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Ich sehe das so:
Menschen die einen Knall haben haben den meistens weil in der Kindheit was schief gelaufen ist. Die Kindheit unserer Hunde haben aber widerum wir in der Hand. Also bin ich der Meinung dass ein Hund, der von Welpenalter an beim selben Halter ist keinen Knall haben sollte, bzw. wenn er einen hat der Halter schuld ist.
Secondhandhunde nehme ich da ganz klar raus, da sind die Vorbesitzer schuld.
Ich bin aber auch manchmal irritiert wenn ich lese dass manche User monatelang an einer bestimmten "Baustelle" arbeiten. Mein Hund muss einigermaßen "funktionieren". Größere Baustellen die sich über Monate hinziehen (z.B. nicht abrufebare Hunde, Leinenaggression etc.) fände ich nicht akzeptabel. Ich mach dann lieber mal ne Hardcorelösung und hab das Problemchen innerhalb von ein paar Tagen behoben.
Das halte ich für eine gewagte These. Nicht jedes Hund-Halter-Gespann passt optimal zusammen und dass auch dann nicht, wenn der Halter keine größeren Fehler macht.
Manchen Rassehunden wird nachgesagt, dass bestimmte charakterliche Mängel in der Linie liegen und tatsächlich habe ich auch schon solche Hunde getroffen. (Besonders schlimm, wenn der züchterische Misserfolg den ganzen Wurf betrifft). Deren Probleme waren zumeist nicht behebbar, nur handhabbar.
Das mag mitunter nicht erkennbar sein, wenn der Hund mit 8 Wochen zum Halter kommt.
Ganz zu schweigen von den Hunden, denen die eigene Abstammung im Weg steht, z.B. (Mischlinge von) Hütehundrassen, die u.U. durchaus Hüteverhalten an den Tag legen, aber nicht die Fähigkeit haben, es 'richtig' zu tun.
Ebenso kann nicht jeder Halter dem Hund die Umwelt bieten, die er vielleicht braucht und kein Halter ist vor rücksichtlosen Mitmenschen gefasst. Unsere ältere Hündin hat einen Knall davongetragen, als wir von einer Horde Schulkinder mit Fahrrädern umringt wurden und diese klingelten und die Hunde anbellten. Die Lehrer entschuldigten sich zwar bei uns, aber der Minihund fand es nicht komisch, wurde auch angefahren und hat seither Probleme mit Fahrrädern. Wir arbeiten dagegen an, mal mit gutem Erfolg, mal mit geringerem.
Daneben gibt es Hunde mit Behinderungen, die mitunter nicht einfach zu erkennen sind. Meine eine Hündin hat eine eingeschränkte Sehfähigkeit. Das fällt im Alltag nicht groß auf, aber in bestimmten Situationen führt es einfach zu merkwürdigem Verhalten.
Und nicht zuletzt gibt es Hunde, deren geistige Möglichkeiten tatsächlich etwas begrenzter sind, als die anderer Hunde.
Zur Frage, ob man mit Macken leben kann. Ich denke schon. Es ist eben die Frage, wie hoch der Leidensdruck ist. Ich kann durchaus mit der ein oder anderen Macke leben, wenn ich nicht in Situation komme, dass sie zu einem Problem für meine Umwelt, den Hund oder mich wird. Meine Hunde betteln, so kamen sie hier an und es stört mich nicht, ganz einfach, weil ich sie auf ihren Platz schicken kann und fertig. Dagegen brauche ich keine Brachiallösungen.
Zumal ich die These kurz und schmerzlos ebenfalls für überholt halte. Die Lerntheorie zeigt es auch bei Hunden - kurzfristiger Erfolg, aber selten eine dauerhafte Lösung. Sonst würden Hunde auch durch den Leinenruck besserer Verhaltensweisen belehrt und trotzdem ziehen viele 'geruckte' Hunde wie blöd an der Leine, wollen Artgenossen an derselben schier zerlegen und und und
Man sieht doch auch z.B., dass an einer unnormal hohen Aggression vieler Hunde nicht gearbeitet wird. Sie leben als Einzelhunde und sonst geht man ihnen aus dem Weg.
Edit: das mag bei deinem Hund funktionieren, Biomais, aber ich kenne Kandidaten, die das bei bester Sozialisierung und guter Bindung ziemlich kalt lassen würde. - die es wahrscheinlich nicht mal bemerken würden in ihrer Rage.