Beiträge von Sleipnir

    @ Gwendulin: Du hast Recht...das war nicht konstruktiv! Normalerweise bin ich auch immer einer der ersten, der sich über soetwas aufregt - von daher kann ich dich gut verstehen. Aber als ich das gelesen habe, dass ein Hund eingeschläfert werden soll, weil ihm nie beigebracht wurde alleine zu sein...da ist mir echt die Spucke weggeblieben...und in diesem Atemzug hab ich dann auch meine Nachricht verfasst...

    Die Begriffe Schäferhund und Hütehund werden oftmals synonym verwendet oder auch einfach durcheinander geworfen. Eine scharfe Trennlinie zwischen beiden gibt es eigentlich auch nicht. Klar unterscheiden lassen sich jedoch Schäfer-/Hütehunde in Herdengebrauchs- und Koppelgebrauchshunde.

    Zitat

    Mich würde mal interessieren, wie es mit der Bindung von Mensch zu Tier aussieht.

    Also da kann ich nun von Emma wahrlich nichts schlechtes berichten! Sie hat wirklich nach einer Führungspersönlichkeit gesucht und ich hatte nie irgendwelche Bindungsprobleme mit ihr. Ich hab sie schon am zweiten Tag ohne Leine laufen lassen, sie würde nie (außer bei absoluter Todesangst) weglaufen, sucht bei Spaziergängen ständig Blickkontakt etc.

    @ susami: Willst du jetzt sagen, dass Ängste und Unsicherheiten kein generelles Problem "südländischer" Hunde sind???
    Natürlich gibt es immer Hunde, die sich "anders" verhalten, die sich besser hier in Deutschland einfügen können etc. Kommt ja immer auf die Vorerfahrungen des Hundes an. Aber tendenziell(!!!) ist es doch schon so, dass Ängste überproportional bei "südländischen" Hunden auftreten.
    Ein befreundeter Hundetrainer hat mal zu mir gesagt, dass mindestens drei Viertel aller Kunden, die wegen eines Angstproblem des Hundes an ihn herantreten Besitzer "südländischer" Hunde sind!

    Spezielle Probleme südländischer Hunde ergeben sich meist (nicht immer!!!) aus einer mangelhaften Sozialisation hinsichtlich alltäglicher Gegebenheiten des (Hunde)Lebens in Deutschland:
    Menschenmassen, Innenstädte, öffentliche Verkehrsmittel, Lärm, unbefangener Umgang mit fremden Personen, Kontakt mit Fremdhunden (das war ein ganz heißes Eisen bei uns!) usw. usw.
    Natürlich gibt es südländische Hunde, die im letzten Hinterhof großwurden und mit all diesen Dingen absolut gar keine Probleme haben, aber die Regel ist das nicht!

    EDIT: Nein...das auf dem Foto ist Janosch...unser Zweithund... :D

    Zitat

    Erzählt mal kurz eure Geschichten und Erfahrungen mit der ausländischen Tierhilfe, mit eurem Hund und ob ihr wieder einen Hund aus dem Ausland nehmen würdet und wenn nicht warum nicht.

    Wie fasse ich das denn mal kurz zusammen... :???:
    Um Ostern 2004 war ich im hiesigen Tierheim auf der Suche nach einem Hund. Ich hab Emma im Zwinger gesehen und fand sie toll. Sie kam aus Spanien...von mir aus hätte sie auch vom Mond kommen können...ich war absolut naiv und hatte keine Ahnung von den speziellen Problemen südländischer Hunde und vom Auslandstierschutz allgemein. Auch vom Tierheim kamen keine Hinweise. Keine Hinweise auf die Probleme mangelhafter Sozialisation, keine Hinweise auf Mittelmeerkrankheiten und um dem ganzen die Krone aufzusetzen, wurde sie mir als völlig falsche Rasse vermittelt.
    Die ersten Tage und Wochen waren recht unauffällig und dann sind Emma und ich durch die Hölle gegangen...jahrelang!!!
    Sie hatte vor allen möglichen und unmöglichen Dingen Angst...teilweise ist sie in kopfloser Panik in die Leine gesprungen und hatte richtige Todesangst - Auslöser dafür waren wehende Sonnenschirme, Dönergeruch, Auslagen vor Geschäfte, Regenschirme etc.
    Sie hatte Angst vor anderen Hunden und ist sehr schnell angstaggressiv geworden.
    Sie war ständig überdreht und hatte keinerlei Frustrationstoleranz.
    Schon bei Ansammlungen von 5 Personen aufwärts war sie vollkommen reizüberflutet.
    Man konnte mit ihr nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren, sie mit in die Innenstadt zu nehmen wäre undenkbar gewesen.
    usw. usw.....
    Wir haben unseren Weg inzwischen gemacht und die meisten Probleme haben wir in den Griff gekriegt...Emma ist heute auf einem recht niedrigem Level stabilisiert und benimmt sich hier zuhause, in ihrem gewohnten Umfeld wie ein normaler Hund.
    Bis dahin war es aber ein sehr, sehr langer sehr, sehr steiniger Weg mit massiven Rückschlägen.
    Natürlich stärken gemeinsam gemeisterte Probleme die Bindung enorm, ich bin wahnsinnig stolz auf mich und auch auf Emma, dass wir es soweit geschafft haben, aber soetwas nochmal:
    NIE IM LEBEN!!!