Beiträge von Tucker

    Hallo,

    ich erzähle mal, wie meine Tochter zu ihrer Hündin kam.

    Ich bin sehr hundeaffin, bin auch beruflich da beheimatet und natürlich habe ich einen Hund mit dem meine Kinder auch aufgewachsen sind. Meine Kinder waren (sie sind inzwischen groß) in vielerlei Hinsicht eingebunden, auch bei der Arbeit, ob als die spielenden, lärmenden Kinder auf dem Spielplatz oder als zu suchende Personen beim Mantrailing...

    Unsere Grundvoraussetzungen sind also ganz andere, trotzdem (oder gerade deshalb?) gab es keine eigenen Haustiere. Aus dem einfachen Grund: egal wie verantwortsvoll und reif und alles, Tatsache ist: ich bin verantwortlich für die alle und ein zusätzliches Tier ist förmlich, juristisch und praktisch meine Verantwortung. Das muss man wollen und ich wollte nicht, mir reichen meine Verantwortlichkeiten mehr als aus. Was ich auch klar kommuniziert habe.

    Zur gleichen Zeit hatte ich aber eine junge Hündin in Training und Gassibetreuung die für ihre Halterin eine Nummer zu groß war, die sich allerdings in den Betreuungszeiten enorm gut mit meiner Tochter anfreundete und sich bei uns immer als Tophund zeigte. Die Zeiten wo ihre Halterin keine Zeit oder sie nicht mitnehmen konnte, weil halt einfach ne Nummer zu groß, summierten sich, die Hündin war zunehmend mit meiner Tochter unterwegs (mit Einverständnis der Halterin, nur um Missverständnisse zu vermeiden!). Kein Sport oder so, nix spezielles, von Chillen mit Freunden im Park bis hin zu ellenlangen Bahnfahrten für mehrtägige Wanderungen in den Alpen... also normale Sachen, wir leben ja alle nicht am Hundeplatz (wo die meisten Hunde auch ganz gut funktionieren ;-) . So ging es ungefähr fünf Jahre dahin, die beiden waren viel zusammen unterwegs, haben sämtliche erste großen Lieben meiner Tochter gemeinsam erlebt und überwunden... Aber der Hund gehörte nicht mir, wenn es hart auf käme hätte sie ein Zuhause, eine verantwortliche Person die sich auseinandersetzen muss, defacto wurde ich/meine Tochter zu dieser Zeit für den Betreuungsservice bezahlt.

    Als meine Tochter dann mit 18,5 Jahren zum Studium auszog, haben wir lange gesprochen, gerechnet, beraten... und dann Nägel mit Köpfen gemacht, ich habe der Besitzerin die Hündin abgekauft und meiner Tochter geschenkt. Ich trage das in Sachen Kosten mit, Futter und Versicherung (volle Krankenversicherung) werden geteilt, Rest ist Sache meiner Tochter.

    Heute sind wir weitere 1,5 Jahre weiter, es läuft gut soweit, aber auch sie, die wirklich über Jahre an die Verantwortung herangeführt wurde, einen Hund hat den sie ganz genau kannte bevor sie sich fest dafür entschieden hat, sagt selbst, dass die Verantwortung die sie jetzt alleine trägt schon anders wiegt.

    Dir würde ich also dringend raten einen Hund nur dann anzuschaffen, wenn DU einen Hund wirklich haben willst, mit allem was dranhängt. Erfahrungsgemäß ist es auch oft so, dass Hunde in Familien bevorzugt an erwachsene Familienmitglieder binden. Meiner Meinung nach liegt das schlicht daran, dass Hunde checken wer die Gruppe managt, die verstehen den Sozialverband Familie instinktiv, weil es auch ihren sozialen Strukturen entspricht. Und sie orientieren sich in erster Linie an den Erwachsenen. Die Kinder werden geliebt, respektiert, als Kumpane gesehen, aber sie sind nicht die Bezugsperson. Das hat dann auch richtig Frustpotential für Deine Tochter.
    Aber selbst wenn der Hund wunschgemäß an Deine Tochter bindet, sie wird dennoch soviel Unterstützung in jeder Hinsicht brauchen.

    Was Border Collies betrifft: ja, die lernen sehr schnell und leicht - meistens ist das alles Mögliche, nur nicht das Gewünschte, wenn man es nicht versteht sehr sorgfältig zu steuern WAS da gerade schnell und leicht gelernt wird. Nix für Anfänger.

