Beiträge von Nocte

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    huhu zusammen, ich einer von meinem zwei hundis ist auch ein aussie und ich wollte mal gerne wissen wie eure so vom charakter her sind und wie ihr mit ihnen arbeitet bzw wie ihr sie auslastet. würde mich über erfahrungsaustausch und anregungen freuen, da ich meinen wahrscheinlich aus dem hundesport rausnehmen muss.
    vlg

    Hallo und Willkommen!

    Warum musst Du deinen Hund aus dem Sport nehmen?

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    Nocte wenn du hier aber solche Szenarien und Theorien zum besten gibst, fände ich es schon hilfreich, wenn du auch ehrlich sagst ob du besagte Züchter kennst. ( wovon ich mal immernoch nicht ausgehe )

    Mit Sicherheit werde ich nicht sagen, welche Züchter ich alles kenne, die so viele Hunde haben. Dann haben wir hier gleich die Mods auf dem Plan. Wenn du die Guardians selbst meinst - nein die kenne ich nicht, werde ich auch nicht kennenlernen. Sieh es dir an und habe es im Hinterkopf. Offensichtlich betrachten ja noch mehr Leute eine so hohe Hundezahl hier im Thread kritisch und auch die werden zu ihrer Einstellung nicht durchs Googlen gekommen sein. Wenn die Züchter diese Anzahl spielend bewältigen und auslasten können, dann können sie dir dazu Auskunft geben und werden es bestimmt nicht negativ finden, wenn sich ein Interessent darüber Gedanken macht.

    Mein Hunde wissen auch, genau welcher Tag ist. Ich bin mir ziemlich sicher, dass es an ihrer Beobachtungsgabe liegt. Ich schätze, das fängt schon damit an, wie ich aufstehe und zu welcher Zeit ich mir die Zähne putze etc. Daran machen sie das fest, denke ich und dann kommt noch die Komponente dazu, dass neben mir - mit unregelmäßigem Arbeitsrhytmus - noch jemand mit SEHR regelmäßigem Tagesablauf im Haushalt lebt. Der Nachbar ist außerdem nur am Wochenende da und auch die Kinder der anderen Nachbarn sind nur am WE oder zu Ferienzeiten untertags mal hier. Da summieren sich Kleinigkeiten auf, die zu erkennen, ich meinen Hunden ohne Weiteres zutraue. sind übrigens auch Hütis.

    Ich sage nicht, dass das ausgeschlossen ist und sicher gibt es Leute, die das hinbekommen. Ob ich die Leute von denen Du sprichst kenne oder nicht, weißt Du nicht und tut hier auch nichts zur Sache - ich mache mir mein Bild jedenfalls nicht nur anhand irgendwelcher theoretischer Überlegungen, werde aber einen Teufel tun und hier Namen nennen. Hinfahren und ansehen ist immer gut, es sind nur Dinge, die zu Bedenken gegeben wurden, weil man als Welpenkäufer gern mal mit verklärt-verschleiertem Blick durch die Botanik rennt.

    Davon mal ab, warum ist es ein Gütesiegel, wenn ein Energy Aussie zur Zucht überlassen wurde? Für das Argument fehlt mir das Verständnis?

    Und zur genetischen Vielfalt: wenn ein Züchter nur einen Rüden und eine Hündin hat, sagt das gar nichts über genetische Vielfalt aus. Wenn er diese nur miteinander verpaart, dann ist die Frage berechtigt, aber ein Züchter braucht nicht viele Hunde, um auf genetische Vielfalt zu achten - es kommt drauf an, mit wem diese wenigen Hunde verpaart werden ;-)

    Ich versuche es nochmal etwas genauer zu fassen:

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    (...) immerhin 6 Hunde und ein weiterer war in Planung. Es sind halt in jedem Rudel oder Gruppe auch immer noch die " Rentner" dabei die nicht mehr zur Zucht eingesetzt werden. Dazu 2-3zuchthuendinnen und 2-3 rüden. Find ich jetzt relativ normal. Natuerlich nicht in ner 2-Zimmer Wohnung. Aber wenn großes Gelände und wie bei den ayers Rocks oder auch den mcfields ein Pferdehof / Bauernhof dabei ist in dem die Hunde "mitarbeiten" und ausgebildet werden, was spricht dagegen?

