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Was sollen das denn für Züchter sein? Ich kenne bei den Aussies keinen, der behauptet, Arbeitshunde (also nicht Arbeitslinie) zu züchten und keine Leistungsprüfung der Elterntiere und im Normalfall auch vorangehenden Generationen hat. Gerade bei den Aussies kenne ich es so, dass man sich die potentiellen Partner zum eigenen Zuchthund auch auf Trials ansieht, um abschätzen zu können, ob er zum eigenen Hund wirklich passt.
Wenn man einen Hütehund nur zum Hüten, einen Jagdhund nur zum Jagen etc. haben soll und bemängelt wird, dass zweimal im Jahr nicht reicht(darüber sind wir uns einig), möchte ich mal die Frage in den Raum stellen, ab wann erachtet man einen solchen Hund als angemessen mit seiner Arbeit beschäftigt? Jeden Monat einmal, jede Woche, jeden Tag? In wessen Hand liegt es zu ermessen, ob der Hütehund, der alle 14 Tage was zu tun bekommt angemessen ausgelastet ist oder ob der junge Hütehund, der täglich mit zum Vieh genommen wird, vielleicht überlastet ist? Ich verstehe nicht ganz, wer sich hier die Definitionshoheit haben soll? Mit einem Test á la BH wird man es schlecht rausbekommen.
Dann stellt sich natürlich noch die Frage, warum es denn so schlimm ist, wenn Leute nach der Anschaffung feststellen, dass der Hund eine gewisse Passion hat und dann alles daran setzen, sie dem Hund zu ermöglichen? Warum ist das falsch, es andersrum aber richtig, erst die Rahmenbedingungen zu schaffen und dann einen Hund dazu zu holen? Die Möglichkeit besteht, dass der Hund die zugedachte Aufgabe gar nicht erledigen kann. Und nun? Noch einen dazu nehmen und den ersten ersatzbeschäftigen?
Im Grunde genommen sollte doch jeder Hundehalter egal welcher Rasse seinen Hund angemessen auslasten, versorgen etc. Dazu braucht es in meinen Augen nicht die Vorderung, Spezialisten nur in Spezialistenhände abzugeben. Ein Züchter, der seine Hunde kennt, sollte bei der Auswahl der Käufer am besten wissen, ob Hund XY nur zu Jägern sollte oder Hund Z vielleicht lieber nicht als Arbeitshund abgegeben wird. Selbst dann werden genügend Ausnahmen die Regel bestätigen.
Die Tierschutzhunde, die Mischlinge oder aus der Art Geschlagenen - wer soll die denn nehmen? Beispielsweise meine Luna. Sie hat Eigenschaften von Retrievern und von Hütehunden. Sie hat Interessen der einen, als auch anderen. Dennoch wäre sie weder für Jäger, noch für Hüteleute interessant. Trotzdem werde ich sie weiter an Schafen trainieren und auch weiter Dummies werfen. Sie wird die Hüterei nie so im Blut haben, wie der Lütte, aber nützlich wird sie mir trotzdem sein.
Ich glaube nicht, dass man ein allgemeines Gebot aufstellen sollte, dass Spezies nur zu Spezies sollen und Familien nur Familienhunde haben dürfen. Man muss doch immer im Einzelfall entscheiden und beurteilen und das bei jedem Hund.