Beiträge von Nocte

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    Super Fotos.
    Ich will schon lange wieder Hühner und schaffe nicht den Absprung.

    LG, Friederike

    Woran scheitert es?


    Ich selbst bin zu meinen wie die Jungfrau zum Kinde gekommen, aber wo sie schonmal da waren, sollten sie es auch gut haben. So blieben dann erst ein paar der Pflegehühner, dann kamen noch welche aus einer nicht ganz freiwilligen Zuchtauflösung dazu, die sonst in den Topf gewandert wären.

    Keine der Rassen hätte ich mir selbst ausgesucht - ich mag am liebsten die Lachse, Araucana und Marans. Brama wollte ich nie und über Grünleger hab ich mir nie Gedanken gemacht. An den Marans kam ich dann doch nicht vorbei und so hab ich mir drei zugekauft. Der Rest meiner Hühner wurde ausgemustert oder war über oder Opfer. Ich liebe sie alle und freue mich über jedes Ei und bin froh, dass das Schicksal über meinen Kopf hinweg entschieden hat, dass die zu uns sollen. Mit den Hühnern auf der Arbeit und allen im Familienbestand haben wir nun: Marane, Brama, Leghorn, Welsumer, Lachshühner, federfüßige Zwerghühner, Grünleger und Amrocks. Ich möchte unbedingt noch ein paar Araucana haben ... dieses Jahr, also wenn jemand eine Qelle hat :-) Nehme auch Bruteier.

    Ich könnte mich totlachen, wenn das "Sauriergeschwader" wie ein Schwarm Raptoren vom Ende der Weide angestürmt kommt, dabei Schafe und Hühner überholt, nur um als erstes an der Fütterungsstelle aufzulaufen. Sie haben sogar Namen bekommen.

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    Hi,also was ich hier am häufigsten lese ist "Tierschutz fängt vor der eigenen Tür an" ja naklar aber aber er endet auch nicht an der landesgrenze.Meine Motto ist eigentlich "helfe da wo es am nötigsten ist und da wo du kannst".Imprinzip finde ich das es im Ausland eigentlich dringender ist ,weil hier in deutschen Tierheimen gewiss keine Hunde verhungern.Hier in deutschland kommen die Hunde herraus,dürfen soziale Kontackte pflegen,haben oft einen hundetrainer zu Seite und das haben die im Ausland nicht.(...)

    Diese Sichtweise finde ich so verharmlosend. Das klingt, als wäre der Aufenthalt in einem deutschen Tierheim der reinste Luxus und als würde es den Insassen dort einfach nicht dreckig genug gehen, als das man ihnen helfen dürfte. Das Degradiert den Tierschutz auf deutschem Boden. Es gibt hier auch Heime, denen die Dämmung fehlt, die hoffnungslos überbelegt sind, auf Sachspenden wie Decken angewiesen und denen viel zu wenig Personal zur Verfügung steht. Die wenigsten Heime, die ich von innen gesehen habe, konnten sich einen Trainer leisten und die wenigsten Hunde empfanden den Aufenthalt dort auch nur als nicht unangenehm - die ausländischen Hunde inbegriffen.

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    (...)

    Es sagt auch niemand, dass man sich alles gefallen lassen soll und bloß nicht wehren darf, es geht um die Angemessenheit.
    Und genauso wenig wie es in dem Lehrbuchfall, bei dem ein Rentner einen Jungen vom Kirschbaum schießt, weil dieser seine Kirschen klaut, die Reaktion angemessen ist, ist sie es hier in dem Fall.
    Man muss sich vielleicht auch mal vor Augen führen, welche Delikte hier begangen wurde. Da haben wir einerseits eigentlich nichts, wenn der Hund verletzt worden wäre, wäre es Sachbeschädigung gewesen, und dem gegenüber Körperverletzung, möglicherweise sogar schwere, denn auch wenn krankenhausreif nicht zwangsweise bedeuten muss, dass es schwere Verletzungen sind, so können es aber auch sehr schwere sein, das wissen wir eben auch nicht und daher halte ich es nicht für richtig, das so zu interpretieren, wie man es gerne hätte.
    (...)

    Ist es jetzt auch in Ordnung, wenn ich "krankenhausreif" geschlagen werde, wenn ich einen anderen Hund (aus Sicht des anderen Halters unberechtigt) abblocke?
    Das ist nämlich nüchtern betrachtet, eine ziemlich ähnliche Situation.
    (...)

    Ein Kirschbaum ist kein Lebewesen, das einen körperlichen Schaden oder / und psychischen Schaden erleidet, wenn ein Kind davon Kirschen klaut. Ein Hund tut das bei Böllern schon, außerdem ist er für viele Halter ein Sozialpartner und vollwertiges Familienmitglied, das nicht so respektlos fremdem Leben gegenüber ist. Abblocken ist in meinen Augen eine völlig andere Situation und hat gar nichts mit einem Böller-Angriff zu tun.

