Beiträge von Sleipnir

    Ok...vielleicht war Qualzucht das falsche Wort, aber ein Grenzfall sind die angesprochenen Rassen für mich schon, der Berner Sennenhund vielleicht nicht, den halte ich eigentlich noch für relativ ausgewogen.
    Ich finde es aber schon bedenklich, dass Bernhardiner und Co. oftmals nur 8,9 Jahre alt werden...
    Es wurde ja schon angesprochen, dass diese Rassen enorm weit von ihren Ursprüngen entfernt sind und in den letzten Jahrzehnten eine Zucht rein auf große Köpfe und möglichst viel Masse betrieben wurde... finde ich eigentlich sehr schade. Doch das sind ja nun alles keine seltenen Rassen, von daher gibt es doch bestimmt irgendwelche Züchter, deren Hauptaugenmerk auf der Gesundheit liegt und die mit möglichst leichten Tieren züchten...ich werd mal ein wenig googlen...

    Ich hab übrigens mal den Link zu einem Bild eingefügt von einem Bernhardiner wie ich ihn mir vorstelle:

    http://www.fotocommunity.de/pc/pc/extra/se…isplay/13673321

    ...und hier noch ein Landseer, der mir gut gefällt:

    http://www.fotocommunity.de/pc/pc/extra/se…isplay/14209690

    Der Titel sagt es ja schon: Wie denkt ihr über Hunderassen (ich glaube sie werden unter der Bezeichnung "Berghunde" zusammengefasst) wie Bernhardiner, Landseer, Neufundländer, Leonberger, Grosser Schweizer Sennenhund etc. Hintergrund dieser Frage ist der, dass ich all die aufgezählten Hunderassen durchaus passend für mich finde, äußerlich ansprechend finde ich sie noch dazu, aber ich frage mich ernsthaft, ob man die Zucht solcher 60-80 Kilo-Kolosse wirklich unterstützen sollte...
    Sind das meistens so ausgeglichene, in sich ruhende Tiere weil es ihrem Naturell entspricht oder weil sie auf Grund ihrer Körpermasse gar nicht anders können? Inwiefern lassen sich oben genannte Rassen zum (gemäßigten) Hundesport einsetzen? Kann man mit einem Bernhardiner 15 Kilometer joggen gehen oder bricht der nach 500 Metern keuchend zusammen? Wie sieht es mit der allgemeinen Gesundheit und Lebenserwartung dieser Rassen aus?

    Hm...ich weiß nicht so genau...vielleicht setzt man sich auch oftmals selbst unter Druck. Wenn ich z.B. an meine Situation mit Emma denke...auch ich habe ganz oft das Gefühl, dass Emma nicht wirklich zu mir passt. Unabhängig von ihren ganzen Ängsten ist es insbesondere ihre hibbelige, nervöse, ständig an mir klebende und fordernde Art mit der ich echt nicht gut klarkomme. Zusätzlich hab ich durch die Arbeit mit Emma gemerkt, dass ich leider nicht der Typ Mensch bin, der sich selbstlos einer geschundenen Seele animmt, der nichts erwartet und sich an klitzekleinen Fortschritten erfreut...das bin ich einfach nicht und deshalb bin ich oftmals echt frustriert...mir gehts da ähnlich wie es "freileben" gerade in ihrem Thread beschreibt. Aber soll oder kann ich Emma deswegen abgeben? Vielleicht könnte eine andere Person wirklich besser mit ihren Macken umgehen, aber wenn ich das machen würde, dann könnte ich glaub ich nicht mehr in den Spiegel gucken. Ich hab mich doch nunmal für diesen Hund entschieden, wir sind irgendwie ja doch zu einem Team zusammengewachsen und sie dann nach über drei Jahren abgeben. Außerdem müsste ich mir dann ja auch mein Scheitern eingestehen...
    Ach, irgendwie ist das ein blöder Thread...wenn es um andere Mensch-Hunde-Beziehungen geht, dann bin ich auch recht schnell mit dem Argument, dass es durchaus Menschen und Hunde gibt, die nicht zueinander passen und lieber "Ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende" usw. usw....aber wenn man dann doch mal die Beziehung zum eigenen Hund in Frage stellt... :/

    Ich würd zu nem TA gehen, der sich auf Verhaltenstherapie spezialisiert hat. Allerdings gibt es da nicht wirklich viele und die "guten" haben meist auch schon Wartelisten...aber ein Versuch wäre es auf alle Fälle wert...

