Beiträge von Lucanouk

    Würde ein Hund so auf meine Hunde zugehen, würde es heftig in der Kiste rappeln: Ein Hund, der sich schleichend und fixierend meinen Hunden nähert, bekommt von mir das ganz klare Signal, dass er keinen Schritt weiter zu gehen hat, ganz egal, ob er nach anfänglicher Bedrohung dann "nett" spielen möchte.

    Wie ich den Hund abblocke, entscheidet sich am Gegenüber: Bei nem sensiblen Hund reicht ein Schritt auf ihn zu, hab ich es mit einem Hund zu tun, dem das nicht ausreicht, kann es auch durchaus sein, dass ihm irgendwas an den Kopf fliegt.

    Dabei block ich nicht einmal, weil ich Angst um meine Hunde hab: Meine Hunde sind äußerst wehrhaft und sie würden einen Hund, der sich so unhöflich nähert ungespitzt in den Boden rammen, wenn er ihre Wohlfühldistanz unterschreitet.

    Fixieren gehört nicht in eine freundliche Begrüßung.

    Liv, das ist keine statische Einteilung, sondern reine Logik.

    Ein Hund, der beißt, weil er Lust aufs Beißen/Beschädigen hat, beißt in Beschädigungsabsicht (genau das sagt das Wort doch aus.) Der will keinen Abstand, sondern verletzen.

    Ein Hund, der beißt, weil er sich einen Menschen vom leib halten will, hat die Absicht, Abstand zu schaffen.

    Zitat

    Ich kenne 2 Hunde persönlich (beide sind lange schon euthanasiert) , die in Beschädigungsabsicht ein Familienmitglied angegriffen haben und schwer verletzten.

    Ich habe beide Male das Training abgelehnt und an Menschen verwiesen, die das besser können und mehr Erfahrungen hatten. Es war ein Labbi und ein Dogo Argentino. Beides "nette" Familienhunde, total MISSVERSTANEN und jedes Verhalten fehlinterpretiert und schlussendlich "Gefährliche Hunde!".

    Da war NICHTS lustbetont! In dieser Phase, wo ich die Hunde kennenlernte. Und ich wüsste auch nicht, wer das so einteilt, oder wo das so gelehrt wird???

    Ich kenne das gar nicht und ich kanns mir auch nicht vorstellen.

    Ein Grundmotivation wird jedes Individuum haben, welches so untypisch gefährlich wird...und leider ist das Handling der Menschen oft Auslöser...Aber "lustbetontes Beissen in Verletzungsabsicht" ist für mich klar ein Psychopath...in Hundefell

    Es ist ein riesengroßer Unterschied, ob Hunde beschädigend beißen oder in Beschädigungsabsicht beißen, Liv.

    Für das Opfer nicht - aber für das Training des Hundes, weil hier die Grundmotivation eine große Rolle spielt.

    Wenn man von Beschädigungsabsicht spricht, spricht man von der Grundmotivation des Hundes. Der hund möchte verletzen - das ist sein Ziel. Darum spricht man auch vom Lustbeißen. Die Motive, um jemanden beschädigen zu wollen, sind nicht so vielseitig, wie die Motive, jemanden in einer anderen Aggressionshandlung zu beschädigen.

    Wenn ein Hund beschädigen will, macht er das...

    ...im Beute-Fang-Verhalten.

    ...als Möglichkeit, sich abzureagieren.

    Die erste Möglichkeit - in Bezug auf den Menschen - bedeutet, dass sich der Hund auf den Menschen stürzt, um ihn zu packen und zu töten.

    Solche Hunde gibt es tatsächlich - oftmals sind diese Hunde im normalen Umgang freundlich und lustig, eher distanzlos. In bestimmten Erregungslagen kippen sie jedoch und beißen lustbetont und enthemmt zu - hierbei wird Beißschütteln und das Verfolgen der "Beute" gezeigt. Das Ziel des Agressors hierbei ist, die Distanz zwischen "Beute" und Jäger zu verringern.

    Ich würde dem Hund von Leni nicht unterstellen, solche Absichten zu haben, denn sonst wären die Auslöser in den Situationen andere.

