Beiträge von Sundri

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    Die Münsterländerin hatte evtl. auch in der Hinsicht ein kleines Impulskontrollproblem, an dem nicht gearbeitet wurde? Wenn ich eine Schweißfährte lege und Hund wartet im Kofferraum, ist der auch innerlich auf 180 und mega angespannt. Ohne konsequentes Üben würde der auch sofort lospreschen. Aber wir haben ja gelernt: Ich komme raus, nachdem ich absitze. Ich lege los, wenn Frauchen Kommando gibt und mich ansetzt. Evtl. wurde da auch was versäumt (OT...).

    Ne, da wurde nichts versäumt, ihr Jäger war ein versierter Hundeführer, die war einfach Überpassioniert, eigentlich - unbrauchbar - tooo much, von allem. Die wurde auch hibbeliger, je länger sie warten musste - und ich hab sie knapp 3 Jahre gut im Auge gehabt, kein Hund für mich..... für ihn wars ne Herausforderung, bei soviel "Biss" wie er das nannte, müsste sie der beste Jagdhund werden - aber soweit ist sie nie gekommen. Bei den Verbandsprüfungen ging sie nicht an den Start - Gott bewahre mich vor so einer in der Zucht - da bräuchte es ja ne Schlafpille als Rüden dazu.

    Ich erlebe viel Hibbeligkeit bei Münsterländern oftmals, wenn nicht durch den Verband gezogen werden. Also zwar reinrassige Münstis mit guten Papieren aber ohne Zuchtgenehmigung - so einfach ist das nämlich dann eben auch nicht. Dann hat man tanzende Derwische an der Leine und sein liebes Tun.

    Es gibt sie ja wirklich, die Überpassionierten, die einfach drüber sind, aber - in Nichtjägerhand sind sie ebenso schwierig - vielleicht, nach allem was ich heute weiß -sollten solche Hunde im ersten Lebensjahr ausschließlich Ruhe lernen und dann erst los legen?

    Sundri

    :D

    So unterschiedlich kann das sein, mein Malik (KlM) war ganz sicher kein einfacher Hund, recht dickköpfig, immer hinterfragend - aber seinen willtoplease hab ich nie in Frage gestellt, am Ende hat er seinen Job gemacht, gern gemacht, unermüdlich gemacht und mit mir gemeinsam gearbeitet..... als es mir innerhalb eines Treibens mal wirklich schlecht ging, ich war aufgrund der Gegebenheiten total erschöpft, wich er nicht von meiner Seite, bis er merkte, es geht mir besser - auch das ist für mich ein willtoplease.

    Während Lucas (Garafiano-Bretonen-Mix) keinen willtoplease hat, gar keinen, man kann ihm etwas empfehlen und wenn er es tut, super - aber wenn nicht, gibt es keine Möglichkeiten, das er tut, was man will - er verweigert - und das auf eine sehr sanfte nachhaltige Art, wird taub, blind und ist dann eben mal wech.

    Die überagierenden extrem triebigen Hunde, die um einen herum hüpfen "gib mir was zu tun" die hätte ich nie mit will to please übersetzt, sondern als durchgeknallt. Arbeitsfreude ist das eine, alles was drüber ist, ist to much. So eine überpassionierte Münsterländerin hatten wir auch, wenn andere Hunde gearbeitet haben, hing sie kreischend in der Leine, sie musste immer im Auto bleiben und wurde geholt, wenn sie dran war und sie quetschte isch durch 15 cm geöffnete Scheiben, kreischend.... da war nichts mit Wesensfestigkeit.... allein ging sie, in Gruppe - nicht möglich. Und alle anderen Jagdhunde lagen während ihrer Pausen, angebunden oder nicht, in der Nähe und schauten zu, höchst angespannt, aber ruhig.

    Sundri

    Moin,

    das Problem hatte ich bei Malik, etwas über 14, auch.... über alle Jahre hinweg hat er alles sehr sanft undvorsichtig genommen, aber im Alter wurde das zunehmend schlimmer. Abgewöhnen ging einfach nicht mehr.

