Beiträge von Tucker

    julere,
    ich bin nicht mit der aktuellen deutschen PO und den Prüfungsansprüchen vertraut, aber bei uns hier, gehört das, was du "kontrolliertes Ballspiel" nennst, bereits zur BgH 2, Übung "Bringen auf ebener Erde", HF wirft Apportholz ca. 10 Schritt weit, Hund in Grundstellung, auf Kommando bringt der Hund.
    Und sämtliche BgH Prüfungen prüfen für mich "nur" Grundgehorsam.
    Aber in D ist das eh was anders geregelt, da gibts ja ne ganze Reihe Prüfungen gar nicht und ich weiß nicht genau, was in den vorhandenen Prüfungen abgefragt wird.
    Wobei dann auch wieder Staffys Argument zieht- ich kenne zur genüge Hunde, die ausschließlich auf dem Platz gute Arbeit leisten, darüberhinaus ist nicht viel zu erwarten.
    Auf jeden Fall trainiere ich sowas ganz selbstverständlich und überall wo es möglich ist und mir in den Sinn kommt- es gehört für mich zu Grundausbildung...

    lg Susanne

    Jana, vielleicht sollte man bedenken, dass hinter diesen 2 wochen aber auch über 20 Jahre Erfahrung von Papillon bis Malamute und von Familienhund bis hochkarätiger Sporthund stehen? Tips und Tricks und auch persönliche Entwicklung.
    Bei meinem ersten eigenen Hund, einer Tibetmix Hündin mit Geschichte, sah das auch anders aus, das war monatelange Arbeit, meine Mama stand mir mit viel Rat zur Seite, hat aber nicht aktiv eingegriffen und ich war monatelang beschäftigt mit dem Abruf... und es folgten einige weitere Hunde, plus die laufende Beobachtung und das Leben mit all unseren Hunden (also auch denen meiner Mutter). Meine Ma hat ein TH geleitet, auch da hab ich viel gelernt.
    Und durch all diese Erfahrungen kann ich auch besser einschätzen wie ich den betreffenden Hund "kriege", wie ich das Vorhandene ausnutzen kann.
    Und dennoch, es gibt Hunde wo auch ich wesentlich länger am Abruf feilen muss, weil der Hund nunmal ein Individuum ist, trotzdem arbeite ICH lieber ohne Schlepp. Weil ich weiß, die Arbeit mit der SL ist um nichts leichter, im Gegenteil. Einzig gibt die Schlepp die letzte Sicherheit, dass der Hund sich definitiv nicht vom Acker machen KANN. Daher lehne ich die Arbeit damit auch nicht generell ab, wenn es sich um Jäger handelt. Da gilt dann: Lieber die lange und aufwändige Arbeit mit der SL, als totes Wild oder ein erschossener Hund.
    Bei dir ganz speziell, sehe ich da durchaus Begründung für, weil eure situation und Verhaltensmuster schon festgefahren sind. Ob das verhinderbar gewesen wäre und wie, kann niemand so beurteilen, dafür müßte man dabei gewesen sein, dafür ist es jetzt zu spät.
    Wie es jetzt noch zu durchbrechen wäre und durch neue Strukturen ersetzt werden, könnte man auch nur vor Ort feststellen. Das sind Dinge, wo man im Internet keine seriöse Hilfestellung geben kann.
    Aber: es geht ja hier nicht konkret um eure Problematik, sondern darum, dass ganz allgemein, viel zu gerne und zu schnell zur Schleppleine geraten wird- zumindest meiner Meinung und der Meinung einiger anderer User zufolge.
    Dir persönlich würde ich eher dazu raten, einen guten! Trainer vor Ort zu nutzen, der euch helfen kann, sowohl beim Neuaufbau einiger Dinge als auch beim Schleppleinentraining- wo ihr jetzt halt nunmal seid. Jemand der euch da abholt wo ihr seid und in der Lage ist aufzuarbeiten was schief läuft. nicht nur direkt den abruf und die SL betreffend sondern insgesamt.

    lg susanne

    Ich sehe das ähnlich wie Staffy. Es kommt halt drauf an, was man unter "gutem Grundgehorsam" versteht. Scheinbar gehört da für viele die Impulskontrolle nicht dazu- für mich schon.
    AJT würde ich mit einem Jagdhund deshalb machen, um ihm eine Alternative anzubieten, wo er sich kontrolliert ausleben kann. Also eher im Sinne von artgerechter, zum Hund passender Auslastung und Beschäftigung. Und sicher fördert so ein Training auch wieder den Gehorsam und die Bindung grundsätzlich.

    lg Susanne

    Zitat


    Meine frage ist dann jetzt wie man sowas trainieren kann? Und kann man denn sowas trainieren, wenn ich nicht da bin, oder ihn in sitz, bleib o.ä. lasse, dass er mit niemanden mitgeht? :???:

    Wenn das im Wesen vom Hund nicht verankert ist, dann ist es eine Frage der Kommandosicherheit.
    Weiß ja jeder, dass der Hund nicht selbstständig Kommandos auflösen sollte. Im fortgeschrittenen Trainingszustand eben auch nicht unter hoher Ablenkung, also wenn z.B. ein Fremder versucht zu locken o.ä.
    Das Kommando wird gegeben, und solange eingehalten bis derjenige, der es gegeben hat, auch wieder auflöst.
    Wenn die Kommandos an sich sitzen, auch unter einer gewissen Ablenkung, dann kann man versuchen das Ganze mithilfe von "Statisten" (Bekannte die der Hund am besten nicht so gut kennt) zu festigen. Hund absetzen/ablegen, am besten in der Nähe einer Ecke/Winkel oder vor einem Laden mit Glasscheibe- also so, dass man beobachten und auch korrigieren kann.
    Dann läßt man locken, zuerst nur wenig und sehr kurz, beibt der Hund im Kommando, rasch wieder hin, loben. Und dann halt steigern.

