Beiträge von Nocte

    Ich bin ja eher ein Freund von Reserviertheit. Bei Shadow ist noch nicht klar, wo es damit hingeht. Er ist deutlich offener geworden, als früher. Leute, die er sympatisch findet, begrüßt er sogar und die dürfen ihn auch anfassen. Das ist so selten der Fall, dass ich es dann immer erstaunlich finde. Im Allgemeinen verfährt er nach dem Prinzip: "Kucken, nicht tatschen!" Er ist schon rassetypisch reserviert und das mag ich auch, aber ich gebe zu, dass es schwierig ist, wenn der Hund zudem unsicher ist. So war Luna früher - kaum zu glauben, mitlerweile hat sich ihr Labbi-Erbteil da deutlich in den Vordergrund geschoben. Sie geht jetzt nicht schwanzwedelnd auf die Leute zu und freut sich einen Keks, aber wenn sie angesprochen oder aufgefordert wird, nimmt sie gern Kontakt auf und lässt sich streicheln. Früher wäre daran nicht zu denken gewesen und da sie oft Angst hatte und unsicher war, konnten Spaziergänge echte Spießrutenläufe werden - besonders im Dunkeln. Da kam eine Mischung aus Angst, Unsicherheit, Reserviertheit, schlechtem Sehvermögen und schlechten Nerven zusammen .... sehr explosiv und sehr anstrengend. Bei solchen Voraussetzungen ist Reserviertheit einfach sehr anstrengend und kann schnell kippen, aber insgesamt finde ich Reserviertheit deutlich entspannter und für mich angenehmer als zu viel Offenheit.

    Es wäre nicht mein oberstes Kriterium auf der Liste von erwünschten Eigenschaften, aber es stünde schon drauf.

    Ich bin allerdings nicht der Ansicht, dass man einen ängstlichen, reservierten Hund so früh wie möglich mit Menschenmengen á la Turnieren und Weihnachtsmärkten konfrontieren muss. Keiner meiner Hunde wird mich jemals auf einen Weihnachtsmarkt begleiten und wenn doch, dann sicher im Anhänger - ich hasse solche Menschenaufläufe und fühle mich da unwohl, aber für einen Hund muss das Streß pur sein - ein Wald aus beweglichen Beinen, 1000en Gerüchen und Lärm. Auch überfüllte Busse müssen meine Hunde nicht kennenlernen - im schlimmsten Falle gibt es Taxen. Alles was sie soweit tolerieren, weil sie mir vertrauen und ansonsten ggf. einfach die Hausregel befolgen, dass 'wir unsere Zähne bei uns behalten', ist für mich völlig ausreichend. Flooding bring einen ängstlichen jungen Hund schnell ans Ende seiner Kräfte oder Nerven, das brauch ich nicht. Ich kenne Aussies, bei denen schon früh so verfahren wurde, ich kenne auch Aussies denen jeder Fremde schön gefüttert wurde und auch Aussies die jeder Passant / Buspassagier zur Gewöhnung mal streicheln solle - bei keinem hat es was an der Veranlagung geändert und die Toleranz ist auch nicht größer oder kleiner geworden. Anfassen lassen müssen, müssen sich meine nur vom Tierarzt und uns und wenn wir uns irgendwo hin begeben, dann sollen sie weggehen, wenn sie keine Berührung wollen.

    Mir erschließt sich das auch nicht - ich habe auch schonmal einen Münsterländer beim Hüten gesehen und käme trotzdem nie auf die Idee, mir einen Münsterländer dafür zu kaufen.

    Die Rasse bringt nun nichts mit, dass sie als Therapiehunde geeignet sein lässt. Klar kann man sie soweit trainieren, aber ob den Hunden das Spaß macht? Einzelfälle bestätigen sicher die Regel.

    Reserviertheit, Schutztrieb, ggf. eine generelle hohe Trieblage, Sportlichkeit gepaart mit Arbeitswillen und vor allem eigenständigem Denken ... gerät man dann noch an ein Exemplar, dass kein Teamplayer ist ....

    Ne, das muss nicht sein - wenn ein Hund sich dafür eignet und man mehr oder minder zufällig dazu kommt, oder es testet und dabei bleibt, dann gut, aber einen Aussie dafür anzuschaffen, das erschließt sich mir nicht. Naja, es gibt Züchter, die mit einer sogenannten Therapielinie Werbung machen - Tante Google hilft da sicher weiter.

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    Gott, ihr Armen. Das mag ich mir nicht vorstellen. Bei Luna wurde die HD mit 5 Monaten diagnostiziert und einen Monat später musste operiert werden. Aber tod gesagte leben ja bekanntlich länger. Sie hat keine Epilepsie, aber EPI und diverse Allergien, die uns zum Lieblingspatienten jeder Tierklinik machen würden, so oft sind wir da. Wenn sie Rückfälle hat, dann wird sie inkontinent und aufgeschwemmt und insgesamt geht es ihr dreckig - andere Hunde riechen es auch und meiden sie dann oder gehen sie an, aber die Vorstellung, dass sie auch noch Epilepsie bekäme, treibt mir glatt den Angstschweiß auf die Stirn. Ich wünsche euch, dass ihr sowas nie wieder mit einem Hund durchleben müsst!