    Die zweite Möglichkeit tritt dann ein, wenn man Hunde in Zwangslagen bringt und sie, nachdem wie sich mit einem Abwehrbiss/Abschnapper Raum verschafft haben in Beißen mit Beschädigungsabsicht kippen.

    Solche Hunde habe ich schon kennengelernt. Es sind häufig angstaggressive oder auch schmerzaggressive bzw. pathologisch aggressive Hunde, die im Ursprung nicht beschädigen wollen, sondern Raum zwischen sich und den Menschen bringen wollen, sich dann aber in die Beißhandlung hineinsteigern und hierbei wiederum in Beißen um des Beißens willen (Lustbeißen) verfallen.

    Hunde, die beißen, um zu beschädigen, schütten einen riesengroßen Hormoncocktail beim Beißen aus: Schließlich stellt die Beschädigung ein Ziel der Handlung dar - ist also belohnend.

    Das Beißen selbst setzt Glückshormone frei. Das kann man übrigens sehr gut beim Zergeln sehen: Hier beißen die Hunde, weil sie beißen wollen. Sie wollen ihre Zähne im Zerrseil versenken, das Teil schütteln und haben großen Spaß daran.

    Das Beißen in ein Zerrseil, in einen Jutearm IST Beißen mit Beschädigungsabsicht - aber nur gegenüber dem leblosen Jutarm/Zerrseil. Und genau gegenüber dem leblosen Arm ist Beschädigungsbeißen voll o.k.

    Gegenüber einem menschlichen Arm ist es Beißen mit Beschädigungsabsicht gegenüber dem Menschen.

    Beißen mit Beschädigungsabsicht ist IMMER lustbetont.

    Kämpfen Hunde in Beschädigungsabsicht miteinander, wollen sie den anderen Hund zerstören/töten und packen deshalb in lebenswichtige Körperregionen und verletzen den anderen Hund hier gezielt - häufig durch Beißschütteln. Sie hören damit auch nicht auf, wenn der andere sich entfernt, denn das Ziel ist hier ganz klar, den anderen zu beschädigen, nicht Distanz zu bekommen.

    Beschädigend zu beißen geht allerdings auch vollkommen ohne Beschädigungsabsicht.

    Zum beschädigenden Beißen ohne Beschädigungsabsicht kann es aus ganz unterschiedlichen Gründen kommen. Im Grunde genommen geht es entweder um Distanz, Respekt oder eine wichtige Ressource.

    Charakteristisch ist hierbei, dass der beißende Hund nur solange zubeißt, bis er sein Ziel erreicht.

    Auch wenn das Ziel hierbei nicht primär die Verletzung des Gegenübers ist, kann es auch hier zu massiven Verletzungen kommen.

    Diese passieren nicht unbedingt aus Versehen, sind aber nicht das Ziel der Attacke.

    Und genau DAS ist der Unterschied zwischen Beißen mit Beschädigungsabsicht und beschädigendem Beißen mit der Absicht z.B. den anderen zu unterdrücken/Distanz zu schaffen.

    Allerdings kann aus einem Biß ohne Beschädigungsabsicht auch lustbetontes Beschädigungsbeißen werden.

    Zitat

    Das kann man dem Kind dann bei der 2. oder 3. gesichtschirurgischen Operation erklären..... der Hund wollte dich nicht verletzen........nur massregeln....

    Klar ist die Herangehensweise zur "Korrektur" eine andere, doch für den "Geschädigten" ist das erstmal irrelevant. Ein Hund der bei seinen Menschen solche "Massregelungen" ergreift und damit Erfolg hat, ist eine Gefahr....aus welchen Grund auch immer das fachlich zu begründen ist. Eine Entwarnung ist definitiv nicht angebracht.

    Die verletzten Kinder, die wir in der Notfallchirurgie wieder zusammenflickten, waren vom Familienhund "gemassregelte" Kinder.
    (Beispiel vor ca. 4Wochen ein paar Kilometer von meinem Wohnort entfernt, der 9 Monate alte Hund, der einem Kind auf den Armen seines Vaters die obere Gebissleiste rausriss, als er sich das Brot holen wollte, das das Kind vor dem Gesicht hielt.......)

    Die Kleinkinder die "beissgeschüttelt* wurden, die kamen nicht mehr zu uns........

