Beiträge von Sleipnir

    Na, das ist doch mal wieder lustig, sobald man sagt, dass man von Nackenschüttlern etc. nichts hält, ist man gleich ein antiautoritäres Weichei und erzieht seine Hunde nur mit Streicheleinheiten.
    Natürlich ist auch mir (und wahrscheinlich auch allen anderen hier) bewußt, dass eine echte Partnerschaft auf gleicher Stufe im Zusammenleben mit einem Hund NICHT! möglich ist, aber darum geht es hier doch gar nicht. Worüber ich mich aufrege, ist die Selbstverständlichkeit mit der hier Aktionen als probate Erziehungsmethoden angepriesen werden die, entweder nicht in dieser Form bzw. nicht in diesem Kontext von Hunden untereinander gezeigt werden. So ist das Schütteln (bzw. Nackenschütteln) eine Sequenz aus dem Jagdverhalten wildlebender Caniden und kommt in ritualisierten Auseinandersetzungen gar nicht vor. Jetzt nennt mir doch mal einen schlüssigen Grund, warum ich meinen Hund im Nacken schütteln soll bzw. wovon ihr diese Erziehungsmethode ableitet?

    Es geht hier doch nicht (zumindest vordergründig!) um persönliche Erfahrungen sondern um empirisch abgesicherte Daten, deswegen meine Bemerkung zu Erik Zimen!
    Zu meiner persönlichen Situation:
    Natürlich kann ich meinen Hunden in jeder Situation Futter abnehmen, aber 1. habe ich das nicht mit obenbeschriebenen "Hau-Ruck-Maßnahmen" forciert und 2. fühle ich mich auch nicht als Alpha-Hund und ich glaube auch, dass meine Hunde mich so nicht sehen, denn Hunde wissen sehr wohl, dass wir keine anderen Hunde sind, das wäre allerdings schon wieder eine andere Diskussion.

    Zitat

    wie läuft das denn im rudel bei den wölfen. erst frisst der boss, dann alle anderen, hat boss dann noch hunger holt er sich was er will und alle anderen gehen aus dem weg!


    Das stimmt nicht!!! Woher hast du das? Schon Erik Zimen hat in den 80ziger Jahren festgestellt, dass es unter Wölfen KEINE!!! Futterrangordnung gibt! Am Riss ist sich jeder selbst de Nächste und versucht soviel Futter wie nur irgendmöglich zu verschlingen, und jeder,aber auch wirklich jeder Wolf würde einen Futterbrocken auch gegen das Alphatier verteidigen!
    Sehr schön auch bei mir zuhaus zu beobachten. Janosch mit seinen zwölf Monaten wird eigentlich in fast allen Lebenslagen von Emma (dreieinhalb Jahre) dominiert, die einzige Ausnahme ist die Fütterung. Zwar ist es absolut problemlos beide Hunde im gleichen Raum zu füttern, aber wenn Emma nur in die Richtung von Janosch Napf schaut fängt dieser schon drohend an zu knurren und glaubt mir, er würde sich diese Futter niemals von Emma streitig machen lassen und viel interessanter, Emma akzeptiert diesen Zustand, der diametral zur sonstigen Rangordnung zwischen beiden Hunden steht, ohne "Wiederrede"!!!

    Oh man...
    Hab leider gar keine Zeit mich ausführlicher mit diesem Thema auseinanderzusetzen, deswegen nur einige Sätze an all die "Pseudo-Natürliche-Rangordnungs-Vertreter":
    Habt ihr euch wirklich schonmal intensiver mit Interaktionen zwischen mehreren Hunden beschäftigt. Kein Hund auf dieser Welt, und sei es der allerletzte Prügelknabe im Rudel, würde sich von einem anderen Hund Futter abnehmen lassen! Das ist erstmal Fakt und kann wahrscheinlich von allen "Mehrhundehaltern" hier im Forum bestätigt werden!
    Von daher ist das Anknurren von Kindern zur Ressourcenverteidigung, die vor der Geschlechtsreife (aus Hundesicht!) nie über dem Hund stehen können, was hier aber gar nicht zum Tragen kommt, da Futter auch gegenüber ranghöheren Tieren verteidigt wird, aus Hundesicht erstmal absolut normal und folgerichtig!
    Es ist klar, dass solches Verhalten nicht geduldet werden kann, aber sind hier vollkommen WIEDRNATÜRLICH!!! eingesetzte Nackenschüttler, Runterdrücken etc. wirklich Alternativen - ich bezweifle es doch sehr stark!

    Liebe Grüße,
    Björn

    Ich habe bisher mit drei Hunden mein Leben geteilt und ALLE haben geschnarcht, der eine mehr der andere weniger, und zwar nicht erst im Alter, Janosch konnte das schon mit 9 Wochen ziemlich gut :wink:
    Ich muss aber ganz ehrlich sagen, dass mich das noch nie gestört hat, obwohl die Hunde mit im Schlafzimmer schlafen.
    Ich glaube auch nicht, dass es dafür irgendwelche Lösungen gibt.
    Ist es denn wirklich so extrem, dass du dir darüber Gedanken machst?
    Liebe Grüße,
    Björn

    Hallo!

