Beiträge von Tucker

    Da wo mein nächster Hund wohl herkommen wird (kein BC) kann man sich auch noch so gut mit der Züchterin verstehen, sich in allen Grundlagen einig sein, den passenden Hintergrund und geeignete Umstände mitbringen, am Ende muss auch der passende Welpe fallen, den sie für geeignet hält für die Interessenten. Und das entscheidet sie, denn sie kennt ihre Mädels und die Welpen halt am Besten, sie macht das schon ne Weile und kann das Potential der Welpen einschätzen und zu wem sie passen (ist ja auch jeder anders in seiner Art und Umsetzung).

    Für mich ist das ein Merkmal einer seriösen Zucht die sich vorrangig um die Hunde und deren Wohlergehen sorgt und nicht um den monetären Aspekt. Das sieht man dann auch wieder daran, welcher Aufwand rund um die Aufzucht betrieben wird, was die Welpen dort schon alles (kennen)lernen usw.

    Ich finde es super, dass hier einige BC Halter und Spezialisten auch einladen. Vielleicht lässt sich der ein oder andere weiter entfernte Besuch auch mit ein paar Tagen Oster- oder Sommerurlaub in der Nähe verbinden.

    Diese Kontakte, ein solides Netzwerk auf der Breite der Rasse, bringen dann auch immer weitere Hilfen mit, also wenn Züchter Y aus der Verpaarung XZ euch womöglich einen Welpen verkaufen würde, habt ihr Ansprechpartner das Gegenzuprüfen, was ist das für eine Zuchtstätte, was sind das für Linien, was zeichnet Hunde aus diesen Linien immer wieder aus... Das klingt jetzt vielleicht blöd da dann noch zu prüfen aber beim Hundekauf gilt auf alle Fälle: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist viel viel viel besser.

    Glaube keinem der Dir einen Hund verkaufen will, womöglich will er vor allem den Inhalt Deines Portmonnaies.

    Je besser euer Netzwerk, desto besser könnt ihr ausschließen irgendwelchen Scharlatanen auf den Leim zu gehen.

    Und natürlich entstehen durch Kontakte und persönliche Kennenlernen auch persönliche Eindrücke, wir reden hier immerhin über eine Person die wir gar nicht kennen und eine, die wir so gut kennen wie sie uns, im Forum vor paar Tagen übereinander gestolpert.

    Kennt man jemanden, verfolgt dessen Engagement, sieht ihn mal mit Hunden agieren, hat man auch einen anderen Eindruck.


    Jemand fragte, wie man denn als Jugendliche da rein kommt ohne eigenen Hund.

    Also mich hat meine Mutter von klein an auf den Hundi geschleppt zum Training mit unseren bzw. ihren Gebrauchshunden und Frühjahr/Herbst auch zu den Kursen (war Ü-Leiterin), zu Arbeitsstunden... nun war ich für unsere Hunde damals deutlich zu klein. Es ergab sich, dass ich den Westierüden eines Platzkollegen, der den eher als Maskottchen hatte, zum Führen bekam - kleiner Terrier, große Aufgabe. Wir machten aber tatsächlich die BGH1 und 2 erfolgreich (also nicht immer aber manchmal) und übten uns auch im gerade aufkommenden Agility. Etwas später kam dann noch eine Briardhündin dazu, eine ganz sanfte Seele mit der der eigentliche Besitzer nicht wirklich arbeiten konnte, weil megaweich, ein strenger Blick und der Hund sackte ins Bodenlose - das Richtige für ne nette 10jährige. Wir waren zusammen auch gut erfolgreich, BGH 1-3, FH 1-3, Agi Kl. 2...

    Ganz ähnlich war es bei den Pferden, nur ohne eigenes Pferd und on my own. Ich hab überall geholfen, den Turniertrottel gemacht, stundenlang Pferde mit Kolik geführt... und irgendwann durfte ich regelmäßig den frechen Shettywallach der Stallbesi reiten, wo sonst eh keiner draufpasste und von da weg lief es wie von selbst, irgendwer hat mir (und ich bin bis heute bestenfalls ne ordentliche Buschreiterin) immer nen Pony untern Popo geschoben.

    Aber das braucht halt Zeit... und auch ein entsprechendes Umfeld wo der Einsatz dann mit mehr als guten Worten belohnt wird.