    Agility kann jeder gesunde Hund machen. Und schneller und leichter Blödsinn lernen, als der Ersthundehalter es überhapt mitbekommt übrigens auch ;-)

    Für Deine Tochter würde ich mal anregen sich nach Agilitygruppen bei euch in der Nähe umzuschauen, vielleicht auch nach Border Collie Züchtern oder Schafhaltern die mit BC arbeiten, wenn sie sich so in die Rasse verguckt hat. Auf jeden Fall mal richtig in Kontakt kommen mit der ganzen Geschichte. Wenn man dranbleibt, öfter da ist, mithilft usw. ergeben sich auch Kontakte, womöglich kann sie einen anderen Hund sportlich führen wenn sie engagiert ist, das ist gar nicht selten, manche Leute haben mehr Hunde als sie führen können, andere verletzen sich und fallen eine Weile aus, sind froh wenn jemand weiter mit dem Hund trainiert... da gibt es allerlei Chancen sich erstmal in der Realität mit dem Thema vertraut zu machen. Im Moment ist das nach Deiner Einlassung schon etwas wunschträumerisch, wo die Gedanken eben das Leben mit dem Hund und die Lösungen für alle Probleme bestimmen.

    Um einfach mal beim Begriff "bedürfnisorientiert" zu bleiben:

    Natürlich orientiere ich mich an den Bedürfnissen von den Lebewesen mit denen ich zu tun habe, ganz besonders gilt das für jene deren Wohl und Weh ich verantworte.

    Freilich, nicht jede Laune und jede blöde Idee ist ein Bedürfnis, aber Orientierung heißt ja auch nicht willenlose Gefolgschaft ;-)

    Es ist doch so, dass Bedürfnisorientierung voraussetzt, sich mal gründlich mit den Bedürfnissen des Gegenübers auseinander zu setzen.

    Das wäre, gerade auch auf Hunde bezogen, sehr sehr wünschenswert, wenn Menschen die Hunde halten wollen oder es schon tun, sich intensiv damit auseinandersetzen würden was diese Tiere brauchen, als Lebewesen, als Spezies, als Rasse, als Persönlichkeit mit möglicherweise schwierigem Charakter oder schwieriger Geschichte usw.

    Und sauber auseinanderhalten was Bedürfnisse sind und was eben eher Laune, akute Emotion, (selbst) anerzogene Fehlreaktion... es ist nicht alles ein Bedürfnis, da fängt eben Training/Erziehung an.

    Die meisten Probleme und Vorfälle resultieren doch genau daraus, dass sich eben nicht mit den Bedürfnissen des Tieres auseinandergesetzt wurde und diese dann eben in keinster Weise berücksichtigt wurden. Oder mit Fehlinterpretationen im Stile von "der hat aber das Bedürfnis nach Sozialkontakten", während man versucht das Tier vor dem unangenehmsten Sozialkontakt seines Lebens zu bewahren...

    Da es aus naheliegenden, lebenspraktischen und sozialen Gründen unmöglich ist, ausschließlich um die Bedürfnisse eines Einzelnen und deren ausnahmslose und sofortige Erfüllung zu kreisen, ist es eben "nur" eine Orientierung, in die Richtung schauen, darauf achten. Das schließt auch das Bewusstsein dafür ein, wenn diese Bedürfnisse eben nicht oder nur bedingt erfüllt werden können. Und den Blick darauf, ob und wo Raum für diese Bedürfnisse oder ggf. geeigneter! Ausgleich geschaffen werden kann (einschließlich einer reelen Einschätzung was Ausgleich ist, den Jagdhund verjunken und zwei Stunden täglich mit der Ballschleuder plätten ist hier nicht gemeint!).