    Wenn die Zuch konstant Nachwuchs produziert, kommen zu den Zuchtrentnern immer wieder neue Hunde, die aber noch nicht alt sind. Werden aus irgendwelchen Gründen Kastrationen nötig, kann die ganze Ordnung im Rudel dahin sein und es wird neu sortiert. Stammen die Zuchttiere nicht ausschließlich aus der eigenen Nachzucht, werden neue Hunde eingekauft - die Gruppe muss sich wieder neu sortieren. Der Glücksfall, dass mehrere intakte Rüden und intakte Hündinnen sich in einer Gruppe aufhalten und es keine Probleme gibt, ist selten. Auch die Auslastung aller Tiere auf dem heimischen Hof, kann ich mir schwer vorstellen und zwar aus folgenden Gründen:

    Wenn die Tiere auf beide Erwachsene der Familie verteilt sind (es ist ja nun nicht oft so, dass zwei oder mehr Generationen einer Familie auf einem Hof arbeiten und alle dem gleichen Hobby mit der gleichen Hunderasse nachgehen), dann fällt doch auf einem Hof, so wie er heute in Deutschland noch betrieben wird, nicht über den ganzen Tag genug Arbeit an, als dass alle Hunde beschäftigt würden - bei 10 sehe ich das einfach nicht gegeben. Ich kenne große Milchviehwirtschaften, bei denen neben mehreren 100 Rindern auch noch Pferde und das ein oder andere Federvieh leben - trotzdem brauchen diese Viehwirtschaften nicht mehr, als einen Hund. Im Gegenteil, die Überlegung geht eher hin zu elektronischen Hunden. Die Arbeit auf den Höfen hat sich doch sehr verändert. Der ein oder andere Hund wird sicher ein Traktor-Buddy, aber das heißt nur, dass sie dabei sind und nicht, dass sie arbeiten. Dann sehe ich da noch das Problem des Gassi-Gehens. Mit dieser Hausnummer an Hunden geht man nicht mehr allein und wenn, dann ist es reichlich fahrlässig. Wenn man also die Hunde aufteilt, um mehrfach zu gehen - was schon daher geschehen dürfte, weil ein echter Rentner nicht mehr so viel schafft - wie realistisch ist es dann anzunehmen, dass alle Hunde jeden Tag Gassi gehen? Geschweige denn mehrfach? Auf dem Hof dürften die Hunde auch kaum sich selbst überlassen werden. Es wird also eher einen Bereich (vielleicht einen Innehof) geben, in dem die Tiere sich aufhalten. Dann die Ausbildung: wieviel Hunde kann man gleichzeitig vernünftig neben der alltäglichen Arbeit ausbilden? Wird man sich nicht früher oder später automatisch auf die konzentrieren, die am besten mit einem arbeiten oder die man für die talentierteren hält?

    Für mich bleibt es dabei: 10 ist mir als Gruppenstärke zu groß. Die Tiere geraten nur zu leicht in echten Streß und vielen Tieren merkt man es als Außenstehender gar nicht an, weil sie schon ruhig sind oder zu lächeln scheinen (kennt ja jeder das berühmte Aussielächeln) oder weil sie in dem Moment, in dem sie Aufmerksamkeit haben, darin aufgehen. Was aber hinter den Kulissen abgeht, welcher Hund welchen schonmal gelöchert hat, wieviel Streß das Einzeltier hat und ob wirklich genug Beschäftigung und Auslastung da ist - kann man doch bei einem kurzen Besuch gar nicht abschätzen.

    Ich kann Sandra verstehen. 10 Hunde ist eine ganz schöne Hausnummer. Für mich wäre das auch ein Grund ganz genau hinzuschauen. Wie werden die Hunde gearbeitet, werden alle Hunde ihren Anlagen entsprechend gefördert. Wie wird Gassi gegangen, wie ist die Alterszusammensetzung, ist das Rudel stabil und in sich geordnet, haben alle Hunde genügend Platz und können sich aus dem Weg gehen. Seien wir mal ehrlich - wieviele von uns bedauern ab und an, ihre Hunde nicht so fordern zu können, wie sie es möchten, weil einfach der Alltag (z.B. stressige Arbeitsphasen) dazwischen kommen. Glaubt ihr ernsthaft, dass das in einem großen Rudel anders ist? Erst Recht, wenn man noch arbeiten muss. Dann wird es in einem solchen Rudel zwangsläufig Hunde geben, die nebenher laufen... Da denke sich jeder seinen Teil zu. Insgesamt hab ich manchmal das Gefühl, dass es ab einer gewissen Anzahl einfach kippt und die Rudelstärke mehr vom Sammelwahn der Zweibeiner abhängt. Für mich ist 4 die Grenze, 5 geht noch, wenn es muss, aber mehr braucht k(aum )ein Mensch. Dem Welpen nützt eine Großrudelhaltung auch nichts, wenn dabei andere Dinge untergehen, weil sie zeitlich einfach nicht drin sind.

