Ich finde die Vorbereitungen allerdings irgendwie "schräg" ... Urne bereits da, klingt für mich schon so ein Stück weit nach "nun kratz mal endlich ab" ...
Wir haben vorab alles abgesprochen, wie wir es machen wollen, aber mehr würd ich da schon seltsam finden.
Also ich sehe darin weder etwas Schräges noch Seltsames und hat mitnichten etwas damit zu tun, das ein geliebtes Tier "endlich abkratzen" soll! Wie kommt man nur auf solche komischen Gedanken!?
Wir haben uns bewusst vorab Gedanken gemacht, als die Zeit für unsere Weisen endlich wurde und eine Woche bevor Buffy mit 16,5 Jahren eingeschläfert werden musste, habe ich eine Urne bestellt. Ich wünschte mir eine runde Urne, wie die Kiste voller Seifenblasen, die ein glücklicher Hund in seinem Leben verbraucht und diese Urne war schwierig zu finden. Das Krematorium wurde informiert und mit dem Tierarzt alles abgesprochen. Das war für mich persönlich schon ein Stück Trauerbewältigung alles geregelt zu haben und in den letzten Stunden mich voll auf den jeweiligen Hund konzentrieren zu könnte, das sie hier zuhause in meinem Arm gehen und wir in Ruhe trauern durften und ich wollte nach der Kremierung keinen Pappbehälter mit der Asche nach Hause tragen. Kam trotzdem so, weil sich die Lieferung verzögerte und die Urne genau am Tag der Abholung eintraf.
Gefühlt höre ich diese Tendenz (Besitzer sind "endlich" soweit, TA rät ab vom Einschläfern) in den letzten Jahren verstärkt - ist das nur Zufall oder geht euch das auch so?
Nein, verstärkt nehme ich das nicht wahr und es ist auch ein Trugschluss zu glauben, dass der Besitzer alleine entscheidet wann sein Tier eingeschläfert wird, sondern der TA wägt ab und entscheidet mit. Bei einem Gespräch mit meine TA kam eher das Gegenteil heraus, das er sogar völlig gesunde oder "nur" alte Hunde einschläfern sollte, weil die HH kein Bock mehr auf sie hatten, was er natürlich ablehnte. Doch es gibt ja dann noch zig andere TA ....... mehr will ich dazu nicht sagen.
Sehr schwieriges Thema.
Im Optimalfall hat man ein gutes Vertrauensverhältnis zum Tierarzt und kann alle Sorgen und Ängste besprechen und dann gemeinsam eine Entscheidung treffen.
Ja, das finde ich auch sehr wichtig! Unser TA kennt unsere Hunde von Welpen an und mir war seine Meinung / Einschätzung schon sehr wichtig, auch weil man manchmal betriebsblind wird.
Bei Rowdy war die Beurteilung sehr schwierig, er hatte ein Chondrosarkom auf der Hüfte das kontinuierlich wuchs. Mit 15 Jahren diagnostiziert, blieb uns jedoch noch fast 3 Jahre zur Einschläferung. Auch wenn der Tumor mit der Zeit großen Raum einforderte, teilweise ein Stück der Wirbelsäule deformierte, kam der Zwerg gut zurecht und war gut drauf. Schwieriger empfand ich das Bemitleiden des Umfeldes, doch darüber konnte ich ja aufklären. Rowdys Befinden und der Tumor wurden engmaschig überwacht.
Dann kam die Zeit als das Laufen und die Last des Tumors sehr beschwerlich wurde und Metastasen andere Organe stark befallen hatten und die Haut, durch die Überdehnung, anfing Risse und Wunden zu bilden. Da war für mich eigentlich Schluss. Doch als als der TA zum Einschläferungstag kam, wollte er Rowdy noch nicht einschläfern, weil er noch Lebensqualität hätte. Ob die Entscheidung nun richtig war, lasse ich mal dahingestellt, denn 3 Wochen später musste er dann doch erlöst werden, weil ich die Wunden kaum noch versorgen konnte und Rowdy deutlich zeigte, das er einfach nicht mehr konnte und wollte. Trotzdem finde ich es wichtig mit dem TA eng zusammenzuarbeiten, auch wenn ich in einer gleichwertigen Situation wohl hartnäckiger diskutieren und zum Wohle des Hundes ein "eher gehen dürfen" befürworten und durchsetzen würde.