Beiträge von Estandia

    Schlechte Erfahrungen sind besser als keine, das darf man nicht vergessen. So ein Exemplar habe ich hier sitzen. Im häuslichen Umfeld ist er ein ganz normaler Hund, aber z.B. das Fahrräder keine Hunde fressen wird er niemals lernen, trotz Training. Jeder Hund ist anders, die meisten meiner Pflegehunde waren offen und freundlich, trotz das sie bisher wenig gekannt haben. Aber es gab auch die die im Tierheim völlig unauffällig waren und die hier in Deutschland anfangs total überfordert waren.

    Find ich etwas widersprüchlich. Einerseits sagst du, schlechte Erfahrungen sind besser als keine, andererseits waren deine Hunde offen und freundlich trotz wenig Erfahrung...

    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass keine Erfahrungen wesentlich besser sind als schlechte. Verhalten, das auf schlechten Erlebnissen basiert ist viel schwerer zu ändern.
    Mein Hund kannte auch nur sehr wenig, reagierte aber viel "seichter" und suchte förmlich nach Anleitung. Eine Unsicherheit, wie man sich verhalten soll find ich leichter zu beeinflussen als eine "festgelegte Meinung".

    Wusstest du es den aus den Beschreibungen, das er scheu ist oder nicht kinderlieb?


    Nein. Mit Menschen fanden damals keine Tests statt. Die Hunde wurden von der Straße weggefangen und kamen dann ins Auffanglager, wo sie damals mit bis zu 60 Tieren in großen Gehegen eben erstmal "aufgefangen" wurden. Es war damals nicht möglich überhaupt triftige Aussagen zum Verhalten zu machen, denn sowas wie persönliche Betreuung oder Gassigänge gab es nicht.
    Ich bin erstmal per se davon ausgegangen, dass der Hund nicht viel Menschenkontakt bisher gehabt hatte. Was das genau heißt und dass der Hund noch nie einen Halter vorher gehabt hatte kam dann halt mit der Zeit hier zum Vorschein.
    Die Scheu legte sich nach etwa einem halben Jahr, jetzt kann man ihn einfach nur noch als "reserviert" bezeichnen. Kinder ab so 13, 14 sind kein Problem, alles drunter findet er einfach schwer einschätzbar und will nix mit ihnen zu tun haben. Man achtet im Alltag automatisch drauf wenn man das erstmal weiß. Dass er mit Kindern nichts anfangen kann ist für uns kein Problem, bei uns gibt es keine Kinder in der Familie.

    Ich hab auf manchen Internetseiten gesehen, dass die Tiere ALLE super kinderlieb sind usw. und genauso was macht mich skeptisch.

    Und das ist gut so!

    Hinterfrage ruhig die Beschreibungen. Klick dich durch das ZergPortal.
    Manchmal finden sich Leute, die ihren eigenen Hund aus diversen Gründen abgeben müssen und nach einem neuen Halter suchen.

    Ich hab meinen Hund auch aus dem Auslandstierschutz. Die Beschreibungen damals waren spärlich, haben aber zu der dortigen Situation (reine Auffangsstation in Ungarn) gepasst. Der Hund brachte "nur" typische Defizite mit: eher scheu und ängstlich, schlecht sozialisiert, unsicher im Verhalten, Selbstversorger ... sowas halt :D
    Mir war das bewusst und ich habe mich drauf eingerichtet ein "Problempaket" zu bekommen. Ich hab mich rechtzeitig um Hilfe und Anleitung gekümmert und so lief das alles sehr entspannt ab. Der "Sprung ins kalte Wasser" war für mich die beste Entscheidung und ich glaub dem Hund geht es bei uns auch ganz gut xD
    Ich muss aber auch sagen, dass der Hund für mich damals nicht viele Anforderungen erfüllen musste. Aber eines ist unser Hund sicherlich nicht, kinderlieb. Daran hat sich auch nach mittlerweile 11 Jahren nichts geändert.

    Hallo =)

    Wenn du den Hund vorher nicht begutachten kannst, kaufst du eigentlich immer "die Katze im Sack" :D
    Auch die beste Orga kann nur beschreiben, was sie vor Ort in den Ländern sieht, wie sich die Hunde dort geben und mit der aktuellen Situation umgehen.
    Das kann sich komplett von dem unterscheiden, was der Hund bei dir leisten müsste. Manchmal macht es keinen Unterschied, manchmal ist es ein Kulturschock, den der Hund nicht verarbeiten kann...

    Wenn du dich dabei nicht wohl fühlst, sieh dich doch nach Pflegestellen in deiner Nähe um.

    Wer sagt denn das beides nicht geht ?
    Man kann auch positiv trainieren und seine Regeln durchsetzen, man kann sein Hund auch positiv abbrechen wenn es klappt und wenn nicht gibt es immer noch andere Wege .
    Es muss halt zum Halter und Hund passen ,das darf man nicht vergessen.

    Ich glaub, das ist genau das woran es (noch) hapert. Man kann so positiv sein wollen wie es nur geht, aber man muss das dann eben auch bis zu Ende denken UND handeln. Bis dahin macht man halt nur "irgendwas", dem Hund ist damit nicht wirklich geholfen...