    Im Bereich Erziehung/Training hingegen geht es in der Hauptsache um unsere Wünsche, Erwartungen... im weitesten Sinne unsere Bedürfnisse. Das was Mensch und Tier in unserer heutigen Welt beherrschen müssen um problemlos miteinander zu leben und durch den Alltag zu kommen. Menschenwelt und Menschenerwartungen. Das entspricht selten der Bedürfniswelt des Hundes und in vielen expliziten Situationen ist es schlicht nicht möglich das Bedürfnis zu befriedigen oder eine potente Alternative anzubieten oder mit einem besonders positiven Abschluss zu glänzen. Einfaches Beispiel: wenn ich vor dem Arbeiten noch ne schnelle Pipirunde drehe und vorher drei läufige Hündinnen waren und das Dickerchen lieber zwei Stunden schnüffeln würde als nur fix auslaufen, ist es nicht schön für ihn nach 10 Minuten heim zu müssen. Auch nicht mit einer Belohnung, Ablenkung, Clicker... was auch immer. Es ist dann halt doof. Mit Training kann ich Frustrationstoleranz erarbeiten, das Folgen trotz interessanter Ablenkung usw., ich kann das Unangenehme so angenehm wie möglich verkaufen, die soziale Kooperation fördern, aber am Ende bleibt es doch dabei: wir müssen heim, der Erzfeind wird nicht verdroschen, das Reh nicht erlegt...

    Aber es ist ein großer Unterschied, ob ich mit einem Hund trainiere, dessen Bedürfnissen im Großen und Ganzen Rechnung getragen wird, oder mit einem dessen Bedürfnisse ignoriert werden oder gar "wegtrainiert" werden sollen.

    Aus meiner Sicht ist das ein Thema, was in erster Linie mit Beziehung zu tun hat, mit Respekt, damit sich mit dem Gegenüber auseinanderzusetzen, sich wirklich zu kennen und ernst zu nehmen, plump gesagt: sich nicht nur ein lebendes Stofftier zur Befriedigung eigener Bedürfnisse und Wunschträume (die dann ja oft genug eher Alpträume werden) zu halten/anzuschaffen.

    Ein gemeinsamer Alltag erfordert immer Kompromisse, keiner kann immer alle seine persönlichen Bedürfnisse und Wünsche erfüllt bekommen, und damit können sozial hochentwickelte Tiere wie Hunde auch umgehen (lernen).

    .

    Ok, erwischt, ich hab mich mit der Formel nicht soweit auseinandergesetzt, sondern mich mit dem zufrieden gegeben, was da medial von rumkam... und das ist halt leider mehr als fraglich, ich hatte dazu auch einen Fernsehbeitrag gesehen, denn ich aber nicht mehr finde, da wurde auch ein Tierarzt befragt, und auch der hat das offenbar so aufgefasst, seine Schlußfolgerung war nämlich: dass man das unbedingt in die Erziehung einfließen lassen müsse.

    Dann kommen wir aber wieder an den Punkt, wo ein großes Missverständnis entsteht, denn die wenigstens werden die Zellalterung im Kopf haben (ich krieg das auch nur bedingt zusammen, denn Knochen sind ja auch Zellen und beim einjährigen Hund noch im Wachstum, beim 31 jährigen Menschen dagegen schon arg verlangsamt... vielleicht sollte ich mir das wirklich mal genau anschauen, wie sich da was genau darstellt), sondern ganz andere Ableitungen und Vorstellungen haben, wenn sie an Vergleiche mit erwachsenen Menschen denken.

    @Das Rosilein

    klassische Situation von: ich finde, da haben oft ganz viele recht, weil die Wahrheit eben so viele Seiten hat. Wir können Dinge nunmal nur als Menschen anschauen, wir können uns von Dingen und Lebewesen differenzieren und auch Gemeinsamkeiten finden, abstrahieren und reindenken, mit Wissen erklären, und dennoch sind wir immer Menschen bei all dem und sehen die Welt halt niemals wie ein Hund oder ein Elefant oder ein Baum... Empathie macht Menschsein aus. So verstehe ich das.

    Hier mal noch Vermenschlichung auf einer noch ganz anderen Ebene:

    Da geht es um eine neue Formel um das Hundealter in Menschenalter umzurechnen, hier findet ihr den Artikel, auf den ich Bezug nehme:

    https://www.n-tv.de/wissen/Wie-alt…ab-global-de-DE

    So, da ist der betreffende Forscher der Ansicht, dass es medizinisch nützlich ist, Hundejahre in Menschenjahre umzurechnen. Sorry, aber wtf?

    Dazu sieht man sich dann Ergebnisse seiner Formel an, demzufolge entspricht ein einjähriger Hund einem 31 jährigen Menschen. Puh, also ein einjähriger Hund ist, je nach Rasse, Größe, individueller Entwicklung etc. irgendwo in der Pubertät, von Anfang bis Enddrittel, das Knochenwachstum und die Verdichtung sind noch nicht abgeschlossen, es ist noch nicht alles fest verwachsen etc. pp. Das sieht bei einem 31 jährigen Menschen aber ganz anders aus...

