Tja...und ein Wolfspitz würde doch wirklich perfekt dazupassen - die wollen bei entsprechender Abwechslung auf dem Grundstück nämlich auch nicht unbedingt spazierengehen... ![]()
Beiträge von Sleipnir
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Na...da kommen wir der Sache doch schon näher...ein Rottweiler-Mischling, 10 Monate alt, wahrscheinlich erwacht bei ihr so langsam aber sicher das Gefühl fürs eigene Territorium, auf dem Hof "tobt das Leben" und sie soll mit dir spazierengehen...
Würden wir jetzt von einen Jagdhund, einem Hütehund oder einer sonstigen recht "bewegungshungrigen" Rasse sprechen, dann müßte der Grund woanders liegen, aber in diesem Fall kann ich mir wirklich vorstellen, dass sie einfach keine Lust mehr auf "in ihren Augen" vollkommen unsinnige Spaziergänge hat.
Hunde gehen ja nicht wie wir spazieren um sich die Beine zu vertreten oder was von der Welt zu sehen, sondern in der Hauptsache um zu Jagen und um ihr Revier abzuschreiten.
Nun sind Rottweiler aber nicht gerade für ihren Jagdtrieb bekannt und in einer Zweizimmer-Wohnung lebt Lotta nun auch nicht, so dass sie in Ermangelung eines eigenen Reviers scharf auf Spaziergänge sein müsste, viele Hundekumpel wird ein Hund im estnischen Nirgendwo auf seinen Spaziergängen wohl auch nicht treffen, also warum soll sie mit dir spazierengehen wollen? Sie hat ihr Revier!
Ich würde versuchen sie verstärkt auf dem Hof zu beschäftigen, Unterordnung, ein paar Apportierübungen etc. dürften ja auch dort möglich sein und ich würde ihr die Spaziergänge immer mal wieder anbieten, vielleicht fällt es auch leichter, wenn du nicht direkt von euerm Hof startest, sondern erst ein Stück mit dem Auto fährst, evtl. lässt sich das ja mit dem Einkauf verbinden.
Und ich persönlich würde evtl. für die Zukunft mal die Option Zweithund andenken, gerade in Anbetracht eurer Wohnsituation und der Abwechslung in Lottas Leben hielte ich einen Zweithund (wenn ihr euch das vorstellen könnt) nicht für die schlechteste Alternative...
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Zu welcher Rasse gehört Lotta denn?
Es gibt durchaus Rassen, die mit dem Aufenthalt auf einem großen Grundstück, auf dem immer etwas los ist (habt ihr nicht auch Landwirtschaft???) und das sie evtl. auch bewachen, durchaus ausgelastet sein können...
Ich denke da gerade an die Gruppe der "Lagerhunde": Bernhardinder, Leonberger, Sennenhunde, Rottweiler etc. -
@Fräuleinwolle:
Das ist der beste Beitrag, den ich hier seit Wochen gelesen habe - ich bin ganz deiner Meinung!!!
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undercover, ich hab das Gefühl, dass wir etwas aneinander vorbei reden, ich versuchs jetzt nochmal etwas plastischer:
Ich bin mit Janosch im Wald unterwegs, plötzlich raschelt es im Gebüsch, Janosch steht ganz kurz vor und würde eigentlich in der nächsten Sekunde losflitzen. Ich nutze die Sekunde des Vorstehens aus und sage "Janosch, bleib" - und Janosch bleibt wahrhaftig wie angewurzelt stehen.
Dieses Verhalten muss ich natürlich belohnen, zum Einen um es zu bestärken und zum Anderen um ihm einen Anreiz zu geben, bei der nächsten Gelegenheit wieder ähnlich zu reagieren.
Wenn ich jetzt ein Spielzeug aus der Tasche ziehen würde und werfen würde, Janosch würde in dieser Situation nichtmal hingucken, verbales Lob würde absolut nicht bei ihm ankommen, aber Futter, darauf reagiert er auch in dieser Situation und damit kann ich ihn bestärken.
So, und jetzt würde ich von dir gerne wissen, wie du einen ähnlich gestrickten Hund, in einer ähnlichen Situation bestärken würdest, ohne Leckerchen zu geben - und werd bitte mal konkret... -
Schade das immer noch keiner der "Leckerchengegener" erklärt hat, wie er einen Hund motiviert, der weder auf Spielzeug, noch auf Streicheleinheiten oder auf verbales Lob abfährt und der gerade dabei ist einer Hasenfährte zu folgen...
