Wie hier schon geschrieben, muss nicht jede Weintraube gleich toxisch sein. Trotzdem können bereits geringe Mengen bestimmter Lebensmittel bei manchen Hunden zu schweren Vergiftungserscheinungen führen. Verantwortlich dafür sind u.a. Unterschiede bei der Verstoffwechselung sowie beim Körpergewicht. Was es genau mit dem Traubentoxin auf sich hat, ist nicht bekannt. Da es sich bei den Trauben um verschiedene Sorten handelte und auch unterschiedliche bzw. gar keine Spritzmittel Anwendung fanden, ist davon auszugehen, dass die Frucht selbst die Vergiftungserscheinungen ausgelöst haben muss. Welcher Inhaltsstoff hierfür verantwortlich ist, weiß man aber nicht.
Vermutet wird aber eine Anaphylaxie, also eine akute pathologische Reaktion des Immunsystems. Ich könnte mir also gut vorstellen, dass Hunde mit einem ohnehin schon "sensiblen" Immunsystem auf das Traubentoxin entsprechend reagieren. Insofern füttere ich auch keine Weintrauben, obwohl sehr beliebt bei den meisten Hunden.
Ja.....geschrieben wird viel, aber wie sieht der Verzicht auf KH in der Praxis aus?
Wir als Europäer sind eine Inuit-Ernährung schon mal gar nicht gewöhnt (.....was bei uns sicher auch zu erheblichen Verdauungsproblemen führen würde). Auch die Atkins-Diät vor vielen Jahren funktionierte nicht ohne Risiken. Heute heißt das alles LowCarb und ist very hip.......aber dauerhaft auch nicht gesund.
Was passiert beim Hund, wenn auf KH als Energielieferant gänzlich verzichtet wird? Vielleicht nix. Vielleicht auch sehr viel. Der KH-Speicher befindet sich in Leber und Muskulatur.....das Glykogen. Letzteres wird bei Bedarf angegriffen, bevor dann zunehmend Fett als Energielieferant verbraucht wird. Das bedeutet unter Umständen, dass massiv in der Proteinstoffwechsel eingegriffen wird. Es gibt sehr viele Hunde, die ohne KH matt und träge werden....und ja....wahrscheinlich nehmen sie auch ab, aber eher unerwünscht.
Fazit: Einseitigkeit steht nicht auf dem Speiseplan der Natur. Besser eine Nährstoff-ausgeglichene Ernährung sprich "von allem etwas", als ernährungsphysiologische Exzesse und Verzicht.
Fette sind halt essentiell. Essentielle Kohlenhydrate gibts nicht.
Oh...oh....wo hast du das denn her. KH gehören genauso wie Fett und Eiweiß zu den Grundnahrungsmitteln und sind mit die wichtigste Energiequelle. Auch für den Hund. Sein Verdauungssystem und sein Stoffwechsel sind nicht so extrem auf die ausschließliche Aufnahme von Fleisch/tierischem Fett fixiert. Essentiell sind auch nur 2 Fettsäuren und die findest du auch in pflanzlichen Ölen. So KH sind auch nicht alle gleich, sondern sehr verschieden. Man unterteilt sie in Einfachzucker, Zweifachzucker, Stärke und komplexe KH. Komplexe KH aus Vollkornprodukten, Gemüse und Obst sind auch für den Hund sehr gesund. Sie enthalten Vitamine, Spurenelemente, Mineralien und andere Vitalstoffe. Außerdem sind in ihen Stärke und Zucker an Ballaststoffe gebunden und nur langsam gelöst werden. Auf diese Weise bleiben Schwankungen des Blutzuckers aus. Der Hund bleibt länger satt. Schlank sowieso.
KH sind nicht die "Buhmänner der Nation" und Fett kein Powerfood. Das ist Schwarz-Weiß-Malerei. Die Bausteine der Nahrung sind sehr vielfältig und für den jeweiligen Hund individuell einsetzbar.
Hunde müssen aber nun mal ganz anders ernährt werden als Menschen
Nein.....nicht unbedingt. Sie benötigen genau wie wir Makronährstoffe wie KH, Fett und ( bedingt) Eiweiß, die zur Energiegewinnung gebraucht werden. Dann Mikronährstoffe wie Vitamine, Mineralien, 2 essentielle FS, faserige KH ( Ballaststoffe) zur Regulierung der Verdauung und Wasser. Der Kalziumbedarf ist auch nicht bei jedem Hund gleich. Wer unsicher ist, füttert eine entsprechende Kalziumergänzung, aber ansonsten darf der Hund (fast) alles fressen, was auch wir auf dem Teller haben
Finde ich gut und du hast meine volle Unterstützung Wenn ich hier von Ausschlussdiäten lese, wo kiloweise Kartoffeln und Fleisch gefüttert werden, finde ich die "vegane Ausschlussdiät" doch sehr viel vielseitiger und schmackhafter. Lass`dir auch nix erzählen, vonwegen Tierquälerei und Verzicht. Vegan heißt nicht Salat
Wenn mein Hund sich dauerhaft juckt, weil der Auslöser tierisches Protein ist ( ja....das gibts!), dann würde ich eben darauf verzichten oder ausprobieren, wo die Toleranzgrenze liegt. Manchmal funktionieren auch kleine Mengen. Ansonsten kauf dir ein gutes praxistaugliches veganes Kochbuch und schaue, was du davon für den Hund verwenden kannst. So ein gebackenes Maisbrot mit Sojamilch, dazu ein leckerer selbstgemachter würziger Aufstrich wird deinem Hund schon schmecken. Ergänzen könntest du mit einem Hanfprotein und für die Calziumversorgung weiterhin das Micromineral.