    Ein Tierarzt, der eine Behandlung unter Einbeziehung der Umrechnung des Alters in eine andere Spezie ansetzt, sieht mich und meinen Hund aber nur noch von hinten, beim wegrennen!

    Sehr ruhig sind vor allem Hunde deren Merkmale im Zuchtverlauf derart übersteigert wurden, dass die normalen körperlichen Eigenschaften eines gesunden Hundes einfach von vornherein nicht gegeben sind. Da ist der Hund von vorherein durch seinen Körperbau und seine Masse und die damit einhergehenden eingeschränkt. Was ihn dann "angenehm" ruhig macht...

    ich empfehle auch mal diesbezüglich diverse Rassen mal optisch mit derselben Rasse vor einigen Jahrzehnten zu vergleichen, das sind, gerade bei den Riesenrassen und Molossern, aber auch genügend anderen Rassen, Welten.

    Aber im Gegensatz zu vielen, vielen anderen hier sehe ich Töten als allerletzte Lösung und nicht als etwas, das man mal nebenbei macht, weil das Tier lästig wird und man sich selbst überschätzt hat.

    Wer sieht die Tötung denn hier nicht als allerletzte Lösung?

    Wo ist die Lösung für die ca. 60 Hunde von V.B./HHF?

    Ich habe keine, ich kann keinen nehmen, selbst wenn ich wollte ginge es einfach nicht. Und wie siehts bei Dir aus, Vorschläge, Kapazitäten?

    Ich für meinen Teil habe aber auch keinen davon verantwortungslos gekauft, mich überschätzt und mir ist auch keiner lästig geworden, geschweige denn hätte ich jemals einen meinen Hund in so eine Einrichtung oder ins TH gegeben.

    Aber ja, ich plädiere dafür, dass kein Hund jahrelang irgendwo unter Bedingungen festsitzt die Hunden einfach nicht entsprechen. Dasgeht nicht und das ist nicht fair, die Hunde können ja mal null dafür, wenn sie mit den Haltern ins Klo greifen. Ist wie mit Eltern, man kann Glück haben, muss man aber nicht.

    Und das müssen wir auch verantworten, auch als Gesellschaft, die gerne Steak isst aber Schlachthof? iiihhh, näh, da schmeckts ja nimmer. Diese Art von Moral ist das Problem.

    Auf keinen Fall bitte leise und bequem töten, die Gesellschaft darf ruhig drüber nachdenken und kotzen...wie gesagt, da wäre mediale Hilfe gefragt, thematisieren statt am shitstorm teilnehmen. Da müssen Tiere sterben, weil die Leute einfach nicht nachdenken bevor sie kaufen. Da kommen wir aber zum Jetztzeitpunkt nicht herum, es ist nicht fünf vor 12 und nicht 12 und nicht fünf nach 12 sondern mindestens schon halb eins. Diese Hunde haben schon kein lebenswertes Leben nach meinen Maßstäben und auch keine Aussicht darauf, dass jemand sein Leben so nach ihnen einrichtet wie sie eben brauchen und auch verdienen. Jedenfalls nicht in der Menge die wir davon haben, wovon die HHF wiederum nur ein kleiner Teil und allein seit den Veränderungen mit Sicherheit locker nochmal 120 Anfragen hatte, und davon sicher auch einige ganz still und leise getötet wurden, weil sie ja nirgendwo hin können.

    hasilein75

    Ich bin da auch nicht optimistisch :D. War mehr aus dem Bereich „wünsch Dir was“.

    Ich gehe auch davon aus, dass es spannend wird, sollte es zur Thematisierung von Einschläferungen bei der HhF kommen (wobei ich Frau Bokr durchaus zubillige, dass es ihr am Herzen liegt, dass die Hunde nicht getötet werden - und es ihr nicht primär um den „Markenerhalt“ geht). Die Einschläferung eines früheren HhF Hunds in einem anderen Tierheim scheint nach den Kommentaren bei Facebook ja einer der Knackpunkte des Konflikts mit Tom Bode gewesen zu sein.

    Das dürfte aber allen Handelnden bewusst sein und ich hoffe auf eine faire und letztlich dem Tierwohl dienende Interessensaushandlung.

