Ich muss an dieser Stelle sagen, ich gehöre schon von jeher zu den Kritikern ihrer "Kernarbeit/Kernkompetenz", der Resozialisierung von Hunden in diesem "Konzept". Und das bereits lange bevor das jetzt aus dem Ruder lief, unabhängig davon was ich über die Motivation/Antrieb denke und auch unabhängig davon ob ich die Trainingsmethodik befürworte.
Gerne wird ja mit SinL von Perdita Lübbe-Scheuermann verglichen, ich las bspw. auch bei Fb mehrfach Dinge in die Richtung "was habt ihr denn, die arbeiten doch auch ganz ähnlich, da gibts auch Gruppenhaltung" etc.pp.
Für mich bietet sich das gut an, denn man kann daran ganz gut die wesentlichen Unterschiede aufzeigen, die vielen Leuten scheinbar nicht so ins Auge stechen wie mir und die SinL deutlich abheben, selbst wenn man mit der Trainingsmethodik an sich vielleicht nicht konform gehen mag.
Ich stelle das mal auf, weil es mir im Sinne von Das Rosilein und Phonhaus durchaus konstruktiv erscheint, auch mal rauszuarbeiten was eigentlich gute Voraussetzungen sind, wo man ansetzen kann.
Perdita hat über 20 Jahre darauf hin gearbeitet, Grundlagen und Netzwerke geschaffen, der Kontakt zu ihrer Basis in Viernheim ist viel älter als das eigene Projekt, so resolut und entscheidungsfreudig sie sein mag, sie hat es verstanden erst malals Trainer und Geschäftsfrau zu lernen, sich selbst einzuordnen und einzuschätzen, sich zu regulieren und eben nicht einfach machen, es wird schon werden. Und dann, als der finanzielle Background sich ergab, hat man in dem Rahmen etwas gestartet, zusammen mit den gemeinsam gesäten und gewachsenen Ressourcen in Viernheim.
Es müssen erstmal stabile Ressourcen da sein, vor den Tieren. So eine Basis kostet Zeit, Einsatz, Geduld und das Vermögen zu Kompromissen und schweren Entscheidungen.
Die paarweise Haltung und der Auslauf in der Gruppe sind klar strukturiert, da wird drauf geachtet, dass Zwingerpartner auch wirklich miteinander zurechtkommen, dass in den Zwingern auch Ruhe einkehren kann und die Tiere mal entspannen können. Die Gruppenzusammenstellung ist überlegt, die "Kerngruppe" ist recht stabil und einschätzbar, da sind immer auch Hunde dabei, die sehr gut kommunizieren können und damit auch gewinnbringend für die Gruppe sind (irgendwer muss es ja können, wenn da was bei rumkommen soll, wie soll sich eine Truppe in der keiner so richtig Sozialverhalten und Kommunikation beherrscht genau das gegenseitig beibringen? Die könnten sich genauso gegenseitig nen Kurs in veganem Kochen geben, kann auch keiner, wird schon
). Manche Hunde sind auch nur für begrenzte Zeit, mal kürzer, mal länger, mit Beobachtung dazu wie gut er es eben an dem Tag auch schafft. Das ist organisatorisch und personell natürlich aufwendig, hier kommt freilich auch das Netzwerk mit dem Tierheim Viernheim zum tragen und die Möglichkeit Ressourcen zu teilen.
Es wird streng auf Sicherheitsmaßnahmen für Hund und Mensch geachtet, das ist in der Form und auch wie es öffentlich immer wieder gezeigt und besprochen wird einfach nur vorbildlich, wenn wir über Hunde mit Beißvorfällen oder großem Potential dazu sprechen.
Da gibt es also ganz wesentliche Unterschiede in der Art der Organisation und Struktur.
Man kann so etwas nicht aus dem Boden stampfen, es sei denn man knackt morgen den Eurojackpot. Es gilt dort wo es gewachsene, gute und sinnvolle Strukturen gibt, in Ressourcen zu investieren und weitere zu teilen.