Beiträge von Sleipnir

    Vielleicht mal ein Beispiel:

    Ich geh mit sieben Hunden im Wald spazieren. Sechs Hunde ohne Leine, Sheila mit schleppender Schleppleine. Ca. 30 Meter vor uns kommt ein anderer Hundehalter samt Hund um die Ecke. Ich rufe alle Hunde zu mir und lass sie 3,4 Meter neben dem Weg absitzen. Sheilas Schleppleine hab ich nun in der Hand. Der Hund kommt näher und ich stopfe Leckerchen in Sheila, weil sie so schön dableibt und sitzt. Der Hund schaut zu uns herüber. Sechs Hunde bleiben sitzen. Sheila knallt in die Schlepp, weil sie dahin will. Ich angel sie mir mit einem deutlichen NEIN zu mir zurück und versuche sie wieder ins SITZ zu bugsieren. Keine Reaktion von dem Hund, gar nichts, kein kurzes Beschwichtigen, gar nichts...die merkt das gar nicht...

    staffy: Was meinst du mit "Ersatzkonflikten"...ich muss gestehen, ich verstehe dein Posting nicht ganz...
    Wobei...Ja...ich brauche einfach nur ein verlässliches Abbruchkommando...ich mein ich will keine Begleithundprüfung gewinnen, sondern nur entspannt spazieren gehen...:-)

    Ich kann ja gar nicht strafen! Egal ob ein NEIN, ein dosierter Leinenruck, den Hund abdrängen, nichts hilft da. Bei meinen Hunden und allen anderen Gassihunden brauch ich nur die Stimme erheben und mich "bedrohlich" über den Hund beugen und schon ziehen die die Köpfe ein...Sheila, die Dobermannhündin, scheint das gar nicht zu registrieren, die scheint andere Korrekturen gewöhnt zu sein...

    Mit "sie macht ihr eigenes Ding, ist aber kaum selbstständig" meinte ich, dass ich bei dem Hund keine Angst haben muss, dass sie abhaut. Sie bewegt sich in einem Radius von ca. 20-30 Meter um mich herum und achtet schon darauf welche Richtung ich einschlage etc. Den Anschluss will sie nicht verlieren. Sobald in diesem Radius aber Reize hinzukommen, die sie interessant findet macht sie "ihr eigenes Ding"...

    Mal die Eckdaten:
    Gassihund von mir, derzeit Mo-Fr mit mir unterwegs, Dobermann-Hündin, 1 Jahr alt.
    Der Hund lebt bei einer Familie mit zwei kleinen Kindern, die Eltern gehen beide Vollzeit arbeiten. Hundeerfahrung vorhanden, aber kaum Zeit. Der Hund läuft eher nebenher und ist leidlich erzogen. Dobermanntypisch sehr aktiv, fast hektisch, aber auch sehr aufmerksam, kaum selbstständig.

    Mein Problem: Der Hund reagiert gut auf positive Bestärkung, lässt sich aber nicht korrigieren. Man hat das Gefühl das prallt einfach an ihr ab. Ich kann ihr also jederzeit verständlich machen, was sie gut macht, aber nicht was ich mir anders vorstelle. Habe also das Problem, dass der Hund 20 Meter weiter oftmals reizvoller ist als meine Leckerchen, Spielzeug etc. und ich kriege ihr einfach nicht vermittelt, dass es einfach "doof" ist dann loszudüsen bzw. in die Schleppleine zu knallen.

    Hintergrund: Ich glaube, dass der Hund zuhause ziemlich grob angefasst wird, das oft gestraft wird und das in falschen, für den Hund nicht nachvollziehbaren Situationen...ich glaube auch, dass der Umgang insgesamt ziemlich inkonsequent ist.

    Hundi hat also Menschen nie als verlässliche, einschätzbare Führungspersönlichkeiten kennengelernt und macht sein eigenes Ding. Sie ist abgestumpft und nimmt Korrekturen wohl einfach in Kauf, ohne dass damit eine Verhaltensänderung einhergeht.

    Was würdet ihr vorschlagen?

    Wie alt ist denn der Hund? Hat der irgendeine spezielle Vorgeschichte?
    Normal finde ich das nämlich nicht.
    Klar sind Hunde in der ersten Zeit nach dem Umzug noch etwas unruhig und noch nicht ganz angekommen, aber dass ein Hund keine Geschäfte mehr erledigt finde ich schon ziemlich krass...ich mein, man fährt doch auch mal mit Hund in den Urlaub, Freunde für ein Wochenende besuchen etc. Für die meisten Hunde ist es doch relativ normal hin und wieder den "Aufenthaltsort" zu wechseln...

    Das diese Kosten vielleicht durchaus gerechtfertigt sind will ich gar nicht unbedingt abstreiten und auch nachvollziehbar ist für mich, dass die Anbieter dieser Aus- und Fortbildungen natürlich auch einen gewissen Gewinn machen wollen. Aber wer ist denn die hauptsächliche Zielgruppe? Ich dachte Menschen die von der Arbeit mit Hunden ihren Lebensunterhalt bestreiten. Aber genau die verdienen ja meist so wenig, dass sie gerade mal irgendwie ihre laufenden Kosten decken können...es sei denn sie haben einen gut verdienenden Partner/Partnerin im Rücken.
    Für wen ist dieses Ausbildungskonzept denn bitte gedacht???

    staffy, der Link ist höchst interessant. Für mich natürlich insbesondere die Möglichkeit eine fachlich fundierte Ausbildung zum Dogwalker zu machen. ABER:
    Was sind denn das für Preise, welcher Normalsterbliche kann sich das denn leisten? Mit verpflichtender Einführungswoche und dem "Basic-Kurs" liege ich da bei schlappen 7000 Euro! Wenn das günstiger als canis sein soll, dann will ich gar nicht wissen was die verlangen...
    Nee...das kann und will ich mir irgendwie auch nicht leisten...