    Verharmlost habe ich das sicher nicht, und auch geschrieben, dass ich hier keine mildernden Umstände erwarten würde, wenn der Hundehalter nicht selbst sternhagelvoll war. Trotzdem kann ich ihn verstehen und ich verstehe mitlerweile jeden, der das Recht in die eigene Hand nimmt. Nicht das es in Ordnung wäre, aber wenn man sich nach zig Diebstählen, Angriffen etc. immer und immer wieder in der Situation sieht, dass man einfach nur gelackmeiert ist, dann geht einem irgendwann die Geduld aus und auch der Frommste wird zur Furie. Mir hat man zu Weihnachten meinen Entenstall zerlegt, meine Enten geklaut und ein tragendes Schaf ist bei dem Einbruch zu Tode gekommen. Originalton der Polizei: Was erwarten sie denn, es wurden gerade 3000 Stellen gekürzt.

    Tja, vielleicht ist der Mensch mit dem Hund vorher schon öfter in die Situation von Hilflosigkeit geraten. Ich hätte früher auch gesagt, dass man einfach weggehen soll und das Gespräch suchen, aber nachdem ich selbst schon krankenhausreif geschlagen wurde und zwar einfach, weil ich vor einer Kirche stand, mir von Jugendlichen die Moneten abgezogen wurde, ich nach einem Angriff einen Schaden auf einem Auge davon getragen habe und auch meine Kollegen ähnlich schöne Erfahrungen gemacht haben, ist mein Vertrauen in die Ordnungsbehörden erschöpft. In keinem dieser Fälle ist nämlich was passiert und das, obwohl die Täter von uns eindeutig identifiziert wurden. Es stand Aussage gegen Aussage und ein anderes Mal war der Täter nicht strafmündig. Ich habe mich damit abgefunden, dass es in manchen Gebieten heißt: das Ghetto lebt.

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    Wie soll das gehen? In den Ursprungsländern werden kaum Hunde vermittelt - eine Schutzgebühr bezahlt da erst recht keiner. Woher soll da langfristig das Geld für Unterbringung, Futter und medizinische Versorgung kommen wenn nicht (zum Teil) gedeckt durch die Vermittlungsgebühren? Und, vor allem, wohin mit den ganzen Hunden, wenn davon kein einziger mehr außer Landes gehen soll? Da müsste ja jede Orga nach wenigen Tagen/Wochen einen Aufnahmestopp einlegen.

    Ich kann diese Sichtweise nicht nachvollziehen und finde sie sogar falsch, da es nicht sein darf dass unschuldige Lebewesen die Unfähigkeit der Menschen ausbaden müssen. Nur weil viele, viele europäische Länder die Überpopulation der (Straßen)Hunde nicht in den Griff kriegen, soll wenigstens einem kleinen Prozentsatz dieser Tiere die Chance auf ein Zuhause in einem anderen Land verwehrt bleiben?

    Und von den Menschen zu verlangen, die Tiere vor Ort abzuholen - das ist nicht nur finanziell sondern auch organisatorisch oft gar nicht möglich. Das ist doch völlig realitätsfern... :???: Selbst von den Leuten, die einen Hund mit Papieren wollen, fahren nur die allerwenigsten zu ausländischen Züchtern.

    Das mit der eigenen Haustür habe ich nie geschrieben. Von daher kann ich zu dem Argument nichts sagen. Aber warum ist es realitätsfremd, dass die Leute ihre Hunde selbst holen sollen oder deren Transport finanzieren und organisieren? Ich finde das nicht realitätsfern. Ein Hund begleitet einen Menschen viele Jahre und soll ins Leben passen, aber weil er aus dem Tierschutz kommt, sollen die Kosten für die Überführung nicht getragen werden? Warum, sind diese Hunde als Familienmitglieder weniger wert? Wenn die Hunde aus dem Ausland eher dem entsprechen, was zu einem selbst passt oder was dem eigenen Geschmack entspricht, dann sollte das ja wohl drin sein. In meinen Augen fließen durch die organisierten und durch Spenden finanzierten Transporte Gelder ab, die anderweitig sinnvoller eingesetzt werden können, weil sich eben rein gar nichts vor Ort dadurch ändert. Das hat nichts damit zu tun, das ich das dem einzelnen Hund nicht gönnen würde. Wenn es nach mir ginge, wäre jeder Hund glücklich. Orga-Gelder werden aber selten nur mit dem Ziel gesammelt, ein einzelnes Individuum in ein besseres Leben zu befördern und sollten in meinen Augen auch nur dann dahin abfließen, wenn es vorher bekannt ist. Meine Entscheidung ist nicht, den Auslandstierschutz zu verdammen, aber Geld- und Sachmittel spende ich ausschließlich, wenn sie auch vor Ort eingesetzt werden.