    Also ich wollte jetzt nicht sagen, dass es ihr nur um Merkmal geht, das kommt ja nicht von irgendwo. Aber einmal auf diesem Zug, ist es selbst bei Einsicht gar nicht so einfach, da die Drehung zu vollziehen. Man gibt nicht nur was sehr persönliches auf, man muss das dann auch noch ausführlich und dutzende Male erklären. Und nicht zuletzt geht es um ihre Existenz, und die irgendwie zu erhalten, was ja schon ein wichtiger Punkt ist, für jeden der nicht suizidgefährdet ist.

    meint ihr, es kommt an die Öffentlichkeit wenn jetzt ein gewisser Anteil Hunde der HHF euthanasiert wird? Oder wäre das sogar "gefährlich"

    Ich vermute, da sie ja in einer Einrichtung sind, müsste in dem Fall bei jedem Kandidaten eine Ethikkommission einberufen werden?

    Sehr schwierig zu sagen.

    Ich hoffe ehrlich gerade vor allem, dass es bei den Vermittelten überall gut geht... das ist ja auch nicht immer gegeben, ich sag nur B.S.

    Gegen Tötungen wird V.B. sich wohl vehement wehren, DAS ist ihr Kernmerkmal, darauf baut sie auf, dass sie alle Hunde kann und keiner sterben muss. Das über den Haufen zu werfen wird schwierig. Wie soll sie das denn ihren Anhängern und Fans erklären? Wenn dann nur unter totalem Druck und dann sind wieder die anderen schuld... wir kennen diese Taktik inzwischen, sie zieht sich durch die V.B. Projekte wie ein roter Faden.

    Normen tickt da realistischer, das könnte deren ganz großer Knackpunkt werden.

    Und ja, ich sehe da ein Risiko, nachdem was bei Chicco abging bin ich absolut kuriert von jeglichem Glauben an Vorkommen von Vernunft in höheren Dosen. Da hagelt es Morddrohungen, da wird Eigentum beschädigt, da wird versucht sich Zutritt zu verschaffen, Hunde zu stehlen... alles möglich.

    Wenn wir offiziell und sichtbar auf diesen Notstand, nicht nur bei V.B. sondern allgemein auf diesen Misstand und das Ergebnis (zwangsläufig Tötungen, weil wir die Tiere nicht unterbringen können) muss das über die Behörden passieren, da dürfen keine Einzelpersonen mit in Kontakt gebracht werden. Gerade in TS und Tierrechtskreisen ist das mit der Selbstjustiz durchaus beliebt...

    straalster

    Wenn Du aber doch mit einer Reihe solcher hochproblematischer Hunde zu tun hattest, trainierst hast etc. weißt Du doch wohl, dass nicht jeder dieser Hunde wieder in typisch normales deutsches Hundeleben eingegliedert werden kann, sondern nur an eine fachlich kompetente und geeignete Personen die auch ein geeignetes Umfeld haben, abgegeben werden kann. Sonst gehts nur wieder von vorne los.

    Und da ist das Problem, diese Plätze sind nicht da, wir versauen deutlich mehr Hunde als wir Leute dafür haben, die damit können und deren Umstände gerade passen.

    Natürlich müssen wir langfristig an den Anfang dieser Kette, der durchschnittliche deutsche Autokäufer (nicht mein spezieller Kunde ;-) ) informiert sich gründlicher über die infrage kommenden Modelle und alles darüber, als jemand der einen Hund kauft.

    Aber für jetzt ist möglichst lautes und öffentliches Töten mMn die einzige Möglichkeit erstens diese Hunde aus diesem Stillstand oder Horrorkreislauf zu holen und zweitens den Leuten mal deutlich vor Augen führen, was sie da machen und welche Verantwortung ein Hund bedeutet. Und zwar jeder, nicht erst wenn die Spritze schon parat liegt und plötzlich alle Experten sind.

    Dafür müsste halt auch die Presse mal mitmachen, wie ich vorhin schrieb "Eure Verantwortungslosigkeit tötet Hunde" statt "Deutschland tötet Hunde". Da wäre die Werbung dran, nicht ständig irgendwelche Hunde in idyllischen Familien bei jedem Produkt reinzunehmen... aber verkauft sich halt, wie die Hunde selber. Und letztendlich der ach so mündige Konsument, der erst die Margarine und dann den Hund kauft, vor lauter das Belohnungssystem auf Konsum trainiert/trainieren lassen.

