Hallo!
Ich habe diesen Thread bisher wohl scheinbar übersehen und muss sagen, dass ich das Thema auch höchst interessant finde!
Hier sind ja bisher schon viele Meinungen aufeinandergeprallt und ich bin der festen Überzeugung, dass es DIE Methode für eure Probleme gar nicht geben kann. Gerade in der Hundeerziehung sind ja fast alle Methoden strittig und was bei dem einen Hund sofort zum Erfolg führt heizt den anderen Hund in seinem Verhalten erst richtig an.
Ich denke man kann Mensch-Hunde-Beziehungen immer nur nach individuellen Maßstäben beurteilen und eine allseits gültige Erziehungsmethode kann der Vielfalt der unterschiedlichen Hunde- und Menschenpersönlichkeiten gar nicht gerecht werden.
Eigentlich wollte nun auch ich dir einige Ratschläge bezüglich eurer Probleme mit auf den Weg geben - ich habe mich aber dagegen entschieden!
Du hast nun schon so viele Tipps und Ratschläge erhalten dass eine weitere Meinung wohl nicht mehr Not tut. Bei vielen der geschriebenen Beiträgen habe ich gedacht: "Ja, so würde ich es auch machen!" oder: "Nein, so auf keinen Fall!".
Aber das spiegelt ja alles nur meine eigene Meinung wieder und ich weiß nicht ob dir das wirklich weiterhelfen würde?
Du musst selbst für dich entscheiden welchen Weg ihr gehen wollt und auf welche Methode Ambra am besten reagiert.
Nehmen wir doch einfach mal ein x-beliebiges Beispiel heraus: Der Schnauzengriff.
Die Einen führen ihn aus und sind mit dem Ergebnis mehr oder weniger zufrieden, die Anderen lehnen ihn total ab und sind damit auch zufrieden.
Doch was ist nun richtig und was ist falsch? Vor dieser Frage steht man angesichts der zahllosen Meinungen innerhalb der "Hundeszene" immer wieder. Kann man diese Form der Massregelung vertreten oder bedeutet sie einen Vertrauensbruch in der Mensch-Hund-Beziehung? Ich für meinen Teil kann dir nur Eines empfehlen: Informiere dich anhand entsprechender Fachliteratur umfassend über hundliches Verhalten im Allgemeinen, lass dich von verschiedenen Meinungen inspirieren und finde deinen eigenen Weg, der dir und vor allem Ambra gerecht wird.
Ich erlebe es tagtäglich zuhause wie unterschiedlich Hunde sein können. Egal bei welchem Fehlverhalten, ich bin immer wieder dazu gezwungen Emma und Janosch vollkommen unterschiedlich zu behandeln, will ich Beiden auch nur annähernd gerecht werden. In 90% aller Fälle reicht es bei Emma aus wenn ich sie mit meinem Blick fixiere, in allen anderen Fällen reicht ein "Tzzz" oder ein leises "Nein" und Emma stellt jedes Verhalten ein. Bei Janosch sieht das ganz anders aus, der ist nämlich aus etwas härterem Holz geschnitzt und würde mir, etwas vermenschlicht ausgedrückt, in gleicher Situation bei gleicher Sanktionierung den Stinkefinger zeigen und erst Recht weitermachen.
Ich hoffe ich habe dich mit meinemBeitrag nicht noch weiter verunsichert.
Ich wollte dir nur sagen, dass es die allgemeingültige Methode für euch wohl nicht geben wird und du , unter Berücksichtigung der Persönlichkeit deines Hundes euern eigenen ganz individuellen Weg finden musst.
Ich weiß auch, dass dieser Weg oft steinig und beschwerlich sein wird, er wird von vielen Rückschlägen und oftmaligem, vermeintlichem Stillstand geprägt sein, aber glaub mir es lohnt sich! Geh unkonventionelle Wege, lass deiner Phantasie freien Lauf und behandle deinen Hund so wie er es verdient hat - als einmaliges, hochkomplexes Individuum!
Liebe Grüsse,
Björn