Vor einer Amputation würde ich mir auf jeden Fall irgendwo nochmal eine Zweit- oder Drittmeinung holen. Amputieren kann man dann immer noch.
Ich kann dich sehr gut verstehen. Meine Hündin hat vor 2 Jahren hinten ein bisschen gelahmt. Wer sie nicht gekannt hat, dem ist gar nichts aufgefallen.
Ich wollte es aber abklären und bin in die Tierklinik. Dort hieß es, ganz klar Kreuzbandriss und ich habe einen OP-Termin bekommen. Als ich den Hund nach der OP abholen wollte, erklärte mir der Chirurg, er hätte gar nicht operiert sondern nur eine Arthroskopie gemacht. Es wäre doch kein Kreuzbandriss, sondern ein Schaden am Knorpel.
Ich habe einen Therapieplan bekommen, um mit einer PRP-Methode (Eigenblutbehandlung) den Knorpel wieder aufzubauen.
Bereits vor der ersten Behandlung ging es Coco plötzlich ganz mies mit hohem Fieber und sie nutzte das Bein überhaupt nicht mehr.
In der Klinik wurde herumtherapiert, die PRP-Methode trotzdem mehrmals durchgeführt. Coco ging es gut, aber das Bein wurde überhaupt nicht mehr benutzt.
Es wurde immer wieder auf Entzündungen untersucht, aber da war (scheinbar) nichts.
Nach 2 Monaten, in denen mein ansonsten gesunder Hund nur auf drei Beinen gehüpft ist und die Klinik ratlos war, habe ich mir auch überlegt, ob ich einfach amputieren lasse. Schlimmer kann es ohne Bein ja nicht sein, als wenn es nutzlos herumhängt und nur Schmerzen verursacht.
Ich habe dann die Therapie abgebrochen und Coco bei einem anderen Spezialisten vorgestellt. Nach 3 Monaten auf drei Beinen wurde dann dort letztendlich doch ein Kreuzbandriss operiert, außerdem war das gesamte Knie voll Eiter und entzündet, obwohl die Klinik davor jegliche Entzündungen ausgeschlossen hatte.
Bei uns ist es also doch nochmal gut ausgegangen durch eine Zweitmeinung und meine Hündin läuft seit fast 1,5 Jahren wieder auf 4 Beinen und macht auch wieder Wanderungen mit.
Hätte mir die Zweitmeinung allerdings auch gesagt, dass da nichts mehr zu machen wäre, hätte ich auch amputieren lassen. Vielleicht gehen dann nicht mehr die größten Wandertouren, aber der Hund ist wenigstens wieder schmerzfrei. Und du kannst dir nicht vorstellen, wie oft ich innerhalb der ca. 6 Monaten nach einem Klinikbesuch heulend im Auto saß, weil einfach nichts vorwärts ging. Es macht einen psychisch auch einfach fertig. Wöchentliche Tierarzt/Klinikbesuche, dazu noch Physio und dauernd dem humpelnden Hund zuschauen zu müssen, ohne dass man helfen kann 
Ich wünsche dir ganz viel Kraft für die nächste Zeit und du wirst die richtige Entscheidung im Sinne deines Hundes treffen!