    Eine Frage, wann ist die Epilepsie ausgebrochen? Ich kenne keinen einzigen Epilepsie-Hund, der dieses gesegnete Alter erreicht hätte. Ganz im Gegenteil, umso früher es kam, umso früher ging der Hund...

    Zitat

    Unser Barry hatte das "Glück" HD und Epilepsie zu haben :/ zum Glück war Epi nur leicht, er brauchte also keine Medikamente und die HD kam erst im Alter (ab ca. 7)

    Gott, ihr Armen. Das mag ich mir nicht vorstellen. Bei Luna wurde die HD mit 5 Monaten diagnostiziert und einen Monat später musste operiert werden. Aber tod gesagte leben ja bekanntlich länger. Sie hat keine Epilepsie, aber EPI und diverse Allergien, die uns zum Lieblingspatienten jeder Tierklinik machen würden, so oft sind wir da. Wenn sie Rückfälle hat, dann wird sie inkontinent und aufgeschwemmt und insgesamt geht es ihr dreckig - andere Hunde riechen es auch und meiden sie dann oder gehen sie an, aber die Vorstellung, dass sie auch noch Epilepsie bekäme, treibt mir glatt den Angstschweiß auf die Stirn. Ich wünsche euch, dass ihr sowas nie wieder mit einem Hund durchleben müsst!

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    Ich habe mir auch gerade ausgemalt wie ich das Thema bewerten würde wenn ich "das" mit gemacht/ überstanden
    hätte. ;) Für mich ist es irgendwie der Alptraum der Epi dicht auf den Fersen ist.

    HD ist kein Spaziergang, aber für mich persönlich nicht mehr so schlimm, wie es Epilepsie wäre. Die HD ist mitlerweile gut behandelbar und wenn der Arzt, die Behandlungsmethide, die physiotherapeutische Betreuung und auch das Engagement des Besitzers stimmen, dann ist der Hund mit einem Quentchen Glück irgendwann soweit, dass er keine Schmerzmedikamente benötigt und auch bewegungsfähig ist. Das ist sicher nicht so lange der Fall, wie bei einem gesunden Hund, weil z.B. die Arthrosen früh Probleme machen können, der Muskelabbau im Alter sich negativ auswirkt etc. Und ja, man merkt es im Alltag schon z.B. am schäbigen Gangbild oder dem ausgeprägten Unwillen z.B. Flanken auf einer Seite zu laufen. Insgesamt kann ein HD-Hund aber bei optimalen Bedingungen sehr lange ein glückliches, schmerzfreies Leben führen ohne, dass jeden Tag das Damoklesschwert eines möglichen Anfalls über einem schwebt.

    Die Aufzucht spielt wohl eine Rolle, aber unser Arzt sagte damals, dass man damit die Hüften nicht gleich um mehrer Grade beeinflussen kann. Also aus einer Anlage für eine A-Hüfte eine C- oder gar D-Hüfte zu machen. Dann ist natürlich auch eine mit A ausgewertete Hüfte nicht zwingend eine Garantie dafür, dass der Hund keine HD hat. Es besteht immer noch die Möglichkeit loser Bänder, aber das kann ein Arzt mit einem entsprechenden Test feststellen. Auch falsch angefertigte Röntenbilder, z.B. ohne Narkose, führen zu falschen Ergebnissen. Kurz gesagt, der Röntgenarzt bzw. der behandelnde Arzt sollte wissen, was er tut. B-Hüften finde ich auch nicht schlimm, aber da ich beim Thema HD ein gebranntes Kind ist, fällt mir alles auf (ohne jegliche Wertung), was nicht A ist. Also A + B ginge für mich schon OK, jedoch würde ich es dann bevorzugen, wenn schon Nachzucht des entsprechenden Hundes ausgewertet wäre. Rein für mein geistiges Wohl, denn B ist nunmal kein A ;-)

    B ist eine Übergangsform. Selbst C ist im VDH bei Verpaarung mit A-Hüften erlaubt. Ich mag am liebsten A + A, aber A + B geht, denke ich, auch noch in Ordnung.

    Wobei klar ist, dass zwei A-Hüften nicht automatisch HD-freie Hunde hervorbringen. Die Verwandschaft sollte schon berücksichtigt werden.

    So gut können keine 2 Hunde als Verpaarung sein, dass das nötig wäre - untragbar, aber wenn man damit leben kann, dass einem der eigene Hund schon an einer Wurmkur verrecken kann....

    Och Mensch, da machst Du ja was mit mit Bela. Kann es sein, dass die Kollegin krank ist? Ich meine körperlich - vielleicht kriegt er sich deshalb nicht ein. Z.B. Diabetes lässt die Leute anders riechen und manche Hunde können da nicht drauf wechseln. Was passiert denn, wenn Du ein supertolles Spielzeug an die Klinke hängst für die Kollegin? Andererseits vermutlich auch nichts anderes ... so, wie das Belalein drauf ist. Halte durch und fühl dich gedrückt!