    Da fehlte es an Sensorik und Motorik, beides ließ einfach nach. Flache Hand ging immer, ansonsten hab ich einfach größere Leckerlies genommen und sie geworfen, das Fangen ging noch ganz gut.... aber, auch hier, während er früher Leckerchen sanft find, klappten jetzt manchmal die Zähne derartig aufeinander, das ich zusammen zuckte.

    Ich würde dem Hund nachgeben und entweder werfen (so kleine Markies gingen gut) oder aber auf den Boden legen. Malik bekam es auch nicht mehr geregelt an der Tube zu lecken, er biß immer volles Pfund rein, dsa haben wir dann schnell gelassen, Tuben mit Löchern sind doof. ;)

    Malik war im übrigen auch dement - manches geht dann einfach nicht mehr und ehrlich, sein ganzes Leben lang hat er nie geschnappt..... von daher.

    Sundri

    P.S. meine TÄ meinte auch das alte Hunde das einfach nicht mehr hinbekommen, das habe nichts mit Gehorsam oder guter Ausbildung zu tun, sondern einfach mit nachlassenden Fähigkeiten.

    Moin,

    hmh, ja, solche Hunde sind schon ganz Besonders, sie können einiges an Problemen mit sich bringen, in sehr unterschiedlichen Ausprägungen. Bis ein Hund aus dem Tierschutz bei einem ankommt und zeigt, was er so alles mitbringt, kann durchaus ein gutes halbes Jahr vergehen.....

    Ich erzähle mal von Diego, keine Tötungsstation, aber ein Hund von der Straße, meinen Kindern im Urlaub zugelaufen. Drinnen ein sehr liebenswerter netter Hund, der aber klaute, was zu klauen war. Klar, Diego hat mal wirkliche Notzeiten mit Hunger erlebt, der fraß alles, was fressbar war, drinnen, wie draußen - egal ob Pferdeäpfel, Tempos, sonstwas - es hat ein halbes Jahr gedauert, bis er begriff, das Futter zu Hause ist besser und ich bekomme immer etwas. Er wurde auch erst sehr spät und mit einem speziellen Geschirr leinenführig, wenn er wo hin wollte, raste er los, es hat lang gedauert, bis wir das im Griff hatten, drei Trainer später und mit der Aussage "manchmal gibt es solche Hunde, lassen sie ihn, wie er ist......" und noch ein Jahr später, ging es dann.... ein langer Weg.

    Draußen auf mich hören? Nach einem knappen Jahr begann er die Ohren in meine Richtung zu legen, wenn ich ihn ansprach, aber er tat noch lange nicht, was ich wollte. Übringes auf dem Hundeplatz klappte das prima, im Gelände kein bisschen. 4 Jahre haben wir gebraucht, bis er ableinbar war und auf Rückpfiff kam. Leckerchen? Draußen? Igitt, bist Du irre? Braucht kein Hund, nach einem Jahr nahm er welche und dabei war er eben total verfressen.

    Der fröhlichste und liebenswerteste Hund den ich je hatte, da war soviel Freude in ihm, so als ob er die Freude aus 12 Jahren Hundeleben in den 5 Jahren verbauchen müsste, die ich ihn haben durfte. :tropf: Diego war immer topfit, bis zuletzt, da wurde er schwer krank und starb, überraschend..... er fehlt uns jeden Tag.

    Dann Lucas, aus Spanien, auch keine Tötung.... auch er brauchte gut ein halbes Jahr bis er hier war, bindet sich extrem am mich, andere Familienmitglieder kann man haben - muss man aber nicht. Sehr eigenwillig, entscheidet selbst, ob er tut, was ich ihm empfehle (das liegt aber in der Grundrasse begründet), Rückruf in unbekanntem Gebiet klappt Super, 1a, bei uns in vertrautem Gelände? Kein bisschen "ach geh Chefin, ich weiß doch wo ich wohne, geh ruhig vor, ich komm schon - irgendwann" - also, Leinenzwang. Draußen füttern? Ist noch eine Option, aber momentan ist Leinenzwang und kein Leckerlie ist so gut, das er es draußen brauchen würde.