    Gruss Eva


    Ich wollte keinesfalls behaupten, dass eine Maßreglung harmlos wäre - ganz im Gegenteil. Wenn Hunde mit Zähnen maßregeln, ist das immer sehr gefährlich und hier muss sofort etwas getan werden. Wo hast du herausgelesen, dass ich den Fall bagatellisiere?

    Mir ging es keinesfalls darum, die Maßregelung dieses Hundes zu rechtfertigen oder runterzuspielen.

    Dieser zupackende Hunde ist in dem Umfeld, in dem er sich derzeit befindet, gefährlich für alle Beteiligten.

    Und, ganz gleich, ob ein Hund in Verletzungsabsicht verletzt, ob er verletzt, weil er Schiss hat oder weil ob er verletzt, weil er meint, andere maßregeln zu wollen:

    Vor dem Training steht immer und an allererster Stelle die Sicherung des Hundes gegenüber den Opfern, damit es nicht zu weiteren Verletzungen kommt: Maulkorb, Leine oder eventuell eine Unterbringung woanders.

    Mir ging es nur darum klarzustellen, dass es im Training ein sehr deutlicher Unterschied ist, ob Hunde lustbetont verletzen wollen oder sich im Grunde genommen nur jemanden mit den Zähnen vom Leib bzw. maßregeln.

    Denn bei den drei verschiedenen Fällen gibt es drei verschiedene Ansätze, die aber alle mit der Sicherung des Hundes beginnen.

    Und wenn es keine Sicherungsmöglichkeiten gibt, kann der Hund nicht in der Familie bleiben.

    leni: Er braucht unbedingt nen vernünftigen Maulkorb - einen aus Draht. Einen Maulkorb aus Nylon kann er nur für ein paar Minuten tragen, weil er da nicht hecheln/trinken kann.

    Und bitte meide erst einmal alle Auslöser.

    Nicht du solltest dem Hund den Maulkorb anlegen, sondern deine Mutter. Das Anlegen des MK ist eine Distanzunterschreitung, die er wieder mit beißen verhindern wird.

    @Liv: In Verletzungsabsicht zu beißen ist etwas komplett anderes, als jemanden beim Maßregeln zu verletzen. Dieser Hund hat - laut Schilderung- gemaßregelt und nur solange nachgesetzt, bis der Mensch wieder Distanz aufgebaut hat. Dabei hat er zwar bewusst zugepackt, aber auch wieder losgelassen.

    Die vordergründige Absicht war hier, den Menschen auf Distanz zu halten. Deshalb ging der erste Biss in den Arm und der zweite folgte, weil der Mensch die Distanz wieder unterschritt - in die Hand.

    Beim Biss in Ballnähe ging es darum, Leni davon abzuhalten, den Ball zu nehmen - also wieder um eine Distanzunterschreitung, diesmal eben nicht zum Hund selbst, sondern zur Ressource.

    Die Absicht ist hier ganz klar zu sehen: Die Ressource wird verteidigt und Benni maßregelt Leni schon dafür, dass sie sich in Richtung Ball bewegt.

    Auch wenn dieser Hund dabei verletzt, steht die Beißhandlung nicht im Vordergrund, sondern die Verteidigung von Individualdistanz/Beute.

    Wenn ein Hund in Verletzungsabsicht beißt, hört er nicht auf, nur weil der Mensch sich entfernt, sondern legt dann erst recht los (Beißschütteln etc. pp.).

    Und wenn ein Harzer Fuchs oder ein ähnlich großer Hund einen Menschen verletzen will, dann sieht es auch sehr schnell sehr, sehr übel aus und bleibt nicht bei einzelnen Bissen.

    Würde der Hund in Verletzungsabsicht zupacken, könnte uns Leni hier nicht schreiben.
    Es ist wichtig, die Absicht in Beißattacken zu erkennen, um die Auslösesituationen, wenn man nicht weiß, wie man korrekt reagieren kann, erst einmal zu vermeiden. Im Training kann man sie gezielt angehen.

    Wäre die Intention hier, die TS zu verletzen, müsste die Hundebesitzerin - die Mutter - den Daumen immer auf dem Hund haben und sie dürfte - auch in Zukunft nicht eine Sekunde abwesend sein.

