Beiträge von Sleipnir

    Zitat

    Ich wollte halt eigentlich Erfahrungsberichte haben, wie sich erwachsene Rüden nach einer Kastration streßtechnisch verändert haben. Oder überhaupt verändert haben. Wie sie auf Hündin-Pippi reagiert haben. Zugenommen haben, wo sie vorher total mager waren. Der Erregungslevel insgesamt sich verändert hat, ob überhaupt.

    Freunde von mir haben einen Bernersennen-Bordercollie-Mix. Der Rüde wurde mit knapp sechs Jahren kastriert. Verhaltenstechnisch hat sich fast gar nichts geändert. Er ist weiterhin unverträglich mit großen, fremden Rüden, er ist weiterhin daran interessiert alle 10 Schritte zu markieren, er ist weiterhin verliebt in jede Hündin, die er begegnet. Die einzige Veränderung ist, dass sein Interesse an Hündinnen in der Standhitze etwas gedämpft (aber nicht ganz weg) ist.
    Die Erklärung dafür ist, dass viele dieser Verhaltensweisen über Jahre erlernt und eingeschliffen sind...sie machen einfach die Persönlichkeit dieses Hundes aus und auch wenn sie primär oder sekundär mit der Reproduktion zusammenhängen werden sie nicht eingestellt nur weil plötzlich der Testosteronschub fehlt.
    Ich hab das Gefühl, dass Rüden, bei denen man auf eine Verhaltensänderung hofft schon relativ früh kastriert werden müssen...hat sich die Persönlichkeit erstmal gebildet scheint der Zug abgefahren...

    Erstmal müssen für den Hund alle Schlüsselreize (Schlüssel nehmen,Jacke anziehen etc.) durchbrochen werden und dann wirklich bei 3,4 Sekunden Abwesenheit anfangen - das ist einmal die Tür schließen...sich um die eigene Achse drehen und wieder reinkommen - das konsequent jeden Tag zwanzig, dreißig mal und dann in Minischritten die Zeiträume ausdehnen.
    Das Training ist dann an den Hund angepasst und auf ihn zugeschnitten, wenn er dabei NICHT bellt, NICHT fiept...gar nix von sich gibt!
    Nebenbei würde ich bei solchen wirklich lebensqualitäts-beeinträchtigenden Problemen einen wirklich kompetenten Trainer hinzuziehen und mit ihm einen individuellen Trainingsplan ausarbeiten!
    Die Erfahrung sagt mir...DAS LOHNT SICH!!!

    Zitat

    Darüber zu streitenob Zwingerhaltung mich genauso eng mit meinem Hund verbindet ist echt lächerlich.

    Findest du?
    Dann nennen wir es Triebstau und Motivation zur Zusammenarbeit!
    Soziale Isolation kann ganz schnell reine Tierquälerei werden...wohldosiert eingesetzt kann es aber dazu führen, dass der Hund, der mich eigentlich mit dem Hintern nicht anguckt plötzlich an einer Zusammenarbeit interessiert ist!

    Hm...also bei dem was du schreibst seh ich jetzt eigentlich auch keinen Grund für eine Kastration!
    Wie schon angesprochen Aggressionen und körperliche Auseinandersetzungen gehören einfach zu einem (Hunde)-Leben dazu und sind ja erstmal nix schlimmes.
    Ich hab ein gegengeschlechtliches Paar...die Hündin ist absolut launisch und abhängig von ihrer Tagesform kommt es mal mehr mal weniger oft zu Auseinandersetzungen...kommt unser Rüde aber gut mit klar!

    Ansonsten fändich es auch riskant den ranghöheren zu kastrieren und wegen dieser "Probleme" gleich beide zu kastrieren fänd ich doch leicht übertrieben...

    Zitat

    Was erwartest du denn von den Leuten? Dass sie sich das Brötchen klauen lassen? Dass sie sich in vllt noch guten Klamotten anspringen und anpinkeln lassen?
    Wenn dein Hund mich belästigt, dann werde ich ihm ziemlich klar und deutlich sagen, dass er das zu lassen hat, ohne dafür "auszurasten".

    OK...hier bemühe ich doch noch mal das (Klein-) Kinderbeispiel:
    Wenn ein Drei- oder Vierjähriger mich anspuckt oder sonst irgendwelchen Blödsinn macht, dann frag ich ihn vielleicht "obs noch geht..." aber den Rest kläre ich mit seinen Eltern - denn die haben in der Situation versagt und nicht richtig aufgepasst!
    Genauso würde ich es bei einem Hund halten...wenn da einer versucht mich anzuspringen, mir was zu klauen oder mich anzupinkeln, dann dreh ich mich weg, dann kommt von mir mit Sicherheit ein deutliches NEIN...aber niemals im Leben würde ich den Hund anpacken! Das steht mir nämlich...genau wie bei einem Kind nicht zu...es sei denn es ist Notwehr und der Hund greift mich direkt an!