    Sandra, ich muss sagen, ich bin da ganz bei dir.

    IngoK: Wo Sinn und Plan dahintersteht, schrieb ich schon oben, dass ich da keine Probleme mit habe, aber dazu muss man die Kenntniss über physiologische Probleme der Rassen haben und auch dann gehört bei Mixen dazu, sie gesundheitstechnisch bewerten zu lassen und dafür reicht es in meinen Augen nicht, wenn nur ein einziges Tier angesehen wird. Einen Retriever, bei dem ich nicht weiß, ob es in der nahen Verwandschaft die üblichen Probleme mit Hüften, Bindegewebe und Co gab, würde ich NIE mit einer auch größeren, schweren Rasse verpaaren, die die gleichen Probleme aufweist. Das lässt sich auch nicht mit Verbesserung rechtfertigen. Über Sinn und Unsinn von Rassen, die kaum atmen können, riesig oder winzig sind, gern mal durchgeknallt und und und, lässt sich nicht streiten - das ist NIE erstrebenswert.

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    Okay. Das sehe ich ein.

    Aber - gibt es da denn Statistiken? Ist es wirklich erwiesen, dass es mehr kranke Mixe als VdH-Hunde gibt? Oder mehr gestörte Mixe?

    Ich weiß, ist O.T. würde mich aber mal echt interessieren.

    Da liegt der Hase im Pfeffer - eben dass es keine Statistiken bei Mixen gibt. Ich wage trotzdem zu behaupten, dass es unter dem Strich nicht mehr Kranke oder Durchgeknallte auf der einen oder anderen Seite gibt, aber bestimmte Anpaarungen scheinen völlig sinnfrei zu sein und dann ist es vielleicht ein kompletter Wurf, der schwierig ist. Auch ist es sehr schwer bestimmte Erbkrankheiten jemals völlig verschwinden zu lassen, wenn immer wieder Mixe verpaart werden. Das kann dann den Rassehundbesitzern egal sein, ist aber unnötiges Leid.

    So ganz nebenbei bemerkt, wäre deine Statistik nicht ganz aussagekräftig, weil es keine Kategorie für papierlose Rassehunde gibt. Gerade bei beliebten Rassen wie den Jackys gibt es ganze Schläge aus Wildvermehrungen, die zwar rein genetisch rasserein sind, aber im Grunde nur ein schlechtes Abziehbild der Rasse und auch vermehrt unter rassetypischen Krankheiten zu leiden haben. Bei Retrievern ist es nicht besser.

    Daneben kann es nicht sein, dass es ein Argument für die bewusste Vermehrung ist, dass es genug Leute gäbe, die einen netten, gut sozialisierten Mix wollen. Es sollte schon ein wenig mehr dahinter stehen. Wenn eine Anpaarung zweier Rassen so toll erscheint, dann kann man es sich auch zum Ziel machen stabile Eigenschaften herauszuzüchten und dann wiederum eine Rasse zu etablieren. Wenn man aber glücklicherweise ein Exemplar einer Rasse erwischt hat, dass sehr angenehm im Umgang und freundlich ist, obwohl die Rasse eher als schwierig eingestuft wird, dann gehört das Tier wenn schon in die Zucht dieser Rasse, damit eventuell diese guten Eigenschaften innerhalb der Rasse weitergegeben und etabliert werden. Verpaart man aber dann das Tier mit einer anderen Rasse, muss nichts vom angenehmen Wesen der Eltern weitergegeben werden. Vielleicht potenziert sich auch das Streßpotential. Dem Welpen steht es nicht auf die Stirn geschrieben. Und gerade bei Problemen im Handling wird bei richtigen Krachern so ein Hund dann abgegeben oder eingeschläfert. Ich frage mich, warum bei einem angeblich untersuchten und ausgewerteten Hund kein Vertreter der eigenen Rasse gewählt werden konnte? Weil das Decktaxe kostet, oder weil der Hund doch nicht so toll für die Zucht wäre? Waum muss man Rassen mixen, die vom ganzen Wesen und der Bestimmung, nicht zueinander passen?