Ich mag eher Trainer, die was KÖNNEN - wenn wir schonmal bei diesem Thema sind ![]()
Ausstrahlung ist mir wumpe, kann sich mein Hund nix von kaufen. Aber naja, muss ja jeder selber wissen wo die Prioritäten liegen ...
Beiträge von Estandia
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Also unter Hetze versteh ICH was anderes.
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Bei einem Labrador ist "Distanzlosigkeit" einfach Teil des Zuchtziels. Die Jagdhunde sollen mit (vielen) anderen Hunden neben sich gut auskommen, deswegen auch die "Aggressionslosigkeit" - sie lieben alles und jeden. (Ausnahmen bestätigen die Regel) Deswegen tritt das Anspringen und Hinrennen so leicht und so oft auf - es ist ein billiges Verhalten für den Hund, dass er von sich aus gern tut, es ist also selbstbelohnend - egal ob es dir von ein strenges Nein gibt - der Hund würde IMMERNOCH GERN

Anstatt das Nicht hinrennen zu klickern - klicker das Sitzen. Ein Hund der sitzt kann einfach nicht springen. Wenn der Hund vor dem fremden Halter sitzt, kannst du ihn immernoch abrufen. Die Motivation überhaupt hinzurennen müsste aber sinken, denn die Belohnung wird nur noch bei dir erfolgen. Anspringen darf keinen Erfolg mehr haben. Die Belohnung bei dir MUSS auch einfach tausendmal besser sein - was nicht so schwer sein dürfte, bei nem Labrador, dessen Zuchtziel ausserdem "Leichfuttrigkeit" ist

Du MUSST den Hund einfach anleinen, um Fehlverhalten zu vermeiden. "Anspringen können" ist einüben von Fehlverhalten, umso schwerer wird es rauszubekommen. Jedes Mal wenn der Hund doch hinrennen und anspringen kann wird er variabel belohnt, das Verhalten wird immer schwieriger zu löschen sein. Natürlich kannst du den Hund auf Kommando loslaufen lassen, aber NICHT, wenn er einen Fremden Halter anspringen könnte. Die größte Ablenkung ist auch der größte Verstärker.
Im Grunde ist deine Aufgabe nur, Sitz gegen Anspringen zu tauschen. Ein Verhalten, dass nicht mehr belohnt wird, stirbt aus. Das ist einfach Lerntheorie. Es ist nur schwerer - weil der Hund bereits oft/immer wieder belohnt wird wenn er anspringt und es selber auch noch toll findet. Hinzu kommt deine Aufmerksamkeit, egal ob du nun böse oder nett reagierst. Ein Problem "umgeht" man nur, wenn man es deckelt anstatt es zu lösen. Gib dem Hund eine ordentliche Alternative und senke gleichzeitig die Motivation überhaupt hinzurennen.
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Du bekommst das, was du belohnst - und meistens ist es nicht das was du möchtest

Soll der Hund im Sitz bleiben, belohnst du IN dieser Position. Legt er sich hin, gibt es keine Belohnung, du fängst die Übung einfach neu an. Um "Sitzen bleiben" zu belohnen, verlängerst du einfach die Zeit, die der Hund in der Position verharren muss. Zeit STEIGERN, aber variabel belohnen. Also ein Hund, der für 5 Sekunden sitzen kann, belohne ich mal nach 2, mal nach 3 Sekunden, mal nach 6 Sekunden. Macht der Hund zuviele Fehler, sollte ich mein Training überdenken. Belohne nicht "um jeden Preis" oder weil due glaubst, der Hund würde gleich aufstehen. Es ist besser einmal ein gutes Sitz nicht zu belohnen, als falsches Verhalten zu belohnen und dieses dann wieder rausarbeiten zu müssen.
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Oder dass es um Einhörner und Luftschlösser und Paralleluniversen geht

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Dann gib den Leuten doch einfach keinen Grund, so dass sie meinen, sie müssten soetwas rufen. Überleg doch einfach, was für ein Bild DU in deiner Umwelt abgibst.
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Zitat
werde ich nicht wochenlang rumklickern und den Hund mit Leckerchen fett füttern!
Naja, RICHTIG sollte man's schon machen ...
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Adäquates, geplantes und abgesprochenes Training ist eben unspektakulär und leise

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Zitat
Was denkt ihr, kann man bei Härtefällen nur mit Härte arbeiten?
Nein - wenn es heisst, dass ich den Hund absichtlich so weit in eine Situation bringe, wo er aggressives Verhalten zeigt, dass ich dann (stark) aversiv einwirken muss, um ihm zu sagen "so nicht".Ich zitiere mal ein paar Zahlen von diesem Artikel
ZitatAlles anzeigenThe highest frequency of aggression occurred in response to aversive (or punishing) interventions, even when the intervention was indirect.
Hitting or kicking the dog (41% of owners reported aggression)
Growling at the dog (41%)
Forcing the dog to release an item from its mouth (38%)
“Alpha roll” (forcing the dog onto its back and holding it down) (31%)
“Dominance down” (forcing the dog onto its side) (29%)
Grabbing the jowls or scruff (26%)
Staring the dog down (staring at the dog until it looks away) (30%)
Spraying the dog with water pistol or spray bottle (20%)
Yelling “no” (15%)
Forced exposure (forcibly exposing the dog to a stimulus – such as tile floors, noise or people – that frightens the dog) (12%)
...
In contrast, non-aversive methods resulted in much lower frequency of aggressive responses:Training the dog to sit for everything it wants (only 2% of owners reported aggression)
Rewarding the dog for eye contact (2%)
Food exchange for an item in its mouth instead of forcing the item out (6%)
Rewarding the dog for “watch me” (0%)Es gibt einen schönen Spruch "Der Hund muss nicht einmal an der Leine gezogen haben, um zu wissen wie er ordentlich daran läuft." So halte ich es eben. Ich muss kein Fehlverhalten provozieren, um es "korrigieren" zu können. Ich lasse den Hund gewollt auslösen, lasse ihn Fehlverhalten praktizieren, er bekommt eins drauf in einer Situation, wo er sich eh schon scheisse fühlt und danach gibt's nen Keks, weil ich will ja "trotzdem" nett sein, und ihm sagen, dass "aufhören" richtig war ... kontraproduktiv. Geht auch anders. Meine Meinung. GERADE bei Härtefällen arbeite ich sensibler, versuche aggressives Verhalten so weit es geht zu verhindern und manage jede Situation. Parallel arbeite ich an den Gründen für dieses Verhalten. Für Hunde gibt es nunmal kein falsches Verhalten. Er zeigt Verhalten, dass sich lohnt. Und wenn er durch Gekläffe einen anderen HUnd verscheucht, wird er's wieder tun - egal wie "falsch" der Mensch das findet. Dass Millan's Therapien nicht fruchten sickert doch hier und da durch. Von daher verschwende ich keinen weiteren Gedanken an die Methoden dieses Mannes.
ZitatKennt ihr solche Fälle persönlich? Wie wird mit den Hunden trainiert?
Ja, einen. Und dieser Hund wurde über lange Zeit einfach unzureichend trainiert und kam immer und immer wieder in Situationen, wo er ungehindert alles umbomben konnte. Auch die "Strafe", die folgte, änderte nichts.Es gibt ein, wie ich finde,
, wie man mit reaktiven/aggressiven Hunden trainiert. -
Was machen denn "Wattebauschwerfer" in solchen Fällen?