Beiträge von Maxzimmer

    Wirklich gutes (Muskel-)Fleisch ist in Barfläden schwierig. Im Grunde logisch.

    Meine Strategie bei Online-Bestellungen Fleisch in Stücken, wenn preislich halbwegs ok. Dazu eben Mixe zur Preisbalance.

    Und sonst im Menschenhandel - runtergesetzen Gulasch und ähnliches. Ist meistens noch ein zwei Tage haltbar, aber preislich dann auf Barfniveau.

    Ich habe auch einen Deal mit meinem Hof-Fleischer. Da bekomme ich Knochen und Reste günstig, wenn ich passend drauf zu komme. Die Menge ist leider begrenzt, aber da waren die Tiere "glücklich".

    Mit der Salzgabe wäre ich ganz vorsichtig.

    Bei mir gibt es kein Extrasalz weil,
    in den meisten Lebensmitteln und vor allem Industrieleckerlies Salz drinne ist.

    Max bekommt regelmäßig Käse, Wurst, Gehacktesklößchen aus unseren Beständen, andere Reste vom Essen, seltener Brot. Immer nur in kleinen Mengen, aber das rechnet sich zusammen. Viele Barfer verwenden solche Sachen ja auch beim Üben oder Training.

    Die "Nebenbei-Sachen" werden gerne vergessen bei der mgr genauen Berechnung:)

    Da muß jeder seine Futtergewohnheiten überdenken und dann entscheiden, ob wirklich noch zusätzlich Salz erforderlich ist.

    Persönlich finde ich auch "gebundene" Inhaltsstoffe immer natürlicher als eine Prise irgendwas über das Futter. Also lieber immer etwas Salz an das Gemüsewasser usw. Aber das ist wieder eher meine Vorliebe.

    Ok. Zeit.

    Zuerst; nach den hier angelegten Maßstäben füttere ich meinen Hund nicht ordentlich und bin vor allem kein ordentlicher „Barfer“. Ich orientiere mich einfach an meiner eigenen Ernährung. Nicht hinsichtlich der Zusammensetzung sondern der Bedeutung in meinem Alltag.

    Ich bemühe mich uns nach den aktuellen Erkenntnissen gesund und ausgewogen zu ernähren. Das bedeutet nach Verfügbarkeit, regional und saisonal und möglichst Bio vor allem in Hinsicht Tierschutz. Das ist ein großer Kompromiss zwischen Wollen, Verfügbarkeit und Budget und vor allem ist es nicht das Wichtigste im Leben. Das heißt es muss auch mal schnell und unkompliziert gehen. Und Spaß wie Eis, Schokolade, Alkohol, Südfrüchte mal Pizza und McD ist auch dabei. In dem Sinne ist ein durch designter Futterplan für uns undenkbar.

    Konkret bedeutet das: Ich bestelle alle 4-6 Wochen beim Barf-händler Frischfleisch. Ich achte darauf, dass es verschiedene Fleischsorten (Tier und Teil also Fettgehalt….) möglichst in Stücken sind, dazu je 1 Kg Fisch, Pansen/Blättermagen, Leber, Innereien und Herz und Knochen. Wie das konkret aussieht ist eine Frage des Angebotes und der Finanzierbarkeit.

    Dazu kaufe ich im „Menschenhandel“ was ich für richtig halte, also wenn Fisch oder Beinscheibe in guter Qualität günstig zu bekommen ist, nehme ich das mit.
    Das Ganze wird dann im Laufe von 4-6 Wochen abwechslungsreich verfüttert. Dazu kommen Kohlenhydrate gekocht (also Nudeln, Reis, Kartoffeln) und Gemüse. Das gibt es in den seltensten Fällen extra für den Hund. Wenn es also bei uns Blumenkohl und Kartoffeln gibt, bekommt der Hund davon einen Anteil. Danach eben Reis und Möhren, Erbsen usw.
    Genauso ist es mit dem Obst. Wenn Äpfel oder Bananen da sind, werden sie mit reingerieben…. Dazu kommen Gurke, Salat, Ei, Öl, Bierhefe, Gelatine, Hüttenkäse, Jogurt ……. und auch ein-, zweimal im Monat eine Büchse oder Essensreste.

    Mengenmäßig orientiere ich mich sehr grob an 2% des Körpergewichtes ( 600-700gr.) und etwa 1/3 – 50% „Zutaten“ der Rest tierisches. Das sieht aber eben von Tag zu Tag verschieden aus.