    Es ist ja auch nicht vom Tisch, es fehlen einfach noch weitere, andere praktische Erfahrungen mit Hunden allgemein und BCs speziell.

    Das Einholen von weiterführenden Informationen und das Sammeln von Erfahrungen gehören nun einmal zu einer reiflichen, reflektierten Entscheidung. Da gehören Vorfreude und Frust dazu, und damit umzugehen müssen wir alle mal lernen in dem Alter.

    Genau das gehört dazu, genau das macht es aus, genau das gibt späterhin auch das Rüstzeug für Momente wo es eben nicht so läuft, länger dauert...

    Sich weiter rantasten um die Entscheidungsfindung fundierter zu machen, sich selber ein paar Erfahrungen und Skills verschaffen find ich gut.

    Wieso sollte man totale Ablehnung signalisieren, wenn man in Wahrheit einfach noch unsicher und unerfahren ist?

    Im Kern der Sache ist es ja so, klar kannst Du im Internet vernünftige Leute treffen, aber das Internet ist eine Fassade, jeder und jede vermeintlich ein Experte. Vergleichend dazu hat sie in der Realität einen ganz echten Kontakt den sie seit über einem Jahr pflegt.

    Ich kann mehr als gut verstehen, dass Deine Tochter mehr Vertrauen in das hat was sie da sieht und hört, von Menschen die sie kennt und regelmäßig sieht, als in ein paar Leutchen aus dem Internet.

    Und ich finde es richtig und empfehlenswert sich in der Realität ein Bild zu machen.

    ABER:

    Deine Tochter hat eben nur einen verhältnismäßig kleinen Ausschnitt dieses Bilds genauer gesehen, den auf dem Hundeplatz und beim Spaziergang, jeweils mit bereits ausgebildeten Hunden, die dabei dann schon Verträglichkeitsprobleme zeigen.

    Dein Bildausschnitt ist noch kleiner.

    Die Vorstellung mit einem brüllenden, wild vorspringenden 18kg Junghund der sich benimmt wie ein wütender Wischmob mit Zähnen, weil er nicht so darf wie er will und mit dem Frust nicht umgehen kann, auf dem Gehweg zu stehen, geht euch beiden ab. Oder ein Hund der in der Wohnung nicht zur Ruhe kommt. Das sind so typische Probleme die weit, weit vor dem ersten Agi Parcour kommen und mit denen ihr noch nie zu tun hattet. Dafür braucht es Strategien, bestenfalls bevor ihr euch in der Situation findet.

    Deshalb mein Tipp:

    macht weitere Kontakte rund um BCs, wendet euch ruhig unverbindlich an Hilfsorganisationen für Borders, geht zusammen in umliegenden TH, besucht Fachhundeschulen oder Seminare (da gibt es meist auch Plätze für Teilnehmer ohne Hund) die sich nicht nur auf Agi sondern auf den BC speziell und Hundehaltung allgemein beziehen.

    Weiterlernen, echte Erfahrungen sammeln, womöglich auch nochmal auf der anderen, ungemütlicheren Seite reinarbeiten (z.B. im TH), da lernt man dann wirklich viel über Umgang und sieht, wieviel wie schnell schief gehen kann.

    Und wenn ihr euch da reinhängt und weiterlernt, dann kommt auch irgendwann der richtige Hund vorbei.

    Ich denke, wir können uns hier die Hände wund schreiben, weil das Mädchen auch ein bissl in dieser Vereinsidylle steckt.

    Da hilft es einfach, weitere Kontakte zu machen und Eindrücke zu sammeln, weitere BC und ihre Menschen bzw. die, die versuchen es wieder hinzubekommen, kennenlernen...

    So kannst Du als Mama auch die Unterstützung für das Thema deutlich machen, gleichzeitig aber auch vorbildlich verantwortungsvoll handeln indem Du eben mit großer Sorgfalt und Zeit vorbereitest.

    Die Zuchtverbände sind da auch am Schönreden der eigenen Kreationen, "freiatmend" ist da genau der Verkaufs- Jargon. Schlußendlich ist ein Zuchtverband ein Interessensverband, selbst wenn der VdH/die F.C.I. da von oben her mit dem Machtwort käme, würde sich der entsprechende Personenkreis schlicht ausgliedern und sein eigenes Süppchen kochen. Das Netz ist doch voll mit Hunden die irgendwer irgendwie verpaart hat, da braucht keiner irgendeinen Verband mit unliebsamen Vorgaben und hochtrabend aussehende Papiere kann man auch selber drucken.