    Drinnen ein Traum, verschmust, gehorsam, liebenswert - lässt alles mit sich machen, wie ein kleines Steifftier, muss, wenn ich mal weg war, auf meinem Schoß kuscheln. Kann ganz gut allein bleiben, schätzt es aber nicht.

    Zu Beginn ist er mir durch die ganze Wohnung gefolgt, viele Wochen, begriff aber fix, das ich aus dem Bad, etwa, schnell wieder heraus kam und blieb im Schlafzimmer liegen, ansonsten hat es gut 3 Monate gedauert, bis er sich von sich aus, woanders hin legte, als ich war. Heute ist das kein Thema, aber er hat seine Ohren immer bei mir.

    Da er andere Menschen überflüssig findet, ist er ein idealer Begleiter - er liegt neben mit und ist zufrieden, Diego ging gern jeden an, der ihm und mir zu nahe kam, ihn mitzunehmen war sehr schwer, manchmal nicht möglich.

    Beide waren gut sozialisiert und kamen mit anderen Hunden super klar, Diego aber hatte zeitlebens Angst vor Männern, waren die noch dunkel vom Typ, war es aus. Das hat er auch behalten. Über ihn beugen - ging gar nicht. Freunde durften sich, wenn er sie kannte, bewegen, andere wurden streng bewacht (was ich unterbunden habe). Diego war recht territorial, aber leicht händelbar.

    Lucas hat irgendetwas - medizinisch - aber wir finden nichts, alle Untersuchungen waren bisher ergebnislos. Das ist auch nur so ein Gefühl...... aber etwas stimmt nicht. Mal sehen, ob wir noch raus kriegen was es ist.

    Was ich sagen will, man muss sehr viel Intuition haben, solche Hunde passen sich einem nicht immer an, oft muss man sich anpassen und das Leben um den Hund organisieren. Zum Glück hatte ich keinen Angsthund oder einen mit Deprivationsschäden - was immer vorkommen kann - dann geht manchmal gar nichts auf lange Jahre. Man braucht sehr viel Liebe und Zeit und Geduld, Geduld im Quadrat - schnell - geht hier nicht. Manche können allein bleiben, manche nie. Manches muss man nehmen, wie es ist. Lucas etwa, er ist sehr schreckhaft und es kann vorkommen, wenn von hinten ein Geräusch kommt, das er ne Landflucht begeht, rasendes Tempo ab in die Leine und in meine Schulter, also schau ich für ihn und mache ihn auf alles sichtbare aufmerksam, Jogger oder Radler von hinten, besser ist das - wenn er sie sieht ignoriert er sie völlig, aber wehe wenn er durchgeht. Das kann auch ein herunterfallende Tannenzapfen sein oder eine Taube im Baum, Geräusch - Flucht - und schauen was war das denn. Mittlerweile rennt er nicht mehr blindlings in die Leine sondern hat ganz gut im Griff, das ich dran bin und wenn ich ruhig bleib, ist alles schön. Neulich ist er vor Schreck in einen Wassergraben gesprungen, das fand er richtig sch.... :lol:

    Meine Beiden waren von Beginn an stubenrein, sie "sprachen" kein Wort deutsch, mussten alles neu lernen, wir haben viel mit Handzeichen gearbeitet, beide sind sehr klug und lernten rasend schnell und immer noch (Hunde lernen bis an ihr Lebensende) wie waren in einer HuSchu, aber man braucht Trainer, die sich mit den Besonderheiten solcher Hunde auskennen, sie sind sehr anders.... und sehr individuell. In meiner HuSchu gibt es einige Hunde aus dem Tierschutz, wir sind dort gut aufgehoben. Haben aber gesucht, beide Hunde reagierten auf Strenge und Druck extrem, ließen sich, quasi zu Boden fließen..... und Diego hat mich, wenn ich laut war, auch gemieden..... sehr sensibel. HuSchu`s die das nicht berücksichtigen und unbedingt durchsetzen wollen - sind die falschen.

