Beiträge von Brazzi

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    Da der Husky ja immernoch Bestandteil der Diskussion ist, frage ich euch mal:

    Was hätte ihr an seiner Stelle getan? Hättet ihr euch beissen lassen?

    Würd mich jetzt nur mal so interessieren.....


    Mir gehts jetzt nicht darum, dass die Situation ja hätte vermieden werden können. Sondern einfach um die Tatsache: Hund dreht durch und beisst.


    Ich hätte den Hund ganz sicher nicht beißen lassen, sondern einen Maulkorb draufgepackt, um sicher und ruhig mit ihm trainieren zu können. Wie das im einzelnen ausgesehen hätte, kann ich nicht sagen, dazu fehlen mir schlicht und einfach die Hintergrundinformationen. Aber ich hätte ihn ganz sicher nicht bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt.

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    Ok, also ich habe mir sehr viel Zeit genommen bevor wir so vorgegangen sind, das beschrieb ich ja schon, hast Du vielleicht überlesen.

    Nein, ich habe es nicht überlesen. Aber ich habe weder gesehen, was du alles mit deinem Sohn im Vorfeld unternommen hast, noch wie Geduldig du warst, noch wie dein Sohn sich verhalten hat. Daher kann ich dir nicht sagen, wie ich es gemacht hätte. So wie du allerdings höchstwahrscheinlich nicht.
    Das ist hier aber auch nicht das Thema, hier geht es um Milan und nicht darum, wie man Kinder behandelt/behandeln würde.

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    Und wer sagt, dass sich Josh's Besitzerin nicht auch sehr viel Zeit genommen hat?
    Vielleicht hat sie es auch nicht, aber wir können halt Beides nicht ausschliessen.

    Vielleicht ist es ein Manko dieser Produktionen, dass da zu wenig Vorher gezeigt wird und ob nachgefragt wurde, was man vorher alles schon versucht hat und ob es wirklich der letzte Weg ist. Und was die Konsequenz wäre wenn nichts fruchtet und er nicht diese Methoden anwenden würde. Vielleicht ist es ja in vielen Fällen das letzte Mittel. Wir wissen halt viel zu wenig.

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    In der Tat kann man das nicht mit Sicherheit sagen. Aber es kommt nunmal so rüber, wie es rüber kommt. Außerdem Milan erklärt doch vorher der Dame, dass der Hund von ihr falsch behandelt wird, und daher in eine dominante Rolle gezwängt wird, mit der er, als unsicherer Hund völlig überfodert ist... unter anderen wurde sogar angedeutet, das der Hund noch nicht mal regelmäßig gassi geführt wurde, oder hab ich das falsch verstanden?
    Wenn sie den Hund vorher artgerecht behandelt hätte, hätt er das alles doch nicht erklähren müssen?
    Und ich bin mir sicher, das der Hund mit sanften Methoden, artgerechter Behandlung und vor allem klaren Regln im Haushalt hätte therapiert werden könne, ohne, dass man ihn in eine derart stressige und vor allem gefährliche!! Situation hätte bringen müssen.


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    Schimpft mich blauäugig, aber ich bin immer bereit, an gute Absichten zu glauben. Und an einen Trainer, der vorher alles Andere ausgeschlossen hat, bevor er zu solchen Massnahmen greift.

    Ja, das mag das Problem solcher Sendungen sein, aber warum kann man dann - wenn ein sanfteres Training im Vorfeld wirklich erfolgt ist (was ich, wie ich oben schon schrieb allerdings aus verschieden Gründen bezweifele), selbiges nicht kurz erwähnen, und sagen, dass das alles nicht gefruchtet hat? So KANN man nur davon ausgehen, dass das die ersten Maßnahmen sind...
    Und jetzt erklähr mir doch mal, warum man Boomer, den Retriever aus dem gleichen Film, mit einer Nylonschlaufe drangsalieren muss? Der Hund war schlicht nicht ausgelastet - weder körperlich noch geistig - und kein Härtefall.

    Da können wir durchaus anderer Meinung sein, aber ich würde auch ein Kind nicht, wie von dir beschrieben, zum Fiseur schleifen.
    Denn Haare schneiden ist für mich (auch beim Hund) kein sooo dringendes Problem, dass ich mir nicht Zeit nehmen könnte, das ruhig anzugehen und an den Ursachen des Problem zu arbeiten.

