verena, wieso arbeitet ein hund für lau, wenn er kein leckerlie bekommt?
die arbeit an sich kann so lohnend gestaltet sein, dass es einen hund mitreißt. wenn du einen teamsport betreibst lässt du dir das auch nicht bezahlen. wenn du mit frank einen tanzkurs besuchen würdest, wäre die bezahlung das gemeinsame erlebnis, im gegenteil ihr müsst ja noch bezahlen.
deswegen hab ich zweifel an hundesportarten, die dem hund an sich nicht gefallen und nur mit einer "bezahlung" sinn ergeben würden. aber genug OT, ich wollte euch mal den jetzigen stand berichten:
ich habe viel mehr ruhe in mein rudel reingebracht, wir laufen allgemein sehr entspannt, es sei wir geraten in situationen, die noch nicht unserem leistungsstand entsprechen (freilaufende hunde, hund am fahrrad usw.). ich beginne langsam wieder vorsichtig mit beiden zu laufen, erst einmal kurze runden, auf denen nicht zu viele reize lauern. wenn wir einen hund sehen bringe ich beide in die leinenführigkeit und wir gehen in schleifen drauf zu.
vor ein paar tagen gab es dann allerdings eine total beschissene situation: ich ging mit anouk, meinen freunden und deren hunden spazieren. eine dobihündin aus dem "rudel" ist ebenfalls leinenaggressiv und lief sehr weit vorne mit ihrer besitzerin, ich lief weiter hinten. auf einmal kam eine malimixhündin um die ecke geschossen, ohne leine und sichtlich verstimmt. über das dazugehörige frauchen lass ich mich jetzt mal nicht aus :zensur: . also malimixhündin ging mit bürste knurrenderweise, drohfixierend zum angriff auf die dobihündin über, die sich verständlicherweise total aufregte. anouk ging in diesem moment total in die leine, rastete absolut aus (ist ja klar, wenn ein hund aus unserer gruppe angegriffen wird). keine ahnung, was dann passierte, ich konzentrierte mich total auf meinen hund, der so extrem flippte, dass ich leider etwas ganz dummes tat, um sie runter zu bringen: ich drückte sie auf die seite, denn der hund lief ja immernoch frei und ich kann sie nur beschützen, wenn sie ruhig bleibt. im nachhinein tat mir das ganze total leid, ich hab echt scheiße reagiert.
hab dann abends noch einmal petra angerufen und mit ihr die sache durchgesprochen, versucht nach lösungen in situationen zu finden, die einfach noch nicht dem erziehungsstand meiner hunde entsprechen. wir arbeiten noch nicht in solchen reizlagen.
ich denke das nächste mal mach ich das, was sie mir geraten hat, hund so kurz wie möglich nehmen, auf keinen fall irgendwie weiter bedrängen, nicht anschauen, nicht ansprechen oder anschnauzen etc. und raus aus der situation. so souverän wie möglich.
abgesehen von diesem zwischenfall jedoch ist alles sehr schön mit beiden, es macht wieder richtig spaß entspannt spazieren zu gehen.
OT: noch einmal zum thema hundesport, es kann sein, dass einem eine trainerin zum aussetzen rät, weil die sportart den hund hochbringt. luca z.b. muss runterfahren, also bewegen wir uns draußen wie schildkröten...gaaaanz langsam und gemächlich. wir gehen nicht in hundegruppen spazieren und meiden hohe reizlagen bzw. angeln uns stück für stück hoch. würde ich jetzt mit ihm irgendeine schnelle sportart machen, würde er komplett durchknallen. es würde ihn schlicht unergreifend überforden. wir wollen mit mantrailing anfangen, aber erst, wenn er verstanden hat, wer die grenzen setzte. also erst, wenn unsere beziehung optimal ist.