    "Großhungern" hört sich zwar nicht besonders nett an, allerdings ist damit doch nur gemeint, die Rationen eines Junghundes so zu gestalten, dass er in den ersten Monaten nicht unverhältnismäßig schnell wächst (sehr große Belastung für Knochen, Bänder und Sehnen) und überschüssige Energie in Fett umsetzt.
    Ich halte Kira nicht für zu dünn. So sollte eine kurzhaarige, athletische Hunderasse meiner Meinung nach aussehen!
    Wir haben uns doch schon viel zusehr an den Anblick übergewichtiger Hunde gewöhnt, wenn ich mal so überlege, dann haben aber mindestens zwei Drittel aller Hunde die ich so sehe definitiv zu viel auf den Rippen - scheint nur den Haltern nicht aufzufallen.

    Liebe Grüße,
    Björn

    @ Kai:
    Kann deine juristischen Bedenken nicht ganz nachvollziehen! Es gibt im Netz Zooforen, da wird nichts anderes getan als sowohl positive als auch negative Aspekte verschiedener Zoos zu beleuchten, mit teilweise recht deutlichen Worten.
    Es sollte in einer demokratischen Gesellschaft doch möglich sein, seine Meinung kund zu tun!
    Wir machen hier doch auch nichts anderes, ich erinnere nur an den Thread über Uli Koeppel oder andere Hundetrainer oder die Frage nach gutem und schlechtem Hundefutter! Ich denke die Produzenten von Royal Canin wären wahrlich nicht erbaut über die Kritiken die ihr Futter hier ständig bekommt!

    @ all:
    Bin doch etwas überrascht, hätte hier eigentlich viel mehr Zoogegner erwartet!
    Aber ihr habt natürlich Recht, das Thema "Zoo" lässt sich nicht nur "schwarz" oder "weiß" sehen, und ich bin auch immer wieder hin- und hergerissen.
    Auf der Positivseite steht für mich an absolut erster Stelle, die Möglichkeit in einem Zoo eine emotionale Beziehung zu Tieren aufzubauen, auch und gerade für Kinder! Die Naturentfremdung unserer Gesellschaft zieht immer weitere Kreise, und für viele Stadtkinder sind, so traurig das ist, Zoobesuche die einzige Möglichkeit Tiere aus der Nähe zu sehen und, insbesondere in Streichelgehegen bzw. begehbaren Anlagen, Kontakt zu ihnen aufzunehmen.
    Des weitern hat ein Zoo, eine gute didaktische Planung vorausgesetzt, die Möglichkeit, ohne den ständig erhobenen Zeigefinger, durch unterschwellige Informationsangebote auf die Bedrohung durch Biodiversitätsverlust und Umweltzerstörung hinzuweisen.
    Wobei wir beim nächsten Punkt, nämlich der Arterhaltung durch zoologische Gärten angekommen wären. Tierarten wie Wisente, Przewalski-Pferde, weiße Onyx-Antilopen, Amurleoparden, Balistare, Hawaiigänse usw. würde es ohne den koordinierten Einsatz zoologischer Gärten heute definitiv nicht mehr geben.
    Wobei man sich natürlich die Frage stellen kann, ob es sinnvoll ist, Tiere in menschlicher Obhut, gleichsam eines Museums zu konservieren deren Lebensgrundlagen in der Wildnis unwiederbringlich zerstört sind. So würde bspw. die Auswilderung eines im Zoo gezüchteten Amurleoparden oder eines sibirischen Tigers ein fast aussichtsloses Unterfangen darstellen. Zum einen sind ihre einstmaligen Verbreitungsgebiete in der Mandschurei und im Amur-Ussuri-Gebiet heute auf einen Bruchteil der ursprünglichen Fläche zusammengeschrumpft (ohne Aussicht auf Änderung!)zum anderen lernen Großkatzen das zielgerichtete Jagen und Töten von ihren Müttern, man müsste die Elterngeneration also schon in Semi-Reservaten halten und ausschließlich mit „Lebendfutter“ ernähren um wenigstens den Hauch einer Chance zu haben, dass sich diese Tiere in Freiheit selbst ernähren könnten. Ethisch-moralische Bedenken und finanzielle Aufwendungen lassen solche Projekte allerdings sofort unrealisierbar erscheinen.
    Andererseits gibt es natürlich auch Erfolgsgeschichten ehemals in Freiheit ausgerotteter Arten, die durch den unermüdlichen Einsatz zoologischer Gärten heute wieder überlebensfähige Populationen in der Freiheit besitzen z.B. Wisente in Polen und Weißrussland, Weiße Oryx im Oman, Przewalski-Pferde in der Mongolei usw.
    Also schon hier ein recht zweischneidiges Schwert. Wenn man sich dann noch überlegt, wie viele Arten ganz realistisch im Zoo am Leben erhalten werden können und wie viele, oftmals noch unbekannte Arten täglich (!!!) von unserer Erde verschwinden, kann die Frage nach der Sinnhaftigkeit dieser „Arterhaltung“ schon aufkommen.
    Einen großen Einfluss auf meine Einstellung zum Zoo hat auch die Frage, ob Tiere sich im Zoo wie Gefangene fühlen, oder ob sie alle wichtigen Funktionen ihres Verhaltens ausleben können und „glücklich“ sind. Vielleicht ist diese Frage auch zu menschlich, wahrscheinlich ist sie sehr menschlich, kein Löwe wird in einem Gitterkäfig liegen und von der Serengeti träumen, allerdings bin ich mir sicher, das alle Tierarten sich auf einer relativ großen, ihrem natürlichem Lebensraum nachempfundenen Anlage bedeutend wohler fühlen als in einem strukturlosem, gekachelten, vergitterten Käfig.
    Und hier wird es dann auch fast unmöglich alle Zoos über einen Kamm zu scheren.
    Betrachtet man die Gehegegestaltung deutscher Zoos findet man noch alles von „vorsintflutigen“ Tiergrotten und Bärenburgen, Hagenbeckschen Landschaftspanoramen, sterilen und strukturlosen Gehegen der „Kachelzoo“-Ära der 1960er-Jahre, Landschaftsbiotopen, unspektakulären, aber tiergerechten Anlagen und als neuer Trend die so genannten „Erlebniszoos“ wie Gelsenkirchen, Hannover und Leipzig.
    Wobei man gerade bei den so „modernen“ Erlebniszoos oft das Gefühl hat sich in einem besseren Freizeitpark aufzuhalten, bei dem die Tiere mehr als Staffage dienen. Aber der Masse der Bevölkerung gefällts und darauf kommt es (leider) an.
    Meiner Meinung nach hat Deutschland hier den Anschluss an andere Länder verpasst, die das Problem zwischen „Tiergerechtigkeit“ und „Besucherwünschen“ weitaus besser gelöst haben, genannt seien hier die Niederlande und die Tschechische Republik, zwei aufstrebende „Zoonationen“ deren innovative Tiergärten schon heute Weltruhm geniessen.
    Ich könnte hier noch ewig weiterschreiben, aber wenn ich es mal auf den Punkt bringe würde ich auch sagen, dass ich eher Pro-Zoo bin, allerdings mit der festen Überzeugung, dass sich in der deutschen Zoolandschaft noch einiges ändern muss:
    • Nicht alle Zoos müssen Elefant, Löwe, Menschenaffe, Großbär etc. halten, es ist zwar oft ein schwieriger Schritt Publikumslieblinge oder Traditionsarten abzugeben (oft verbunden mit Protesten der Bevölkerung!), aber nicht jeder Zoo hat die Vorraussetzungen um all diese anspruchsvollen, platzintensiven Arten zu pflegen.
    • Die einzelnen Zoos sollten sich mehr spezialisieren und ein individuelles Profil herausarbeiten, ob geographisch oder systematisch wäre erstmal zweitrangig, wobei die Zukunft sicher den Geozoos gehört.
    • Zoos sollten keine besseren Freizeitparks werden und die Interessen der Tiere sollten eindeutig vor denen der Besucher stehen!
    • Vermehrte Einbindung der Zoos an Zucht- und Schutzprojekten, auch und besonders in-situ, d.h. im Ursprungsgebiet der Tiere.
    So, dass sind völlig ungeordnet meine ersten Gedanken zu diesem Thema!

