Zitat
(...)
Man würde es sich aber zu einfach machen, das Problem nur beim Gesetzgeber zu sehen, auch wenn es für den Einzelnen manchmal ungerecht und nicht nachvollziehbar ist....
Dafür ist der Gesetzgeber aber nunmal da und er regelt den Freilauf im Tierschutzgesetz. Wenn hier nun Verordnungen erlassen werden, die mit dem Gesetz kollidieren, dann sehe ich da schon die Verantwortung beim Erlasser.
Zumal Kynologen nicht an diesen Verodnungen beteiligt sind. Es scheint eher so: Menschen fühlen sich gestört (vielleicht auch manchmal mit Grund) und wer muss drunter leiden, der Hund. Leinenzwang ist natürlich viel einfacher, als sich mit dem Problem auseinanderzusetzen. Der HH kann ja selbst sehen, wie er das Dilemma löst. Brauch sich den Luxus Hund ja nicht leisten.
Dabei ist doch das Problem, dass es viel zu viele von uns Zweibeinern gibt. Wir drängen uns auf engstem Raum und dringen immer weiter in die noch verbliebene Natur vor. Die dann auch noch teilen? Gott bewahre.
Außerdem gilt zu jeder Jahreszeit, dass Hunde nicht jagen dürfen. Wo ist der Beleg, dass durch den Leinenzwang weniger Tiere gerissen werden? Die Zahlen aus der Schweiz belegten das nicht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es hier anders ist.
Ich halte mich gern an den Leinenzwang, wenn ich in erreichbarer Nähe annehmbare Hundewiesen habe. Stattdessen muss ich aber jeden Tag mit dem Auto in die Wälder fahren, weil nur dort außerhalb der Brut- und Setzzeit kein Leinenzwang herrscht und dies auch auf den Stadtseiten als Ausweich genannt wird. Eigentlich ja idiotisch - schon wegen der Abgase. In näherer Umgebung gäbe es durchaus ein kleines Wäldchen und auch Wiesen, aber dort sind wir nicht willkommen und wenn wir uns mit Leine dort blicken lassen, werden wir nur allzu oft zur Zielscheibe.
Vor etwa 4 Wochen wurde einen HH im Wäldchen krankenhausreif geprügelt, Giftköder habe ich schon persönlich eingesammelt und auch Glasscherben und Fallen gab es nicht nur einmal. Von Fahrradfahrern wurden absichtlich meine Hunde angefahren und auch ich schon, ein Jogger provozierte meinen Hund indem er mir mit der Faust ins Gesicht schlug (nicht doll wenigstens).
Solche Vorkommnisse hängen für mich indirekt auch mit Leinenzwang und Co. zusammen, denn die Städte und Gemeinden + Medien erklären uns immermehr zu einer Gruppe, die nicht erwünscht ist, gefährlich und asozial. Ggleichzeitig wird (auch in den Medien) vertreten, dass es o.k. ist alle rauszuwerfen, die uns in der Gesellschaft stören.
Und an der Stelle komme ich wieder zum Gesetzgeber zurück. Die Gesetzgebung versagt seit Jahrzehnten und nun finden wir uns (vornehmlich in einer wirtschaftlichen) Situation wieder, die zunehmend Aggressionen und Verzweiflung erzeugt. Das bekommen dann wieder alle zu spüren. Dabei ist mir schon klar, dass auch HH zu den aggressiven und 'falsch handelnden' Menschen gehören. Ich wurde auch schon mittels eines Hundes zur Herausgabe meines Geldes bewegt.
Wem das jetzt zu weit ausgeholt erscheint, möchte ich darauf hinweisen, dass das menschliche Zusammenleben in all seinen Facetten ein Spiegelbild unserer Gesellschaft ist und als solches Resultat unserer Situation.