    Das führt dazu, dass der Hund nicht jeden Tag alle Nährstoffe bekommt und auch hin und wieder mal zu fett ernährt oder einfach kalorienmäßig über- /unterversorgt ist. Auch im Wochenmaßstab gibt es da das eine oder andere Defizit oder Zuviel. Ich betrachte - wie beim Menschen auch - eher längere Zeitabläufe, unterschiedliche Tagesabläufe und auch Vorlieben.

    Für mich und den Hund (Exterieur, Verhalten und Gesundheitscheck) ist das vernünftig, macht Freude, ist händel- und finanzierbar.

    Ich habe lange darüber nachgedacht, gelesen, mich beraten lassen und auch gezweifelt.
    Ich habe einen Hund, den ich aus schlechter Haltung und mit daher chronischen Beschwerden übernommen habe. Also weder einen Wolf noch einen genormten 20 Kg Laborhund mit exaktem Tagesablauf.

    Wie es nun jeder für sich und seinen Hund hält, ist mir ehrlich gesagt ziemlich egal.

    ABER ich halte es für verwerflich zu sagen, ein Hund, den ich überhaupt nicht kenne muß x gr rohe Leber am Montag und x gr rohe Leber am Donnerstag bekommen usw..
    Und nur so ist es richtig, weil XY es in seinem Buch so geschrieben hat oder YZ es im Labor an einem bedauernswerten Geschöpf ausgetestet hat.

    Und das ist die einzige Motivation für meine Beiträge und diesen rekordverdächtig langen Text:)

    Man ich bin tief beeindruckt. Ganz ehrlich.

    Wenn ich später Zeit habe, schreibe ich gerne auf, was und wie ich füttere, aber ich kann da natürlich nicht mithalten.

    WEIL und das macht mir den Tag echt fröhlich:

    In dem Plan z.B. Vitamine - von denen gar nicht sicher nachgewiesen ist, ob und wieviel der Hund benötigt - in (mikro!) gr berechnet werden.
    Und dann steht drüber der schöne Satz, dass die Werte natürlich schwanken können:)

    Ich meine das überhaupt nicht ironisch. Ich bin sogar zu doof, hier das Zeichen für Mikro zu finden. Und klar sieht man Vitamine nicht und kann sie nicht mit der Küchenwaage abmessen. Aber genauso wenig weiß ich eben, wieviel oder wenig in dem was ich füttere tatsächlich drinne ist. Wenn man es so genau nimmt, ist man wohl nur mit synthetisch hergestellten Produkten auf der sicheren Seite.

    Da scheiden sich dann wahrscheinlich echt die Geister.
    Ich käme im Traum nicht auf die Idee meinem Hund 50gr. Putenhals zu geben. Der bekommt einmal die Woche einen ganzen (wie geschlachtet) und am nächsten Tag dann eben was anderes.
    Ich glaube, weder das eine ist falsch noch das andere, aber das ist dann eben wirklich Äpfel mit Birnen vergleichen.

    Zitat "Ich glaube, BARF lässt sich durchaus auch nach der ursprünglichen Definition leben. Orientierung am Beutetier. Das ist ja nicht so schwer."

    Doch, ich denke, das ist verdammt schwer. Wenn Du magst, guck Dir mal ein frisch geschlachtetes Nutztier an, was da alles dazu gehört. Wenn der viel zitierte Wolf Glück hat, frißt er es im Ganzen mit Haut und Haaren. Im Normalfall muß er teilen und frißt Aas, wo also diverse Zersetzungsprozesse stattgefunden haben. Er trinkt aus Pfützen und natürlichen Gewässern - hinsichtlich Mineralien und Mikroorganismen eine ganz andere Welt als das Leitungswasser im Napf.
    Das das alles kommt bei uns so nicht in die Futterschüssel.

    Wir fangen an mit Einzelkomponenten zu basteln. Da ein bißchen Calzium, da ein bißchen Salz, etwas Bierhefe für tolles Fell usw.. Die Werte dafür wurden, für die meisten Hundehalter nicht nachvollziehbar, in irgendeinem Labor unter Versuchsbedingungen ermittelt. Zusammenhänge und Wechselwirkungen unter Alltagsbedingungen bleiben völlig unbeachtet.

    Da käme jeder anständige Wolf aus dem Lachen nicht mehr raus. Zumal ich keinen Wolf zu Hause habe, sondern einen Boxer.

    Bitte nicht falsch verstehen, nichts gegen Barf und diejenigen, die ausschließlich so füttern. Angefangen habe ich auch so, sogar mit einem Fertigmix und ich bin überzeugt, dass man einem Hund hinsichtlich der Fütterung wesentlich schlimmeres antun kann.

