Beiträge von Estandia

    Die Einteilung in Stadien bei Verhalten ist übrigens nix, was ich erfunden habe (schön wär's), sondern, was man als Trainer, wenn man in der Verhaltenstherapie arbeitet, lernt. Dabei unterteilt man Verhalten in verschiedene Stadien. Es fängt damit an, dass der Hund das Verhalten auf einen konkreten und richtigen Auslöser hin zeigt. (Beim Buddeln könnte das bedeuten, dass der Hund die Maus hat ins Loch flitzen sehen.) Der Hund zeigt das Verhalten in einem normalen Maß, wenn er nach kurzer Zeit, wenn er die Maus erwischt hat oder die Sinnlosigkeit des weiteren Buddelns erkennt, wieder abbricht.
    Das nächste Stadium wäre, dass der Hund das Verhalten auf den richtigen Reiz hin zeigt, aber übermäßig lange buddelt, letztendlich aber selber wieder das Ende findet. Dann gibt es das Stadium, dass der Hund das Verhalten auf alle möglichen Auslöser hin zeigt, wieder abbricht. Oder auf alle möglichen Auslöser hin, etwas länger braucht, abbricht, Oder eben auf alle möglichen Auslöser hin und nicht mehr selber abbrechen kann. Desweiteren unterscheidet man, ob der Hund generell selbst das Ende finden kann oder von seinem Mensch durch einfache Ansprache nachhaltig davon abgebracht werden kann. (Ohne, dass der Mensch den Hund dauernd wieder ansprechen muss, damit das so bleibt.) Dann das Stadium, wo der Hund nicht mehr abbrechbar ist.


    Das und noch mehr übrigens gut beschrieben in diesem Buch:

    Ich glaube das ist auch so ein Beschwichtigungsverhalten, weil sie sich vllt. unwohl dabei fühlt; sie vllt dazu gar keine Lust hat oder so.
    Mich würde mal ein Bild interessieren. Könntest du da mal eins machen?

    Ja ein Bild oder Video könnte da helfen :smile:

    Manche Hunde finden das frontale Zurückkommen und nähern/drüberbeugen wegen Keks geben leicht bedrohlich.

    Ich habe schon den Eindruck, dass nur wenige hier mit Hunden dieser Art wirklich schon zu tun hatten. Ja, Pöbler, Schnapper, Beißer wird wohl jeder kennen, das ist aber einfach was Anderes als ein Hund, der Menschen schwer verletzt hat und es immer wieder tun würde. Das ist doch nur ein kleiner Teil der Hundepopulation hierzulande, und ganz erhrlich: die wenigsten Hundehalter kennen solche Hunde, allenfalls haben sie mal einen gesehen.
    Frau Bokr schafft es offenbar immer wieder, auch solche Hunde wieder "verkehrstauglich" zu machen. Vermittelt werden die ja nicht an Ottonormalhundehalter, sondern an erfahrene Leute, die zum einen den Hund entsprechend sichern und führen, zum anderen jederzeit Rücksprache halten können mit Frau Bokr. Das finde ich sehr gut. Auch wenn ich persönlich keinen Hund aus der HHF übernehmen wollen würde, auch nicht dürfte nach den geltenden Maßgaben. Dazu passt einfach mein gesamtes Leben überhaupt nicht.

    Aber wofür sind dann diese wirklich gefährlichen Hunde dann die "Rechtfertigung"? Für die (Über)Belastung? Frau Bokr schafft es jene wieder zurechtzubiegen, also geht der Rest - der ja nicht so optimal läuft - doch in Ordnung?
    Hier im DF gibt es doch offensichtlich so einige HH mit problematischen Hunden, nur stehen die nicht "gesammelt im Fokus".

    Es ist doch völlig egal, ob jemand einen jungen oder alten Hund übernehmen will und völlig individuell und das sollte auch jedem frei gestellt werden ohne einen anklagenden Ton anzuschlagen.

    Genau so.


    Und wie bereits erwähnt, so einfach ist das in deutschen Tierheimen nicht. Wir haben auch 5 Monate gesucht, den Radius immer mehr erweitert, waren in Tierheimen, haben die entsprechenden Seiten durchgestöbert,... und nichts. Es war einfach kein Hund für uns dabei, weil viele eben Baustellen hatten, die für uns inakzeptabel gewesen wären.

    So war es hier auch. Ich hab 6 Monate lang versucht hier in D einen Hund zu finden, der halbwegs gepasst hätte. Und ich hatte damals die Zeit wirklich täglich nach Hunden zu suchen :D
    Ich musste zwangsläufig im Ausland schauen, wollte das erst gar nicht und bin dann aber doch über meinen Schatten und ins kalte Wasser gesprungen.