Vor ein paar Tagen war ich auf `ner Lifestyle-Hundemesse hier in Berlin.
Neben exquisiten Hundemöbel, Turbo-Hundehaar-Staubsauger, Sauerstoffhauben, Glitzer-und Klunker-Halsbändern, Luxus-Verbandsmaterial usw. gabs auch in Sachen Ernährung viel zu bestaunen. Pedigree und Co. waren hier wohl unerwünscht und auch nicht vertreten. Dafür kleine Manufakturen mit "Selbstgekochtem" im Glas und "Reinheitsgebot". Barfkekse gabs auch und natürlich viele andere erlesene Kreationen für Feinschmecker-Hunde.
Die Köchin konnte nicht widerstehen und erwarb eine Tüte "Silvester-Gewitter-Kekse" für den Angsthund.....in Hinblick auf 3 Wochen Fußball-Geböller. Beinahe wanderten auch noch die "Freundlichkeits-Kekse" in den Einkaufsbeutel, weil die spanische Xanthippe auf diesem Gebiet einen gewissen Fortbildungsbedarf hat, aber dann siegte die Vernunft über die Begierde.
Beim Stand der Halstücher mit der Aufschrift Arschlochhund verweilte die Köchin auch länger als gewollt. Ebenso am Stand einer Bürgerinitiative, die gelbe Halstücher als Erkennungsmerkmal für "mein Hund braucht Abstand" verteilte. Nur wer reagiert auf einen gelb-markierten Hund?
Schließlich trieb es die Köchin an den Stand, mit dem "mit Liebe gekochen" Hundefutter im Glas. 3 Menüs standen zur Auswahl, auf hübschen Tellern lecker serviert. Die Geruchsprobe war etwas deprimierend. Alle 3 rochen irgendwie nach Dosengulasch und nicht wirklich appetitlich. Geworben wurde mit 100% Lebensmittelqualität ( setze ich eigentlich voraus), sowie 100% gluten-und getreidefrei ( naja). Nur Fleisch und Möhrchen machen noch kein ausgewogenes Menü. Insofern gab die erfahrene Köchin der freundlichen jungen Dame am Stand noch ein paar brauchbare Tipps für das zukünftige Schlemmer-Buffet mit auf den Weg in die heimische Manufaktur.
Am Nachbarstand (....und schon aus dem Augenwinkel heraus angeschielt)....lockten bunte Tupperdosen. Unsere "Rundum-Sorglos-Pakete" prangte mir entgegen. WOW. Sich nie wieder Gedanken um die Köter-Verköstigung machen. Freizeit ohne Ende. Die Köchin wagte einen Blick in die vielversprechenden Menü-Dosen. Upps....die waren leer. Betrug! Aber nein. Der nette Verkäufer verriet mir, dass dort viel rohes Fleisch hineingehört, püriertes Gemüse und KH in 100% Lebensmittelqualität ( naja...vergammelte Kartoffeln will ja wohl keiner, auch kein Hund). Was die immer mit ihrer Lebensmittelqualität haben. Weil aber so keine Töle ausgewogen ernährt werden kann, gehören noch gesunde Supplemente zur artgerechten Ernährung. Öl, Mineralien, Kräuter. Die sind im sorgenfreien Futterpaket zusätzlich enthalten. Eigentlich so was wie eine "Hellofresh-Kochbox" für Hunde. Sehr hip und vermutlich auch sehr teuer. Eben Lifstyle.
Auch very trendig und kunterbunt im Angebot: Schnüffelteppiche, die laut Verkäuferin am Rottweiler getestet wurden. Weil die Andalusierin eben genau das gerne tut.....nämlich schnüffeln, wanderte der farbenfohe Teppich neben die Gewitter-Kekse ins Einkaufsbeutelchen. Zuhause wurde der Rottweiler-Teppich zum Rupfteppich ( die versteckten Leckereien in Sekunden gefunden)......und hätte ich dem wüsten Treiben nicht mahnend Einhalt geboten, wärs das gewesen mit dem Teil. War der Rottweiler zahnlos?
nimmst du normales Weissbrot/Toastbrot, röstest/toastest es und gibts es der Ashley ???
Ich hatte jetzt ein Toastbrot aus dem Bioladen. Ich röste die Weißbrotwürfel in der Pfanne, ohne Öl. Die kommen dann am nächsten Tag in die Suppe. Ich finde, das ist eine bekömmliche Alternative zum Reis-und Quinoa-Gelage. Weißbrot, Pide o.ä. vertragen besonders die Südenhunde in der Regel recht gut. Gerade habe ich Pumpernickel gekauft ( aus Roggenschrot). Ist zwar etwas gesüßt, aber ich füttere ja nicht das gesamte Brot. Pumpernickel im Süppchen schmeckt hier dem Hund auch sehr gut.
Ja, sehr lecker......aber nicht für den Hund. Da ist "altbacken" oder vom Vortag besser. Das gibts dann sogar sehr preiswert beim Bio-Bäcker. Will ja sonst keiner.
Ich stelle fest, dass sich so manche vermeintliche Unverträglichkeit in Luft auflöst, wenn man auf die Menge achtet. Und natürlich auf die Ausgewogenheit. Je einseitiger die Ernährung, um so mehr Magen-Darm-Probleme. Ich kann hier inzwischen ( fast) alles füttern.......aber ich weiß auch, was ich weglassen muss. Ich breche natürlich auch einige Tabus, was die Hundeernährung betrifft. Ich füttere Gewürze, manchmal auch Scharfes oder Süßes, manchmal etwas "crossover" und ich wage auch ein paar Experimente, wie z.B. das selbstgebackene Maisbrot. Alles geht gut. Warum also meine Erfahrungen nicht weitergeben?