    Wenn die Hund diese Intention hätte, würde er Leni quasi nach der Gesundheit trachten, z.B. weil er sie als Beute ansieht bzw. sie in Auslösesituationen Bewegungen ausführt, die ihn zum verletzenden Beißen animieren. Wenn Verletzen die Absicht ist, geschieht das in einem lustbetonten Kontext.

    Da die Intention hier eher Maßregelung zum Abstand halten ist, kann man gezielt daran arbeiten, dass Benni Leni stärker respektiert und lernt und notwendige Handlungen, die von ihr vorgenommen werden, aktzeptiert.


    Ich stimme Liv insofern zu, dass ihr euch Hilfe suchen müsst, weil der Rüde zubeißt. Da ist schnelle, professionelle Hilfe von Rassekennern gefragt.

    Eine Verletzungsabsicht kann ich jedoch aufgrund der Beiträge ausdrücklich NICHT erkennen. Für mich liest sich das eher wie typische Maßregelungsattacken - die Auslöser sind hier ja auch relativ klar erkennbar. Und wer sich mit Füchsen ein bisschen auskennt, weiß auch, wie hier die Beißattacken zustande gekommen sein könnten.

    Liv, wie kommst du bei diesen Schilderungen auf Verletzungsabsicht?

    Liebe Leni,

    ihr Kinder solltet keine Sekunde mit dem Hund alleine sein - niemals. Darf ich fragen, wie alt du bist?

    Bitte spiele ab sofort nicht mehr mit Objekten mit deinem Hund: Keine Bälle, kein Gezergel - nix.

    Der Angriff am Ball war höchstwahrscheinlich ressourcenbezogen - solche Situationen kannst du aktiv vermeiden.

    Bitte fass Benni nicht an, wenn er auf seinem Platz liegt und fass ihm auch nicht ins Halsband, um ihn von A nach B zu bringen.

    Die Attacke, die er in dem Moment gestartet hat, ist typisch für Füchse, wenn sie einen Menschen nicht vollständig respektieren.

    Wenn Harzer Füchse erwachsen sind, sind sie recht heftig, wenn sie sich von jemandem gemaßregelt/bedrängt fühlen, der in ihren Augen nicht kompetent genug dazu ist.

    Auch Angriffe auf Jogger u.ä. sind hierbei leider typisch: In den Augen des Hundes haben sie sich nicht so schnell im direkten Dunstkreis zu bewegen und werden sofort gemaßregelt.

    Bitte sichert Benni vernünftig ab: Ohne Leine sollte er sich draußen zur Zeit nicht bewegen und wenn es eng wird, gehört da auch ein vernünftiger Drahtmaulkorb rauf, bis ihr die Situation vernünftig klären konntet.

    Zur Zeit und ohne, dass da jemand kompetentes draufschaut, gehört der Hund nicht in die Nähe des Kleindkind bzw. immer ein Sicherheitsabstand Kleinkind und Hund.

    Sucht euch bitte Hilfe.

    Bitte such eu

    Wie sieht denn dein genauer Futterplan aus? Die ganze Krankheitsgeschichte könnte auch - rein theoretisch - eine Futtergeschichte sein.

    Fütterst du Fett/Kohlenhydrate?

    Wieviel Fleisch fütterst du und wie schwer ist dein Hund bzw.wie sieht das Idealgewicht aus?

    Ich würde eine dicke Beißwurst von K9 oder so nehmen und diese links und rechts festhalten. Dann relativ ruhig zergeln. Sie sollte nicht zu sehr aufdrehen. Nach ein paar Sekunden musst du im Zergeln inne halten, bis sie aufhört zu schütteln. Wenn sie die Wurst einen Moment hält, ohne Nachzubeißen, wird sie leise gelobt und dabei lässt man die Wurst los. Hier ist Timing gefragt: Sie darf keinesfalls Erfolg bekommen, wenn sie gerade nachschnappt. Wenn man es richtig macht, lernt sie dabei, dass sie die olle Wurst durch ruhiges Halten bekommt und damit lässt das Nachbeißen auch nach.

    Viel Erfolg!


    Du sprichst mir aus der Seele!!! Danke dafür :)