    KongKing

    Das halte ich für eine problematische Idee, weil es Menschen mit genügend Geld gleichzeitig als fähig und verantwortungsvoll markiert. Das geht in die selbe Kerbe, wie hierzulande finanziell Schwächere gern zu sozial Schwachen gemacht werden, zwei völlig unterschiedliche Dinge. Das Geld darf nicht entscheiden, also klar unterhalten muss man ein Tier können, aber so eine Gebühr sind halt auch ein paar hundert Euro die jemand mit wenig Geld lieber aufs Notfallkonto eingezahlt hätte, als davon eine Gebühr zu bezahlen die eigentlich Deppen blockieren soll, aber tatsächlich nur weniger begüterte Menschen ausschließt. Und jetzt komm mir hier keiner mit "Sparen halt", wenn mir hier der gut versicherte und bestens versorgte Hund stirbt, steh ich kurze Zeit später auf der Warteliste und fange augenblicklich an den Welpen abzubezahlen der dann noch nicht mal gezeugt wurde, damit ich in keinerlei Engpass oder Schwierigkeiten komme. Dann aber nochmal ein paar hundert Euro drauflegen? das wird eng, und ich seh es auch null ein. Das ist eine einfache Einnahmequelle für den Staat, für genau null Leistung in der Sache, nur Aufwand.

    Und wer es sich leisten kann baut trotzdem weiter Mist, den dürfen dann TH Angestellte lösen die selber nicht genug verdienen um sich einen Hund zu kaufen, darauf läuft das dann hin.

    Andere werden das einfach unterlaufen, so wie heute schon den Sachkundenachweis (den Kleinen, in NRW für 20/40er vorgeschrieben, beim TA, wo man nicht durchfallen kann), die LHVOen, die steuerliche Meldung, die Versicherung, Chippen u. registrieren usw.

    Sinnvoller wäre es wohl, denn Leuten eine gesalzene Verwaltungsgebühr ins Haus zu schicken, wenn der Hund in ein TH, eine andere Einrichtung oder getötet werden muss, weil er eine Gefahr geworden ist und seine Halter das weder vermeiden konnten noch Kontrolle darüber haben. Wenn das Hundi süß guckt und Frauli so glücklich ist, sitzen ein paar Hundert Euro bei denen die sie haben viel lockerer, da hat man das was man bezahlt ja vor Augen. Viel bitterer und schmerzhaft ist eine vierstellige Rechnung wenn man sie auch zurecht als Strafe empfindet und nix dafür bekommt, sondern es fürs Abnehmen bezahlt.

    Da kommt man dann leider zwar auch zu spät, aber das könnte tatsächlich eine abschreckende Wirkung haben, wenn es rumspricht, dass da rigoros durchgegiffen wird und der Staat und gemeinnützige Vereine nicht dafür bezahlen, wenn man den eigenen Hund versaut. Dazu am besten noch 500 Stunden soziale Arbeit im TH, quasi als Realitäts- und Kompetenzschulung.

    Er hat mir ein paar schöne traumatas zugefügt.

    Auch einem solchen Hund darf heute kein Erziehungshalsband angelegt werden. :(

    Man stelle sich vor: Jemand mit wenig Ahnung bekommt einen lebhaften Hund aus ungeeigneter Quelle ohne Prägung, der kaum auf Kekse reagiert, wird von dem Hund nach und nach körperlich demontiert, bekommt selbst erhebliche Schmerzen und muss dadurch auch noch die "Auslastung" dieses Tieres reduzieren. (Da braucht man dann sehr viel Glück und Geduld.)

    Hoch lebe das "Tierwohl"! Und das Menschenwohl bleibt auf der Strecke.

    Äh, also Ahnungslosigkeit und mangelnde Information und Vorbereitung kann man mit einem "Erziehungshalsband" also lösen? Ich hab offenbar was verpasst.

    Gestern die Kastra als Lösung, heute das Erziehungshalsband...

    Ahnungslosigkeit, Selbstüberschätzung und eine unpassende Haltung lassen sich genauswenig weghemmen und deckeln,wie sie sich wegkeksen lassen. Beides wurschtelt in diesen Fällen am Symptom herum, aber an die Ursache, nämlich den Menschen kommt keins davon heran.