    Das kommt ein bisschen darauf an wie eng die Hunde zusammenleben, wie oft sie sich begegnen würden, ob es Möglichkeiten der (Grundstücks-)-Trennung gäbe etc.
    Aber so ganz grundsätzlich würde ICH das Geschlecht des Hundes NICHT nach dem Nachbarshund ausrichten.
    Ich würde mir den Hund zulegen, der am besten zu MIR passt, würde ihn gut erziehen, so das ich mit evtl. unverträglichen Nachbarshunden keine Probleme hab und wie dann Nachbar und Hund damit umgehen ist ja nicht meine Sorge... ;)

    Das kommt ganz auf den Hund an!
    Mein erster Hund hat unsere damaligen Katzen als"wirkliche" Rudelmitglieder betrachtet. Er hat mit ihnen gespielt, mit ihnen gekuschelt und sie nach längerer Abwesenheit deutlich begrüßt.
    Meine beiden jetzigen Hunde leben mit unserer Katze zwar in recht friedlicher Co-Existenz, ne wirkliche Beziehung gibts da aber nicht...sie leben eher nebeneinander her.
    Zwar gibt es schon regelmäßige Interaktionen zwischen Hund & Katze...aber objektiv betrachtet sind sich beide Parteien völlig egal und keiner würde darüber trauern, wenn die andere Partei nicht mehr da wäre.

    Es gibt also alles...wie sich das dann bei euch entwickelt kann dir wohl niemand voraussagen!

    Ihr wollt mir doch nicht allen Ernstes erzählen, dass die Haltung im Haus ganz automatisch die Bindung stärkt, oder?
    Wie viele Threads werden hier Tag für Tag eröffnet mit Hunden, die draußen einfach ihr eigenes Ding machen, die nicht richtig abrufbar sind und irgendwelche Alleingänge starten...und...wo leben die Hunde...zu über 90% im Haus!
    Das eine hat mit dem anderen doch nix zu tun!
    Ein Hund, der in der Wohnung lebt kann doch genauso "bindungslos" sein...zeigt sich hier ja immer wieder... ;)
    Worauf ich eigentlich hinaus will:
    Ich finde es hier so anstrengend, dass von den meisten Usern Außenhaltung sofort verteufelt wird und sobald das Wort Zwinger fällt setzt bei einigen doch irgendwas aus...
    Ob es nun wirklich optimal ist einen einzelnen Bernhardiner über viele Stunden in einem üblichen Zwinger (wie groß ist der eigentlich?) zu verwahren, darüber lässt sich durchaus diskutieren! Zu suggerieren, dass sich durch eine Mitnahme ins Haus die Bindungs-, oder sind es vielleicht einfach nur Gehorsamsprobleme, schlagartig verbessern halte ich allerdings für sehr, sehr gewagt!!!
    Man könnte es sogar umdrehen...ein Hund der viele Stunden am Tag von mir isoliert ist misst der gemeinsamen Zeit einen viel höheren Wert bei...die Treiblage und Motivation mit mir zusammenzuarbeiten ist viel größer als bei einem Hund für den das Zusammensein mit mir 24-stündige Normalität ist...aber das will von euch wahrscheinlich niemand hören...

    Zitat

    Mein HUND hat letztens so seine Macken: ich gebe ein Kommando, zB "Sitz!" und der Herr streckt sich dann, kuckt mich an so à la "hmm, mal kucken ob die's ernst meint...*warte* *streck* ohhh ja, die meint's ernst"...Kommando wird ausgeführt.
    Mir ist das soooo was von Schnurz ob er sich nun ein paar Sekunden streckt, ob er mich testet oder nicht. Mir gefällt mein Clown mit seinem Charakter so viel besser als manche "Maschinen" die HH halten.

    Ich bin auch von der lockeren Sorte. Mein Hund soll gehorchen, aber es muss nicht Zack!Zack! ablaufen. Auch drück ich sein Hinterteil nicht runter und bringe ihn ins Sitz, wenn er nicht beim 1. Kommando hört.

    Im Freilauf darf er laufen wo er will, ist mir egal, ob er nun 20m hinter mir, direkt neben mir oder 10m vor mir läuft, aber er hat zu kommen wenn er gerufen wird.

    Ich bin absolut kein Perfektionnist, eher ein Chaot, auch mal ein Luftikus und jaaaa so ist mein Hund auch.

    LG,
    Lynn

    OK...nun wirds klarer!
    Wer sowas schreibt, der kann ja schlecht erwarten, dass der HUnd sich an ihm orientiert!
    Hunde sind nunmal etwas anders gestrickt als Menschen, vielmehr bedacht auf hirachische Strukturen und ne klare Führung, andernfalls wird jeder Fehler schamlos ausgenutzt um den eigenen Entscheidungsspielraum zu vergrößern. Und genau das tut dein Hund gerade!