    Liebe Grüße,
    Björn

    Hallo!

    Da ich mich in letzter Zeit kritisch mit der Zootierhaltung an sich und den neueren Entwicklungen zu diesem Thema in Deutschland im speziellen beschäftigt habe, meine Frage an euch:
    Was haltet ihr im Allgemeinen von Zoos?
    Lehnt ihr die Haltung von Wildtieren in Menschenobhut grundsätzlich ab?
    Gibt es Zoos, die euch besonders gut / schlecht gefallen?
    Glaubt ihr, dass heutige Zoos eine bedeutende Rolle im internationalen Artenschutz spielen?
    Bin gespannt auf eure Meinungen!

    Liebe Grüße,
    Björn

    @ redborder:
    Warum enthornt ihr die weiblichen Kälber?
    Haben die Hörner der Kühe nicht auch wichtige Funktionen im Sozialverhalten?
    Ist es nicht genauso eine Amputation wie das Kupieren einer Hunderute?
    Ich weiß, hört sich etwas provozierend an und der Vergleich mit Hunden hinkt vielleicht auch, ich frage aber eigentlich nur aus echtem Interesse. Und irgendeinen Grund muss es ja haben, dass das Enthornen von Kühen z.B. in Demeter-Betrieben verboten ist.
    @ all:
    Die Zucht genetisch hornloser Ziegen scheint ja ziemlich problematisch zu sein, da es im Zuge dieser Züchtungen immer wieder zu Zwitterbildungen kommt - wie ist das eigentlich bei anderen Wiederkäuern, insbesondere Kühen und Schafen (bei denen ja die meisten Rassen auf Hornlosigkeit selektiert wurden) gibt es dort ähnliche Probleme oder ist das "ziegenspezifisch"?

    Liebe Grüße,
    Björn