Beiträge von Estandia

    Die jetzige Phase empfinde ich sehr wohl als Machtkampf und bin betroffen immer wieder, dass für einen Welpen nicht klar zu sein scheint, dass ich der Rudelführer bin.

    Für den Welpen wird es klar, wenn du dich als LEITperson kompetent und einschätzbar verhälst. "Rudelführer sein" wird meist über diverse Unsinns-Maßnahmen beschrieben, die den Hund einfach nur gängeln und klein halten sollen. Es gibt unter Hunden keinen "Rudelführer". Hunde leben in einem Sozialverband - aus einem solchen kommt der Welpe heraus - die Älteren haben automatisch eine Leitfunktion inne. Eine Gruppe führen heisst (an)leiten, beschützen, Sicherheit geben. Dann folgen einem die "Schwächeren" von allein. "Rudelführung" hat nichts mit einer Hackordnung zu tun und sollte in den seltensten Fällen in einen Machtkampf ausarten (womöglich ist das einfaches Überdrehen des Welpen durch Überforderung). Es verwirrt die Hunde, sie versuchen nur zu verstehen was vor sich geht und wenn dann keine HIlfe vom Halter kommt, sind sie gezwungen sich selbst zu helfen bzw. mitunter zu verteidigen. Versuche nicht alles auf einmal, der Welpe soll ankommen und sich einfinden, seinen Platz wird er freiwillig einnehmen, WENN er merkt und versteht, dass er genau an und in dieser Stelle sicher ist.

    Ich suche jetzt einen kompetenten Hundetrainer. Im Raum Hannover wird es schon jemand geben.

    :gut:


    Hoffe auf klärende Worte, da ich keine groben Fehler machen möchte. Bin echt verwirrt zurzeit :hilfe: .

    Dann lass doch bitte den Müll mit dem Rudelstellungsgedöns. Du verstehst schon normales Welpenverhalten nicht und willst nun die hohe dumme erfundene Kunst von Rudelstellungen erklärt haben und zur Problemlösung heranziehen. Es ist Humbug. Nicht mehr nicht weniger.

    Fange doch bitte an deinen NORMALEN WELPEN adäquat zu erziehen. BESCHÄFTIGE dich mit THEMA Hund. Erziehung und Training brauchen Zeit. Es gibt keine fixe Lösung, wenn so viel so schnell "ausprobiert" wird. Der Weg ist das Ziel.

    Steck dir Ziele und überlege dir wo du mit deinem Hund hinwillst - aber nicht zu Lasten seiner Entwicklung und Haltung.


    Finde ich echt spannend, die Frage. Ich arbeite ja fast gar nicht über Rückruf, also interessieren mich auch alternative "Lebensweisen", die letztlich aber auf dasselbe hinauslaufen. Ist euch das überhaupt wichtig, ein nahezu 100% "unter Kontrolle haben" im Freilauf (ob nun Rückrufbasiert oder anders)? Und ja, wie und wann habt ihr das erreicht? Liegt das mehr an euerm Training oder am Hund (ich frag das, weil in meinem Fall ist das mehr hundabhängig |) ). Habt ihr Hilfsmittel eingesetzt?


    Ich habe auch keinen expliziten Rückruf. Der Hund kennt seinen Namen und ein "Aufmerksamkeitssignal", das reicht mir, wenn es um "Abruf" oder eher das "Herausnehmen aus Situationen" bzw. "Mitnehmen" geht. Das funktioniert hier ausreichend. Angewendet wird es spärlich. Ich hab eher an einer "generellen Aufmerksamkeit bei mir" trainiert und einen expliziten Rückruf ausgelassen. Kommen, wenn ich will, tut der Hund. Hilfsmittel Futter, Interaktion, Spielzeug. Spaß eben. Keine Sanktionen oder sonstiges. Die Frage/Notwendigkeit stellte sich einfach nicht.

    Unter Kontrolle habe ich meinen Hund. Behaupte ich mal. Weniger über eine Reihe an Signalen als an Vorausschau, Rücksicht, Ruhe und Nachsicht. Er vertraut auf meine Einschätzung der Situationen und folgt, weil er will, nicht weil er muss.

    Ich stelle mir häufiger die Frage, was wäre bzw ist artgerechte Haltung für einen Hund? :???:
    Wie empfindet ihr das? Was ist richtig, was ist falsch? ODER was wäre in der heutigen Zeit noch artgerecht-machbar?

    Für mich bedeutet artgerecht - vielmehr individual-gerecht - dass es dem Hund bei mir gut geht. Bestmögliche Bedürfniserfüllung also.
    Er ist gesund, fit, verhält sich optimal in seiner Umwelt, KANN sich auf kurz- oder längerfristige Veränderungen einstellen und sich optimal anpassen... Unser Zusammenleben ist problemlos. Und damit das so bleibt, bilde ich mich beständig weiter. Das bin ich einem Lebewesen, dass ich mir aussuche und zu mir hole schuldig.


    Kooperation mit dem Menschen ist nur bedingt möglich.

    Kommt drauf an wie man den Hund HÄLT. Alle Herdenschutzhunde sind sensible, hochsoziale Individuen. Sie binden sich sehr stark an kompetente Halter. Nur weil sie "allein das Grundstück bewachen" (können) sollte man nicht gleich auf "bedingte Kooperation" schließen.

    Da blieb Yogi einfach völlig ruhig auf seinem Platz liegen und hat gar nichts gemacht. Darum ja auch meine Sorge, dass er sich nur bei Bezugspersonen so derart zeigt.Das erste Mal war es mein Vater, der ein Kind hochhob, gestern eine enge Freundin, beide haben viel auf Yogi aufgepasst bzw. tun es immer noch. Und daher auch meine große Sorge, was zukünftige eigene Kinder angeht.

    Darum trainiert man. Man gibt dem Hund klare Regeln VOR - die immer und überall bei jedem Menschen gelten. Darauf hoffen, dass er "bei diesen Menschen" nichts macht, weil "sonst" war es ja auch nicht so, ist einfach fahrlässig. Ein klar strukturiertes Training, evtl. schaut da eine Trainerin anfangs mit drauf, gibt euch und dem Hund Sicherheit. Wenn man's gut macht bekommt der Hund mit dem Training eine wunderbare Grundlage für richtiges Verhalten, da muss einem dann auch nicht mehr das Herz in den Hose rutschen, wenn aus Versehen eine Situation eintritt, in der der Hund auf jeden Fall früher geschnappt hätte.

    Weiterhin finde ich es einfach nur nervig durch den Wald zu rennen und ständig Krach zu machen oder den Hunden etwas zuzurufen.

    Ich habe andere Erziehungsmethoden als du genutzt und trotzdem "renne ich nicht durch den Wald und mache ständig Krach". Gibt ja zum Glück immernoch was dazwischen. Aber Extremisieren ist ja so ein willkommenes Stilmittel, wenn man gewisse Dinge schönreden will ...

    Der Hund war einfach mit der Situation überfordert und zeigte dies deutlich auf verschiedene Arten. Du hast richtig gehandelt, da es für alle Beteiligten kein Zustand war. Manche Hunde rücken erst mit Stress raus, wenn es nicht mehr anders geht. Das ist ja auch immer tagesformabhängig und nicht spontan "per se" beurteilbar.