Beiträge von Estandia

    Vorne weg: Ich finde auch, dass Abrufbarkeit bei Begegnung mit anderen Tieren wirklich sehr sehr schwierig ist. Ich würde auch den Ansatz mit der Schleppleine wählen und anfangs in großer Entfernung üben. Wenn es bei großer Entfernung klappt, den Radius sukzessive verkleinern.

    Ich bin eine klare Gegnerin dieses Ansatzes. Aus zwei Gründen: Erstens nutzt sich jede noch so tolle "Aktion", jedes noch so tolle Superleckerli irgendwann ab. Dann ist man gezwungen, eine Schippe drauf zu legen, und wieder, und wieder. Zweitens denke ich, dass es für einen "Ottonormal-Hundehalter" nicht machbar ist. Die Hunde, die ich kenne, für die wirklich der Halter ausnahmslos interessanter ist als jeder noch so starke Umweltreiz, sind Hunde die strukturiert gearbeitet werden und dafür auch entsprechend ausgebildet wurden.
    Ich bin der Meinung, dass gewisse Dinge einfach auf der Basis des Gehorsams funktionieren sollten. Gerade solche Kommandos wie der Rückruf oder ein Stopp. Diese Kommandos sind nämlich genau für solche Situationen da und müssen auch funktionieren, wenn da ein Kaninchen davon hoppelt.

    Was bedeutet bei dir "auf Basis des Gehorsams" und wie trainierst du sowas wenn bspw. ein Kaninchen viel interessanter ist als der Halter?

    Wenn ich das alles hier lese, wieso wird überhaupt ein so spezialisierter Hund in eine Umgebung gekauft, in der er überhaupt nicht gehört.

    Weil in unserer Gesellschaft die Nachfrage das Angebot bestimmt. Und das ruft allerhand windige Verkäufer auf den Plan, die alles an jeden verkaufen. Auch ein guter Züchter kann dem Interessenten letztendlich nur bis VOR den Kopf gucken. Viele Hunde werden mit den besten Absichten angeschafft - das "Problem" ist die Entwicklung an sich. Kaum jemand kann (für sich) problematische Tendenzen beim Welpen erkennen ... und dann kommt die Sache mit dem Übersehen und Ignorieren von Problemen hinzu. Wie weiter oben schon geschrieben wurde, muss man neurotisches/repetitives Verhalten auch als dieses erkennen.

    Ich hab nen BC in falschen Händen im Bekanntenkreis. Anschaffungsgrund "weil ich schwarz-weiße Hunde mag". Ich seh diesen Hund fast täglich seit 6 Jahren. Eine einzige Katastrophe.

    Hier wird gesagt, das Rammeln Stressabbau bedeutet. Ich weiss nicht wie das zustande kommt, aber bisher hat rammeln immer etwas mit dominanzverhalten zu tun gehabt.
    Das würde auch passen, da er immer nur deine Decke benutzt und nicht die deines Freundes, so sagtes du, der Hundehalter ist.

    Wenn dies ursächlich ist, würdest du das auch an anderen verhaltensweisen dir gegenüber sehen.

    Der dominiert doch die Decke ... :D

    Und nein ... rammeln ist Stressabbau. AUCH sexuell bedingt.

    Ich habe mal eine Frage an Alle, die ihren Hund erst in diesem Jahr bekommen haben (Oder eigentlich auch an Alle hier, denn irgendwann war es ja für jeden mit Hund das "erste Mal").
    Silvester ist ja nicht mehr so lange hin und ich stecke dick in der Zwickmühle. Gibt er hier Jemanden, der seinen Junghund an seinem ersten Silvester alleine gelassen hat? Ich habe das absolut nicht vor und ich frage mich, ob ich mich einfach zu sehr anstelle :ka:

    Ich hab das 10. Silvester mit Hund vor mir, der hat absolut keine angst und würde durchschlafen. Aber nie würde ich den alleine lassen. Nicht an dem Tag und der Nacht. Mir gehts einfach nur darum bei ihm zu sein (FALLS was ist, immerhin ist der auch schon 12) und den Ausklang und den Neubeginn MIT Hund "zu feiern".

    Ich möchte noch mal auf die scheuen Hunde eingehen, da es so hingestellt wird, das man nur genug zeit und liebe aufbringen muss, dann hat man einen tollen Hund.

    Es kommt auf die Prägephase an, ein Hund der gar nicht sozialisiert worden ist auf Menschen, hat sehr grosse Angst vor ihnen. Kauft man ihn jetzt und bringt zeit und Liebe auf, kann sich dieser Hund auf diesen Menschen konzentrieren und auch stark anlehnen. Aber er wird immer nur individuell Menschen trauen. Alle anderen Menschen machen ihm Angst. Es wird nie ein Hund werden, der gefestigt durch die Stadt läuft.

    Hatte ein Welpe Kontakt, aber nicht genug, hat er immer defizide. Wer solche Hunde kennt, fragt sich unwillkürlich, ob er nicht besser auf einen Bauernhof, so richtig weit ve om schuss, aufgehoben ist. Diese Tiere stehen draussen ständig unter Stress. Eben weil wir hier in Deutschland eine so hohe Bevölkerungsdichte haben.

    Also redet das Problem bitte nicht schön, diese Hunde kann nur jemand nehmen, der Ahnung hat, andere Hunde im Haus hat.
    Für jemanden, der einen Hund haben möchte, zum spazieren gehen, vielleicht ein wenig Hundesport usw. ---- dafür eignet sich so ein Hund nicht.

    Jeder Hund bringt einen genetischen Rahmen mit - innerhalb dieses Rahmens kann sich der Hund aufgrund der Genetik und der Lernerfahrungen komplett individuell entwickeln. Gibt durchaus Hunde mit einem beschissenen Start ins Leben, die aber dennoch Defizite hervorragend überstehen. Andersrum genauso. Pauschalität tut keinem Hund gut.

    Ich habe keine Ahnung in wieweit das mit dem Sofa Blödsinn ist, denn in vielen Büchern steht, dass es bei Wölfen so ist, dass es bestimmte gute "Plätze" gibt, wo immer die Alphatiere sind und wo die niedrigeren Rudeltiere nichts zu suchen haben, so lange die Alphas da sind. Ist das falsch? Unsere Kleine muss doch an eindeutigen Dingen signalisiert bekommen, wo sie im Rudel steht, gerade auch weil wir ja 2 kleine Kinder haben(6 und 10), die im Moment in der Zahnungsphase "Freiwild" für sie sind.

    Gute Plätze gibt es zweifelsfrei :D Da darf aber jeder liegen, dem dieser Platz situativ wichtig ist. Vergleiche zwischen Hunden und Wölfen sind nur bedingt sinnvoll, vieles ist widerlegt, es sind zwei verschiedene Arten, es gibt genug Wissen über Hunde, da muss man nicht auch noch gucken, wie es denn bei den Wölfen ist/war. Wenn dein Hund wo liegt wo er nicht soll, etabliere ein Verhalten - zB ins Körbchen gehen - dass der Hund FREUDIG stattdessen ausführt. Bring deinem Hund einfach bei, was er genau tun soll. Hunde, die die Wahl haben und erst raten müssen was gewünscht ist können schnell die "falsche" Entscheidung treffen. So schafft man sich evtl mehr Baustellen als man wollte.

    Alphas sind eigentlich LEITtiere. Leiten tut man durch Einschätzbarkeit, klare und faire Regeln, Souveränität und auch mal Nachsicht. Nicht durch Druck und Unterdrückung. Ziel sollte sein, dass einem der Hund folgen will nicht weil er muss.