Beiträge von Sleipnir

    Zitat

    Ein Hund, der die Hosen an hat, braucht nichts zu verteidigen, denn das fällt ihm zu.

    Und genau so ist es in den meisten Fällen ja auch bei uns:
    Emma brauch die runtergefallenen Leckerchen nicht verteidigen...Janosch dreht den Kopf von alleine weg...sie braucht auch ihren Liegeplatz nicht verteidigen, sie muss nicht mal den Kopf heben und Janosch begnügt sich "automatisch" mit den schlechteren Plätzen...nur in der einen Situation...da hat ers irgendwie raus wies geht...und das finde ich ganz spannend...

    Seit Jahren beobachte ich bei meinen Hunden ein ziemlich interessantes Verhalten, auf das ich mir aber keinen Reim machen kann.
    Bei unseren Hunden hat Emma ganz klar "die Hosen an". Werfe ich eine Handvoll Leckerchen auf den Boden sammelt Emma die alleine ein, Janosch dreht den Kopf weg. Emma quetscht sich auch zu Janosch auf die Couch wenn eigentlich gar kein Platz ist, Janosch hingegen würde nie auf die Couch steigen, wenn Emma nur zusammengerollt in einer Ecke liegt usw. usw.
    Aber trotzdem nimmt er ihr (in der Wohnung!) Spielzeuge ab...und sie lässt es sich gefallen, obwohl sie ein absolut beutegeiler Hund ist und sehr dazu neigt Ressourcen zu verteidigen.
    Janosch Trick: Er beschwichtigt unübersehbar und schiebt sich Milimeter für Milimeter vor.
    Emma liegt als mit nem Spieltau am Boden und kaut darauf rum, Janosch steht vor ihr. Plötzlich geht er langsam "in die Knie", zieht die Rute ein, legt die Ohren an und zieht die Mundwinkel zurück und schiebt sich wirklich in Zeitlupentempo auf das Spielzeug zu. Emma knurrt, Emma beißt ihm über die Schnauze. Er fiept vielleicht ein bisschen und schiebt weiter. irgendwann ist er dann mit der Nase direkt am Spielzeug...macht das Maul auf und nimmts mit... :schockiert:

    Warum lässt sich Emma das gefallen? Jeden anderen Hund würde sie dafür grün und blau prügeln! Funktioniert auch nur drinnen. Draußen, in Bewegung traut sich Janosch nicht ihr ein Spielzeug abzunehmen!
    Ist es wirklich die ganze Beschwichtigungstaktik, die sie davon abhält ihn in Grund und Boden zu stampfen?
    Ich kanns mir nicht so ganz erklären...

    Das kann ich pauschal jetzt gar nicht sagen...kommt echt auf das Festival UND den Hund an.
    Bei einem sehr stressresistenten und nervenfesten Hund und einem eher kleineren Festival in der Reggae-/Hippie-Ecke könnte ich mir das schon vorstellen...aber in den meisten Fällen dürfte das in ziemlichen Stress für Hund und Halter ausarten...wobei bei den ganzen großen Festivals Hunde ja sowieso fast immer verboten sind!

    Ja...so ist das leider!
    Bei uns im Ort ist mal ein Schäferhund ausgebüxt, der mir vor der Sparkasse meinen damaligen Hund zusammengebissen hat und dann weitergezogen ist. Ich hab dann auch bei der Polizei angerufen.
    "Nee...solange der nicht auf dem Spielplatz kleine Kinder anfällt kommen wir nicht!"... :schockiert: :schockiert:

    Zum Jagdproblem:
    Das du mit ihr Mantrailing und Dummytraining machst ist ja schon mal super um den Jagdtrieb alternativ auszulasten. Hilft dir allerdings nichts in realen Jagdsituationen...wie du ja selbst schon bemerkt hast... ;)
    Da wäre es wichtig noch etwas am Grundgehorsam zu arbeiten...insbesondere an der Impulskontrolle. Gib den Begriff mal in die Suchfunktion ein, da solltest du genügend Lesestoff finden!
    Steht dein Hund vor? Ist ja bei einem Vizsla anzunehmen...
    Ich würde nämlich versuchen das Vorstehen zu festigen um sie danach abrufen zu können. Könnte man, wenn sie denn Ansätze zum Vorstehen zeigt, sehr schön aus der Impulskontrolle erarbeiten...

    Ein wirkliches Ressourcenproblem haben wir auch nicht...ich finde, das spielt sich alles in einem angemessenem Rahmen ab.
    Wir als Menschen können den Hunden sowieso alles problemlos abnehmen, Spielzeuge werden untereinander halbherzig und oftmals spielerisch bewacht, Leckerchen kann man auch problemlos verteilen etc.
    Wirklich ernsthafte Ressourcenverteidigung gibt es hier nur bei hochwertigem Futter (frisches Fleisch) oder bei Kauartikeln. Da wird durchaus mal geknurrt oder mit den Zähnen gefletscht, wenn der andere Hund zu nah kommt. Bei Missachtung dieser Warnung würde es dann auch durchaus zu einer Auseinandersetzung kommen.
    Am Anfang des Zusammenlebens meiner Hunde ist das schon hin und wieder mal eskaliert...da wurde blitzschnell beim anderen geklaut, sich um Kauartikel geprügelt etc.
    Das haben wir aber sehr schnell in den Griff gekriegt und heute werden die Grenzen des anderen anstandslos akzeptiert.
    Zu den Hunden:
    Emma, 7 Jahre, Perro de Pastor Mallorquin
    Janoasch, 4 Jahre, Setter-Hovawart-Labrador-Mischling

    Ganz kurz, da ich gerade wenig Zeit habe:
    Wir hatten ein sehr ähnliches Problem! Zweithund, der zwar prinzipell mit dem Alleinsein kein Problem hatte, aber aus Langeweile auch ständig irgendwelche Sachen geschreddert hat...bei uns sahs manchmal auch wie nach nem Bomenangriff aus. War jemand zuhause ist er auch NIE an irgendwelche Sachen gegangen.
    Problem war halt, wie du auch schon geschrieben hast, dass man den Hund ja nie in flagranti erwischt.
    Wir haben dann auch mit einer ganz klaren Raumbegrenzung begonnen. Mit nem Kennel kann ich mich nicht so ganz anfreunden...ist mir...gerade wenn die Hunde mehrere Stunden allein sind einfach zu klein. Bei uns bot sich der Flur an. Nichts drin bzw. wegräumbar, was der Hund zerstören könnte und zu allen anderen Räumen abschließbar.
    Mein Ziel war, ihn über mehrere Monate beim Alleinsein in dem leeren Flur zu lassen, wo er ja keinerlei Möglichkeiten hatte irgendwas zu zerstören, mit der Hoffnung, dass "Nichts-Tun" und "Nichts-Zerstören" beim Alleinsein nach und nach zum Normalzustand wird.
    Und das hat absolut funktioniert!
    Nach drei, vier Monaten haben wir dann langsam begonnen sukzessive die anderen Räume beim Alleinsein auch wieder zugänglich zu machen und er hat bis heute...fast vier Jahre danach...nie wieder auch nur das kleinste Blatt Papier geschreddert... ;)
    Also...nur Mut!!!