Beiträge von Lucanouk

    Zitat

    Genauso muss aber dem Hund beigebracht werden, dass er definitiv nicht zu knurren hat wenn das Kind in die nähe vom Futter kommt.
    Irgendwann ist es nicht nur noch ein knurren!!

    genau, irgendwann ist es kein knurren mehr, sondern ein sofortiges beißen...nämlich dann, wenn man dem hund seine kommunikation verbietet.

    jeder hund ist anders: anouk hat mich niemals beim fressen angeknurrt, ihr kann ich eigentlich alles völlig problemlos abnehmen.

    bei luca musste ich das trainieren und das hat ein paar minuten gebraucht ;)

    er knurrte mich damals an, als ich zu nahe an ihm vorbeiging, während er ein rinderohr hatte.

    also sagte ich "ausspucken" (kannte er schon) und rief ihn ran. dann nahm ich sein rinderohr und gab es ihm mit einem "fein" und "guten appetit". durch diese übung kann ich mich mittlerweile neben ihn setzen beim futtern und ihn auch dabei überall anfassen. das mach ich ab und zu, damit er spürt, dass ich ihm nix wegnehme. aber ich lass ihn auch oft genug komplett alleine fressen.
    das jetzt aber auf andere personen und vor allen dingen kinder zu übertragen finde ich seeeeeeeehr gewagt! würde mir nie im traum einfallen!

    ich habe als kind gelernt, dass hunde beim fressen ihre ruhe haben sollen und das ich auch sonst nix am napf zu suchen hatte. ich habe gelernt, sie nicht zu bedrängen. damals bin ich der königspudeldame meiner oma hinterhergekrabbelt, unter einen tisch :schockiert: !
    naja, sie zwickte mich, ich hatte einen blauen fleck und meine großeltern sagten, dass ich eben besser aufpassen solle. fertig!

    heute stünde so ein vorfall in der BLÖD und die hündin hätte maulkorb- und leinenzwang.

    warum dürfen hunde nicht durch knurren ihren unmut kundtun? warum müssen kleine kinder einen hund beim fressen stören?
    warum ist es normal, dass sie sogar im schlaf gestört werden dürfen und nicht einmal distanz durch knurren einfordern dürfen?

    natürlich würd es nix ändern. aber man müsste seinen arbeitsweise anpassen. wenn es z.b. schwierigkeiten im generalisieren sind (ist bei meinem luca glaub ich manchmal der fall), muss der hund situationen einzeln und gezielt kennen lernen. hierbei muss beachtet werden, dass ein solcher hund in neuen situationen immer wieder so reagieren könnte, wie es beschrieben wurde.

    anni, genau das gleiche gilt aber auch im vpg: der beißarm ist kein objekt des körpers. es ist ein überzug, der auch als solcher erkennbar ist.

    allerdings finde ich den balljunkieeinwand auch sehr gut, denn das ist eine sache, über die ich mir große gedanken mache...diesen ganzen junkiedinger können hunde ja auch unglaublich aufputschen.
    ist es deswegen ligitim und o.k., weil es NUR auf dem hupla stattfindet?

    das ist aber schon bei menschen nicht so...ich arbeite teilweise mit kindern, die eine sehr schwere vergangenheit hatten und obwohl diese im babyalter in ine neue pflegefamilie kamen, merkst du einfach, dass ihre soziabilisierung nicht optimal verlaufen ist. in der ersten sozialisationsphase vernetzen sich sehr viele hirnzellen und die eindrücke, die hier entstehen sind prägend für mensch und tier, auch wenn wir uns selbst nicht mehr daran erinnern können.

    auch wenn die zwei jahre eine lange zeit darstellen, werden diese zwei jahre vom hund immer im wertesystem der erst-sozialisation gesehen. dies ist nun einmal das fundament, auf das alle anderen verhaltensweisen aufbauen.

    deshalb sind handaufzuchten auch nicht gerade einfach, wenn es um grenzsetzung u.ä. geht. denn grenzen lernen hunde im optimalfall als erstes von der mutter kennen. und genau diese mechanismen machen wir uns ja in unserer erziehung zunutze.
    ein hund, der das nicht von der mutter gelernt hat, wird schwierigkeiten haben zu generalisieren und das vielleicht sogar ein leben lang.

    wenn man sehr gut ist, schafft man es mit diesem lebenslangen handicap, der gestörten frühsozialisation, so umzugehen, dass der hund keine störungen zeigt.