    Lucas verweigert sich total, wenn ihm etwas quer geht, dann weiß ich, ich hab`s übertrieben, nicht er.... eine Erkenntnis, die ich lernen durfte und die nicht jeder kann. Ich höre oft "setz Dich mal durch" und ich weiß, das würde unser Vertrauen zueinander nachhaltig stören. Aber es gibt nur wenige, die mich verstehen, wenn ich, so sieht es aus, nachgeb. Mit Lucas aber geht das auch, beim nächsten Mal ist wieder alles schön, sofern ich etwas nicht zu oft nacheinander einfordere.

    Auch wenn wir in ein Cafe gehen, ich kann mich nicht setzen und sagen "Platz", er steht und steht und schaut sich um, ganz ruhig und besonnen und wenn er entscheidet, sich zu legen, dann tut er das und schläft zu meinen Füßen - so etwas muss man aushalten können.

    Das Klügste in Eurem Fall wäre, für mich, einen Hund aus einer Pflegestelle zu suchen, einen, der schon eine Weile hier ist und dessen Verhalten erkennbar und einschätzbar ist. Keinen, der direkt aus dem Ausland kommt und von dem niemand eine Schätzung hinsichtlich seines Wesens abgeben kann. Da gibt es Tierheime mit über 5000 Hunden, da kennt man kein Individuum. Und, das Verhalten im Tierheim ist nochmal anders, als in einer Familie.

    Und, ich hab keinen besonders schwierigen Hund gehabt, davon erzählen bestimmt noch andere..... wenn Ihr es Euch zutraut, wünsche ich Euch alles Gute. Nur einfach, einfach ist meist anders.

    Sundri

    Zitat

    Der Gedanke, Alzheimer, Inkontinenz, körperlicher Verfall, keine selbständige Nahrungsaufnahme hieße dann ja auch für den eigentlich geliebten Papa, dass das kein lebenswertes Leben mehr sei. Keiner weiß aber, ob es ihm durch seine Vergesslichkeit gar nicht auffällt, wie es ihm eigentlich geht und er daher möglicherweise sogar ziemlich zufrieden ist.

    Es gibt schon Unterschiede zwischen körperlichem Verfall, Einschränkung der Fähigkeiten und totaler Bettlägrigkeit mit Zwangsernährung über eine Magensonde - da gibt es auch genügend Studien zu, das Magensonden eben nicht human sind sondern Leiden verlängern und andere Dinge nach sich ziehen. Ich sehe schon noch Unterschiede zwischen Menschen und Tieren. So ein Vergleich hilft nicht weiter.

    Und ja, jeder wie er mag..... trotzdem denke ich, ein Tier sollte soweit ein selbstständiges Leben führen, das fällt für mich unter Artgerecht und das bedeutet für mich selbstständige Fortbewegung (egal wie langsam es geht,) mit Hilfe zum Hochkommen (das beginnt es kritisch zu werden, es sei denn es ist nach langem Schlaf) denn Wund liegen ist nicht mehr selbstständig - das es von allein frisst und fressen mag und das es ebenfalls trinkt - damit mein ich nicht Malik, der aus seiner Demenz den Wassernapf nicht mehr gefunden hat - da hat aber zeigen geholfen und ich hab keine Spritze genutzt um ihn Zwangszuwässern. Blind und Taub ist alles nicht so tragisch, das kompensieren sie, aber wenn von 24 Stunden, 23 1/2 zur Qual werden und die Lebensqualität nur beim Füttern gegeben ist? Ist mir das an Lebensfreude (?) im Verhältnis doch zu wenig.....

    Manchmal denke ich, das ist alles zu menschlich, bei uns am Stall ist das Ende nahe, wenn alte, kranke Pferde nicht mehr von allein hoch kommen.... aber nur, weil ich in der Lage bin, den Hund zu tragen oder zu heben, ist es für ihn möglich länger und länger zu leben? Da wünsche ich mir wirklich, Tiere könnten reden, denn das zeigen "ich kann nicht mehr" scheint mehr und mehr nicht mehr zu reichen. Traurig.....

    Sundri

    Moin,

    wenn mein Hund nicht mehr aufstehen, herum laufen, schnüffeln oder selbstständig fressen kann - da bin ich ehrlich - ich würde ihn erlösen..... ich habe den Eindruck, das hier eine Überfürsorge getroffen und gelebt wird, egal aus welchen Gründen. Ein bettlägriger Hund, der noch mit dem Schwannz wedelt, wenn man ihn anspricht, das muss keine Lebensfreude sein, das kann auch eine Form von Beschwichtigung sein.