    Und in welche Hände gibt man so einen Hund... bzw. wo findet man jemanden, der 1.) den Hund trotz der Problematik überhaupt nimmt und der 2.) so kompetent und engagiert ist, dass man sich überhaupt mit einem "guten" Gefühl von seinem Hund trennen kann?

    Sehr interessantes Thema!

    Ich glaub, ich hab zwei sehr typische Vertreter ihres jeweiligen Geschlechts zuhause und ich muss auch sagen, dass mir Rüden irgendwie mehr liegen. Ich hab immer das Gefühl Hündinnen werden irgendwann wirklich erwachsen. Sie sind dann relativ abgeklärt und wissen genau was sie wollen und vor allem was sie nicht wollen. Interessierte Fremdrüden werden meistens sehr vehement (zickig) auf Abstand gehalten und entwickeln sich Feindschaften zu anderen Hunden sind diese oft dauerhaft und unumstößlich, wobei Hündinnen auch eher dazu neigen sich "ernsthaft" zu bekämpfen.
    Bei Rüden denk ich ganz oft, dass sie oftmals nie richtig erwachsen werden. Ich erlebe sie meist als extrovertierter als Hündinnen und Begegnungen mit anderen Hunden werden meist nicht so ernst genommen, soll heißen: so schnell wie Rüden dabei sind mit einem kräftigen "Staubaufwirbler" ihre Kräfte zu messen, genauso schnell kann man mit dem anderen auch wieder über die Wiese flitzen - das wäre für Emma z.B. undenkbar!
    Klar sind das alles nur Tendenzen und das einzelne Individuum kann vollkommen anders sein, aber insgesamt hab ich es bisher so erlebt.
    Persönlich will ich gar nicht ausschließen, dass irgendwann wieder eine Hündin bei mir einzieht, aber eigentlich finde ich den Umgang mit Rüden deutlich unkomplizierter und tendiere eher zu ihnen!

    Scheint doch in Hattingen recht eindeutig geklärt zu sein:

    Zitat

    In ganz Hattingen müssen Hunde auf öffentlichen Verkehrsflächen und Anlagen angeleint geführt werden. Das gilt für alle Hunde. Diese Anleinpflicht ergibt sich aus dem Landeshundegesetz NRW und darüber hinaus aus der Ordnungsbehördlichen Verordnung der Stadt Hattingen.

    Die Anleinpflicht gilt nach dem Landeshundegesetz NRW (LHundG NRW) für alle Hunde in Fußgängerzonen, Haupteinkaufsbereichen, Straßen und Plätzen mit vergleichbarem Publikumsverkehr, in allen der Allgemeinheit zugänglichen umfriedeten Park-, Garten- und Grünanlagen (einschließlich Kinderspielplätzen), bei öffentlichen Versammlungen, Aufzügen, Volksfesten und sonstigen Veranstaltungen mit Menschenansammlungen sowie in öffentlichen Gebäuden, Schulen und Kindergärten.


    Zitat

    Große Hunde (mit einer Widerristhöhe von mehr als 40 cm oder einem Gewicht von mehr als 20 kg) sind neben den zuvor genannten Bereichen außerhalb eines befriedeten Besitztums und innerhalb im Zusammenhang bebauter Ortsteile auf öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen sowie in öffentlichen Verkehrsmitteln nur angeleint zu führen.

    Quelle: http://www.hattingen.de/postnuke/index…undehaltung.htm

    Durch deinen Avatar gehe ich mal davon aus, dass dein Hund unter die Kategorie "Großer Hund" fällt - bedeutet also, dass überall innerorts, auch in Parks und Grünanlagen, Anleinpflicht herrscht. Außerhalb der bebauten Ortschaft darfst du ihn allerdings laufen lassen.

    Zitat

    Selbst wenn der Hund kein Interesse an fremden Menschen zeigt, bzw. sich nicht selbststaendig zu diesen hinbewegt, Du in einer einsamen Gegend unterwegs bist und der Hund gut abrufbar ist?

    Ehrlich?...Ich weiß es nicht genau! Ich find das ziemlich schwer zu beurteilen, da ich selber noch nie in einer ähnlichen Situation war. Mein derzeitiger Standpunkt sagt mir, ja ich würde es machen...zumindest vorläufig, da ich somit auch das Restrisiko minimieren kann und ein Maulkorb den Hund ja kaum behindert.
    Ob ich in entsprechender Situation dann allerdings auch wirklich so handeln würde kann ich nicht mit 100% Sicherheit sagen...