Beiträge von Brazzi

    Ich persönlich habe bei einem Hund, mit dem ich zur Zeit arbeite und der ein ganz ähnliches Problem mit Menschen hat wie deine, gute Erfolge mit einer Kombination aus Strenge und "Schönfüttern" erziehlt.
    Ich wollte ursprünglich aussließlich auf positive Verstärkung setzen, allerdings hat sich der gute Herr am Anfang schon bei der Sichtung von Menschen am anderen Ende der Straße so aufgepuscht, dass du im die beste Fleischwurst vor die Nase halten konntest, ohne das er sie überhaupt war genommen hätte.
    Irgendwann ist mir dann aus Verzweiflung (es kamen von 3 Seiten Leute, und der Hund gebärdete sich wie ein Irrer) mal der Kragen geplatzt, und es gab ein verbales Donnerwetter.... und siehe da - ich hatte von da an die Aufmerksamkeit des Hundes wenn Menschen kamen und konnte ihn mittels Leckerli vor der Nase ohne Terror an Menschen vorbei lotsen.
    Es gab seit dem für jedes Fixieren oder gar murren erst ein ruhiges, wenn nötig auch ein scharfes "nein" (eventuell mit einer Kertwende) und für jedes mir Zuwenden ein Stück Fleischwurst.
    Inzwischen gehen wir mit lockerer Leine (und auch offline) völlig enspannt an jedweden menschlichen Wesen vorbei, selbst unverhofft von hinten überholende Jogger oder Fahrradfahrer sind keinerlei Problem mehr.

    Nun ist dein Hund ein anderer als der von mir erwähnte (bei dem das Bellen über die Zeit nämlich keine wirkliche Angst mehr war, sondern eine aus der Unsicherheit geborene Marotte, die sich durch den Erfolg "Ich belle = gruseliger Mensch verschwindet", immer mehr verstärkt hatte), daher ist das natürlich nicht 1 zu 1 auf deine zu übertragen.
    Ich wollte damit auch nur andeuten, dass weder die eine, noch die andere Methode ganz falsch sein müssen, sondern dass man sie auch mit einander kombinieren kann. Richtiges zu bestärken und falsches zu korrigieren schließen sich nicht aus.
    Die Wurfleine ist allerdings meines Erachtens maximal zum "Wachrütteln" aus festgefahrenen Situationen zu gebrauchen (ähnlich meinem lautstarken verbalen Ausraster). Ansonsten würde ich bei einem sensiblen Hund maximal verbal korrigieren. Strafen - und das ist das Werfen der Leine mit der Absicht des Zurechtweisens des Hundes - müssen wirklich punktgenau sitzen, um keine Fehlverknüpfungen auszulösen. Diese bilden sich durch positive Strafen leider sehr schnell, weil es in der Natur eventuell lebenswichtig ist einen Fehler, der unangenehme Konsequenzen hat, kein zweites Mal zu machen.
    Außerdem ist bei einer Korrektur oder Strafe unabdingbar, dass du dem Hund eine Ersatzhandlung anbietest (hier das dich anschauen), sonst ist eine Fehlverknüpfung à la "Mensch kommt - es gibt ein Donnerwetter - also sind Menschen furchtbar" fast vorprogrammiert.

    Hilfreich könnte auch sein, dass du deine Handlungsweise ritualisierst, um dem Hund Sicherheit zu geben.
    z.B.: Mensch kommt - du rufst den Hund zu dir - setzt ihn mit dem Rücken zum fremden Menschen ab - lässt den Menschen passieren, während der Hund ein Stück Fleischwurst hypnotisiert. Auch hier würde ich ein unerwünschtes Verhalten (zu Mensch umgucken) mit "Nein" korrigieren oder den Fokus mit "schau" auf dich umlenken.
    Genrell wichtig ist auch, das du selber Ruhe (meint hier vor allem Selbstsicherheit) ausstrahlst - du musst dem Hund vermitteln, dass du die Situation völlig unter deiner Kontrolle hat, so dass er nicht meint, er müsse die für ihn beängstigende Situation selber klähren. Den Hund spüren zu lassen, dass du bernzlige Situationen meisterst
    Außerdem - beginne nicht mit dem Vorbeilaufen. Das direkte Aufeinanderzugehen ist für Hunde eine starke Provokation, mit der sie erst umzugehen lernen müssen.
    Klappt das Sitzen einwandfrei (und damit meine ich: der Hund schaut sich zuverlässig nicht mehr nach fremden Menschen um) übe an Menschen vorbei zu gehen - möglichst dort, wo du einen Bogen um die Leute machen kannst. Diesen Bogen kannst du dann immer enger werden lassen, bis du auf gradem Weg an den Menschen vorbei gehen kannst.
    Ich wünsche dir in jedem Fall viel Erfolg bei deinem Training. :smile:

    Ganz ehrlich? Ich spiele ja schon wieder mit dem Gedanken... aber leider hat meine Zicke da ja nun auch noch ein Wörtchen mit zureden. Und die mag numal nicht jeden Hund. Wenn ich mal einen Zweithund bekommen sollte, muss Skadi ihn von Anfang lieben (nicht nur akzeptieren), sonst wär mir der Stress für beide zu groß.
    Normalerweise, würde ich das ja einfach "testen", aber grade mit diesem arme Kerl, der schon so rumgereicht wurde, sollte man wohl keine Experimente machen.... außerdem ist fraglich, ob die das Tier in meine Winzwohnung vermitteln würden :/

    Zitat

    Frühstück: 1 Toastie :D mit Bergkäse und Schinken

    :gut:

    Heute hatte ich:
    2 Brötchen mit Gouda, Gurke, Salat und Tomate
    1 Stück Dinkel-Käsesahneschnitte, 1 halber Mohnstrietzel
    1 Hähnchenschnitzel mit Broccoli und Sauce Hollandaise