    Aber dieses dogmatische so und nur so ist es richtig und die anderen sind alle doof und keine ordentlichen "Barfer", hat durchaus sektenhafte Züge.

    Ach je ein prophetischer Tierarzt.

    Klar kann es eine Getreideallergie sein, aber auch sonst eine Erkrankung oder Allergie gegen andere Sachen.

    Da kommt Ihr dann mit der Umstellung auf Barf und vor allem einen Fertigmix nicht weiter.

    Ich kann Dir keine Fütterempfehlung geben - meiner Meinung nach hier auch kein anderer.
    Such dir einen Tierarzt, der die Ursachen genau abklärt und dann auch hinsichtlich der Fütterung berät.

    Es kann ja dennoch Barf sein, bin ich sogar sehr dafür:) aber eben nicht so blind drauflos.

    Das Ganze wäre so nicht meine Wahl, aber wende Dich doch mal an den Anbieter mit Deiner Frage.

    Der sollte genau wissen, was drinne ist in seinem Mix und Dir dann auch eine Mengenempfehlung geben können.

    Woher wißt Ihr denn, dass es eine Getreideallergie ist?
    Gerade bei einem Welpen mit offenbar gesundheitlichen Problemen würde ich mich unbedingt von einem Tierarzt beraten lassen.

    Das heißt nicht zwangsläufig, dass ich das dann wirklich so machen würde. Aber einen Rat einholen auf alle Fälle.

    Dann muß man doch voraussetzen, wenn man Hinweise gibt, das jeder Anfänger sich genau über diese Unterschiede in der Herangehensweise informiert hat.
    Eigentlich weiß derjenige dann schon mehr als viele TÄ und viele Menschen über ihre eigene Ernährung.

    So jemand muß sich nicht mehr als Anfänger bezeichnen und fragt hier wahrscheinlich auch nicht.

    Nach dieser reinen Lehre bekommen auch viele Anfänger und vor allem deren Hunde ein Problem mit Obst und Gemüse.
    Im besten Fall, weil es nicht gefressen wird, im schlimmsten Fall, weil es nicht vertragen und im Rohzustand für den Hund nicht verwertbar ist.
    Am Beutetier gemessen findet man im Innereren der Beutetiere auch eher Gräser, Kräuter und eben die Urformen des Getreides als kultivierte Gemüsesorten.

    Barf nach der ursprünglichen Definition läßt sich kaum leben. Daher lohnt es schon, auch einem "Anfänger" zu helfen, ein wenig über den Tellerrand zu schauen.
    Die 10000 Jahr genetischer Entwicklung lasse ich hier mal bewußt weg.

    Aber, liebe Fragestellerin, so schlimm ist das alles nicht!!!!
    Guck doch mal hier im Forum, was die Leute ihren Hunden tatsächlich füttern. Es gibt ja verschiedene Beiträge, wo das genau beschrieben ist. Da bekommt man schon eine sehr gute Vorstellung von dem was in der Praxis geht und auch was nicht. Man kann auch aus fremden Fehlern lernen.

    Und ein wenig herumprobieren muß man sowieso, da jeder Hund anders ist und auch nicht jeder Fütterer alles in immer gleichbleibender Qualität beschaffen kann.

    Der Punkt ist doch eigentlich, dass es DEN Futterplan nicht gibt.

    Wer seinem Hund das Futter zusammenstellt, übernimmt die Verantwortung. Hoffentlich.

    Klar kann man sich hier oder anderswo Tipps oder Anregungen holen. Aber doch nicht die alleinige Wahrheit - die gibts ja nirgends und zu überhaupt keinem Thema.

    Also ist es geradezu folgerichtig, dass hier der eine mehr Birnen im Futter gut findet und der andere mehr Äpfel. Wahrscheinlich haben sogar beide ein bißchen recht:)

    Und zu den auch hier wieder um die Wette zitierten Bedarfswerten; die Erkenntnisse hinsichtlich der Ernährung ändern sich alle paar Jahre und verkehren sich zum Teil ins Gegenteil. Also wäre ich da sehr vorsichtig.

    Ich habe auch noch niemanden gesehen, der sein von wo auch immer bezogenes Fleisch analysieren läßt hinsichtlich Protein oder Fettgehalt.

    In dem Sinne stehe ich Samojana näher, die auf Tücken oder nach ihrem Erachten falsche Zusammenstellungen hinweist, als den Leuten die sagen:
    "So und so viel Gramm oder Prozent sind genau richtig für einen Hund den sie gesehen haben."