Naja...ich würd mal einfach behaupten, dass die wenigsten Hundehalter ihre Hunde im Freilauf so stark reglementieren, dass sie immer in einem 10-Meter-Radius um ihren Menschen bleiben und NIE die Wege verlassen dürfen...ich mache das bspw. nicht und da ist der Unterschied zu einem Spaziergang an der Schleppleine in meinen Augen schon enorm!
Wir waren vorletzte Woche im Urlaub und hatten unsere Hunde dort auch vermehrt an der Schleppleine, da wir teilweise im Nationalpark spazieren waren etc....die Hunde waren so aufgekrazt, als sie abends wieder von der Leine konnten...und sind erstmal über die Wiese getobt...warum sollten sie das nach einer stundenlangen Wanderung tun, wenn für sie die Schleppleine kaum einen Unterschied machen würde?
Gerade Janosch und Emma toben unterwegs soviel miteinander...sie fixieren sich...verfolgen sich...rollen über die Wiesen...wie soll soetwas auch nur ansatzweise mit einer Schleppleine möglich sein?
Beiträge von Sleipnir
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Ich hab ja den direkten Vergleich: Zwei eigene Hunde, die eigentlich immer ohne Leine unterwegs sind und zwei Gassihunde, die zumindest im Wald an der Schlepp unterwegs sind - die Schleppleinen sind jeweils 10 Meter lang.
Unterschiede sehe ich folgende:
1.) Die Hunde können an der Schleppleine nicht richtig rennen...nach ein paar Sprüngen ist schon das Leinenende erreicht.
2.) Sie verheddern sich auf jedem Spaziergang mehrfach in der Schleppleine.
3.) Sobald sie auch nur an den Wegesrand zum Schnüffeln gehen oder vielleicht doch mal zwei Schritte in ein Gebüsch verheddern sie sich dort mit der Leine.
4.) Begegnungen mit anderen Hunden werden erschwert, freies Spiel ist fast unmöglich...auch wegen der Verletzungsgefahr.
5.) Dadurch das ich sie an der Leine habe und ich nicht an jedem Strauch stehenbleiben will werden sie definitiv mehr reglementiert als im Freilauf...da können sie nämlich in Ruhe schnüffeln und schließen dann wieder zu mir auf...Für mich ist eine Schleppleine ein Erziehungshilfsmittel um den Grundgehorsam auch auf eine gewisse Distanz zu festigen...meinetwegen ist sie auch noch ein Hilfsmittel um wirklich jagdtriebige und selbstständige Hunde in wildreichen und sehr unübersichtlichen Gebieten abzusichern, aber Hunde, die täglich zum größten Teil an der Schleppleine unterwegs sind, die tun auch mir leid!
Und meine beiden Gassihunde zeigen es mir eigentlich ganz deutlich, dass ich damit nicht so falsch liege...man kann stundenlang mit ihnen an der Schleppleine durch den Wald marschieren...werden sie komplett abgeleint, dann rennen sie erstmal...warum sollten sie das tun, wenn sich sich auch an der Schleppleine hundegerecht bewegen könnten? -
Ich finde auch, dass das Schießen eines Hundes ein unverhältnismäßiger Eingriff in die Eigentumverhältnisse des Hundehalters ist und ich bin überzeugt, dass sich dieses "Privileg" in unserer Gesellschaft nicht mehr lange halten wird...
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kannst du wirklich so sicher sein, das es deinen hund nicht interessiert wenn er bodenbrüter aufstöbert, und sie nicht tötet?????
und kitze die sich ins gras drücken, verletzt oder auch tötet???So sicher, wie man sich bei einem Hund sein kann...100 Prozent gibt es natürlich nicht, aber durch vorrausschauendes Spazierengehen und gut erzogene Hunde kann ich das Risiko auf ein für mich vertretbares Maß reduzieren!
Zitatch kann mir auch nicht denken das es bundesländer geben soll, wo der tierschutz so gar keine rolle spielt
Warum spielt denn der Tierschutz keine Rolle? Es gibt hier nur einfach keinen allgemeinen Leinenzwang zur Brut- und Setzzeit!