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Zitat
Während meine Border Mix Hündin also bei einem Sitz "sagt" Ich kann so Sitz, ich kann ein wenig weiter rechts, ich kann links, bitte welches Sitz darf ich für Dich machen; "sagt" meine Windhündin schlicht und ergreifend: Wieso?
Wunderbarer Einwand, Ella!!!
Genauso ist es doch.
Einen leichtführigen Hund mit starkem will to please auch ohne Leckerchen bei der Stange zu halten ist wirklich nicht kompliziert.
Ich habe mit Emma ja ein ähnliches Exemplar. Wenn ich ihr einen Befehl gebe, dann überschlägt sie sich fast vor Motivation, blendet die komplette Aussenwelt aus und möchte einfach nur gefallen.
Da brauche ich nun wirklich keine Leckerchen, die Zusammenarbeit mit mir ist für Emma eigentlich schon Belohnung genug.
Bei Janosch sieht das allerdings ganz anders aus.
Er ist insgesamt eher "langsam", mit Spielzeug nur zu motivieren wenn er gerade nichts Besseres zu tun hat, und als Jagdhundmischling oftmals mehr an seiner Umwelt als an mir interessiert.
Wenn ich nun nicht vorhabe Druck aufzubauen und diesen Hund durch Angst unmd Meideverhalten in den Gehorsam pressen will, dann bleibt mir doch gar nichts anderes, als ihn (da er glücklicherweise recht verfressen ist) mit Leckerchen zu motivieren, oder hat jemand einen anderen Vorschlag?
Für ihn, obwohl ich ihn nicht anders behandle als Emma, ist die Zusammenarbeit mit mir, gerade unter Ablenkung, nicht selbstbelohnend genug und wie gesagt, will ich keinen Druck ausüben, dann muss ich ihm doch irgendetwas anbieten, dass für ihn die Zusammenarbeit mit mir lohnenswert erscheinen lässt! -
Jasmin:
Ich kann all deine Ausführungen nachvollziehen, und bin eigentlich ganz deiner Meinung...allerdings habe ich manchmal hier das Gefühl (und ich nehme jetzt einfach mal deine Beiträge hier als Aufhänger), dass sich Hundehalter wer weiß wie den Kopf zerbrechen und möglichst kreative (und umständliche) Problemlösungsstrategien erdenken nur um den eigenen Hund ja keine (angebrachten???) schmerzhaften Erfahrungen machen zu lassen.
Wenn ein Welpe mich beißt, dann tut das verdammt nochmal weh und dann stoppe ich ihn, unmittelbar und sofort!
Ich weiß Mensch-Hunde-Vergleiche sind hier ziemlich verpöhnt, aber diesmal finde ich es ganz passend:
Wenn Janosch in seiner Welpenzeit im Spiel mit Emma zu fest zugebissen hat, dann hat sie echt nicht lang gefackelt...einmal hat sie ihn vielleicht vorgewarnt und da er diese Warnung oftmals nicht ernstgenommen hat und einfach weitergemacht hat, hat sie ihn verprügelt, aber richtig...
So weit will ich ja absolut nicht gehen, aber wenn ich einem Welpen in dieser Situation zeitnah und emotionslos körpersprachlich klar mache, dass er gerade absolut übers Ziel hinausschießt (und das muss ja kein Klaps sein, das kann ja auch ein deutliches Wegschupsen, ein "Knuff" in die Seite oder bei eher zartbesaiteten Welpen schon ein bedrohliches Vornüberbeugen sein), dann hat das bei mir noch jeder Hund verstanden und die Situation "meinen Menschen beißen hat auch für mich unerfreuliche Konsequenzen" war sehr schnell verknüpft.
Ich halte eigentlich wirklich nicht viel von körperlicher Einwirkung in der Hundeerziehung, aber die Situation, wo einm Hund sich einen Spass daraus macht mir weh zu tun, die ist für mich echt eine Ausnahme... -
"Ignorieren" scheint ja das Allheilmittel problematischen Hundeverhaltens zu sein...versteht mich nicht falsch, in vielen Fällen funktioniert es ja auch wirklich gut, aber ein Hund, der meint mich als lebendigen Kauknochen zu missbrauchen und der mir wirklich wehtut, den würde ich mit Sicherheit nicht ignorieren, sondern ihm ganz deutlich machen, was ich von diesen Aktionen halte...
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Ich find das Ganze ziemlich dreist...bin mal gespannt, wie die Geschichte ausgeht!