sara:
Eigentlich sind wir ja fast einer Meinung...
Und zu sehr will ich Patricks Thread jetzt hier auch nicht zerpflücken, aber:
Grundsätzlich versuche ich genau wie gerade von dir beschrieben, Janosch vom Jagen abzuhalten...klappt auch in den meisten Fällen!
Aber es gibt doch trotzdem immer mal wieder Situationen, in denen man gar nicht mehr zum Handeln kommt, in denen man etwas "gepennt" hat und plötzlich sieht man den eigenen Hund nur noch von hinten...und ich will mich einfach nicht damit abfinden, den Hund dann einfach laufen zu lassen und wenn es (so ist es zumindest bei Emma und Janosch) die Möglichkeit gibt die Hunde durch aversive Reize davon abzuhalten, dann tu ich doch lieber das in wohldosierter Form, als den Hund der Gefahr auszusetzen überfahren oder erschossen zu werden.
Nur um Missverständnissen vorzubeugen: Meine Hunde "funktionieren" auch nicht wie Maschinen - sollen sie auch gar nicht - und das klappt natürlich nicht immer, je größer die Distanz zwischen mir und Hund ist, desto kleiner ist meine Chance die Hunde noch abzupfeiffen.
Beiträge von Sleipnir
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Aversion, Abneigung oder Ablehnung (von lat. aversatio zu aversio „Ekel“) bezeichnet die Neigung eines Organismus, auf bestimmte Reize mit Unlust zu reagieren. Eine Aversion kann gegenüber jeder Art von Reizen oder Objekten bestehen, zum Beispiel gegenüber bestimmten Menschen, Handlungen, Dingen (Nahrungsmitteln) oder Situationen und Erinnerungen. Als aversiv können auch die Reize selber bezeichnet werden und so kann beispielsweise Schmerz ein aversiver Reiz sein.
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Aversion
Ganz wichtig: Schmerz ist EIN aversiver Reiz, es gibt allerdings noch unzählige andere!!!
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Zitat
Ja, findest Du? grübel
Und aversive Reize sind effizienter?Ja...finde ich...
Ich brauche doch irgendeine Absicherung für den Notfall, irgendein absolutes Abruchsignal etc.
Vielleicht bin auch ich erziehungstechnisch nicht ganz informiert (und lasse mich da gerne eines Besseren belehren), aber wie will ich das rein über positive Verstärkung aufbauen?
Mal zwei Beispiele:
1.) Ich bin mit den Hunden im Feld unterwegs und 10 Meter vor den Hunden springt ein Hase auf und Janosch startet durch.
2.) Hinter einer Kurve taucht unvermittelt Emmas Lieblingsfeindin auf und Emma startet durch.
Keiner meiner Hunde würde in dieser Situation abdrehen, weil ich ein Spielie schwenke oder mit dem Leckerchenbeutel raschel, wie also trainiere ich dieses Abruchkommando wenn nicht aversiv?
Du hast es doch selbst schon geschrieben, Freilauf ist ein absolut elementares Grundbedürfnis von Hunden, und dieses Grundbedürfnis möchte ich so oft es geht erfüllen. Emma und Janosch sind heute so weit, dass ich sie in der Nähe von Straßen ableinen kann, sie können in wildreichem Gebiet ohne Leine laufen, wenn uns Jogger, Radfahrer oder Reiter entgegenkommen und auch andere Hunde können meistens völlig problemlos ohne Leine passiert werden.
Aber all das geht doch nur, wenn ich mich absolut auf die Hunde verlassen kann!
Eure ganzen Tipps hier die sind ja alle gut und richtig und zu 99% arbeite ich ja auch so, aber es gibt (meiner Meinung nach) einfach Situationen,da kommen Hunde in so hohe Triebbereiche (und bei einem Hund, der monatelang nur an der Schleppleine läuft sind diese Triebbereiche wahrscheinlich recht schnell erreicht!), da dringt man zu seinem Hund einfach kaum noch durch...
Und wer es wirklich schafft, rein über positiv verstärkte Kommandos seinen Hund im vollem Lauf hinter einem Hasen abzupfeiffen, der möge sich doch bitte hier mal melden und mir erklären wie das gehen soll! -
Wer hat denn hier davon geschrieben die Ängste zu ignorieren...

EDIT: Und ich hab immer noch nicht verstanden, was ein gut sitzender Grundgehorsam mit Jimmys Ängsten zu tun hat...ok, er reagiert mit Unsicherheit und Meideverhalten, wenn Patrick mal etwas lauter wird, darauf sollte man nun wirklich Rücksicht nehmen, allerdings würde ich versuchen eine Balance zu finden zwischen ich bin für den Hund so uninteressant, dass er nichtmal guckt und ich werde so deutlich, dass er mich meidet...auch bei Jimmy muß es doch einen Mittelweg geben, bei dem ihm zwar deutlich ist, dass es Patrick ernst ist, er ihn aber aus Unsicherheit noch nicht meidet.
Aufmerksamkeit erregen und ihn mit positiver Verstärkung bei der Stange halten ist ja gut und schön...allerdings würde das im Höchstfall solange klappen bis der erste Hase vor Jimmy aufspringt und er denkt "der Alte kann mir ja eh nix..."
