Beiträge von Nocte

    Das sehe ich absolut anders. Das heißt, auch in deutschen Tierheimen reicht das Geld nicht und auch in unserem Land ist der staatliche Tierschutz unterfinanziert. Wenn man dann Auslandshunde aus rein monetären Gründen in deutsche Tierheime aufnimmt, dann ist das ein Geschäft und hat mit Tierschutz nichts zu tun. Dieses Geschäft ist nämlich ein Dauerzustand.

    Zitat


    Das ist ja auch schön. Aber was machst du, wenn dein Hund 20 Meter entfernt irgendwo im Gras schnüffelt und auf einmal kommt ein unentspannter " Feind" aus nem Gebüsch auf deinen zugerannt?

    oder zwei Hunde auf dem Trainingsareal, auf dem gar nicht abgeleint werden darf, hinter einem Holzstapel vorgeschossen kommen.

    oder sie bei einem Familienmitglied an der Leine waren.

    oder oder oder

    Ich kann solche Kommentare, á la "ich habe 40 Jahre", nicht ernst nehmen. Schön, wenn man 40 Jahre Glück hatte. Schön, wenn man eine Umgebung hat, in der Management immer möglich ist, aber es ist arrogant anzunehmen, dass das für alle anderen Hundehalter auch ginge. Mit der gleichen Begründung könnte ich vermuten, dass Quo Vadis Hunde nie von der Leine kommen oder völlig unselbstständig sind, weil sie sich ja nie aus dem Dunstkreis des Besitzers bewegen.

    Zitat

    Da holt ja kaum einer einen Hund raus. ;)

    Es ging mir nur darum, wie schwer es schon bei einem relativ reichen Land ist, die Politik zu ändern.

    Darum ging es mir doch auch. Wenn jemand persönlich für sich einen Hund aus dem Ausland will, weil es eben dieser eine Hund sein soll oder die Rasse einer extrem kleinen Population angehört, ist es eins für mich, aber wenn Tierschutz vor Ort mehr oder minder ins Leere laufen muss, dann sehe keinen Sinn darin, noch "Rettungs-Transporte" nach Deutschland vorzunehmen. Das ist ein ewiger Kreislauf und an vielen Stellen sogar ein rentabler. Selbst deutsche Tierheime profitieren, wenn sie Tiere aufnehmen, von denen sie erwarten dürfen, dass die schnell vermittelt werden. Es gibt die Fallpauschale und es gibt die Schutzgebühr, die dann den anderen Insassen zu Gute kommt. Zumindest habe ich mir diese Erläuterung im Tierheim mehr als einmal anhören dürfen.

    Geht das nur mir so, dass ich das als falsch und zynisch empfinde?

    Zitat

    Das ist schwierig, weil da immer Interessen aufeinander prallen.

    Nimm Irland, kein reiches aber auch kein absolut armes Land:
    Eingeschläfert wird in Massen, gleichzeitig wird aber propagiert, dass Landfrauen auf den Farmen in Massen züchten, damit sie etwas zum Einkommen der Familien beitragen können.
    Da gehen den Politikern natürlich die Belange der Menschen vor irgendwelchen Interessen in Sachen Tierschutz.
    Um da etwas zu ändern, muss erstmal die wirtschaftliche Lage anders aussehen.

    Genau und wie sinnvoll ist es dann, dort Tiere raus zu holen? Es wird nachproduziert und ist allen klar, dass keine Änderung vor Ort statt finden wird. Das nenne ich Totgeburt. Vor Ort wurde eine "Lösung" gefunden wurde, die mit meinem persönlichen Empfinden zum Stellenwert des Tiers kollidiert, aber dennoch eine Lösung ist.

    Zitat


    Das sehe ich anders, weil ich nicht die Tierschützer vor Ort damit meine - die tun schon etwas und wollen etwas ändern. Ich meine die Gemeinden und auch staatlich verantwortlichen Stellen. Die geraten mir beim Auslandstierschutz selten in den Fokus.

    Tierschutz in Deutschland ist doch genauso trostlos und man hält sich an den Fällen aufrecht, die ein gutes, verantwortungsvolles Heim gefunden haben.

    Zu den Tieren direkt vor unserer Haustür. Frankreich war z.B. genannt worden. Die Lösung der dortigen Regierung ist radikal, aber es ist eine Lösung, die sicher viele Nichthundehalter in Deutschland ohne mit der Wimper zu zucken auch dankend annehmen würden. Die Kosten für die Unterbringung sinken, keine zusätzliche medizinische Versorgung, keine Bestien, die mit Knacks wieder auf die Menschheit losgelassen werden.

    Bei den ständig weiter auf absurde Weise verschärften Hundegesetzen, frage ich mich, wann wir an dem Tag ankommen, an dem wir uns fragen müssen, ob ein Tod nach 10 Tagen nicht für den ein oder anderen Dauerinsassen in Deutschland doch eine humanere (nicht humane) Lösung wäre.

    Zitat

    (...)

    Die Frage ob es Deutschland oder dem Ausland ist für mich ehrlich gesagt unsinnig. Wenn man den passenden Hund findet, ist es egal woher, nur sollte man vernünftige Kriterien bei der Auswahl ansetzen.

    Einen eigenen Hund zu suchen, fasse ich nicht unter Tierschutz, sondern darunter, einen eigenen passenden Hund auszusuchen.

    Da werden bei mir Erinnerungen wach. Als Kind hatte ich einen Dackel, der das auch beherrschte. Sie hat mir regelrecht den Stinkefinger gezeigt, wenn ich sie wieder anleinen wollte. Bei ihr konnte ich mich drauf verlassen, dass sie für das Leckerchen in Greifweite kommt und so hab ich sie später ganz willkürlich angeleint. Mal für drei Meter, mal 20, mal 30 Sekunden. Das Thema war schnell durch.