Gammur: wenn Du jemals nach Amerika fliegst, um deinen Outcross abzuholen, dann will ich mit!
Ich finde Outcross-Verpaarungen bei einer Rasse wie dem Aussie innerhalb Deutschlands wichtig und nötig, gerade weil in einigien Linien starke Linienzucht betrieben wurde und eben bestimmte Hunde unverhältnismäßig oft eingesetzt wurden/werden.
Es sind kaum noch Linien da, bei denen es nie Epi-Fälle gab, es gibt andere Krankheiten (wie Zucker), die keiner auf dem Schirm hat, weil sie nur innerhalb der Szene und auch da nur unter der Hand, diskutiert werden. Es gibt die allgegenwärtige Tendenz zum Mini, die in der Abartigkeit - und ja ich meine das so hart - Toy-Aussie mündet. Im großen und ganzen bietet die Aussie-Zucht den gleichen Klüngel und Schwachsinn, wie alle anderen Zuchten auch.
Ich stehe scheints mit der Meinung nahezu allein, aber ich möchte nochmal ganz deutlich darauf hinweisen, dass ich Mischlinien nur für bedingt sinnvoll halte. Sie haben alle den gleichen Ursprung und nur weil Conformation in der Linie steckt, heißt es nicht, dass der Hund kein Hüteverhalten zeigt. Das ist ein weit verbreiteter Trugschluss, dass die dann 'ja nicht hüten müssen'.
Seien wir ehrlich: Hüten MUSS kein Hund - letztlich sind sie alle anders auszulasten. Wie sehr die Meinung des Halters und des Hundes über das Wie dann auseinandergehen ist eine andere Frage
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Wenn man ehrlich ist, gibt es selten die Variante, Arbeitslinie + Showlinie = gemäßigtes Hüteverhalten.
Rein persönlich stelle ich fest - und korrigiert mich bitte, falls der Eindruck täuscht - dass wesentlich mehr Aussies aus Showlinien oder Mischverpaarungen oder gar vom Hinterhofzüchter
im Tierschutz auftauchen, als arbeitsliniengezogene Hunde. Ich kenne derzeit zwei, von denen der eine keinerlei problematisches Verhalten zeigt, 'nur' nicht allein sein kann.
Dank der Entwicklung, die wir mit unserer Gesellschaft genommen haben, stehen wir HH heute an ihrem Rand und umso 'schwieriger' der Hund, umso kürzer der Weg vom Rand zum Abgrund.
Da wir an allen Ecken gegängelt werden und sich parallel die gesellschaftliche Haltung ausgeprägt hat, dass es o.k. alle rauszuschmeißen, die einem nicht passen, sind wir HH heute schon fast fanatisch verbissend darum bemüht nur nie aufzufallen. Ich gebe zu, auch ich kann mich davon nicht frei machen. Dennoch ziehe ich den Aussie als Rasse MIT Ecken und Kanten, Trieb, Power und ja, auch Potential seinen Halter zur Verzweiflung zu treiben dem Aussie vor, der nur eine schöne Hülle seiner einstigen Rasse wird.
Die einzelnen Hunde sind sicherlich lieb, nett, für ihre Besitzer DER Hund und einfach super, aber vom Standpunkt 'Wo steckt da noch der Aussie?' aus, für mich doch eher unspannend. Ich habe sogar manchmal den Eindruck, dass wir alle Rassen im Kern so weit verstümmeln, dass sie als ewige gut gelaunte, dauerfreundliche, kuschelnde Kindsköpfe durch ihr Leben gehen.
Gammur: ich würde so einen Hund kaufen 