Ich finde in diesem Zusammenhang Nianis Posting sehr treffend. Klar ist es für Hunde nicht immer angenehm, wenn man als Halter Druck ausübt, aber im Endeffekt kann man ihnen dadurch vielmehr Freiheiten ermöglichen und ganz ehrlich, ein Grundgehorsam nur auf positiver Verstärkung aufgebaut ist doch eine ziemliche Illusion...das funktioniert nämlich nur, bis ein Reiz auftaucht, der interessanter als irgendwelche Leckerchen, Spielzeuge oder sonstwas ist! -
Ich hätte immer noch Interesse und zeitlich bin ich recht flexibel!
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Lass mich gleich drauf antworten...
Mit Emma hatte ich bei der EM-Böllerei genau diesselben Probleme wie du mit Jimmy. Klar hat sie mir leid getan und klar nehme ich in solchen Ausnahmesituationen (!!!) Rücksicht auf sie, allerdings wirklich nur in diesen Ausnahmesituationen!
Hat sie sich dann wieder beruhigt, dann gehts auch ganz normal in unserem Tagesablauf weiter und dann erwarte ich auch wieder einen aufmerksamen Hund, der alle Kommandos möglichst flott ausführt - und genau das meinte ich damit auch, dass die Angstproblematik bei mir keinen Einfluss auf den Grundgehorsam hat. Das heisst für mich eben nicht, dass ich auf Biegen und Brechen irgendwelche Kommandos durchsetzte, auch wenn Emma gerade Todesängste durchsteht, sondern das heisst nur, dass ich in einigermaßen entspannten Siuationen von ihr einen genauso guten Gehorsam erwarte wie z.B. von Janosch.
Ums mal plastischer zu machen. Wenn Jimmy versucht sich aus seinem Halsband zu winden, oder am Zaun steht und euch keine Aufmerksamkeit schenkt, dann würde ich das rigeros abstellen, denn das hat nix mit seinen Angstproblemen zu tun...wenn du verstehst, was ich meine
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Das kommt ganz darauf an, wie wichtig deinen Hunden ihre Individualdistanz ist und ob evtl. ein Hund deutlich ranghöher ist...
Ich könnte Emma und Janosch nicht in eine Box stecken.
Insbesondere Emma besteht auf eine gewisse Distanz (obwohl sich meine Hunde sehr gut verstehen) und Janosch hat große Probleme damit nur in den Kofferraum zu springen, wenn Emma schon drin ist - da er dann nämlich zwangsläufig ihre Individualdistanz unterschreiten muss...
Kann aber bei dir natürlich vollkommen unproblematisch sein...kommt halt auf das Verhältnis der Hunde an... -
Ich hab seit Jahren eine mehrfach verstellbare Lederleine von Hunter - so 2,50 m lang! Die ist einfach super! Hat damals um die 40 Euro gekostet und sieht immer noch aus wie neu...
Ich kann mich mit Nylon und Gurtband irgendwie nicht anfreunden - ich liebe allerdings Leder als Leinenmaterial...fühlt sich meiner Meinung nach am angenehmsten an (es sei denn, dass Leder ist nass geworden...
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Ich fahre viel Mountainbike mit Emma und Janosch, vielleicht helfen dir ja meine Erfahrungen...
Als Erstes: langsam anfangen und nicht übertreiben...
Auch ein Hund muss erstmal Kondition aufbauen, allerdings geht das meist viel schneller als bei einem untrainierten Menschen, da Hunde durch ihren natürlichen Bewegungsdrang meist schon eine recht gute Grundkondition haben.Nächster Tipp: Asphalt ist noch einigermaßen in Ordnung, aber diese grob geschotterten Waldwege sind bei höherer Geschwindigkeit der absolute Horror für Hundepfoten.
Wenn du mit deinem Hund unterwegs eine Pause machst und sie dabei die Umgebung erkundet, dann ist alles im grünen Bereich, sollte sie sich aber sofort hechelnd ins Gras werfen, dann hast du sie überfordert.
Fahrradtouren allein sind für Hunde auf Dauer ziemlich monoton und langweilig. Emma und Janosch laufen auf unbekannten Wegen viel besser und noch besser laufen sie, wenn man unterwegs mal einige Apportierübungen, kleine Suchspiele etc. einfliessen lässt.
Ansonsten, vorrausgesetzt, dein Hund ist gesund, würd ich mir nicht soviele Gedanken machen. Hunde sind die geborenen Läufer und können das...es sei denn, du fährst mit einem 30er Schnitt
Natürlich gibt es die unterschiedlichsten Salben und Pülverchen, um Gelenke und Bänder zu unterstützen, allerdings ist das eher was für den Hochleistungssport (Schlittenhundesport, bikejöring etc.).Nur diese Anhänger, oder "wer-weiß-was"-Geschichte, die würde ich mir wirklich überlegen. Obwohl ich persönlich einigermaßen gut trainiert bin, aber einen Schäferhund...den möchte ich keinen Berg hochziehen...da würde ich mir eher Gedanken über irgendwelche Salben für dich machen...

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Und ich bestreite einfach, dass wir als Menschen überhaupt die Fähigkeit haben "richtiges" und "falsches" (Sozial-)Verhalten einer anderen Art immer sauber zu unterscheiden!
Wissen wir wirklich, welche Verknüpfungen alle im Hundehirn vonstatten gehen, wenn der Hund immer wieder von seinem Besitzer aus solchen Situationen herausgerufen wird...
EDIT: Und wie gelingt es uns immer sachlich und möglichst objektiv zu sein und nicht unsere menschlichen Moral- und Wertvorstellungen (zumindest ansatzweise) in diese Abrufgeschichte einfliessen zu lassen?