    ABER:

    Wir hätten die gesetzliche Basis dieses Leid effektiv massiv einzudämmen. Es ist verboten was da passiert, das setzt nur keiner durch, der Versuch einer Anzeige wird abgetan... da müsste man dann im großen Stil agieren mit Anwalt, Gutachtern und vor allem viel Geld, um überhaupt einen ordentlichen Präzedensfall in der Sache erfolgreich zu schaffen.

    Die Grundlage wäre auf jeden Fall da.

    Da würde ich euch jetzt wieder an rassespezifische Hilfsorganisationen und Zuchtstätten verweisen.

    Dort werden auch die Hunde aufgefangen, Vermittlungshilfe geleistet wenn aus unglücklichen Umständen heraus Tiere abgegeben werden müssen die bereits eine gute Basis und absehbare Charakterzüge haben.

    Warum Züchter?

    Nun, es kommt auch immer wieder vor, dass dort ältere Junghunde, angearbeitete Hunde abzugeben sind, weil sie entgegen der Erwartung nicht zur Zucht geeignet sind, Schwierigkeiten in der vorhandenen Hundegruppe haben...

    Da hilft nur, weitere Kontakte knüpfen, ehrlich sein, und mit viel Geduld suchen, wenn es so sein soll.

    Äh, also der Tierarzt hat Dich deutlich über die rassebedingten gesundheitlichen und züchterischen Probleme aufgeklärt, und dann gehst Du nicht mehr hin?

    Wie oft bist Du denn mit anderen Hunden und deren Haltern so in TA Praxen, dass Du weißt wie andere HH beim TA so behandelt werden?

    Wir haben erst vor wenigen Wochen um das Überleben von meinem Hund (vierzehnjähriger Hundeopi, altersbedingt erkrankt) gekämpft, und gerade unser TA ist derjenige, von dem ich dann auch schonunglose Ehrlichkeit erwarte. Ich weiß nämlich, dass Wahrnehmung und Wahrheit zwei ganz unterschiedliche Dinge sind, ich weiß, dass ich emotional zu meinem Hund alles andere als objektiv bin, das ist nunmal so. Umso wichtiger, eine objektive Fachperson zu haben, die da klar und sachlich reflektiert und einen nicht auf Kosten des Hundes in einerr Wunschtraumwelt lässt.

    Danke, das hast Du jetzt prima in Worte gefasst! :applaus:

    Die Klinik der Uni Leipzig ist ein sehr guter Anlaufpunkt, die haben neben HNO auch eine Neurologie.

    Ich gehe jetzt erst mal grundsätzlich davon aus, daß jeder Hund grundsätzlich sportlicher ist als der Mensch.

    Da sagst Du was, ich höre das so oft "der Hund sollte schon aktiv sein", und wenn man dann nachhakt handelt es sich um Freizeitsportler, die regelmäßig 2-3x die Woche ne dreiviertel Stunde joggen gehen, am Wochenende gelegentlich ne gemäßigte Wanderung oder Radtour oder nen längeren Ausritt/Ausfahrt, wenn Wetter, Zeit, potentielle Begleitungen passen, 1-2x im Jahr vielleicht eine größere Aktion, mehrtägige Wandertour, Sternenwanderungen o.ä. Selten wird was hundespezifisches genannt, das wäre bestenfalls in einem gewissen Rahmen okay, aber dreimal die Woche intensiv zwischen einer halben Stunde (alleine oder Einzeltraining) und drei Stunden (in Gruppe/Verein wo man sich gegenseitig hilft, Arbeitsstunden anfallen etc.) investieren wollen die Wenigsten.

    Und jetzt schlage ich den Bogen zurück zur Gesundheit:

    Dafür braucht man keinen besonders aktiven Hund, keinen Spezialisten oder Ausdauerpro, was die meisten Menschen für aktiv halten, sollte jeder gesunde, erwachsene Hund ganz locker schaffen - und noch Kapazitäten über haben für dies und das und viel Blödsinn.

    Ansonsten ist der Hund zu jung, zu alt oder zu krank.