    Warten, bis der Hund das Fressen einstellt - von da aus ist es nur ein winziger Schritt, es doch noch einmal über eine künstliche Ernährung zu versuchen, morgen könnte es ja wider besser sein? Oder er freut sich, wenn er ein leckeres Leckerchen bekommt und nimmt das doch noch? Wo ziehe ich für mich die Grenze?

    Wenn Geschwüre aufbrechen und wirklich nichts mehr geht, wäre es für mich, viel zu spät. ich kenn das aus dem Bekanntenkreis, der Hund war so schwer krank, man konnte ihn, ohne das er schrie, nicht mehr berühren - und doch wurde er noch lange lange Zeit am Leben erhalten mit der Aussage "so lange er frisst, ist alles gut....." und das sah dann so aus, dass das Futter püriert wurde und er mit einer Spritze "zwangsernährt" wurde, samt Kehle streicheln, damit er noch schluckt. Aber ja, er hat gefressen.

    Für mich ist das selbststüchtig ung egositisch. Vor knapp vier Wochen haben wir Malik gehen lassen, er konnte noch laufen und fressen, aber es ging ihm sooooo schlecht, Mit derartigen Methoden hätten wir ihn noch ein Jahr behalten können - aber ich bin mir ganz sicher, für uns - keinesfalls für ihn. Und es geht nicht um mich, sondern um meinen Hund und für den darf ich handeln und entscheiden. Immer höhere Medikamente, immer mehr Möglichkeiten, Tropf und was man alles tun kann - aber besser? Wird es dadurch nicht. Nur egoistischer.

    Sundri

    Moin,

    das ist ein breitgefächertes Thema, normalerweise werden alle im JGHV gezüchteten Welpen ausschließlich an Jäger abgegeben. Einem verantwortungsvollen Züchter wird das wichtig sein.

    Hannoversche Schweißhunde aus Leistungszucht kann man selbst als Jäger von manchen Verbänden nur bekommen, wenn man anerkannter Schweißhundeführer ist und nein, geschadet hat es den Rassen als Solches nie in Jägerhand (oder in Rassespezifischer Hand - das gilt für Hüte- und Herdenschutzhunde ebenso) zu bleiben. Da ging es nicht um Standart oder Schönheit sondern schlicht um gute Eigenschaften und die gehen, sobals die Hunde in andere Häne kommen, oft genug verloren.

    Solche Krankheiten wie Cocker- oder Goldiewut sind nicht in jagdlichen Leistungslinien entstanden, sondern kommen von Züchtern, denen allein Aussehen und Standard wichtig waren. Begriffe wie Wesensfestigkeit - gehen verloren,sobald die Linien schön werden. Da geht eine Menge Potential dahin. Seltsame Nasen, kindliche Schädelformen - so etwas ist alles nicht in Arbeitslinien gezogen worden..... und da sind wir bei dem Grund, aus dem sich auch manche Menschen einen Jagdhund holen - "die sind aus Leistungslinien viel gesünder" höre ich oft, letztens von einem Beaglebesitzer, der dann vom Trainer forderte "bringen sie ihm bei, nicht zu jagen - ich halte das nicht aus!" Immerhin, der Trainer hat ihn nach Hause geschickt und gesagt "kann ich nich!" Konnte er nicht, weil der Besitzer nicht Willens war, den Hund auszulasten.

    Hunde in Freizeitjägerhand werden zumindest sorgsam ausgebildet und dürfen ihrem Tun folgen..... das ist allemal besser als Ersatzauslastungen. Malik hab ich in Nichtjagdzeiten (die es mit Begehungsscheinen und eigenem Revier kaum gibt, da geht man halt Kontrollen und arbeitet im Revier, es ist immer was zu tun) Einkäufe aus dem Auto ins Haus apportieren lassen, oder wir sind (wie in "jagen ohne Jagdschein") spazieren gegangen, haben Wild beobachtet und "gefunden", er durfte mir anzeigen, wie frisch ist der Wildwechsel und in welcher Richtung verläuft er. Der brauchte einfach keine andere Auslastung, er war zufrieden.

