Moin,
als erstes heißt es bitte "ein" Wachtel - ist ja kein Vogel, sondern ein Hund. 
Es gibt Grenzsituationen, in denen Starkzwang durchaus nötig werden kann... Down in sehr viel befahrenen Revieren kann lebensrettend sein und muss einfach gut trainiert sein und werden. Für mich greifen sehr viele Ausbilder viel zu schnell zu solchen Mitteln... Jagdhundeausbildung ist sehr zeitaufwändig und dauert im Schnitt, wenn man dem Hund Zeit zum Reifen gibt (und da hapert es auch schon oft) 3 Jahre mit Prüfungen.... 3 Jahre intensiven Lernens, das dauert manchen einfach zu lang.
Fertig ausgebidete Hunde sind meist, mit allen Prüfungen, zwei Jahre alt - da feht, meiner Ansicht nach, wirklich Reife und Zeit samt Erfahrung. Und ich glaube wenigsten, das in den zwei Jahren kein Starkzwang eingesetzt worden ist. Solchen Hunden fehlen einfach Lernerfahrungen die anders antrainiert werden.
Zwangsapport jedoch halte ich für absolut überflüssig, auch diese miesen Tricks, das versteckte Schleppwild fort zu nehmen, den Hund ohne Wild von der Schleppe kommen zu lassen (ist ja weg...) und ihn dann zusammen zu scheißen, während irgendwer im Hintergrund das Wild wieder hinlegt, halte ich für Grundfalsch. Hab ich nie gemacht und mich geweigert..... mein Hund soll mir Vertrauen und wissen, wenn ich ihm schicke - dann ist da auch was. Zudem, der riecht ja den Menschen am Wild.... Schmarrn.
Malik war sehr bringtreu ohne solchen Druck, der brachte später öfter tot aufgefundenes Wild, auch wenn ich das nicht immer toll fand.
Sicherer Apport bedeutet einfach fundierte Ausbildung, langsames aufbauen über viele kleine Trainingsschritte, lieber einen Schritt zurück als zu schnell vor. Man unterschätze in Ausbildungsgruppen unter hauptsächlich Männern bitte nie den Wettbewerbsgedanken, der da nicht hingehört und die Prahlerei.... "Meiner!" Stille Gründe für miese Tricks.
Da wird nicht nur mit Holz gearbeitet oder Wild, dazwischen kommen unterschiedliche Felle, halb gefüllte Wasserflaschen (Wild ist nicht statisch), rohe Eier für Beißer, Apportieren im Fuß, Tauben (wichtig, weil sie so federn), kaltes Schleppwild..... und noch viele kleine Dinge mehr, auch Gewicht wird auftrainiert, ein 4 Kg Hase oder ein 6 kg Fuchs erfordert Training und Muskulatur. Und dazwischen immer wieder Dinge, die nichts mit der Jagd zu tun haben, ein gut ausgebildter Hund apportiert einfach alles! Der sucht auch "Verloren" und findet Schlüssel wieder oder sonst was.
Apportiertische müssen kein Zwang bedeuten, auch hier kommt es darauf an, wie man den Hund dort ran führt. Ich habs auch erlebt, das Hunde fröhlich auf den Tisch springen und begeistert üben.... ohne festgebunden zu sein, ich selbst bevorzuge eine Ausbildung im Revier an vielen Orten mit anderen Hunden unter Alltagsbedingungen anstelle künstlicher Orte wie einem Tisch. Ist aber für ältere Jäger auch eine Hilfe, Bücken entfällt.....
Und ja, hier werden auch andere Dinge wichtig, als beim freien Apportieren für den Beschäftigungssport. Geschossenes Federwild, das nur verletzt ist, stellt sich gern mal tod, apportiert der Hund nicht sicher, kann es vorkommen, das es entkommt und nachgesucht werden muss. Deshalb ist das sichere Halten und Ausgeben so wichtig, vor die Füße knallen ist nicht. So manche, sicher geschossene Ente geht da auf und davon und später elend ein.
Ob der Hund jetzt vorschriftsmässig sitzen und ausgeben muss (Prüfungsrelevant) kann man im Alltag hinterfragen.
Oft genug werden Ausbildungsfehler, falsche Belohnung oder auch Strafen zum falschen Zeitpunkt dazu führen, das der Hund eben nicht gut ausgebildet ist und dann greift man zu Korrekturen...... Stachelhalsungen machen auf Dauer hart, das stört ambitionierte Hunde nicht, die spannen die Muskulatur an und durch.... Ausbildungsfehler, gut eingesetzt und richtig auf den Punkt, macht man das exakt ein einziges Mal und dann nie wieder. Vielleicht, bei schlitzohrigen Hunden, ein weiteres Mal, aber dann sollte es das gewesen sein.
Oft genug sind Hunde nur ein Werkzeug in de Jagd, aber auch immer öfter geschätzte Familienhunde und -mitglieder. Zudem, richtig angewandt ist Starkzwang eine sehr einprägsame Lernerfahrung und kein Dauerzustand bzw. Alltag für den Hund. Und, wie gesagt, aus meiner Sicht oftmals auch nicht nötig.
Sundri