Beiträge von Lucanouk

    naja linda, ich sag's mal so: ich halte einen hundeplatz generell nicht für geeignet, um hündisches sozialverhalten zu stärken bzw. in die positive richtung zu bringen.

    hat also nix mit diesem platz speziell zu tun, sondern allgemein mit so engen umzäunten gebieten.

    die hunde können sich nicht so aus dem weg gehen, wie bei einem spaziergang, die bindung zum halter wird nicht gestärkt (bei einem spaziergang, bei dem alle hunde den menschen folgen ist das viel günstiger). das konfliktpotential auf hundeplätzen ist meiner meinung nach riesig und absolut nicht zu unterschätzen.

    dann gibt es auf jedem unüberwachten hundespielplatz unendlich viele meinungen von: "jedes knurren muss unterbunden werden" bis "ach, lass die sich doch kloppen, die regeln das ganz allein."

    da natürlich kein trainer anwesend ist, gelingt es vielen hh nicht ihre hunde zu lesen und rechtzeitig abzurufen bzw. einzugreifen.

    hinzu kommt, dass verständlicherweise viele hunde auf dem platz sind, die draußen nicht abrufbar sind, damit sie laufen können.

    diese hunde bilden dann gerne auch mal wilde rudel, die jeden "eindringling" schon am tor abchecken - auch wenn dies vom verein nicht erwünscht ist. und in diesen hierarchien gewöhnen sich hunde ganz schnell unnötige oder auch gefährliche verhaltensweisen an.

    zusätzlich dazu gibt es immer wieder hh, die auf einem solchen platz mit bällen oder sogar mit futter werfen, um ihren hund inmitten der spielenden meute zu beschäftigen. in einzelfällen bringen sorglose eltern noch ihre kinder mit, die dann mit allen hunden gleichzeitig stöckchen spielen und dabei quer über den platz sausen.

    ich denke ein hundeplatz birgt viele gefahren u.a. für das sozialverhalten der hunde.
    es ist nicht natürlich für hunde mit zig anderen, teilweise fluktuierenden hunden an einem ort zu verweilen. natürlich wäre es, in bewegung zu bleiben und die umgebung zu erkunden.

    das sind so die allgemeinen gründe, die für mich gegen solche plätze sprechen.

    als persönliche gründe kommt noch die sozialverträglichkeit meiner hunde hinzu. ich war mit beiden früher leider viel zu oft auf diesem platz und trotz meiner bemühungen von anfang und der tatsache, dass ich immer in bewegung war, haben beide einige erfahrungen gemacht, die ihre sozialverträglichkeit stark herabgesetzt hat, obwohl sie ja bei luca von anfang an nicht so gegeben war. und ich meine damit nicht, dass meine hunde verkloppt wurden. im gegenteil: sie haben gelernt, schön miteinander auszuteilen.

    und anstatt immer wieder im höchsten reiz am verhalten der hunde zu arbeiten (was ja auch vollkommen unnötig ist), verließ ich den platz recht schnell.

    ich habe auf diesem platz viele tolle leute kennen gelernt und darüber bin ich wirklich sehr glücklich.

    ich könnte mir vorstellen, dass ein seltener besuch eines solchen platzes wieder o.k. ist, wenn der hund an sich gute nerven hat und super sozial ist.

    für mich kommt das nicht mehr in frage. ich finde gemeinsame durch wald und wiese viel sinnvoller.

    was ich aber toll finde auf diesem platz: es gibt einen kleinen eingezäunten platz auf dem man kontrolliertere bedingungen schaffen und wirklich trainieren kann. und auf dem bin ich im winter ab und zu. das finde ich super!!!!!

    Zitat

    Mir bleibt auch fast immer das Herz stehen, wenn ich völlig distanzlose Labradore ausgerechnet auf Arthos zustürmen sehe. Er hasst das und ich bin gefragt, denn leider haben die meisten Labradorhalter gar kein Gefühl...

    genauso geht es mir auch mit meinen hunden und distanzlosen hunden, gleich welcher art (gibt es ja auch oft bei pittis, staffys, golden retrievern und gerne mal boxern). anouk und luca finden das auch ziemlich blöde.