    Wir sind ja schon weit ab vom Thema und eines ist auch klar, Jagdhunde, die nicht richtig jagen lernen - sind durchaus mit Ersatz zufrieden und glücklich, denn auch Fährtenlesen und Spuren folgen muss gelernt werden. Sehe ich an Lucas, sobald das Reh außer Sicht ist, dreht er ab - mangelnde Erfahrung - um die ich froh bin. Malik wäre das nie passiert, Nase runter und hinterher. Deshalb bin ich zum Beispiel auch gegen jagdliche Ausbildungen bei nicht jagdlich geführten Hunden, die können hinterher mehr als ihre Menschen und das ist nicht gut.

    Und all die vielen Jagdhunde aus dem Ausland, keiner muss glauben, das die, die auf der Straße landen, die guten Jäger sind (ich mein damit nicht, das sie es sein könnten) aber ausgesetzt werden die schwierigen, die übertriebigen, die Schußscheuen, die, die keiner wirklich brauchen kann oder will. Die alten Begleiter sind da eine Ausnahme.

    Eines Tages werde ich mir einen holen und ausprobieren, wie weit man kommen kann, das würde mich wirklich reizen, als Aufgabe.

    Warum sich Menschen keine Gedanken machen,über das was sie tun - das frag ich mich nicht nur, wenn es um Hunde geht, das betrifft alle Lebensbereiche.

    Sundri

    Moin,

    wir sind ja imme Vogelflug gefahren,viele Jahre lang, die erste Fähre - Puttgarden/Rödby - braucht etwa 45 Minuten, incl. Ankommen, Aussteigen, an Deck gehen - ich hab Malik immer im Auto gelassen, er mochte das lieber, als Treppen steigen oder das Gewühl an Deck. Er hat auch keinen Unsinn gemacht.

    So eine Stunde find ich ganz in Ordnung, aber - Malik hat auch im Auto übernachtet, wenn das nötig war - der kannte das, es war ihm vertraut. All meine anderen Hund nehme ich mit an Deck, ruhiges Plätzchen gesucht - oft schicke ich jemanden vor, der oben einen ruhigen Platz (möglichst Ecke oder so) sucht und für uns blockiert. Das geht ganz gut.

    Zöllner wollen die Papiere sehen, ich hab noch nie erlebt, das sie einen Hund anfassen wollen. ;) Keine Bange, sofern man keinen wild tobenden Hund mit gespitzten Zähnen im Auto hat - solange braucht man nichts zu fürchten. Ich war im Frühjahr mit meinen beiden in Dänemark, uns ist nichts passiert, keiner kam uns komisch oder hat uns schräg angesehen. Man kann ganz beruhigt an Rastplätzen halten, ein wenig Gassi gehen und Picknicken. Da sitzt schon keiner im Gebüsch und fängt einen weg.

    Sundri

    Moin,

    bis so ein Hund bei einem wirklich angekommen ist, vergeht gut ein halbes Jahr und manchmal mehr.... Ich hab auch einen, bereits erwachsenen Hund aus dem Tierschutz, der ist mir hier in meiner Wohnung viele Wochen hinterher gelaufen..... im Dezember (Ende Oktober kam er zu uns) ist er das erste Mal - von sich aus - aus der Küche gegangen und hat sich auf einen Platz im Wohnzimmer gelegt.

    Allerdings, ins Bad hab ich ihn nie mitgenommen. Er hatte aber ganz fix raus, das ich da immer reingeh und wieder raus komme, Bad war ungefährlich. ;) Ich hab ihn in der Wohnung immer hinter mir her laufen lassen, weil er unsicher war, er hat mehrfach sein zu Hause verloren - wsa soll die arme Seele denn denken? Er hat mit dem nachlaufen dannganz von allein aufgehört - mit allein lassen hab ich das gedanklich nie verbunden.

    Lass Dir Zeit..... lass ihn Deinen Alltag erleben und Dir folgen. Nimm ihn mit, falls das möglich ist. Ich mein mit 13 ist so ein großer Hund auch wirklich schon etwas älter, braucht mehr Zeit, Du sprichst von verwirrt?

