Beiträge von Sleipnir

    Hm...nicht ganz einfach... :???:

    Jagdhunde tendieren ja insgesamt dazu schnell mal "übergriffig" zu werden, distanzlos zu sein und Regeln auch nach dem 100sten Mal noch in Frage zu stellen...von daher ganz rassetypisch... :D
    Je nachdem wie der Hund bisher geführt wurde kann das durchaus potenziert auftreten.
    Ich denk nämlich gerade in folgende Richtung:
    Evtl. ist der Hund irgendwann mal jagdlich geführt worden, evtl. ist er mit den üblichen "Brachialmethoden" trainiert worden...
    Wenn das so ist, dann könnte es nämlich auch sein, dass der so "abgestumpft" ist was Korrekturen betrifft, dass der sich "kaputtlacht" wenn du ihm am Schlawittchen aus dem Bett ziehst oder ihm am Korb anleinst...

    Zitat

    Den Stress brauch ich nicht, und die Auslastung kriegen sie eh bei der Zugarbeit, und im Freilauf in unserem grossen Garten.

    Körperliche Auslastung haben deine Hunde mit Sicherheit genug, aber das ist ja nicht der einzige Grund, warum ich einen Hund ableine!

    Feddersen-Petersen schreibt in ihrem Buch "Hundepsychologie" z.B.:
    "Hunde nehmen, während sie ihren Weg zurücklegen, eine kaum überschaubare Anzahl von Umgebungsreizen wahr, auf die sie in adäquater Weise reagieren müssen. Es ist hinlänglich bekannt, dass sie über einen besonders empfindlichen Geruchssinn und entsprechend vielfältige Möglichkeiten der Verarbeitung im zerebralen Bereich verfügen. Hunde müssen die Möglichkeit haben, zu bestimmten Zeiten Reizen ihrer Wahl zu folgen, denn diese unterscheiden sich sehr von den vorgedachten Wegen des Menschen."

    Für Feddersen-Petersen gehört regelmäßiger Freilauf zu den Mindestanforderungen zur Entwicklung eines normalen Hundeverhaltens.
    Und ganz ähnlich sehe ich das auch!
    Und diesen Reizen nachgehen (was nicht gleichzusetzen ist mit selbstständig auf Achse sein und nicht mehr auf den Menschen achten!!!), funktioniert weder vor einem Schlitten/Trainingswagen, und auch nur bedingt im eigenen Garten!

    Naja...ich finde schon das staffys Beitrag eine Antwort ist!
    Wäre ich in der Situation würde ich den Freund nämlich hauptsächlich durch das Argument überzeugen versuchen, dass ein Leben ausschließlich an der Leine nicht artgerecht ist und den Bedürfnissen eines Hundes auf Dauer nicht gerecht werden kann!

    Zitat

    Denn dann wären für mich Monate auf Hundefarmen mit Schlittenhunden, ebenso wie einige Monate bei Dienstleistungshunde, Schutzhunden, Hütehunden, dann Praktika in normalen Hundeschulen....nötig und die Theorie natürlich! nebenbei! So würd ich mir das vorstellen.
    Erstmal 100 Hunde ausbilden bevor man sich Trainer nennen darf. In Vollzeit. 8 Stunden am Tag.

    Das wären ideale Voraussetzungen...nur...das kann sich doch kein Mensch leisten! Bei nem großen Musher kriege ich evtl. noch freie Kost und Logie...aber ansonsten...man macht das ehrenamtlich...man macht das in seiner Freizeit und gar nicht wenige Hundetrainer und Hundeschulen sind ja sogar so dreist, dass sie Praktika nur gegen Bezahlung anbieten!
    Wenn ich das also Vollzeit, über einen längeren Zeitraum machen will, dann muss ich entweder vermögend sein oder einen Partner haben, der Alleinverdiener sein kann und willens ist mich da "durchzuschleppen"...
    Bei dem Großteil potenzieller Hundetrainer wird aber weder das eine noch das andere gegeben sein und von daher halte ich solche Forderungen für etwas utopisch...

    Der Hund braucht Auslastung!

    Setter sind dafür gezüchtet worden stundenlang in einem großen Radius nach Wild zu stöbern und vorzustehen! ALLE Setter, die ich kenne sind draußen zu 90 % im Galopp unterwegs.
    Wenn er diese Auslastung hat...ich weiß...ist ohne guten Grundgehorsam fast unmöglich...dann wird er in der Wohnung von alleine "runter" kommen.
    Weißt du ob er in Griechenland jagdlich genutzt wurde...evtl. sogar aus einer Leistungslinie stannt...

    Mir ist auch noch nicht ganz klar, welche Probleme du in der Wohnung mit ihm hast...folgt er dir auf Schritt und Tritt...kommt er einfach nicht zur Ruhe?
    Obwohl ich ja nicht so ein Riesenfreund davon bin, aber vielleicht würde in diesem Fall ein Kennel gute Dienste tun... :???:

    Hab gerade mal aus Interesse gegoogelt:
    Allein im VDH gibt es zwei eigenständige Bernhardiner-Clubs und insgesamt relativ viele Züchter.
    Wo sind nur die ganzen Hunde???
    Auf der Straße habe ich nämlich auch seit Jahren schon keinen Bernhardiner mehr gesehen...

    Hier im Forum hab ich noch NIE von einem Bernhardiner gelesen!
    Komisch...sind die so selten... :???:
    Die Familie meines besten Grundschulfreundes hatte damals eine Bernhardinerhündin...Birka! War schon ein netter, gemütlicher Hund, der sich nicht so schnell hat aus der Ruhe bringen lassen. Der Hund war so gelassen, dass wir als 10-, 11-jährige Kinder bedenkenlos mit dem Riesenkalb in den Wald geschickt wurden...
    Außer nett und gemütlich fällt mir zu dem Hund echt nicht so viel ein...doch...auf dem heimischen Grundstück war sie sehr, sehr wachsam!

    Zitat

    Wie gesagt, wir sind so 2,5-3h draußen unterwegs, machen bisschen Unterordnung, bisschen Dummytraining, bisschen Tricks und der Hund ist zufrieden.

    ...und dazu noch ein bisschen Zughundsport...klar kannst du unter diesen Umständen einen DSH aus Leistungslinie halten...und Schutzdienst...nee...ist absolut nicht zwingend notwendig!