Vorab, ich verstehe absolut, dass ihr am durchdrehen seit und das das ständige bellen euch in den Wahnsinn treibt, zumal ihr Nachbarn habt, weshalb ihr natürlich unter einem besondern Druck steht.
Woher sollte er das kennen? Aus dem Tierheim? Wo die Tierpfleger kaum Zeit habe?
Das ist normal, dass er sich unauffällig verhalten hat. Er war verunsichert durch die neue Umgebung, kennt euch nicht und weiß nicht wie ihm geschieht :) .
So nervig es auch ist, so normal ist es auch. Er ist - wie ich schon schrie verunsichert und offensichtlich sehr empfänglich für die Reize die er durch die Bodenhohen Fenster mitbekommt.
Das was ihr bisher gemacht habt, hat ihn im Endeffekt total verunsichert, denn ihr könnt ja nix wirklich lange und konsequent gemacht haben, denn dazu ist es zuviel. D.h. er hat an euch bis dato überhaupt keine Orientierung, denn ihr zieht ja ständig eine neue Überraschung aus dem Stiefel. Im Zweifelsfall hält ihr euch für ein bissel hysterisch.
ignorieren --> so ein Verhalten kann man nicht ignorieren, weil es selbstbelohnend ist, weshalb der Hund aus dem ignorieren gar nix lernt
wegziehen --> vom Grundsatz her gar nicht falsch ... wegziehen, aus sagen, Leine dran, auf die Leine stellen und abwarten bis der Hund sich beruhigt hat wäre sinnvoll gewesen
aus sagen und wenn er ruhig ist mit Leckerlie belohnen --> kann zur Verhaltenskette führen .. Hund bellt, ihr sagt aus, Hund ist ruhig bekommt Leckerchen, bellt, ihr sagt aus, ist ruhig, bekommt Leckerchen .. mit ein bissel Pech lernt er genau diese Kette.
ablenken --> kann man machen, er lernt dadurch aber nix
raum wechseln und er läuft wieder zurück --> Raum wechseln ist super. Das er zurück läuft liegt an Euch ... im Zweifelsfall macht eine Hausleine dran (kurze Leine ohne Metallringe von ca. 1 Meter die der Hund bis auf weiteres immer trägt, wenn ihr anwesend seit, wenn nicht dann abmachen), damit ihr euch ruhig durchsetzen könnt
dominieren --> totaler Blödsinn (sorry
)
Wie dominiert ihr den Hund denn?
danebenstehen und beruhigen --> damit gebt ihr ihm höchstens eine Rückmeldung, dass sein bellen super ist
Aufmerksamkeitsheischendes bellen kann man durchaus ignorieren. Wie lange ignoriert ihr? Das muss man, wenn man es macht konsequent durchziehen, d.h. man schaut den Hund dann auch nicht an. Nur der ruhige Hund bekommt Aufmerksamkeit.
Allerdings kann es auch sein, dass ihr ihn total verunsichert, dann wäre die Motivation eine andere aber das kann man aus der Entfernung schlecht sagen.
Warum bitte gähnt ihr? Soll das son Beschwichtigungsgedöns aus Calming Signals sein? Ihr seit Menschen, benehmt euch auch so. Hunde sind durchaus in der Lage zu lernen, wie wir uns verhalten, da braucht man nicht gähnen.
Spricht wieder für einen unsicheren Hund, den ihr im Zweifelsfall noch weiter verunsichert mit eurem hin und her.
Viele Hunde nervt die Leine. Wenn er reinbeißt, fest nein sagen, Leine fallen lassen und drauftreten, dann ist der Spaß für den Hund vorbei. Meist ist das Leinebeißen nur solange interessant, wie der Hundehalter sie in der Hand hat.
Und wenn die Halter daran noch rumzerren und reißen.
Es ist ein junger Hund und im Zweifelsfall hat ihm noch niemand gelehrt, dass es auch sowas wie "Ruhe" gibt. Muss er lernen, kann er lernen.
Auch normal für sein Alter. Verbieten und ihm etwas von seinem Spielzeug geben, damit er lernt was er nicht darf und was er stattdessen nehmen kann.
Schade das er viel zu früh kastriert wurde, dass begünstigt natürlich, dass er lange im Junghundeverhalten hängen bleibt. Das aufreiten verbieten.
Das kann auch schon ein Zeichen für Stress ein.
Wahrscheinlich solltet er ihm eher vermitteln was Ruhe ist.
Stock und Ball zu werfen verblödet einen Hund auch eher als das es ihn auslastet. Macht eher was in Richtung geistiger Beschäftigung. 15 Minuten Schnüffelspiele stengen einen Hund mehr an als 2 Stunden rumrennen.
Ich habe das Gefühl ihr seit sehr unerfahren, deswegen würde ich euch raten, dass ihr euch einen Hundetrainer sucht der zu euch nach Hause kommt und sich das mal anschaut. Es ist schwer die Gesamtsituation aus der Entfernung zu beurteilen aber mir scheint ihr seit überfordert und macht aus diesem Grund viel falsch.
Meine Einschätzung ist, dass der junge Mann momentan etwas überfordert mit der Vermittlung ist, er ist aus der ihm bekannten Situation rausgerissen worden und befindet sich nun in einer fremden Umgebung mit Menschen die ihm zum aktuellen keine Sicherheit und Orientierung geben können.
Ich denke er empfindet euch als irgendwelche Fremden die ihn verunsichern und überfordern, weil sie nicht wissen was sie tun, weshalb sich das ganze verschlimmert.
Es fehlt einfach noch die Bindung zu euch und ihr seit zu fixiert auf Erziehung und laßt ihn nicht ankommen.
Er braucht Ruhe und Konsequenz und jemanden an dem er sich orientieren und auf den der sich verlassen kann.
Das Bellen ist nur ein Zeichen seiner Unsicherheit. Macht die Hausleine dran, wenn er bellt, dann geht ihr zum Fenster, schaut raus, sagt "alles in Ordnung" und wenn er weiterbellt, dann sagt ihr "Schluss", nehmt ihn ruhig an der Leine und führt ihn in einen anderen Raum, wo er zur Ruhe kommen kann. Im Zweifelsfall hinsetzen und auf die Leine treten und ihn nicht mehr beachten bis er zur Ruhe gekommen ist. Das mit viel Geduld und Konsequenz, dann wird das auch aber das geht nicht an einem oder in zwei Tagen.
Aber ich würde dringend zu einem Hundetrainer raten der zu euch kommt!