Erfrischend nennst du das...
Ich bin seit eineinhalb Jahren Gassigänger für zwei Foxhounds und seit dem weiß ich eigentlich erst was "wirklicher" Jagdtrieb bei Hunden bedeutet...
Beiträge von Sleipnir
-
-
Zitat
für mich ist jagdtrieb aber auch schon vögel jagen buddeln, spuren verfolgen. sowas habe ich von anfang an unterbunden und zumindest soetwas tut er nicht.
Jetzt mal ganz ehrlich...ist das nicht einfach schade!!!
Da wird eine Hunderasse gezüchtet um über Jahrhunderte nix anderes zu tun als im Rudel stundenlang frischen Fährten zu folgen und Wild zu hetzen...der Jagdtrieb war die Existenzberechtigung dieser Rasse und der einzige Verwendungszweck...
Und heute...da wollen wir den Beagle (der wirklich hübsch ist und abgesehen vom Jagdtrieb nette, unproblematische Verhaltensweisen hat) als reinen Begleithund haben, den Jagdtrieb möglichst unterdrücken und das arme Vieh darf nichtmal ne Maus fangen oder Krähen aufscheuchen... :/ -
Zitat
Zum Argument "für den Hund gibt es nichts Besseres als Jagd": Wir Menschen haben auch diverse Triebe, die wir nicht ausleben und kontrollieren müssen.
Das sind aber Triebe, auf die Jahrhunderte, teilweise Jahrtausende hinselektiert wurde...die Haupttriebfeder der Zucht, die Existenzberechtigung der Hunde...nichtjagdliche Zucht von Jagdhunden ist ja noch ein sehr neues Phänomen...
-
Zitat
Ob ein Jagdhund ein totes Tier oder einen Fell-Dummy aus dem See, Wald oder Gestrüpp jagd, ist ja wohl dem Hund völlig egal. Er hat trotzdem mit Erfolg jagen können und ist ausgelastet.
Mein Hund darf jagen, aber auf mein Kommando und keine echten Tiere!
Das stimmt eben nicht!
Schon unser Hütehundmischling, reiner Sichtjäger mit moderatem Jagdtrieb, lässt für den startenden Hasen jeden Dummy links liegen...schon die Aufmerksamkeit dieses Hundes ist bei echter Wildwitterung, bei echter Wildsichtung viel, viel stärker fokussiert als bei allen anderen Reizen, die es so gibt...
Das das bei den "echten" Jagdhunden, mit denen ich so zu tun habe noch um einiges potenzierter eintritt, da züchterisch so gewollt, brauch ich wohl nicht erzählen... -
Zitat
Und genauso kann meine Bracke glücklich sein wenn sie statt einer Hasenspur einer Trofu oder Menschenspur hinterherjagd (wobei sich meiner auf Hundespuren zu spezialiseren scheint) oder statt Wild einen Ball oder Dummy hetzt.
Diese ganzen alternativen Beschäftigungen sind gut und wichtig...aber ich bin der festen Überzeugung, dass man Jagd auf Wild nicht mal ansatzweise simulieren kann!
Ich hab schon zwei 30-kg-Foxhounds schreiend und geifernd in der Leine hängen gehabt, weil sie zufällig über ne frische Spur gestolpert sind...einer von den beiden, zwölfjährig(!!!), hat 4,5 Sunden Rehe auf einer frischen Fährte gehetzt, einer meiner eigenen Hunde ist hinter einem Hasen ohne mit der Wimper zu zucken durch einen Stacheldrahtzaun gesprungen...der hat sich überschlagen...hatte mehrere tiefe Risswunden (erst hinterher entdeckt) und ist sofort weitergerannt...
Wenn ich nur beobachte wie angespannt, wie 100% fokusiert meine Hunde sind wenn sie nur Wild wittern...mit welcher Vehemenz und mit welchem Tunnelblick auf Wild reagiert wird...dann kann ich mir nichts...aber auch GAR NICHTS vorstellen was diesen Trieb auch nur ansatzweise befriedigen könnte als eben jagen... -
Dieses unkontrollierte hinter dem Ball herhetzen ist geh nix...pusht den Hund nur verdammt hoch!
Vielleicht wäre Dummytraining was für euch. Das sind ja konterollierte Apportierübungen, ohne das der Hund einen Ball hetzt... -
Der Tamaskan ist aber doch die...wie soll ich sagen...Light-Version der Wolfhunde...denn bei dieser Rasse wurde ja nie Wolfsblut eingekreuzt, sondern nur auf möglichst wolfsähnliches Aussehen selektiert.
Wobei ich persönlich diese Hunde nicht wirklich wolfsähnlich finde...die sind zwar wirklich hübsch...aber sehen doch einfach wie ein Husky-Mischling aus...
-
Ich würd die These aufstellen, dass die vermeintlichen Straßenhunde, die sich problemlos ins "deutsche Familienleben" einfügen entweder absolute Ausnahmehunde sind oder, was ich für wahrscheinlicher halte, doch nicht ihr gesamtes Leben auf der Straße verbracht haben. Also irgendwann mal mit Menschen sozialisiert wurden, im Zwinger gelebt haben und dann bei der Jagd abhanden kamen, ausgesetzt wurden etc.
Ein Hund, der nur unter HUnden aufwächst, in der gesamten Prägephase nix mit Menschen am Hut hat...der steigt doch nicht freiwillig mit dir in ein Wohnmobil...der würde dich kaum auf 5 Meter herankommen lassen... -
Ist das wirklich ein Hund, der bisher frei auf der Straße gelebt hat oder eher einer der südländischen Hunde, der sein bisheriges Leben im Zwinger, in einem Hinterhof etc. verbracht hat?
Wenn es sich wirklich um einen Hund von der Straße handelt würde ICH den nicht nehmen:
1.) Ist die Wahrscheinlichkeit recht groß, dass der Hund absolut selbstständig ist, im Zweifelsfall eigene Entscheidungen trifft und Null Bindung zum Menschen hat.
2.) Finde ich es von den betreffenden Organisationen absolut unverantwortlich wirkliche Straßenhunde nach Deutschland in Familien zu vermitteln. Diese Hunde sollte man wirklich da belassen wo sie sind! -
Zitat
In meiner ganzen Familie sind die Hunde immer so erzogen worden als wären sie vollständige Mitglieder. Sie sind immer ein bisschen verhätschelt worden und auch etwas vermenschlicht. Geschadet hat es nie einem Tier. Und das ist der vierte Boxer in unserer Familie, allerdings mein Erster. Und ich hatte auch erwähnt, dass ich keine Kinder möchte. Allerdings kenne ich jede Menge Hundehalter, die ihre Hunde eben wie Kinder behandeln im übertragenen Sinne.
Es gibt durchaus Hunde, die sowas wegstecken bzw. relativ unauffällig damit umgehen können...ein für den Hund unnatürlicher und kaum nachvollziehbarer Umgang bleibt es für Hunde aber allemal!
Und dein Hund scheint damit nicht wirklich umgehen zu können...der bettelt ja förmlich nach klaren Regeln!
Gib sie ihm! Weder sollst du ihn schlagen, nicht mehr streicheln oder sonstwas machen...
Du gibts ihm einfach ganz klare Regeln vor, setzt die kompromislos durch, untersagst ihm das ständige Hinterherlaufen und wenn dein Freund mit dem Hund rausgehen will, dann macht er das einfach! Punkt. Da gibts doch gar keine Diskussion! Leine dran, einmal tief durchatmen und dann ganz ruhig und souverän losgehen...