Ich lass meine Hunde deswegen ja nicht lustig über hochstehende Wiesen und durchs Unterholz flitzen, aber gut erzogene Hunde monatelang nur an der Leine zu halten finde ich doch leicht übertrieben...
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Im Wald erzählt mir der Jäger, dass Leinenzwang ist (auch außerhalb Brut- und Setzzeit)
Das erzählen sie immer gerne! Erkundige dich da ganz genau nach deinen Rechten, denn die Jägerschaft spekuliert natürlich darauf, dass sich Hundehalter einschüchtern lassen, über ihre Rechte gar nicht Bescheid wissen und ganz artig ihre Hunde an der Leine führen wo gar kein Leinenzwang herrscht!!!
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Das Problem sind, zumindest in meinem Fall, nicht mal irgendwelche Gesetze. Ich wohne in Hessen und in unserem Gemeindegebiet gibt es keinerlei Leinenzwang...weder innerorts, noch im Wald...auch nicht zur Brut- und Setzzeit.
Das Problem sind hier vielmehr die Jagdpächter, die oftmals meinen ihre eigenen Gesetze aufstellen zu können, die dir von Leinenzwang erzählen, wo gar keiner ist etc... -
Terrys Frage ist absolut berechtigt!
Wir leben hier in einer ziemlich wildreichen, ländlichen Gegend. Wir gehen hier aus der Haustür raus und treffen ÜBERALL Wild: im Wald, auf Feldern, auf Wiesen, in Parks...sogar innerorts...gerade mal 50 Meter von meiner Haustür entfernt haben sich Feldhasen auf einem Bahngelände häuslich niedergelassen. Eigentlich müsste ich meine Hunde dann immer an der Leine lassen, denn selbst wenn man mal nur ne kurze Pipi-Runde dreht kann es passieren, dass vorm Hund ein Hase aufspringt...
Wenn, dann kann man doch sowieso nur am Gehorsam ansetzen und mit dem Hund das Abrufen am Wild trainieren...aber warum ich meine Hunde nun grundsätzlich im Wald anleinen soll, wo uns überall Wild begegnen kann weiß ich jetzt auch nicht... -
Unsere Hunde dürfen nicht ins Bett! Dafür lümmeln sie den ganzen Tag auf der Couch rum und wenn ich mir angucke wieviele Haare und wieviel Sand da manchmal liegt...nee, ich bin zwar recht schmerzfrei, aber den Dreck möchte ich echt nicht im Bett haben!
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Und je nach dem, wie schnell ihr Stresspegel steigt, überspringt sie. Bei bekannten Hunden, ist sie einfach nicht so gestresst, deshalb kann sie da sensibler vorgehen. So seh zumindest ich das.
Da ist definitiv was dran!!!
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Staffy, du hast da ja schon Recht! Klar zeigt Emmas ganze Körpersprache im Vorfeld schon "Lass mich in Ruhe, ich will mit dir keinen Kontakt!" und nein...weder verfolgt sie irgendwelche Hunde, noch hat sie dabei jemals einem Hund ein Haar gekrümmt...es geht ihr wirklich nur darum Distanz herzustellen. Grundsätzlich ist das ja auch ihr absolutes Recht!
Was mich nur etwas wundert ist halt, dass sie von einer angespannten, ablehnenden Körperhaltung sofort in einen körperlichen Angriff übergeht. Die Sequenz des Knurren, Leftzen anziehen etc. fehlt bei fremden Hunden völlig...und die meisten Hunde...hypersexuelle Labradore vielleicht mal ausgenommen...würde sie doch schon damit auf Abstand halten können...
Ich finde es einfach merkwürdig, dass sie ganz genau weiß, wie man bspw. durch ein Zähnefletschen einen Hund auf Distzanz hält und das bei vertrauten Hunden auch zeigt, fremden Rüden aber gleich an den Hals springt...