    Dieser Hund in dem Video hat Panik (CM sagt es selbst) und ihn auf diese brutale Art fest zu halten, das ganze seelenruhig (nicht falsch verstehen, die Ruhe, die CM so an den Tag legt, finde ich generell eine seiner wenigen positiven Seiten), sogar lächelnd zu kommentieren und vor allem, wie selbstzufrieden er dabei für mich rüber kommt, ist mir einfach nicht sympatisch. Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass er das Gefühl, das kleine "Monster" gebändigt zu haben, nicht ganz unangenehm findet. Ähnlich geht es mir bei der Szene mit dem strangulierten Husky.
    Das ist in der Tat mein persönlicher Eindruck und mag keine Tatsache sein, aber ich habe ihn nunmal, und andere anscheined auch.
    Nochmal: Ich bin niemand, der sich völlig gegen aversive Methoden ausspricht - aber bitte immer als letztes Mittel, nicht so generalisiert, nicht bei jedem Hund, und vor allem nicht in Fällen, wo die Mittel in keinerlei adequaten Relation zum Problem stehen.

    bungee:
    Ganz sicher gibt es die. Aber dafür müsste man den Besitzern verklickern, dass sie sich bzw. ihr Verhalten maßgeblich zu ändern hätten. Und das ist in vielen Fällen bestimmt schwieriger, als den Willen eines Hunde zu brechen...

    Murmelchen:
    Ich hab die anderen Videos nicht gesehen (und werde mir stark überlegen, ob ich es tue...das Gefühl, was sich da eben in mir breit gemacht hat, war alles andere als angenehm), und kann mir deswegen darüber kein Urteil erlauben.

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    Josh bekommt garantiert noch die Augen ausgestochen mit dieser Schere. Warum nimmt er sich nicht einen Großpudel für so ne Aktion? Da hätte Cesar aber alt ausgesehen.


    Auf Grund deiner Aussage bin ich nun doch neugierig geworden und hab mir den Rest doch noch angeschaut, und jetzt ist mir ganz flau im Magen.... :|
    Ehrlich - wie kann man einen (auch noch extrem unsicheren) Hund so behandeln? Ich bin echt fassungslos...
    Zumal CM wieder das Richtige erkennt: Ja, der Hund wird durch unsachgemäße Behandlung in eine dominate Rolle gezwängt, und ja, er ist ein wirklich unsicherer Hund, der mit dieser Rolle massiv überfordert ist und deswegen nach vorne geht... er gibt sogar zu, dass der Hund Panik hat!! - zwingt ihm aber trotzdem seinen Willen auf. Warum macht man sowas? :sad2:
    Für mich völlig unverständlich und ich bin geneigt mich denjenigen anzuschließen, die bei CM sadistische Züge erkennen.

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    ihr solltet den Ton schon anlassen, weil es schon wichtig ist, was er den Haltern rät !!!!

    im Falle von Josh: mehr Beschäftigung, mehr Bewegung. Er sagte, dass dieser Hund eigentlich die falschen Besitzer hat. Das wäre eigentlich ein Hund für Jäger oder Farmer.

    Wenn mein Englisch ausreichte, hat er das über Boomer gesagt, nicht über Josh... :???:

    Ich hab mir das jetzt angesehen, und ich fand es erschreckend, wie Boomer zum Schluß ausgesehen hat - völlig verunsichert und resignierend. Wie der da neben ihm her geschlurcht ist - furchtbar. Ist aber auch kein Wunder, bei der Behandlung.
    Diesen Ausdruck möchte ich bei meinem Hund nicht sehen - vor allem nicht wegen solcher Lapalien. Sehe ich sowas (meine ist sensibel und reagiert sehr schnell mit so einem Ausdruck) ist das für mich ein absolutes Alarmsignal, dass ich sie grade völlig überfordere und sie nicht weiß, was sie machen soll.
    Ich habe grundsätzlich kein Problem damit mal körperlich zu werden (z.B. wenn es nötig ist einen aufdringlichen Junghund zu blocken), in bestimmten Situition aversiv einzuwirken (dann aber bitte IMMER unter Anbieten eines Alternantivverhaltens) und auch nicht damit bei einem Hund ein kurzzeitiges!! Beschwichtigen auszulösen (beispielsweise durch einen Anraunzer) - aber bewusst einen solchen anhaltenden Ausdruck von Unwohlsein beim Hund hervorzurufen kommt für mich nicht in Frage.
    Mir stellt sich vor allem auch immer wieder die Frage der Verhältnismäßigkeit. Es ist ja schön, dass CM auch mit massiv agressiven Hunden arbeitet - aber der hier gehörte ja nun definitiv nicht dazu. Das war ein einfacher, bedauernswert unausgelasteter Hund, der völlig harmlos war. Da muss man nun wirklich keine Gewalt oder Verunsicherung einsetzen.

