Beiträge von Sleipnir

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    Man könnte das auch anders intepretieren... Vielleicht ist er nur so in sich gekehrt, weil ihm nichts zugestanden wird. Der Spaniel übergeht ihn und Du auch... Und, da er offensichtlich keine aggressiven Tendenzen hat, tut er das einzige, was ihm bleibt: Er zieht sich in sich selbst zurück.


    Das finde ich aber nun schon etwas gewagt... ;)
    Bei uns zuhause ist es ja ganz ähnlich. Janosch hat hier wirklich nicht viel zu melden. Ok, Futter das verteidigt er auch gegen Emma, aber ansonsten fügt er sich anstandlos in seine Rolle als das letzte Glied in der Kette, Emma bestimmt wann gespielt wird, Emma bestimmt wann geruht wird, Emma bestimmt zu welchem Hund man freundlich ist und welchen man anbellt etc.
    Sein individueller Handlungsspielraum ist hier wirklich begrenzt. Natürlich achte ich darauf, dass Emma ihn nicht zu sehr unterbuttert - das würde sie nämlich manchmal gerne tun - aber so ganz grundsätzlich glaube ich nicht, dass er mit seiner Rolle unzufrieden ist. Denn kaum Rechte zu haben beinhaltet ja auch kaum Pflichten zu haben, er muß keine Verantwortung tragen und manchmal hab ich im Gegensatz zur abgeklärten Emma echt das Gefühl, dass Janosch das ganze Leben als Spiel ansieht...

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    Und weil man sich mehr beschäftigt, nimmt der Hund eben auch einen höheren Stellenwert ein, und schon hat man eine Spirale: weil man sich Intelektuell und emotional mehr mit ihnen Beschäftigt, werden die Ansprüche höher (man will sie auch mit in den Urlaub nehmen, mit zu Familienfeiern....) und dazu müssen sie sich noch besser benehmen....


    Kein schlechter Ansatz, da ist wirklich was dran... ;)

    Dann haben wir wohl ein Stück weit aneinander vorbei geschriben, denn das hier:

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    Ist ein Zuviel an Liebe und Aufmerksamkeit evtl. nicht förderlich für einen Hund, führt eine Vermenschlichung zu Verhaltensproblemen?


    Würde ich auf alle Fälle so unterschreiben!

    Interessant ist deine Beobachtung schon - deckt sich nur leider nicht mit meinen Beobachtungen. Ich habe einen Teil meiner Jugend auf einem winzigkleinen Ort im thüringischen Nirgendwo :D verbracht. Dort war es Ende der Neunziger Jahre (und wahrscheinlich auch heute noch) absolut üblich seine Hunde in klitzekleinen Zwingern, an der Kette und grundsätzlich sowieso nur draußen zu halten. Spazieren gegangen sind dort auch nur die allerwenigsten Leute mit ihren Hunden - und ganz ehrlich, die Hunde hatten alle eine Macke, ist man vorbeigegangen haben sie vor lauter Aggressivität fast ihre Hütten weggerissen, die meisten Hunde haben jede Gelegenheit genutzt um zu streunen und zu jagen, einige waren extrem unsicher und unterwürfig etc.