscheide. Und natürlich spielt die Dauer einer Zucht eine Rolle, mein Münsterländer kam damals aus dem zweiten V-Wurf - da war ziemlich vorhersehbar, was ich bekomme.

    Sundri

    P.S. wozu sollte es aber bei unseren vielen Rassen Hybriden bei Hunden geben und warum?

    Zitat

    Die Nachkommnden zweier Linien mit hohem Homozygotiegrad sind ziemlich einheitlich und oft robuster als beide Eltern (Heterosiseffekt). In der Getreide- aber auch der Nutztierzucht macht man sich das seit langem zu nutze und setzt gezielt und sehr erfolgreich großflächig solche F1 Hybride ein.
    Natürlich steht und fällt das mit der Auswahl der Elternlinien. Die muss mit Sorgfalt getan werden, denn es gibt eben durchaus auch negative Heterosiseffekte..
    Aber eine sinnvolle Auswahl der Elternlinien ist bei Hunden ebenso machbar wie bei Schweinen - oder Weizen.
    Warum ist das in der Landwirtschaft so anerkannt und bewährt aber in der Hundezucht so verpönt? Das verstehe ich absolut nicht....obwohl ich Biologe bin.
    Unsere Hunderassen werden aufgrund heutiger, teils haarsträubend unsinniger Zuchtvorgaben immer weiter genetisch verarmt, ihr Homozygotiegrad wird immer größer. Irgendwann wird die Rassezucht dann komplett zusammenbrechen, wenn man das weiter auf diese Art betriebt. Oder, man macht sich irgendwann doch die Erkenntnisse der Populationsgenetik zu nutze und züchtet nach anderer Strategie. Bis dahin macht die Kreuzung gut ausgewählter unabhängiger Linien in meinen Augen viel Sinn, wenn man vitale Tiere generieren möchte.

    Viele Grüße

    Ingo

    Warum das so ist, kann ich nicht mit Sicherheit beantworten, aber vielleicht einfach deshalb, weil jeder Landwirt sein Produkt Hybride nennt und nicht darauf besteht, eine eigene neue Rasse zu haben? Vielleicht, weil es schlicht um Nutzen geht - den kann ich bei Nutztieren oder Planzen - weil ich ja in gewisser Weise auf die Eigenschaften angewiesen bin, aus wirtschftlichen Gründen (Widerstandsfähigkeit etc.) nachvollziehen. Bei Hunden, die ja eher Liebhaberei sind, sehe ich das kritischer. Nur weil ich es kann - muss es nicht gut sein.

    Ich sehe keine grundlegenden Vorteile in der Produktion von Hundemischlingen oder Hybriden? Es gibt Ausgangsrassen aller Art und dort finde ich mit ein wenig Suchen einen Hund, dessen Wesen mir gefällt. Kein Landwirt wird, weil dann sein Weizen schöner ausschaut, eine Hybride verwenden - da geht es um anderen Nutzen, bei Hunden? Ich bin mir, aufgrund der oft genannten Aussehensfaktoren nicht sicher, ob es am Ende nicht genau darum geht?! Um Aussehen und dann bleibt das, was das Wesen ausmacht auf der Strecke.

    Haben wir ja schon bei der Trennung von Schönheits- und Arbeitslinien, wieviel Potential einer Rasse geht da verloren? Wieviele Eigenschaften schwinden, weil der Normalhundebesitzer sie nicht will, wieviele Individuen zieht man aus dem Genpool anstatt sie zu erhalten?

    Sundri

    Moin,

    da hab ich ich bei den Pferden wohl vergaloppiert :hust:

    @ Kikt, was bei Rassezucht erlaubt ist (ich nenn mal die Cavalier Spaniel mit einem oft zu kleinen Schädel für ihr Gehirn und den entsprechenden Störungen, die sich daraus ergeben als Beispiel, die lt. VDH immer noch zur Zucht zugelassen werden, weil sie eben dem Zuchtziel entsprechen) muss man sehr kritisch betrachten. Ich erinnere mich an die Wolfshunde aus unstem Ort, die, als ich damals Kind war, noch 10 bis 12 Jahre alt wurden und heute eine Lebenserwartung von 8 Jahren haben, als zweites Beispiel.

    Nur hat das ja nicht mit der Diskussion zu tun - es geht ja um das Benennen von Mischlingen zur Rasse - und was die einen schlecht machen, macht ja die anderen nicht besser - nur anders.

    Und, braucht die Welt jetzt Münsterdoodle? Ich glaub ja eher nicht.... ich unterschreib das mit dem gruselig und ich wünsche den ursprünglichen und seltenen Rassen gar keine FCI Anerkennung, manchmal bleibt es besser so, wie es ist. Ist nur eine andere Diskussion und nicht diese und wird nicht besser, wenn wir es vermischen.

    Sundri

    P.S. ich bin auch kein Doodlehasser, ich möchte einfach nur die Tatsachen stehen lassen, es sind Mischlinge - was ist daran verkehrt? Aber einen Mischling als Rasse zu verkaufen, entspricht eben nicht dem real life, sonderm dem Trend "ich mache mir das schön oder schöner" - dagegen hab ich was. Das sind total niedliche Hunde, aber eben keine Rasse.

    Oder vielleicht doch, bei Pferden kennen wir das ja auch,Maultiere bzw. Maulesel sind im Grunde nichts anderes. Darüber muss ich aber mal nachdenken, wobei niemand behauptet, dass das Rassen sind.... Vielleicht haben wir grad nichts Wichtiges zu besprechen?