Ich glaube, eines der Grundprobleme ist die unterschiedliche Vorstellung was "Zucht" bedeutet. Ich gehöre ja auch eher zu den "Doodle Kritikerinnen" - nicht weil ich die Mischung an und für sich schlimm finde, sondern mich stört das ganz drumherum - die Werbeversprechen, der Preis, das Bohei.
Und die beiden verlinkten Seiten schlagen für mich genau iin diese Kerbe!
Ich würde von einer seriösen Doodlezucht erwarten, dass sie schreiben, dass es eine Mischlingsverpaarung ist. Das aller Wahrscheinlichkeit nach, bestimmte Merkmale durchkommen, aber es dafür keine Garantie gibt (zB das Fell betreffend, das sich noch nach Jahre später ändern kann)
Das sie ausführlich schreiben, welche Gesundheitsuntersuchungen ihr Hunde haben (und warum) - ausgehend von den Ursprungsrassen.
Und welches charakterliche Ziel sie haben. Wenn jemand zB schreibt, dass nur -wie in der Nutztierzucht- reinrassige Elterntiere verpaart werden, da in der F1 Generation noch die verlässlichsten Aussagen getroffen werden können oder wenn sich mehrere Doodle-Züchtenden zusammentun und beschreiben, was sie für ein Ziel in der Rasse haben und wie sie das erreichen wollen... super!
Ich habe irgendwie im Kopf, dass es ca. 6-7 Generationen braucht, um eine neue Rasse zu etablieren (nach Feddersen-Petersen). Aber fragt mich nicht woher mir das im Kopf rumschwirrt und vielleicht stimmt das auch nicht (vielleicht kann da jemand was zu schreiben, die_der sich mehr mit Zucht auskennt
). Wenn sich also Menschen die Mühe machen, sich zu überlegen, was soll denn das "Endprodukt" sein und wie kommen wir da hin - und das dokumentieren und darstellen. Bääääm! Super! Würde ich sofort als für mich in Frage kommende Zucht bezeichnen.
Was ich -sowohl im realen Leben als auch hier - spannend finde: Ich kenne kaum Doodlehaltende, die sich als Zweithund oder Nachfolgehund einen weiteren Doodle holen. Aber ich kenne 3 Doodlehalterinnen, die ganz klar sagen: nie wieder Doodle.
Zwei davon hatten vorher reinrassige Labradore und sagen, dass der Labradoodle seeeehr viel mehr Power hat und sehr viel schneller hochdreht als die Labradore, die sie hatten.
Die 3. Halterin hat ihren Doodle aus einer Zucht ähnlich dem "Golden Kennel" - und spricht mittlerweile davon, das es fast schon Betrug ist, was da passiert. Sie hat sich von den Werbeversprechen verleiten lassen und sich erst hinterher mit "Was heißt Hundezucht überhaupt" beschäftigt.
Ich würde sofort einen zweiten Lolek nehmen, weil für mich die Mischung gut ist. Aus ganz profanen Gründen:
einen reinrassigen Großpudel würde ich mir nicht zutrauen und reinrassige Goldies gefallen mir in den seltensten Fällen.
In vielen Punkten hatte ich sicherlich Glück und er trifft die Werbeversprechen:
- Loleks will to please übersteigt sein vorhandenes Jagdinteresse bei weitem.
- er haart nicht
- er war/ist relativ leicht zu erziehen
- er wäre ein toller Famlienhund, ist geduldig mit Kindern
Und in anderen Punkten hatte ich Pech:
- er hat eine Futtermittelunverträglichkeit
- er hat relativ viele Warzen (laut meiner Hundefriseure haben das bei ihr vieke weiße doodles und weiße Hunde allgemein öfter)
- er ist hypersensibel
- er dreht sehr schnell hoch (außer er "arbeitet", da ist er super konzentriert).
Da mir aber die Varietät in der Doodlezucht zu groß und unberechenbar ist, werde ich entweder über den Tierschutz gehen oder bei anderen Rassen schauen.