    gut, dass du es ansprichst. gerade durch die rassenvielfalt gibt teilweise auch noch sehr viele kommunikationsprobleme unter hunden. ich habe es schon seeehr oft erlebt, dass z.b. ein labbi oder auch der boxer absolut nicht verstehen konnte, was ihm der onkel gegenüber mit den starren augen und der hocherhobenen rute sagen wollte. naja, dann beschwichtigt der labbi eben noch wilder uns pringt seinem gegenüber noch mehr gegen den kopf. schäfi/kaukasi/malamuti wird schon merken, dass er ein ganz lieber ist. ein teufelskreis, aus dem beide hunde nicht so einfach rauskommen- hund A befriedigt sein bedürfnis nach besänftigung und anschluss, hund B markiert immer stärker seine individualdistanz.

    da muss es einfach knallen...

    hunderassen haben einfach sehr spezielle kommunikations- und spielformen entwickelt, die teilweise sehr stark voneiander abweichen. einige freuen sich über absolut jeden kontakt und andere sind schon rassemäßig absolute eigenbrödler.

    oder noch schlimmer: missverständnisse zwischen kastraten und intakten rüden...a lá..."du bist ja ne hübsche..merkwürdig, dass du immer dein bein hebst...."

    leider maßen sich viele menschen an, einem zu sagen, dass der eigene hund ja gar nix machen würde usw.

    hier ein bsp:

    lucas erster winter bei mir, er war ca. 20 monate alt. ich spiele gerade mit ihm im schnee, er sollte einen ball aus einem schneehaufen heraussuchen.

    auf einmal kommt ein hund (rottimix) brummelnd mit ball im maul herangeschossen. ich schnapp mir schnell meinen schon fixierenden hund und signalisiere dem anderen hh, dass er seinen hund zurückrufen solle. luca fixiert immernoch, wird steif, knurrt. ich werde ungehaltener, da der hh nicht reagiert und sage auch, dass es zwischen den beiden definitiv knallen würde. "ach, das glaub ich nicht" kommt nur zurück :???:

    erstens kennt er meinen hund nicht und zweitens ist ihm die körpersprache des eigenen hundes wohl komplett entgangen. mittlerweile sag ich gar nix mehr, sondern warte kurz, um dem gegenüber die chance zu geben mich zu sehen und zu reagieren. wenn dann nix passiert gehe ich weiter udn blocke den anderen hund ggf.

    ...und da sieht man wieder, dass man eigentlich auf bildern nix so richtig erkennen kann.

    hübsche hunde, aber ihren genauen ernährungszustand kann ich nicht komplett beurteilen. klar sind sie schlank im großen und ganzen, das sieht man. aber feinheiten wie bemuskelung, sehnigkeit etc. lassen sich per bild eigentlich nur bei sehr kurzhaarigen rassen beurteilen.

    ich denke, dass wirklich sehr gut sozialisierte hunde, die sich gut kennen sich natürlich auch mal eine verbale ansage machen können. das ist sehr wichtig und da würde ich auf keinen fall dazwischen gehen. wenn gut befreundete hunde oder meine hunde untereinander etwas klar zu stellen haben, beobachte ich das gut, aber ich mische mich nicht sofort ein, sondern erst wenn es erforderlich ist. das geht nur, wenn ich beide hunde einschätzen kann.

    gerade weil nur so die hunde lernen können, sich angemessen zu verhalten. wenn einer eine berichtigte ansage (z.b. beim aufreiten) nicht versteht oder die soziale erziehung der hunde gefährdet ist (z.b. hündin schickt den aufreitenden rüden nicht weg, sondern macht die beine breit) regel ich das schon.

    wenn anouk einen wuseligen welpen "schnauzengriffelt" lass ich das auf jeden fall zu. anders ist es bei luca, bei dem wird alles sehr schnell zum ernstkampf. anouk darf hündinnenmäßig herumzicken, wenn es gerechtfertig ist. sie darf aber nicht mobben. luca darf sich andere hunde durch körpersprache vom leib halten, allerdings muss ich schon hier sehr scharf beobachten und ggf. eingreifen, denn zwischen einem kurzen fixieren und draufstürzen liegen bei ihm sekunden. er darf aber niemanden schikanieren oder irgendwie die "stellung ausmachen". das würde er gerne mit absolut jedem hund, der uns begegnet machen.

    aber alles, was darüber hinaus geht wird von mir geregelt (gut, meine hunde sind im doppelpack, die regeln dinge ganz anders.) kloppen/mobben/bedrängen darf hier niemand.