    lg susanne

    Doch, doch, die Suchfunktion funktioniert, das sieht nur auf den ersten Blick aus wie Google, weils über Google läuft :D . Aber wenn du dir die Ergebnisse (nicht die kleingedruckten zuoberst, darunter sind größere, fettere) anguckst, siehst du, dass die alle zu threads aus dem forum führen.

    futterfundgrube kann ich auch empfehlen, hab letztes mal da bestellt, schönes Fleisch, guter Preis.
    Auf meine Lieferung von Futterfleisch Sachsen wart ich grad- die geht Montag raus, also werd ich mittwoch selber was sagen können. die Resonanz hier im Forum ist aber gut.

    lg susanne

    Ich denke schon, dass du was falsch verstanden hast ;) .
    Es geht nicht um Freilauf in reizarmer Gegend, sondern um Freilauftraining in reizarmer Umgebung... das dauert für gewöhnlich nicht sooo sehr lange, gut aufgebaut.
    Ich habe Tucker mit 11 Monaten bekommen (also mitten in der Flegelphase), hab ihn nach einer Woche das erste Mal losgelassen und zwei Wochen später konnte ich ihn problemlos und zuverlässig abrufen.
    Und ich wohne auch mitten in der Stadt, noch dazu in den Alpen, wo es wirklich schwierig ist gut zu überblickendes Gelände zu finden was gleichzeitig reizarm ist- mind. 20 min. bin ich da immer unterwegs, eher mehr.
    Aber: das ist ja, wie oben gesagt, kein Dauerzustand. Man verschafft sich schlicht eine Trainingsmöglichkeit.
    Ich weiß auch nicht, warum dass jetzt so komisch ankommt. Die ersten Sitz- Platz- Fußübungen usw. macht ihr ja wohl auch in ner reizarmen Umgebung und nicht mitten in der Stadt... wieso sollte es beim abrufen im Freilauf dann anders sein?
    Ja klar, Sitz und Platz und so, kann man in der Wohnung starten und man muss keine große Fläche überblicken können- aber das Prinzip ist dasselbe. Und darum geht es schließlich. Ich baue alle Übungen vom Prinzip her gleich auf. Dazu gehört, in reizarmer Umgebung zu starten und dann die Reize zu steigern, je nach Trainingsfortschritt.

    lg Susanne

    Also für mich klang der Eingangspost so, als hätte ronja die Hunde da bereits "kennengelernt", wenn auch nicht von ihrer besten Seite, und hatte schon deutlich genug davon. Hab ich was falsch verstanden?

    Zitat

    Meine ist auch eher ne Schüchterne. Sehr zurückhaltend und ängstlich, wenn andere zu schnell auf Sie zukommen. Nach beschnüffeln legt sich dad meist ganz schnell.

    Hier würde ich zunächst Wert drauf legen, das Kontakte kontrolliert stattfinden. Also nicht einfach draufloslassen und andere HH auch darum bitten dies zu unterlassen. Langsam drauf zu, aber ohne Leine, wenn es geht. Und vorläufig auch den Kontakt mit eher gediegeneren Hunden suchen und Stürmer nach Möglichkeit meiden bis sie gefestigter ist. Am besten auch immer nur einen Hund zu einer Zeit, dann zwei, keine Wiesen wo x Hunde rumrennen.
    Tucker kam aus nem Rudel, hatte auch Fremdkontakte, trotzdem war er nach seinem Umzug zu mir sehr schüchtern gegenüber anderen Hunden- wirklich sehr schüchtern.
    Ich habe einige Wochen das gemacht, was ich schrieb (mich dafür mit eingen HH hier angelegt, die meinten "lassen sie nur das kommt schon" :roll: ) und bin sehr gut damit gefahren. Tucker bedrängt keinen, spielt aber immer fröhlich mit allem und jedem, Hündin, Rüde, groß, klein- er ist dabei, auch wenns mehrere sind...
    Ich glaube, wenn ich ihn nach dem Motto "die machen das schon" ins kalte Wasser geworfen hätte, dann wäre seine Unsicherheit eher größer geworden.
    Ich hab die Kontakte halt wirklich von vornherein stark kontrolliert und selektiert und bin auch einfach mit ihm gegangen wenn jemand es nicht einsehen wollte.

    lg susanne

    So handhabe ich das auch, ich gehe weiter, Tucker kommt sowieso mit, wenn ich mich entferne und ich muss weder aktiv eingreifen noch sonst irgend etwas tun, was die Situation thematisiert. Tucker hat allerdings selten so Probleme, wenn es den nervt, dann rennt er los und er läuft eigentlich jeden hier aus, sogar der ziemlich aufgedrehte Border Collie Sammy ist immer ne Länge hinter ihm - und Tucker weiß wie schnell er ist :D .
    Geh ich halt noch anderswo ein Stück- je nachdem wie lange ich halt schon unterwegs war.

    lg susanne