    Ich hab mir den zweiten Teil dann nicht mehr weiter angeschaut. Die paar Szenen im Vorspann haben mir grereicht, um nicht sehen zu wollen, was er mit Josh angestellt hat...

    Sicher - CM sagt vieles, was richtig ist.
    Dass der Hund (Boomer) mehr ausgelastet werden müsste z.B. und ganz am Anfang, dass er ignoriert werden müsse, wenn er auch nur ansatzweise aufdreht.
    Ganz wunderbar, dass wär auch meine Einschätzung.
    Warum also mit einem Bändchen an seinem Hals rumzucken?
    Irgendjemand hat das hier, glaub ich, schonmal geschriiben: Er erklährt wirklich vieles, was wirklich stimmt, wartet dann aber mit Methoden auf, die so gar nicht zu seinem Erzählten passen wollen, und schießt zudem in den allermeisten Fällen mit Kanonen auf Spatzen.

    Nein, ich werd kein Freund von ihm. Wahres sagen auch andere Leute, die nicht so viel unnötig aversiv vorgehen...

    Oh ja.. die tollen Sat1-Reportagen...ich hab mich damals dermaßen da drüber aufgeregt... :dead: ...heute find ich, dass sie selbst das Aufregen nicht wert sind....

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    Brazzi:
    Naja ich hatte auch bei so einem Trainer von Hundewelten angerufen. Er hat mir dann gesagt, dass er seine Ausbildung zu einem Hundetrainer dort innerhalb von 2 Wochen gemacht hat. Das fand ich ziemlich wenig, sodass ich mich mit diesem Trainer gar nicht weiter befasst habe. Es ist also sicherlich nicht sonderlich erfolgreich, wenn man dort so eine Schnell-Ausbildung macht.

    Naja... DU informierst dich ja auch, und reflektierst vor allem. Viele Leute tun aber nicht. Von daher schätze ich schon, dass sich der ein oder andere mit so einem "Trainer" einlässt, zumal diese ja das Blaue vom Himmel herunter versprechen. Und wenn ihre Methoden dann nicht binnen der kurzen Zeit, die angesetzt worden ist, fruchten, ist der Hund halt nicht therapierbar.... :roll:

    "Wir haben somit alles was sie brauchen...was wir nicht haben, brauchen sie auch nicht!"

    Quelle:
    http://www.hundewelten.de/download/Erziehungsirrtuemer.pdf
    Seite 33 ganz oben


    Das sagt doch schon alles aus, oder?
    Wer es nötig hat so arrogant daher zu reden, und die alleinseeligmachende Wahrheit für sich gepachtet hat, kann in meinen Augen nicht seriös sein.

    TuttiFrutti:
    Dass es von dem Verein so viele gibt, mag daran liegen, dass man bei Hundewelten in drei Tagen :o0: Problemhundberater werden kann (bilde dir selbst ein Urteil darüber, wie seriös und fundiert sowas sein kann)....das reitzt sicher viele. Warum sollte man sich auch bemühen eine lange, arbeitsintensive Ausbildung zu abslovierenm wenn es so einfache Wege gibt? :verzweifelt:
    Wir haben ein Problem: Die Bezeichung "Hundetrainer" (ebenso wie "Hundepsychologe") ist nicht geschützt und ist bisher kei anerkannter Ausbildungsberuf, mit wirklich aussagekräftigen Zertifikaten. Somit kann jeder in Deutschland sich Hundetrainer nennen und solche sogar ausbilden.....von daher ist es - grade für Hundeneulinge - schwer, die Spreu vom Weizen zu trennen.
    Wer aber ein wenig Hundeverstand hat, und sich auch nur in den Grundlagen des Verhaltens von Hunden ein wenig auskennt, sollte eigentlich erkennen können, wie wenig fundiertes Wissen - ja, wie viel Falsches den Hundeweltenmethoden zu Grunde liegen.