    luca darf gar nix mit anderen hunden ausmachen, das geht schief und das weiß ich. bei hunden, die ein großes konfliktpotential mitbringen (unkastrierte rüden, freche prollis, angstbeißer, sehr statusbewusste hunde, welpen, sehr kleine hunde) wird das erste treffen mit vereinzeltem rudel geplant, eben nur luca und anouk. luca trägt bei solch ersten treffen erst einmal einen maulkorb und wir sprechen das ganze sehr gut ab.

    und da regeln wir halter das ganze, es geht sonst leider schief.

    ich denke, wieviel hunde untereinander regeln können hängt sehr stark vom temperament und von der reizschwelle, dem konfliktverhalten (ist der hund nur laut oder beißt er zu?) sowie vom aggressionspotential der einzelnen hunde ab. und das müssen hh einschätzen können und zwar beide. es nützt gar nix, wenn einer sagt, dass sein hund das ganz toll regeln könne, wenn es der andere gar nicht kann. die beißerei ist dann auch hier vorprogrammiert.

    kessy z.b. ist ein hund, der früher viele dinge alleine regeln konnte, trotz ihrer kleinen größe.
    die war eigentlich sehr souverän, nicht streitsüchtig, aber hat auch sehr klare und manchmal heftige ansagen gemacht.

    die einzige blutige beißerei, die ich mit ihr erlebt habe war auf einem reiterhof, als die sehr statusbewusste schäferhündin des hofes sie quer über das gelände gejagt hat. da nützte der kleinen kessy auch ihre souveränität gar nix. ich musste, obwohl ich damals noch ein kind war, eingreifen, denn mein hund flüchtete und hatte keine chance.

    ansonsten war sie super im welpen sozialisieren (sie war dabei auch manchmal sehr streng), rüden auf abstand halten und normal spielen. kleine raufereien gab es sicherlich, aber diese waren immer im rahmen und wirklich ungefährlich.

    dementsprechend locker und blauäugig bin ich dann an die dobidame herangegangen, die ich vor einigen jahren von nem reiterhof heruntergeholt hatte, es war eine notsituation und ich war eigentlich finanziell absolut nicht in der lage, einen eigenen hund zu halten.
    eine freundin rief mich damals an und erzählte mir von dem dobermann bei ihr auf dem hof, der jetzt sofort weg müsse usw.

    aber dieser hund sollte ins tierheim, war 66 cm hoch und 20 kg schwer und zudem vom verhalten her ein typischer schilddrüsendobi mit zwingerknall (damals definitiv ne nummer zu groß für mich, heute definitiv schaffbar)...ich nahm sie erst einmal mit, es war noch unklar, ob sie weitervermittelt werden sollte oder nicht. wichtig war erst einmal, dass sie von ihren besitzern weg war. doch mein damaliger tierarzt, der so schön auf dem land lebte, war hochinteressiert an ihr. sie ist auch nach drei wochen zu ihm gezogen und ist sehr glücklich dort. auch ich überlegte damals hin und her, ob das nicht ein besseres zu hause für den doch seeehr aufgedrehten hund war.

    ich lies sie recht bald zu fremden hunden, klappte auch erst ganz gut. was mir damals schon nicht auffiel war die tatsache, dass sie spiele ohne begrüßungsritual begann, sondern sofort dem anderen hinterjagde...bis sie dann nach zwei wochen einen kleinen hund einfach so in den rücken biss und ihn schüttelte, nicht mehr loslies.

    ich war ziemlich geschockt, denn so etwas hatte ich noch niemals erlebt.
    ich kannte nur soziale hunde, die natürlich nicht nur nett sind. ich hatte bei kessy niemals bedenken, selbst wenn sie einem großen rottweiler gesagt hatte, dass der sich bitte on ihrem hintern fernhalten solle.

    das war mir eine lehre. und anouk und luca brachten mir den rest bei ;) besonders luca...seitdem ich die beiden hab, gehe ich sehr viel vorrausschauender durch die welt.

    es gibt sicherlich situationen, in denen kleine dinge unter hunden besser geregelt sind. definitiv.

    aber es gibt eben situationen und auch hundecharaktäre bei denen das einfach nicht geht. und ein "die regeln das schon unter sich" kann das leider nicht ändern. auch wenn der andere hundebesitezr das zehnmal sagt oder sogar von weitem brüllt.

    doof ist nur, wenn andere das nicht verstehen wollen.