Hallo!
Wenn man sich erstmal ein wenig mit den Ernährungsansprüchen von Hunden beschäftigt hat und sich an einige Grundprinzipien hält ist barfen eigentlich relativ unkompliziert!
ZitatWie funktioniert das denn genau?
Gebe ich meinem Hund einfach rohes oder gekochtes (?) Fleisch und dazu Gemüse ( roh oder gekocht? ) oder wie?
In der Hauptsache wird der Hund mit Fleisch, Knochen und Innereien ernährt - alles roh! Bei uns stehen Dinge wie Pansen, Blättermagen, Kronfleisch, Herz, Lunge, Schlund, Puten- und Entenhälse, Hühnerrücken, Lammrippen usw. auf dem Speiseplan. Zusätzlich gibt es noch Eier und Milchprodukte, püriertes Obst und Gemüse (alles was die Saison so hergibt, püriert deshalb da der Hund die Zellwände von allein nicht aufschliessen kann und die pflanzliche Kost nur stark zerkleinert richtig verdaut weren kann), gekochte Kartoffeln, Öl und Getreideprodukte (Nudeln, Reis, Vollkornhaferflocken, Brot). Abgesehen von Nudeln, Reis und Kartoffeln wird alles roh verfüttert.
ZitatVor allem könnte ich keine kompletten Tiere verfüttern oder sie sogar selbst töten...
Das brauchst du ja auch gar nicht! Übernimmt ja der Schlachter für dich! :wink:
ZitatEinfrieren wär bei mir auch nicht drin, weil unser Gefrierschrank nur 2 Schubladen hat.
Genauso ist es bei uns auch und ich habe zwei große Hunde und benötige täglich über ein Kilo Frischfleisch! Es wäre mit großer Kühltruhe zwar schon unkomplizierter, aber es geht! Das kleinere Fach benutzen wir für unsere Lebensmittel und geschickt geschichtet bekomme ich in das größere Fach so 22/23 Kilo Futterfleisch rein. Das benötigte Lagervolumen für einen einzelnen Yorkie sollte doch um einiges überschaubarer sein!?
ZitatUnd das soll gesund sein?
Davon bin ich, und viele andere Barfer, fest überzeugt! Überleg doch mal...
1. Hunde wurden über 10 000 Jahre lang mit frischen Nahrungsmitteln und Resten der menschlichen Nahrung versorgt. Fertigfutter gibt es erst seit etwa 60 Jahren! Aber trotz allem will uns die Fertigfutterindustrie weiß machen nur ein Fertigfutter könnte alle Nährstoffe in ausgewogener Zusammensetzung zur Verfügung stellen! Da frag ich mich doch wie Hunde die letzten 10 000 Jahre überlebt haben.
2. Wenn du dich mal etwas intensiver mit den gängigen Trockenfuttersorten beschäftigst wird dir auffallen das die meisten Sorten ein besseres Schweinemastfutter sind! Viel zu viel Getreide, verschwindend geringe Fleischanteile, undefinierbare Nebenprodukte aus Landwirtschaft und Nahrungsmittelproduktion usw. usw. - ich persönlich kann mir nicht vorstellen,dass das auf Dauer gesund für einen Hund ist!
3. Glaube ich einfach nicht, dass Hunde dafür gemacht sind tagein tagaus diesselben kleinen braunen Kügelchen zu fressen. Meine Hunde haben Trockenfutter immer gern gefressen und würden es auch heute noch tun. Es ist aber kein Vergleich zu ihren glänzenden Augen wenn ich ihneneinenNapf mit frischem Pansen oder Ähnlichem hinstelle. Soll heissen - es schmeckt ihnen einfach viel besser!
ZitatGibt es denn bestimmte Fleischsorten die man nicht füttern darf/sollte?
Das einzige Fleisch bei dem du etwas vorsichtig sein solltest ist rohes Schweinefleisch. Es gibt den Aujetzky-Virus, der für Menschen völlig ungefährlich ist bei Hunden aber unweigerlich zum Tod führt. Bei den meisten "Barfern" gibt es gar kein Schweinefleisch bzw. nur abgekocht (damit stirbt der Erreger ab!).
Andererseits ist Deutschland seit einigen Jahren Aujetzky-frei und die Wahrscheinlichkeit einer Infektion war wohl schon immer ziemlich gering. Es mag sicher einige Einzelfälle geben, aber ich habe mal einen Tierarzt mit jahrzehntelanger Berufserfahrung gefragt wie viele Aujetzky-infizierte Hunde er schon gesehen hätte. Seine Antwort war: "Keinen Einzigen!"
Bei mir gibt es schon hin und wieder rohes Schweinefleisch, aber nur von Tieren bei denen ich mir sicher bin, dass sie aus Deutschland stammen.
Ansonsten kannst du alles füttern was dir so in die Finger kommt: Rind, Pferd, Lamm, Wild, Kaninchen, Huhn, Pute, Gans, Ente, Fisch.
ZitatOder irgendwas das man beim Gemüse beachten sollte?
Keine Zwiebeln, kein Knoblauch, keine Auberginen und keine Nachtschattengewächse verfüttern und alles andere immer schon klein matschen!
ZitatUnd ist das Frischfutter nicht sauteuer??
Klar, verglichen mit ALDI-Futter ist es wirklich sauteuer! Vergleicht man es aber mit einem hochwertigen Trockenfutter schneidet Rohfütterung oft günstiger ab! Es kommt natürlich ganz darauf an woher man sein Fleisch bezieht. Mein Fleisch bekomme ich zum Einen von einer hiesigen Landschlachterei. Dort zahle ich für 20 Kilo (Pansen, Schlund, Lunge und manchmal Leber) 10 Euro. Zum anderen bestelle ich Fleisch bei http://www.vzh-nohra.de. Ich hab mir das mal ausgerechnet: Über den Monat gesehen zahle ich pro Hund und Tag insgesamt etwa 1 Euro! Und wie gesagt ich habe große Hunde (24 und 28 Kilogramm schwer), bei einem Yorkie wäre es ja nur ein Bruchteil dessen.
ZitatUnd barfen ist doch auch bestimmt ziemlich zeitaufwendig oder?
Wenn man jedes Mal frisch kochen muss...
Kochen musst du ja eben nicht!
Eigentlich ist es sogar relativ unkompliziert! Du bestellst portioniertes Fleisch in Online-Shops, legst es in den Gefrierschrank und holst jeden Tag die benötigte Menge heraus. Ein bisschen Gemüse schnippeln und pürieren kostet nun auch nicht wirklich viel Zeit und Nudeln, Reis oder Kartoffeln gibt es immer dann wenn wir das für uns sowieso kochen!
ZitatUnd würde sich das für einen Yorkie überhaupt "lohnen"?
Cindy ist sehr eigen was Futter angeht. Vor allem bei der Größe der Brocken ist sie sehr wählersich.
Ich kann ihr ja schlecht ein ganzes Huhn hinwerfen.
Warum soll sich das für einen Yorkie denn nicht lohnen? Sie ist ein Hund und wird ähnliche Ernährungsansprüche haben wie jeder andere Hund auch! Natürlich wäre für einen Hund in dieser Größe ein ganzes Huhn etwas zuviel des guten, aber das ist ja das Schöne am barfen - du hast es doch selbst in der Hand was du deinem Hund gibst und kannst ganz individuell auf die Bedürfnisse deines Hundes eingehen!
Ich hoffe ich konnte dir einen ersten Einblick geben!
Wenn du noch Fragen hast dann frag einfach!
Liebe Grüsse,
Björn