Ich hatte ja auch geschrieben, daß man die Bedarfswerte anpassen muss (z.B. im Falle der 2% Rohfaser) - vlt. sind 2% (noch) zuviel.
Das mag in der Theorie richtig sein, taugt aber nicht für die Praxis
Nö.....stammt nicht von mir, sondern von einem bekannten Philosophen. Ich halte mich weiterhin von technischen Begriffen fern. 
Natürlich bestimmen Nährstoffe das empfindliche Stoffwechselgleichgewicht vieler Hunde mit, aber sie stecken doch im gesamten Lebensmittel und sie aus ihrer Komplexität herauszulösen und als Rohprotein, Rohfett oder Rohfaser prozentual zu isolieren, finde ich als Koch nicht Praxis-tauglich.
Sorry, aber bei dem Begriff "Rohfaser" bricht bei mir wildes Kampfstier-Scharren aus.
Nimm es nicht persönlich. Es wirkt auf mich so, als wenn auf der Speisekarte aus Couscous mit buntem Gemüse, Couscous mit Rohfaser wird. Es ist mein persönliches Hundeküchen-Unwort.
Wie gesagt, ich mache es anders (.....was jetzt nicht zum Maßstab werden soll
), aber so geht es eben auch. Ausgewogen füttern muss nicht kompliziert sein.
Her mit dem Baukasten und überlegen, was ein Hund für sein Wohlergehen braucht:
Eiweiß
Fett
KH
Ballaststoffe
Mineralien/Spurenelemente
Vitamine
Eigentlich wie bei uns auch. Nur die Mengenverhältnisse werden dem jeweiligen Hund individuell angepasst. Dafür gibt es leider keine 100-prozentige Gebrauchsanweisung, auch wenn man die gerne hätte. Selbst meine wissenschaftlichen Futterpläne sind mengenmäßig für den "Durchschnittshund" berechnet und somit auch nicht verlässlich, was die Verträglichkeit betrifft.
200g Haferflocken und 200g Bulgur funktionieren nicht unbedingt als Tagesration, auch wenn der Energiebedarf damit "vorschriftsmäßig" abgedeckt wird.
Wie sagte Kant so schön: "Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen"
Energie liefern auch Schmalz und eine ganz normale Banane. Wenn der Hund mit Schmalz und Banane weniger Probleme hat als mit großen Mengen Getreide, dann wird der Baukasten entsprechend umverteilt.
Wenn der Hund nur kleine Mengen tierisches Eiweiß verträgt, dann wird mit pflanzlichem Eiweiß ergänzt.
Oftmals reicht es auch schon, die Zubereitungsart zu verändern. Also wenn das gekochte Ei wie Blei um Hundebauch rumort, dann wird vielleicht Rührei besser vertragen.
Aufgewärmte Pasta vom Vortag ist z.B. ein prima Festessen für die Darmbakterien, weil sich die Stärke durchs Abkühlen verändert. So macht auch der "Essensrest" Sinn. 
Also.....nur Mut, sich auch mal von starren Leitlinien zu lösen. Die Portionsgrößen sollten weder von Ernährungsinstituten noch von Futterkonzernen bestimmt werden. Jedenfalls ist Vorsicht geboten, sie 1:1 zu übernehmen. Das, was angeblich sein muss, hat mir schon einige Nachtwanderungen beschert. 