    Allein hab ich Lucas erst jetzt wirklich gelassen, vorher war immer noch unser Ersthund da oder eine meiner Töchter; das hat er nie geschätzt, er weint einen Moment, aber dann legt er sich hin und wartet....... Eine Box würde ich nicht empfehlen, klar, Du kannst es ausprobieren - meine Hunde aber fürchten sich vor Boxen, damit wurden sie her geflogen, die sind "gefährlich". Was aber geht, ist anbinden, auch mal am Korb. Kein Dauerzustand, bei Lucas nie - bei Diego früher durchaus mal.

    Pinkeln? Nach dem Fressen einfach raus gehen. Vielleicht hat er (und das ist ein Zeichen, das er ankommt), die ersten Jahre im Zwinger verbracht und durfte nach dem Fressen raus? Kann sein, dass das einfach drin ist und nun langsam die Spannung fällt und er bei Dir ankommt.

    Sundri

    Ja, das Hauptargument ist "weil sie so schick sind" und weil sie, machen wir uns doch nichts vor, etwas Besonderes sind - das Rennpferd des kleinen Mannes sozusagen..... was richtig Geiles kann man sich nicht leisten, weder Villa noch Rennwagen noch Yacht, aber ein Hund - kann das eben doch ein bisschen toppen.

    Prestigedenken oder "das Besondere" mögen, aber ohne es jemals für sich zu reflektieren. Ich find meine Hunde sind ganz etwas Besonderes - ich käme aber nicht auf die Idee sie zu vermehren sondern betrachte jeden, den ich finde, als Geschenk. Aber wie sagt mein Schwiegersohn? Nen Mix von der Straße, ach da gibt`s ja viel zu viele. Aha.... nen Mix hat jeder?! Und da ist es auch schon wieder - Prestige!

    Und warum junge Hunde - die leben länger, da hab ich länger was davon, da lohnt sich die Beschäftigung, der Weg, eine Ausbildung..... Menschen sind pragmatisch und denken schlicht. Jung = lange. Alte Hunde muss man sich auch leisten wollen, wenn ich so sehe, was mein Malik in seinen letzten Jahren für Aufmerksamkeit, Fürsorge und auch Geld benötigt hat? Das geben doch viele lieber aus, wenn ihnen der Hund lange Zeit ein Gefährte gewesen ist.

    Zudem gehört ne ordentliche Portion "nichtwissen" dazu, alte Hunde lernen nicht mehr.... ich möchte wetten, dass das bei vielen der Grund ist, einen jungen Hund zu nehmen. Oder aber sie wünschen sich einen Hund mit möglichst wenig schlechten Erfahrungen und glauben, der junge Hund hat da weniger mitgemacht. Mich schockt es wirklich immer wieder, wieviele Leut`s sich einen Hund holen und dann nicht wissen, was sie da haben und schlimmer, nicht erfassen, woher die Probleme kommen.

    Beispiel, ehemalige Geschäftsfreunde aus alter Zeit, reisten in die Türkei (vor 20 Jahren etwa) und kamen mit einem kleinen wuscheligen Welpchen wieder, den sie einem Hirten abgeschwatzt hatten. Der Hirte wollte diesen Hund nicht verkaufen, man erzählte immer stolz, wieviel man dem alten Mann geboten hatte - soviel - das er nicht nein sagen konnte - man kann eben alles kaufen. Je begehrter es ist, desto unbedingter will man es haben. Ihr ahnt es schon? Der Hund war lieb, pflegeleicht und toll,bis er - so um den 2. Geburtstag, erwachsen wurde und plötzlich das tat, was er in der Türkei hätte tun sollen, Haus und Hof bewachen, sobald es dunkel w ar - kam keiner mehr rein oder raus..... wie überaus überraschend und so unerwartet. Da musste das arme Ding natürlich ins Tierheim, geht ja gar nicht..... ich hab mich so aufgeregt - ich bin jetzt noch ärgerlich. :mute: Ausbilden, Trainer, Arbeit? Also nö...... Menschen gibt`s - die sollte es nicht geben.

    Sundri