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    Hier sind aus meiner Sicht mehrere Dinge vermischt. Kein seriöser Tierschutz unterstützt die Profitgier von Vermehrern. Ich kenne auch keine Tierschutzorganisation die Tiere aus Tötungsstationen freikauft - aber korrigiert mich hier gerne, falls ihr bessere Infos habt. Die Tierschutzorganisationen die ich kenne, bekommen die Tiere kostenfrei aus den Tötungsstationen. Darüber hinaus darf man die Linderung von Tierleid nicht 1:1 gegen die langfristige Entwicklung von verantwortungsvollem tierschützerischen Denken gegenrechnen.


    Ich kenne gleich mehrere Tierschutzorgas und habe auch von einer solchen schon einen Hund notweise in Pflege genommen, die die Tiere rausgekauft haben und die einen guten Namen haben.

    Zum Umdenken:
    Für mich bleibt es dabei, dass jeder kucken muss, welchen Hund er will und wenn er aus dem Ausland ist, ist das so, aber der Import des eigenen Hundes hat für mich nichts mit Tierschutz zu tun und das hier ja auch im Thread gebrachte Argument, dass es dem Hund im Ausland schlimmer ging, als dem Tierheimhund hier, bringr mich - gelinde gesagt - zum kotzen. Tierschutz im Ausland finde ich gut, aber er schließt für mich keine Verbringung der Tiere nach Deutschland ein. Allein die Kosten dafür könnten auch vor Ort in medizinische Hilfe, Zwinger etc. investiert werden. Wer einen Hund aus dem Ausland möchte, sollte ihn - meiner Meinung nach - auch selbst dort abholen.

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    Ob es uns passt oder nicht, Welpen haben in deutschen Tierheimen eine deutlich höhere Vermittlungschance als erwachsene Hunde. In "meinem" Tierheim gibt es eine enge Zusammenarbeit mit einem sehr guten spanischen Tierheim - und die Welpen und Junghunde die von dort kommen, leisten einen erheblichen Beitrag zur Finanzierung des Tierheims. Welpen und Junghunde sind meist nur wenige Wochen im Tierheim bis sie ein zu Hause finden und dem Tierheim die Vermittlungsgebühr einbringen. Durch diesen unterdurchschnittlichen "Durchsatz" finanzieren sie die Hunde mit, die bedingt durch Alter oder Krankheit länger warten müssen.

    Das ist genau das, was ich bemängelt habe - die Auslandshunde finanzieren den staatlichen Tierschutz hier mit. Es ist ein Geschäft, dass mindestens bei +/- Null rauskommen muss. Ich bezweifle ernsthaft, dass so viele Welpen und niedliche Hunde, wie ständig importiert werden rein zufällig als Abfallprodukte anfallen, die dann von seriösen Orgas hervermittelt werden.

    Ich glaube nicht mal, dass die Orgas groß daran verdienen, aber die Hunde werden aus den Tötungen verkauft. Warum sollte man dort also ein schlechtes Gewissen haben, wenn gleich noch 20 niedliche Welpen entstehen oder eingefangen werden, wenn die Deutschen sich so drüber freuen und auch noch Geld geben.


    Zu dem Argument mit den Galgueros: wenn die feststellen, dass sich ihr "Ramsch" nach Deutschland verkaufen lässt, werden sie sich selbst darum kümmern und die Hunde nicht ins Tierheim bringen, damit andere ein Geschäft machen.


    Tierschutz, wie viele andere Dinge auch, gehören für mich zu den Sachen, die reinweg vor Ort stattfinden sollten. Wenn ein Hund einer seltenen Rasse angehört oder jemand sich in diesen einen Hund verliebt, dann kann er ihn auch vor Ort abholen! Das ist meine Überzeugung.

    Viele hier schreiben, sie hätten keinen Hund im inländischen Tierheim bekommen und es war bei der Auslandsorga leichter. Da frage ich mich doch, ob die Maßstäbe nicht in beiden Fällen verschoben sind. Es kann eigentlich nicht sein, dass die Auslandsorga geringere Ansprüche an Interessenten hat.

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    Hmm, und warum? warum nicht einem Welpen ein schönes Heim ermöglichen der in nem zugigen dunklen 2qm Zwinger irgendwo in Rumänien hockt?? :???: die dann da lassen weil es sich nicht "schickt" Welpen zu importieren?!

    Wenn man den einen Hund will, dann bitte, aber das hat nichts mit Tierschutz zu tun und das sollte man sich nicht einbilden. Es ist ein gezielter Einkauf eines netten Welpen und der wird aus Bedingungen gekauft, die nicht optimal sind. Das ist für mich in Kauf nehmen der Nachproduktion. Das Elterntier stammt ja offensichtlich nicht aus einem Kastrationsprojekt und der Welpe kann leicht vermittelt werden. Wo ist das Tierschutz?